Swizzy, Switchy oder Switzel? Switchel!

Im Gegensatz zu anderen Blogs, deren Titel meistens selbsterklärend war, bedarf es im Falle von „Switchel“ wahrscheinlich einer genaueren Erklärung, worum es sich dabei überhaupt handelt. Das Einfache vorab: Das Internet behandelt das Getränk schlicht als „Limo“ oder „Erfrischungsgetränk“, auch der Begriff „Heumacher-Punsch“ ist im Umlauf. Die unbedingten Bestandteile des Getränks sind Apfelessig und Ingwer. Außerdem besteht das Grundrezept aus Wasser, frischem Zitronensaft und einer naturbelassenen Süße, wie Honig oder Ahornsirup.

Bei dem Gedanken daran, mehrere Milliliter Essig zu trinken, bekomme ich jedes Mal aufs Neue eine leichte Gänsehaut und erhöhten Speichelfluss. Ich weiß nun also, dass meine Körperreaktionen zuverlässig funktionieren, aber wer kommt denn auf so eine Rezeptidee? Auch darauf erhalte ich schnell eine Antwort. Im 17. Jahrhundert suchten nordamerikanische Feldarbeiter nach einer Erfrischung, die ein ähnliches Gefühl in ihrem Hals auslösen sollte wie Alkohol. Der Vorteil gegenüber Letzterem war jedoch schon damals, dass Switchel nicht nur stärkte und erfrischte, sondern auch den Elektrolyte- und Mineralstoffhaushalt der Farmer ausglich. Seitdem hat sich der Trend gehalten – mal verdeckter, mal gehypter.                      Wo wir gerade bei den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Limo sind (ich bin nach wie vor verwirrt und begeistert – eine gesunde Limo!), liefere ich auch gleich weitere Argumente hinterher, die für einen regelmäßigen Konsum sprechen.

Essig: Apfelessig hat die förderlichen Eigenschaften, den Blutzuckerspiegel regulieren und sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt auswirken zu können. Er ist reich an Vitamin A, B1, B6, B12, C, E, Kalium, Natrium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen Kupfer und Mangan und wirkt paradoxerweise sogar Sodbrennen entgegen, indem er die Übersäuerung des Körpers verhindert. Auf die eine oder andere Empfehlung hin wird Apfelessig auch als Gesichtswasser verwendet, da er antibakterielle Eigenschaften hat, die die Vermehrung von Bakterien stoppen. Das funktioniert auch „von innen“, weswegen die Online-Schlagzeilen zu Switchel nicht selten mit einem schönen Hautbild werben. Außerdem wirkt er beruhigend auf den Magen!

Ingwer: A propos beruhigende Wirkung auf den Magen: Die Wurzel ist schmerzlindernd und entzündungshemmend und oft ein beliebtes natürliches Mittel gegen Übelkeit. Die leichte Schärfe tut nicht nur dem Hals gut, sondern wärmt den gesamten Körper von innen, indem Stoffwechsel und Durchblutung angeregt werden. Hiermit wären wir auch beim nächsten Beauty-Argument, für das Switchel bekannt ist und wärmstens empfohlen wird: der Fettverbrennung. Die Wärme auslösenden Inhaltsstoffe Capsaicin und Gingerol, die in Ingwer enthalten sind, lösen einen Hitzereiz aus, auf den der Körper mit verstärkter Durchblutung und Schwitzen reagiert. Das wiederum verbrennt Kalorien und Fett. Tipp: Die größte Wirkung hat Switchel, wenn er morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Diese Variante ist allerdings wirklich eine Geschmacksfrage und eher in Sachen Pickel- und Aknetherapie von wirklicher Bedeutung.

Zitrone: Die Vitamin-C-Quelle schlechthin ist eine willkommene weitere Unterstützung für unser Immunsystem. Außerdem arbeitet die Frucht auch in Sachen Entzündungshemmung und Verdauung gut mit ihren Mitzutaten zusammen und hat die zusätzliche positive Eigenschaft, Wassereinlagerungen beseitigen zu können. In Kombination mit Ingwer sorgt die Zitrone außerdem für den charakteristisch erfrischenden Geschmack einer Limo, der erstaunlich gut mit Essig harmoniert.

Honig oder Ahornsirup: Es mag eine Unterstellung sein, aber neben Essig und Zitrone sollte es dann doch dringend eine süße Komponente geben, die den Genuss des Getränks unterstützt. Auch Ahornsirup und Honig sind bekanntermaßen entzündungshemmend, Letzterer wird ebenfalls viel für die äußere Anwendung empfohlen (siehe Peelings und Masken mit Honig). Das Wichtigste jedoch: In beiden Fällen handelt es sich – bei der richtigen Bezugsquelle – um Naturprodukte ohne Zusätze.

Was bleibt, sind Neugier und Appetit. Also – wie bereite ich das Trendgetränk nun richtig zu?        Das Basisrezept ist schnell verinnerlicht: Für 6 bis 8 Portionen (die Limo lässt sich einige Tage aufbewahren) werden 1,2 Liter Wasser mit 100 g frischem Ingwer (in Scheiben) 2 Minuten köcheln und anschließend 20 Minuten ziehen gelassen. In einem separaten Gefäß 80 ml milden Apfelessig mit 100 ml frisch gepresstem Zitronensaft und 70 g Honig oder Ahornsirup vermischen, anschließend das Ingwerwasser durch ein Sieb dazugießen. Wie heißt es dann so schön? Fertig! Jetzt folgt der kreative Teil.                                             Switchel kann warm, oder als sommerliche Erfrischung kalt genossen werden. Eiswürfel, Minzblätter, Beeren, Zimt, Vanille – es gibt genug Varianten, um sich mit dem täglichen Getränk zu belohnen. Leckere Rezeptideen gibt es zum Beispiel hier: https://www.myself.de/leben/ernaehrung/rezepte/switchel/                                Doch auch eigene kreative Einfälle sind möglich – erlaubt ist, was geht! Die Limo eignet sich sogar für Gäste. Überraschen Sie sie auf ausgelassenen Grill- oder gemütliche Kaminabenden mit einem Apéritif oder Longdrink, den Sie mit Gin aufpeppen, denn der passt ausgezeichnet zu dem gesunden Schönheitselixier.

Es ist erstaunlich, wie viele banale Komponenten in Kombination miteinander so viel Gutes für mich tun können. Und ich kann nach wie vor auf Nahrungsergänzungsmittel, Zusatzstoffe und Co. verzichten – eine Denkweise, die sich in meinem Umfeld immer mehr durchsetzt. Eine gesunde Lebensweise verlässt seit einigen Jahren glücklicherweise immer mehr die Gefilde des Anstrengenden, Komplizierten und Andersartigen. Sie wird zur nebenbei einbaubaren Selbstverständlichkeit und ist somit in der Lage, uns aus dem Hintergrund für die Strapazen des Alltags zu wappnen. Ein fesselndes Projekt, zu dem ich mich meinem Körper gegenüber gerne herausfordern lasse 🙂

Einen Switchel auf Ihr Wohl!

Die Nuss muss!

Manch einer mag es verwirrend finden, dass es nach dem letzten Blog zum Thema Heuschnupfen gleich um Nüsse geht, denn zahlreiche Menschen vertragen die Früchte und Körner nicht, reagieren mit einem juckenden Rachenraum oder Ausschlägen auf sie. Das liegt ausgerechnet an einem der größten Vorteile der Nuss: ihrem Eiweiß. Dieses sogenannte Speicherprotein ist wichtig für das Wachstum der ursprünglichen Pflanze und gleichzeitig so stabil, dass es durch Magensäure nicht angegriffen werden kann. Plakativ lässt sich sagen – der „Apfel“ fällt nicht weit vom Stamm. Wenn ich gegen die Blütenpollen eines Baumes oder Strauches allergisch bin, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seine Früchte nicht vertragen.                                                                                            

Doch genug der Schwarzmalerei. Für die Glücklichen, die sich nicht mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten herumplagen müssen, gibt es mehr als gute Nachrichten: Nüsse sollen gesund, schlau und schlank machen! Und dabei fallen diese Superfoods sogar in die Kategorie Snacks und Genussmittel.

„Welche Nuss passt zu Ihnen?“, werde ich bei meiner Recherche im Internet sofort empfangen. „Keine Ahnung. Die, die mir schmeckt?“ Jein. Natürlich ist der Genuss der Nuss der ausschlaggebende Faktor dafür, ob ich mich für oder gegen den Verzehr entscheide. Doch da solle es noch mehr geben. Einige allgemeingültige Infos vorab: Nicht alle „Nüsse“, die wir in unserem Sprachgebrauch selbstverständlich als solche bezeichnen, sind auch wirklich welche. Mandeln und Walnüsse gelten beispielsweise als Steinfrüchte, Cashews als Samenkörner. Ihre Gemeinsamkeiten bezüglich Konsistenz, Geschmack und Inhaltsstoffen erlauben dem Ottonormalverbraucher diese Verallgemeinerung aber durchaus.                Nüsse seien nahrhaft. Das merkt man daran, dass sie tatsächlich satt machen. Diesen Effekt verdanken wir den zahlreichen Ballaststoffen, die sich aus den Fasern der Nuss ergeben. Bei gleichzeitiger Glutenfreiheit und Kohlenhydratarmut ist es nur zu verständlich, dass das Nahrungsmittel die Fettverbrennung fördern und gleichzeitig den Blutzuckerspiegel ausgleichen kann. Vor allem zeichnet Nüsse jedoch eins aus: ein Proteingehalt, der dem von Fleisch oder Joghurt nahekommt! Wie im Blog über Veganismus bereits angedeutet, sind Nüsse und ihre Mehle das Ersatznahrungsmittel, wenn es um die Eiweißzufuhr und den Satt-Effekt geht. Mit 20 g Protein pro 100 g Nuss halten die Früchte also, was sie versprechen. Die Liste der weiteren Inhaltsstoffe ist lang: Vitamin C, E und K, Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Zink, Mangan, Kupfer, ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien tummeln sich in den kleinen Snacks. Walnüsse zum Beispiel weisen den signifikant höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf, die nicht nur gut für das Herz, sondern auch für den Kopf sind. Die meisten Nüsse schmecken süßlich, weswegen sie vielerorts als Süßigkeitenersatz auftrumpfen. Und da sie die essenzielle Aminosäure Tryptophan enthalten, die als Nährstoff zur Produktion für Serotonin gilt, kann man durchaus ab und an darüber nachdenken, schokoladige Verführungen durch eine kleine Ladung „Hirnnahrung“ zu ersetzen.

So, welche Nuss passt nun zu wem?

Mandeln                                                                                                                            Erinnern Sie sich noch an die Eingangsthese, dass Nüsse unter anderem schlank machen sollen? Das geht auf das Konto der Mandeln. Ihr Mix aus ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Mineralstoffen, Eiweiß und Vitaminen sorgt dafür, dass sowohl die Fettverbrennung angeregt, als auch die Darmflora reguliert wird. Außerdem ist sie basisch und prebiotisch. Eine Handvoll täglich genügt. Und schmeckt!

Haselnüsse                                                                                                                    Die Früchte dieser Birken-Unterart sollen nicht nur eine optimale Energiequelle, sondern auch wahre Schönheitsgeheimnisse sein. Neben kräftigen Nägeln und Haaren bewirken Haselnüsse durch ihr Vitamin E den Schutz vor freien Radikalen – und hinterlassen schöne, ebenmäßige Haut. Die Essenz aus Haselnüssen senkt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel, sowie die Blutfettwerte, während es gleichzeitig das Sättigungsgefühl im Gehirn aktiviert. Das geht runter wie (Haselnuss-) Öl!

Erdnüsse                                                                                                        Kommen wir noch einmal auf das Eiweiß zurück. Wer eine Alternative zu tierischen Proteinen sucht, ist bei der Erdnuss genau an der richtigen Adresse. Egal ob im Ursprungszustand oder als Mus: Erdnüsse haben einen positiven Effekt auf unsere Blutfettwerte, indem sie die Gefäße geschmeidig halten. Das kann man sich glatt bildlich vorstellen, oder?

Cashews                                                                                                                           Ihre „nur“ 42 % Fett machen die Cashew zu einem sehr mageren Mitglied der Nussfamilie. Sie macht satt und sorgt für Kraft, indem sie die Muskeln mit Magnesium versorgt. Der ideale Snack (auch) für Sportler! Keine andere Nuss enthält so viel Kohlenhydrate und Magnesium wie sie. Auch hier gilt: nicht mehr als eine Handvoll pro Tag.

Walnüsse                                                                                                                         Leicht zu merken: Die Nuss, die vorwiegend das Gehirn versorgt, sieht auch aus wie eines. Die Walnuss steigert unsere Konzentrationsfähigkeit und macht uns gleichzeitig leistungsstärker – nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Nicht umsonst sind diese Kerne schon lange fester Bestandteil des so genannten Studentenfutters. Warum genau, mag man sich fragen. Wegen des Vitamins B6! Müdigkeit und Nervosität adé, das klingt wirklich nach dem Wundermittel in Stress- und Leistungssituationen. Wer die gehirnförmigen Kerne nicht pur essen mag, kann auch ein leckeres Brot aus ihnen backen.

Ein Spielverderber zum Schluss: Zucker und Salz auf diesen Superfoods machen jede positive Wirkung wieder zunichte, sodass man unbedingt darauf achten sollte, sie pur zu verzehren. Davon abgesehen stehen dem Konsum und der enormen Rezeptvielfalt nichts im Wege. Kaum ein Lebensmittel erweist sich als so umfangreich einsetzbar wie die Nuss: als Mehl, als Topping, als purer Snack, als Zutat, Mus, Öl oder Müsli, geröstet, gebacken, in Stiften, in Stückchen…

Läuft Ihnen auch so das Wasser im Munde zusammen? Auf Ihr Wohl!

Heuschnupfen: the same procedure as every year

Es begann an einem herrlichen Mittwochnachmittag, an dem ich beschloss, den Feierabend dafür zu nutzen, unseren Balkon nach dem Winter wieder benutzerfreundlich zu machen: Fensterbänke, Geländer und Möbel abwaschen, Fliesen fegen und wischen – meine Motivation trieb mich zu Höchstleistungen an und so bemerkte ich erst viel zu spät die Enge in meinen Bronchien. Es fühlte sich an, als würden zwei unsichtbare Hände meinen Brustkorb zusammenpressen. „Oh nein“, dachte ich, „wozu habe ich mich denn drei Jahre lang sensibilisieren lassen?“                                       

Nicht jeder Betroffene leidet in gleichem Maße unter den Begleiterscheinungen des Heuschnupfens. Doch die so genannte Hyposensibilisierung ist sehr zeitaufwendig und mit einer Erfolgsquote von lediglich 70 % bisweilen eher ein Risiko, als ein wirkliches Versprechen. Auch Antihistaminika in Tablettenform erweisen sich für viele als Tropfen auf dem heißen Stein. Die Müdigkeit oder sogar ausbleibende Wirkung haben zur Folge, dass der Glaube ans Produkt und eine damit verbundene Symptomlinderung schwindet, sprich: Man steht wieder ganz am Anfang. Fragt man Fachleute oder Betroffene aus älteren Generationen, erhält man vermehrt die Antwort, die Entwicklung diverser Allergien sei eine Folge der Urbanisierung. Dennoch bleibt die Frage nach dem Jetzt. Hätte ich die Attacke auf dem Balkon vermeiden oder ihr vorbeugen können? Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Und was die Quantität der Möglichkeiten und Tipps bei Heuschnupfen angeht, lässt sich diese Frage eindeutig mit Ja beantworten.                                                                                           

Die Ratschläge, die für Allergiker zur Selbstverständlichkeit werden sollten, betreffen das Verhalten in den eigenen vier Wänden. Lüften Sie in städtischer Umgebung nur früh morgens, hier ist die Pollenkonzentration noch am geringsten, und lassen Sie Fenster und Türen anschließend für den Rest des Tages geschlossen. Statten Sie sie mit Pollenfiltern und Ihre Räume mit Luftbefeuchtern aus. Wechseln Sie Ihre Kleidung (vor allem vor dem Schlafengehen) in einem anderen Raum als dem Schlafzimmer und bringen Sie „kontaminierte“ Textilien auch nicht in diesen Raum zurück, bevor Sie gewaschen wurden. Stichwort „waschen“: Wenn möglich, sollten Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare noch einmal waschen, zumindest aber ausbürsten. Gewaschene Wäsche zum Trocknen bitte auch nicht draußen aufhängen. Denken Sie an regelmäßiges Staubwischen und -saugen, tun Sie sich jedoch selbst den Gefallen und stimmen Ihre Aktivitäten auf einen aktuellen Pollenflugkalender ab. Zugegeben, niedergeschrieben wirkt die Liste lang und kaum umsetzbar. Bei den meisten Handgriffen handelt es sich aber um Nebensächlichkeiten, die Sie irgendwann gar nicht mehr bemerken werden – deren Wirkung hingegen schon. Zusätzlich gibt es aber auch die eine oder andere Wohltat, die Sie Ihrem geärgerten Körper regelmäßig gönnen können, um die Monate des Naturerwachens wohlauf zu überstehen.

Die Nasendusche erweist sich als schnelle Hilfe, da sie schnelle Befreiung bewirkt. Die Feuchtigkeitszufuhr tut den gereizten und trockenen Schleimhäuten gut und unterstützt ihre Selbstreinigungsfunktion. Gleichzeitig wirkt sie schleimlösend. Verwenden Sie am besten lauwarmes Wasser und warten Sie, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat, bevor Sie mit der Spülung beginnen. Achtung: Kein reines Wasser benutzen! Das wiederum reizt die Schleimhäute und sorgt für schmerzhafte Schwellungen.

Ähnlich wie die Spülung befreit und befeuchtet auch ein Kochsalz-Dampfbad die Schleimhäute und unterstützt ihre Reinigungsfunktion (was sehr wichtig für die Immunabwehr ist). Die warmen, feuchten Dämpfe lindern das berüchtigte Kribbeln in der Nase und wirken abschwellend. Hierfür entweder 0,9 g Kochsalz auf 100 ml Wasser, oder gleich 9 g Kochsalz auf 1 L Wasser geben. Bewahren Sie die Lösung jedoch nicht länger als 24 Stunden auf.

Stichwort Luftbefeuchter für Innenräume – Sie können auch einfach eine Schüssel mit Wasser und einigen Tropfen Pfefferminzöl in Ihren Räumlichkeiten platzieren. Die Durchblutung und Befeuchtung der Schleimhäute wird Ihnen nicht nur zu Allergiezeiten guttun.

Nehmen Sie ein Vollbad mit Eukalyptus-, Fenchel oder Dillöl oder gehen Sie am besten gleich in ein Schwimmbad mit Sauna. Diese Dampfbäder im großen Stil haben die gleiche Wirkung wie die abgespeckte Version über der Schüssel – und bieten Ihnen eine nahezu pollenfreie Umgebung.

Wie so oft spielt natürlich auch die Ernährung eine bedeutende Rolle im Kampf gegen laufende Nasen, Atemnot & Co. Indem Sie den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten phasenweise einschränken (sehr histaminhaltig, eine genaue Auflistung finden Sie hier: https://www.gofeminin.de/gesundheit/hausmittel-heuschnupfen-s3036470.html), haben Sie schon einen großen Schritt getan. Darüber hinaus zählen ausgewählte Lebensmittel aber als besonders dienlich. Hierzu zählen Broccoli, Zitrusfrüchte, grünes Blattgemüse, Zwiebeln, Knoblauch und Äpfel (sofern hier keine Kreuzallergie besteht).                                   

Außerdem hat es sich als hilfreich erwiesen, natürliche Histamine, z. B. in Form von Brennnesseltee, zu sich zu nehmen, um so körpereigene Histamine zu blocken. Experten empfehlen täglich einen Liter, am besten schon vor der Pollensaison. Und wenn Sie ohnehin gerade Tee kochen: ein daumengroßes Stück Ingwer tut’s auch! Die angenehme Schärfe durchblutet die Schleimhäute und hilft beim Abheilen von Entzündungen und Reizungen.

Die Glücklichen, die die Möglichkeit dazu haben, können sich auch einfach ans Meer oder in die Berge verdrücken. Die befreiende und heilende Wirkung kommt hierbei schlicht und einfach dadurch zustande, dass es hier keine allergieauslösenden Gewächse gibt.

Was meinen Sie – ich fühle mich schon jetzt befreit und kann das Kribbeln und Jucken bereits schwinden spüren… Die Handgriffe eines Allergikers sind simpel und einprägsam und werden mit Sicherheit schnell in Fleisch und Blut übergehen – und alles Störende daraus verdrängen J

Auf Ihr Wohl!

Moringa, vielseitig von Wurzel bis Blatt

Der Frühling ist, wenn auch etwas schüchtern, dabei sich durchzusetzen, was ihn gleichzeitig zum unweigerlichen Vorboten des Sommers macht. Neben der Freude und der Lebenslust, die der Sommer für viele Menschen bedeutet, ist aber vor allem auch ein Gedanke jedes Jahr aufs Neue vorherrschend: Oh nein, meine Figur, ich bin noch nicht soweit!

Egal zu welchem Freizügigkeitsgrad man tendiert, dem winterlichen Schneewittchenteint oder dem einen oder anderen Bequemlichkeitsbäuchlein soll es jetzt schleunigst an den Kragen gehen und – unter anderem – zu diesem Zweck gibt es einen so genannten „Wunderbaum“ mit schier „unendlicher Wirkung“ gegen vielfältige Beschwerden oder Beschwerden. Wer verzweifelt unter Zeitdruck steht, neigt bekanntermaßen dazu, Dinge vorschnell zu glauben, weswegen ich Moringa, das Mittel aus der ayurvedischen Heilkunst, einmal genauer unter die Lupe genommen habe.

Moringa Oleifera, der „Baum des Lebens“, dessen Wirksamkeit sich aus Indien inzwischen bis nach Afrika, Südostasien und Arabien herumgesprochen hat, wächst extrem schnell (bis zu acht Meter in sechs Monaten!), ist dabei leicht zu kultivieren – und somit sogar selbst anbaubar – und braucht nur wenig Wasser. Alle seiner Teile sind verwendbar: die Früchte, die Blätter, die Wurzeln und die Samen, nicht zuletzt sogar als Schmieröl oder hochwertiges Biodiesel. Aufgrund der in den Wurzeln befindlichen Senföle und des daher charakteristischen Geruchs wird die Pflanze in unseren Breiten auch „Meerrettichbaum“ genannt. Aber zurück zu Sommerfigur und schöner Haut – was hat Moringa nun damit zu tun?

Das Öl, das man in den Herkunftsländern aus der Pflanze gewinnt, wird Kosmetika oder Arzneimitteln beigemischt und soll hautstraffend und verjüngend wirken. Das Ganze kommt durch die antioxidative und entzündungshemmende Wirkung von Moringa zustande, die der Vorbeugung gegen Krebs, sowie der Zellerneuerung dient. So weit, so gut.      Darüber hinaus enthält die Pflanze aber auch zahlreiche Bitterstoffe, die ebenso in Artischocken, Wein oder Hülsenfrüchten stecken, und die wie eine Essbremse wirken, indem sie ein früheres Sättigungsgefühl auslösen, und die Verdauung und Fettverbrennung anregen. Ein positiver Nebeneffekt, dessen ist das Ausscheiden von Cholesterin, das durch dieses Mehr an Fettsäuren bedingt wird. Gleichzeitig kommt es zur sogenannten Thermogenese (Wärmeerzeugung im Körper), bei der deutlich weniger Kohlenhydrate zur Energiegewinnung benötigt werden. Um den gefürchteten Jojo-Effekt kümmern sich das viele Eiweiß und die Proteine, die die Bestandteile von Moringa enthalten – sie machen satt und unterdrücken den penetranten unspezifischen Appetit, der uns oft den ganzen Tag über begleitet. Zink sorgt mal eben noch für schöne Haut und schöne Nägel, womit wir wieder beim Sommerkörper wären…

Der „Wunderbaum“ kann aber noch mehr: Unabhängig vom Körperkult enthalten seine Bestandteile nämlich enorm viele Nährstoffe in hoher Konzentration, die bei Alltagsleiden wie Kopfschmerzen, Blähungen, Schnittwunden und Entzündungen, aber auch bei hohem Blutdruck, Diabetes Typ II oder Hormonschwankungen helfen können. Moringasamen sind außerdem in der Lage, verunreinigtes Trinkwasser zu filtern, was sich in den Herkunftsländern auch zunutze gemacht wird. Konzentriertes Moringapulver enthält (verhältnismäßig!) siebzehnmal so viel Kalzium wie Kuhmilch, dreimal so viel Kalium wie eine Banane, neunmal so viel Eisen wie Rindfleisch und mehr Vitamin C als Orangen. Der hohe Proteinanteil macht das Pulver zu einer reichhaltigen Eiweißquelle für Veganer.

In den Herkunftsländern werden alle Bestandteile der Pflanze verzehrt. Die Früchte lassen sich wie Gemüse kochen, die Blätter ergeben einen leckeren Tee. In Europa ist Moringa leider ausschließlich in Pulverform (lose oder in Kapseln) erhältlich. Doch auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, die empfohlene Tagesmenge von 10 g zu sich zu nehmen. Das Pulver kann Shakes, Smoothies, Pestos, Joghurts oder Dressings beigemischt, oder sogar als pures Gewürz übergestreut werden. Im Internet sind außerdem Ratschläge darüber vertreten, einen Teil der Tagesration erhitzt und den anderen im kalten Zustand zu verzehren.

Der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe bitte auch hier auf Bioprodukte achten.

Im Anschluss an die zahlreichen guten Nachrichten, die ich über Moringa finde, muss ich zugeben, dass auch dieser gute Ruf nicht weit hergeholt ist. Sicher, „der Wunderbaum, der 300 Beschwerden heilt“ ist ein wenig plakativ formuliert und man muss sich klar machen, dass es sich auch hierbei nicht um ein Zaubermittel handelt, das schon nach einmaliger Einnahme Leben verändert. Unabhängig davon, dass wir Europäer Moringa lediglich als Pulver beziehen (oder selbst anbauen) können, finde ich es allerdings sehr positiv, dass die Pflanze nahezu komplett verwendbar und so unheimlich vielseitig ist. Egal aus welchem Anlass Sie sich dazu entschließen, den Kreuzblütler einfach mal zu testen – es ist nie zu spät, etwas zu ändern. Die Zeit bis zum Sommer reicht alle Male aus. Zumindest den Temperaturen nach 😉

Auf Ihr Wohl!

Veganismus: Plötzlich schön, stark und eins mit der Natur?

Ich habe neulich ein Gespräch mit einem Freund geführt, der sich seit einiger Zeit vegan ernährt. Da ich ihn schon seit einigen Jahren kenne und seine Ernährungsumstellung für mich relativ plötzlich kam, wollte ich natürlich wissen, ob es einen konkreten Auslöser für die Umorientierung gegeben hat. Das habe es nicht, sagte er mir, er habe ohnehin schon eine Zeit lang vegetarisch gelebt und sich durch den Zuwachs an Informationen über die nicht artgerechte Massentierhaltung und medizinischen sowie ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen letztendlich zu diesem Schritt entschlossen. Zusammengefasst seien es gesundheitliche, leistungssteigernde und ethisch-moralische Gründe, die ihn überzeugt hätten.

Sofort schoss mir das wohl am weitesten verbreitete Argument durch den Kopf, mit dem sich die Omnivore dieser Welt sofort zur Wehr setzen: Der menschliche Organismus ist doch für den Konsum tierischer Produkte, speziell von Fleisch, gemacht. Das Opfer, das ein Allesesser zugunsten einer tierfreien Ernährung oder sogar Lebensweise bringen müsste, schien mir einfach zu groß. Hinzu kämen der Spott und die Verachtung, die Veganern immer noch entgegengebracht werden…

Während mein Bekannter weitersprach, hörte ich plötzlich vor allem eins heraus: Er führt kein veganes Leben, um Aufmerksamkeit oder Ansehen zu erlangen. Er verurteilte nicht einmal diejenigen, auf deren Speiseplan Fleisch großgeschrieben wird. Mir wurde bewusst, dass er es quasi heimlich, in jedem Fall aber nur für sich selbst, tat. Leben und leben lassen.

Apropos „leben lassen“… Im Gegensatz zu Vegetariern, die in den meisten Fällen nur keine Nahrungsmittel essen, die von getöteten Tieren stammen, meiden Veganer entweder alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, oder gehen sogar einen Schritt weiter, indem sie auch keine Kleidung oder Kosmetikartikel verwenden, die tierische Bestandteile enthalten. Dienen soll das Ganze dem Wohl der Tiere, des Klimas, der Umwelt und natürlich der Gesundheit.

Seit Donald Watson den Trend in den 40er Jahren in England etablierte, wo er übrigens noch verbreiteter ist, als bei uns, steigt auch die Bereitschaft der Deutschen zu dieser Umstellung seit 2013 stetig an. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben den bereits genannten Beweggründen ist es vor allem das reinere Gewissen, das Veganer haben, da sie nicht das Leid von Lebewesen unterstützen. Darüberhinaus seien alle lebensnotwendigen Nährstoffe auch über Pflanzen einnehmbar, was den positiven Effekt mit sich bringt, dass Veganer keine Krankheiten oder Antibiotika zu sich nehmen, die in tierischen Produkten oft noch enthalten sind.

Lediglich auf eine Vitamin B12 Zufuhr, die wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems ist, sollte bei einer veganen Ernährung geachtet werden. Im Unterschied zu anderen B Vitaminen kommt Vitamin B12 in Pflanzen nur in sehr geringen Mengen vor. Vitamin B12 ist für alle, die keine entsprechenden Präparate einnehmen möchten, natürlich in Chlorella, Spirulina, Miso und Nährhefe enthalten.

Anti Ausbeutung, Anti Grausamkeit, Anti-Biotikaresistenzen und pro tierfreie Alternativen für Jedermann – trotzdem brauchen viele Überzeugte oft mehrere Anläufe, um sich auf die neue Lebensweise einzustellen. Das hat vor allem auch den Grund der körperlichen Umgewöhnung nach achtzehn, dreißig, vielleicht vierzig Jahren des Omnivorismus. Doch die vielen Langzeiteffekte gepaart mit aufregenden, leckeren Lebensmitteln sollten die Umstellung definitiv leichter machen: Mehr Ballaststoffe, Magnesium und Vitamin E bei gleichzeitig weniger Cholesterin und gesättigten Fettsäuren weisen Untersuchungen an Veganern nach. Außerdem verhilft ihre Ernährung ihnen zum derzeit niedrigsten durchschnittlichen BMI, einem niedrigeren Blutdruck und einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen. Nachvollziehbar, bei dem ganzen Gemüse und den Exoten, auf die einen der fleischlose Erfindergeist plötzlich aufmerksam macht.

Klar, das Klischee, dass die betreffenden Personen an Mangelernährungserscheinungen leiden würden, wird sich wahrscheinlich auf ewig hartnäckig halten. Und natürlich sind Fleisch, Fisch & Co. die Calcium-, Eisen- und Proteinlieferanten schlechthin, allerdings haben die hellen tierfreien Köpfchen hier schon längst vorgesorgt und über Jahre hinweg Gerichte und Lebensmittel auserkoren, die ihnen die zu kurz kommenden Nährstoffe auf anderem Wege liefern. Vier kleine Appetizer zum Mund wässrig machen:

Erdnussmus, ein vielseitiger und sättigender Fettlieferant, der auch den Proteinhaushalt auffüllt. Laktose- und glutenfrei macht sich das Mus perfekt in unzähligen Speisen und punktet mit einer Menge Vitaminen. Schon zwei Esslöffel pro Tag genügen.

Sonnenblumenmehl, ebenfalls glutenfrei und die perfekte Basis für Kekse, Kuchen und Muffins. Das Beste dabei: Dieses Mehl ist ganz einfach selbst zu machen! Natürlich kommen auch alle anderen Mehle aus der Nuss-Verwandtschaft zu diesem Zweck infrage. Nussmehle sind übrigens eine gute Eiweißquelle, zum Beispiel für Menschen, die kein Soja vertragen.

Hanfprotein, so nahrhaft, dass man monatelang nur von ihm leben könnte, ohne Nährstoffmängel zu erleiden. Hanf kann man als Samen knabbern oder als Pulver in Shakes oder Teige mischen. Auch er ist eine einmalige Proteinquelle, die Muskeln und Gehirn schützt, ohne beispielsweise die Verdauung zu belasten. Nicht ganz günstig, aber sein Geld absolut wert.

Es soll mal wieder eine Bolognese oder ein gutes Chili con Carne sein? Warum nicht gleich eine ganze Frikadelle – rote Linsen und Couscous machen möglich, wessen schweren Herzens abgeschworen wurde. Die Linsen und der Grieß machen zuverlässig satt und spenden reichlich komplexe Kohlenhydrate bei sehr niedrigem Fettgehalt. Auch sie liefern dem Körper Protein und lassen tierische Quellen mal eben so in Vergessenheit geraten.

Und für alle, die denken, backen ohne Eier würde nicht funktionieren: Apfelmus oder Bananen können eine gute Alternative sei. Da ich Käse über alles liebe, war ich hier auch auf andere Optionen sehr gespannt: Laut meinem Bekannten gebe es nicht nur veganen Käse zu kaufen, ebenso sei es möglich, mit Chashewkernen, Hefeflocken, Zitronensaft, Wasser und Weißweinessig eine super käseartige Masse zu produzieren.

„Ich bin fitter, weniger müde, weniger aufgebläht und habe schönere Haut bekommen. Ich fühle mich insgesamt einfach wohler in meinem Körper, als noch zu Fleischzeiten“, schließt mein Bekannter seine engagierte Berichterstattung ab. Reflektiertes, wertschätzendes Essen sei der Schlüssel. Man dürfe durchaus gerne Fleisch verzehren, jedoch einfach seltener und qualitativer. Mit dieser kaum merkbaren und sofort umsetzbaren Modifikation wäre schon eine Menge erreicht. Sowohl für die (Um-)Welt, als auch für den eigenen körperlichen Mikrokosmos. Wer einmal gezielt darauf achtet, wie viel Fleisch er tatsächlich in einer normalen Woche zu sich nimmt, bemerkt vielleicht, dass die Kluft zwischen jetzt und einem bewussten „bewussten Leben“ möglicherweise gar nicht so groß ist. Neugierig? Einen Versuch ist es wert!

Auf Ihr Wohl!

Der wunderbare Chaga

Ohne Zweifel ist der Chaga Pilz eines der interessantesten Superfoods, die man finden kann. Streng genommen ist der Chaga kein Superfood, sondern hat sich als Tee z.B. in dem Vielvölkerstaat Russlands, oder auch in Skandinavien, als einer der vielfältigsten Teezubereitungen durchgesetzt. Die Anwendungsgebiete waren und sind vielfältig: Von dem „schlichten“ Kaffeeersatz bis hin zu einem vielfältig aromatisierbaren Teegenuß

Was macht Chaga so besonders? Wie bei den meisten Superfoods, gilt er als wertvolles Antioxidans und nimmt hierbei die Spitzenreiterposition ein. Der ORAC (Oxygen Radical Absorbance Capacity)-Wert wird, in unterscheidlichen Quellen, mit bis zu 52.452 Einheiten angegeben, was weit über dem was anderen Nahrungsmittel aufweisen können (Goji-Beeren liegen bei rund 10.000).

„Und wozu sind Antioxidantien nun gut?“, fragt man sich zu Recht. Antioxidantien binden freie Radikale, die wie bei den 1. Mai-Krawallen alles angreifen was nicht niet- und nagelfest ist. In unserem Fall können diese Teilchen die Zellwände aufbrechen und die Zellen schädigen. Das macht die Zellen schließlich auch anfälliger für Infektionen. Ein weiteres Lebensmittel mit hohen Antoxidanswerten ist zum Beispiel auch der Brokkoli, der allerdings nicht zur Teezubereitung taugt.

Was macht den Chaga-Pilz außerdem interessant?

Ich finde es erstaunlich, dass man Anbaugebiete für den Chaga-Pilz vergeblich suchen müsste, da alle Versuche, ihn zu kultivieren scheiterten. Chaga benötigt nämlich einen lebenden Baum, um richtig zu gedeihen. Darüber hinaus ist ein kontinentales trockenes und kaltes Klima optimal für seine Entwicklung. Häufig wächst der Chaga an Birken, kann aber auch auf anderen Laubbäumen gedeihen, wobei „auf“ auch nicht ganz korrekt ist, da es sich bei Chaga um einen Parasiten handelt, der die Nährstoffe vom Baum aufnimmt. Um zu einem stattlichen unförmigen, halbverkohlt-wirkendem Exemplar in Kürbisgröße heranzuwachsen, können da schon 15 Jahre ins Land gehen!

Zudem wächst der Chaga-Pilz sehr selten, nur auf einem Promille-Bereich aller Bäume. Dies macht ihn grundsätzlich in seinem Verbreitungsgebiet, nämlich in Sibirien, dem nördlichen Teil Skandinaviens (insbesondere Finnland), baltischen Staaten, Alaska und Teilen der Mongolei, somit sehr kostbar. Der eiserne Vorhang hat also mit dazu beigetragen, dass die positiven Eigenschaften des Chaga-Pilzes nur zögerlich in den Westen transformiert wurden.

Als nächstes stellt sich die Frage, wie der Chaga-Pilz angewendet werden sollte, sodass er genießbar bleibt und seine Wirkung vollständig entfalten kann?

Über die Anwendung wird viel geschrieben. Einig ist man sich, dass diese immer ganz genau zu befolgen sei. Aus russischen Quellen weiß ich, dass der Chaga-Pilz bis zu 48 Stunden ausgekocht werden sollte bevor er genossen bzw. getrunken wird. Auch über das Wasser zur Verwendung gibt es unterschiedliche Empfehlungen.

Ich selbst befolge hierbei die wahrscheinlich praktikabelste Zubereitung, indem ich drei Brocken in einen Topf mit einem Liter Trinkwasser gebe und die Pilze 35 bis 40 Minuten köcheln lasse. Das Wasser verwandelt sich dann in einen fast pechschwarzen Sud, von dem man sich nun eine Tasse abschöpfen kann. Die Differenz fülle ich wieder mit Wasser auf und lasse es erneut einige Minuten köcheln, bevor ich es abkühlen lasse.

Anschließend bewahre ich den Topf bis zur nächsten Anwendung im Kühlschrank auf. Den Chaga-Pilz kann man sehr häufig wiederverwenden, solange das Wasser immer wieder schwarz wird. Ich tausche die Brocken nach einer Woche gegen frische aus. Neben Brocken gibt es noch die Pulverform und auch diverse Tinkturen und Kapseln. Ich habe mich auch für die Brocken entschieden, da ich es als Erlebnis empfinde, diese aufzukochen. Besonders von Kapseln würde ich jedoch abreaten. Bei Kapseln wird nämlich das Chaga-Pulver in Gelatine, oder die vegetarische Form Pflanzenzellulosekapseln, gefüllt. Die Kapseln lösen sich im Magen gut auf, der Chaga-Pilz selbst ist jedoch sehr hart und wird daher zum großen Teil wie ein Kirschkern wieder ausgeschieden. Auch sehe ich es als Zivilisationskrankheit etwas immer hastig erledigen zu wollen – „Pille schlucken und gut ist“ ist Teil des Problem uns nicht Teil der Lösung. Nehmen Sie sich Zeit und brühen sich einen Tee auf genießen ihn und betrachten dabei etwas Schönes.

Ich trinke den Chaga-Tee nicht jeden Tag (aber immer mehr), sondern trinke ihn Phasenweise, um Abwechslung zu Kaffee oder auch dem Matcha-Tee zu haben. Der Geschmack ist erdig und man gewöhnt sich schnell daran, wie man sich wohl auch an Kaffee gewöhnt hat, und genießt ihn dann auch. Ich habe bei mir beobachtet, dass er bekömmlicher ist als Kaffee und ich mich schon nach einigen Tagen vitaler und ausgeglichener fühle.

Den Chaga-Tee auszuprobieren kann ich aus persönlicher Überzeugung nur empfehlen. Eine Heileigenschaft behaupte ich hiermit aber nicht. Wer sich unsicher ist, sollte sich bei seinem Arzt oder Apotheker erkundigen. In der Literatur wird Chaga teilweise als Omnipotent dargestellt, was ich nicht behaupten würde. Chaga ist für mich ein Lifestyle-Getränk. Es ist aber wichtig in erster Linie sich mit ausreichend Obst und Gemüse zu versorgen. Weiter empfehle ich wenig Fleisch, insbesondere rotes Fleisch nur einmal im Monat zu sich zu nehmen.

Zu beachten gilt außerdem, die Brocken sind teilweise recht groß und auch scharfkantig, deshalb bitte keinen kleinen Kindern zugänglich machen. Der Chaga ist nicht geeignet, ihn roh zu verzehren, denn man könnte sich daran verschlucken, oder gar verletzen.

Es wird wieder Zeit – ich brühe mir einen auf und trinke (den Chaga) auf Ihr Wohl!

Kakao – was brauche ich mehr?

Einen Morgen saß ich während des Frühstücks am Computer und überflog einen Artikel über Rohkakao. Gerade diesem, nun wirklich sehr altbekanntem Lebensmittel hatte ich seit Jahren keine explizite Aufmerksamkeit geschenkt, denn man kennt ja die mit erhobenem Zeigefinger vermittelten Ermahnungen: Zartbitterschokolade sei gesünder als Vollmilch- oder weiße Schokolade, in Maßen sei dunkle Schokolade gesund für das Herz und stille auch Heißhungerattacken und, und, und.

Den Wellness- und Gesundheitseffekt von Algen und Weizengras konnte ich inzwischen nicht nur akzeptieren, sondern mich sogar von ihm überzeugen, aber Kakao bzw. Schokolade schien mir einfach zu banal, zu oft behandelt. Falsch gedacht!

Beim Durchscrollen der Internetquellen, die sich mit Superfood beschäftigen, stieß ich auf einen Begriff und ein Foto, die mich beim Kauen innehalten und in meine Müslischüssel blicken ließen: Kakaonibs. Das sind die unregelmäßigen Bruchstücke von rohen Kakaobohnen und der reinste Star unter den Superfoods.

„Ich frühstücke also schon seit Ewigkeiten ein gesundes Superfood?“, fragte ich mich im Stillen, während ich die dunklen Stückchen in meiner Schale schwimmen sah. Zugegeben, die Tafelschokolade, die wir im Supermarkt kaufen und als Süßigkeit snacken können, ist natürlich nicht mit dem biologisch angebauten Rohkakao zu vergleichen, der hier gemeint ist. Aber es ist trotzdem interessant zu wissen, dass gesunde Ernährung so einfach und schmackhaft sein kann und ich meine ohnehin schon existierende Frühstücksgewohnheit einfach nur ein klein wenig anpassen muss.

Die Lobheißungen über Rohkakao überfluten den Leser förmlich: Energiespender, Stimmungsaufheller, Nahrung der Götter! Herzkrankheiten soll er vorbeugen, den Blutdruck senken, den Körper vor Erkältungen und sogar Diabetes schützen? Klingt zu schön um wahr zu sein, Fakt ist jedoch, dass Rohkakao tatsächlich – wie seine Mitstreiter aus dem Bereich Superfoods auch – unfassbar reich an Nähstoffen ist und sein regelmäßiger Verzehr gesundheitsfördernde Auswirkungen hat.

„Schokolade“, denke ich immer noch plakativ, „was soll denn da alles drin sein?“ Gute Nachrichten – sehr viel! Die Bohne liefert Magnesium, Kalzium, Eisen, Antioxidantien, ungesättigte Fettsäuren, Neurotransmitter, die glücklich machen, viele Ballaststoffe und Flavonoide. Was das für mich bedeutet? In erster Linie Glücksgefühle, Entspannung, ein verlangsamter Alterungsprozess. Darüber hinaus aber auch die Unterstützung meines Knochenaufbaus, die Regulation meines Stoffwechsels und meiner Gehirnleistung und die Linderung von Kopfschmerzen. Mein Herz-Kreislauf-System profitiert vom guten Sauerstofftransport im Blut und von der Regulierung meines Cholesterinspiegels (gerade diese Eigenschaft ist so paradox wundervoll, da ich mit Schokolade eher immer das Gegenteil in Verbindung gebracht habe). Und wo ich gerade „paradox“ schreibe: Rohkakao kann das Abnehmen unterstützen. Er steigert nämlich das Sättigungsgefühl, verringert dabei den Appetit und regt auch noch die Verdauung an. Ein Dreifach-Wirkkomplex, den wir den Ballaststoffen und Flavonoiden zu verdanken haben, die außerdem dafür sorgen, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet werden. Heißhunger und Frustfressen adé!

Wichtig ist: je roher die Bohne, desto qualitativer das Produkt. Kakaobohnen werden nämlich ungeröstet kaltgepresst, damit die lebenden Enzyme und alle wichtigen Nährstoffe erhalten bleiben. Mit mehr als dreihundert wirksamen Substanzen ist das Superfood eines der komplexesten Lebensmittel auf der Welt. Sein Geschmack ist logischerweise zartbitter und entfaltet sich als heißes Kakaogetränk besonders betörend. Das Pulver oder die Nibs können mit natürlichen Süßungsmitteln oder auch Chili verfeinert werden oder einfach pur als Highlight in Müslis oder Obstsalaten fungieren.

Das nahrhafte Antidepressivum, der gesunde Energiespender, den eigentlich jeder im Haus hat – Kakao als Superfood hat mich überzeugt. Wer ohnehin eine Schwäche für Schokolade hat, wird der Bohne ebenso verfallen sein wie ich, denn im Gegensatz zu vielen Nahrungsmitteln, die euch geschmacklich vielleicht etwas Überwindung abverlangen, ist Kakao der reinste Luxus. Das Gefühl zu haben zu naschen, zu genießen, und gleichzeitig so viel für meinen Körper und meine Seele zu tun – das ist etwas, das ich wahrhaftig „super“ nenne!


Spirulina

Schon zu Beginn meiner Recherche über Spirulina stoße ich auf Namen, die mir noch mehr als bekannt vorkommen. Spirulina ist nämlich kombinierbar mit Chlorella und eine Alternative zum Weizengras – je nach Vorliebe und Bedarf.

Auch wenn Spirulina als Bakterium bezeichnet wird, ist sie eine Gattung der Blaualge. In diesem Fall kommt der Trend aus Kalifornien. Die Bedeutung von Spirulina war der WHO schon 1974 bewusst, als diese die Alge nämlich als „bestes Nahrungsmittel der Zukunft“ bezeichnete. Vierunddreißig Jahre später erinnerte die Food and Agriculture Organization of the United Nations, (kurz FAO ) noch einmal an diese Tatsache und forderte die Menschheit sogar zum aktiven Anbau von Spirulina auf.

Bei Argumenten wie beispielsweise dem, dass die Alge während ihres Wachstums Kohlenstoff in Sauerstoff wandelt und somit sogar der Energiegewinnung dienen könne, kann ich die Begeisterung der Organisationen nachvollziehen.

Spirulina hat ihre bläuliche Färbung durch zahlreiche Pigmente, die das Grün des Chlorophylls überlagern. Dieses Superfood sei sogar so reich an lebensnotwendigen Nährstoffen, dass in der Not das Überleben gesichert wäre, solange man nur sie und etwas Wasser zu sich nehme. Hierbei handelt es sich um alte Legenden, deren Wahrheitsgehalt man zwar nicht am eigenen Leib ausprobieren möchte, aber die Hinweise auf eine leistungssteigernde Wirkung bei Sportlern überzeugen dann doch auf eine vertrauensvolle Weise.

Wie gewohnt erhält man auch Spirulina als Tabletten, Pulver, Flocken oder Zutat in anderen Lebensmitteln. Mit einem halben Liter Wasser nachgespült verteilen sich die Nährstoffe besonders optimal im ganzen Körper, allerdings sollte man darauf achten, eine halbe Stunde nach der Einnahme keinen Alkohol, keinen Kaffee und keine Softdrinks zu sich zu nehmen, denn diese hemmen die gesundheitsfördernde Wirkung der Algen. Auch hier sollte auf kontrollierte künstliche Züchtung geachtet werden (Stichwort Giftstoffabsorption), davon abgesehen ist eine Überdosierung aber auch in diesem Fall eigentlich nicht möglich. Die kurähnliche Einnahme von Spirulina über einen längeren Zeitraum wird sogar empfohlen. Im Gegensatz zu Chlorella, von der man höchstens 10 g am Tag zu sich nehmen sollte, dürfen es bei Spirulina ruhig rund 400 g sein, um einen gesundheitserhaltenden Effekt zu bewirken.

Aber nicht nur in Sachen Dosierung, sondern auch bezüglich des Proteingehalts muss die Blaualge ihre Verwandte Chlorella noch einmal toppen: Mit einem Anteil von 60 bis 70 % ist Spirulina das eiweißreichste bisher bekannte Lebensmittel. Zum Vergleich: In Rindfleisch sind 26 % Eiweiß enthalten. Kein Wunder also, dass dieses Superfood nicht nur für gesundheitlich angeschlagene und mangelernährte, sondern auch für gesunde Menschen von großem Vorteil ist. Bei den Aussichten auf einen verlangsamten Alterungsprozess und der Milderung allergischer Reaktionen ist es also nicht verwunderlich, dass Spirulina sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Speziell jetzt, da der Frühling naht, kommt eine schöne, gesunde Haut gerade recht.

Doch Spirulina überzeugt noch mehr. Durch ihren hohen Nährstoffgehalt bringt sie eine durch Mineralstoffüberschuss entstandene Übersäuerung unseres Körpers wieder in einen basischen Bereich, was ebenfalls Müdigkeit, Erschöpfung, Haut- und Verdauungsproblemen vorbeugen kann (denn diese Begleiterscheinungen bringt Übersäuerung oft mit sich).

Außerdem eine gute Nachricht für Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion: Spirulina wächst in nährstoffreichem Süßwasser und enthält somit nahezu kein Jod. Die restlichen Inhaltsstoffe erinnern verdächtig an die von Chlorella und Weizengras: Kalium, Magnesium, Eisen, Karotin, Vitamin C, B-Vitamine, Selen, alle essentiellen Aminosäuren und Chlorophyll.

Erst kürzlich wurde die gesundheitsfördernde Wirkung von Spirulina noch einmal wissenschaftlich belegt. Neben den oben erwähnten Effekten soll die Alge auch Schutz vor Infektionen und Viren, eine entzündungshemmende Wirkung, bessere Blutwerte, die Vorbeugung gegen Karzinome und sogar eine verbesserte Gehirnleistung begünstigen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto bewusster wird mir, dass das alles Aspekte sind, mit denen man sich früher oder später auseinandersetzen muss. Mit der richtigen Vorsorge kann diese Auseinandersetzung aber deutlich erfreulicher ausfallen, zumal die Einnahme von Spirulina (und Superfoods im Allgemeinen) derartig unkompliziert gestaltet ist, dass sie sich erstens von jetzt auf gleich und zweitens auch testweise umsetzen lässt.

Wie heißt es so schön? Einen Versuch ist es wert. Und ich bin froh, mich meinem anfänglichen Skepsis widersetzt und die kleinen Helfer ausprobiert zu haben, denn inzwischen möchte ich Spirulina, Chlorella und Co. nicht mehr missen.

Chlorella-Alge

Der nächste Kandidat aus der Abteilung Superfoods ist die Chlorella-Alge. Auch sie soll Abwechslung in meine Ernährung bringen.

Der kleine Alleskönner, als der die Süßwasseralge Chlorella in Europa gilt, besitzt derzeit vierundzwanzig bekannte Unterarten. Ihre grüne Farbe erhalten sie durch das in ihnen enthaltende Chlorophyll, das übrigens unserem Blutfarbstoff sehr ähnelt. Es gilt sogar als Qualitätsmerkmal, dass Chlorella-Produkte keine andere Verfärbung als ihr charakteristisches Grün haben dürfen.

Abgesehen davon, dass Chlorella auch für die Herstellung von Kosmetika verwendet wird, ist die Alge vor allem als Tablette, Kapsel, Pressling oder Pulver erhältlich. Neben der direkten Einnahme kann also auch sie über diverse Mahlzeiten gestreut oder ihnen beigemischt werden. Das ebenfalls bittere und grünem Tee ähnliche Aroma hat sie dabei mit dem Weizengras gemeinsam.

Als spannend im Zusammenhang mit Chlorella empfinde ich die Wirkungsvielfalt, die das Superfood aufgrund seiner Zellwände hat.  Hier gibt es „aufgebrochene“ und „unaufgebrochene“ Zellwände. Im unaufgebrochenen Zustand sind die Kügelchen in der Lage, Giftstoffe zu absorbieren und somit aus dem Körper zu transportieren, denn einmal eingeschlossen geben die Zellwände den Fremdkörper nicht mehr her. Auf diese einfache Weise eignen sie sich zum Entgiften des Körpers, was sich die Menschen beispielsweise bei häufigem Fischverzehr, Röntgen- und MRT-Bestrahlungen oder Chemotherapien zunutze machen. Ist die Celluloseschicht einmal aufgebrochen, überzeugt die Alge dann als Superfood, das uns mit Nährstoffen versorgt und so außerdem auch viel leichter zu verdauen ist.

Das Superfood sollte möglichst aus einem Bio-Handel bezogen werden, bei dem der Anbau strengen Regeln folgt. Die Zellwände nehmen nämlich nicht nur Giftstoffe aus dem menschlichen Körper, sondern auch aus den öffentlichen Gewässern auf, in denen sie wachsen. Aufgrund der Wasserverschmutzung herrscht bei wildem Anbau folglich die Gefahr, ein verunreinigtes und gar schädliches Produkt zu erhalten. Bei künstlicher und kontrollierter Zucht besteht dieses Risiko hingegen nicht.

Um einen Entgiftungseffekt zu erzielen, wird empfohlen, Chlorella mindestens über drei Monate einzunehmen. Nebenwirkungen seien dabei bisher nicht bekannt, allerdings könne es zu der einen oder anderen Körperreaktion wie Kopfschmerzen oder Schwindel kommen, da der Körper auf die Entgiftung reagiert. Das gibt mir aber wiederum ein gutes Gefühl, weil ich sehe, dass es etwas bewirkt und die Entgiftung beginnt. Die psychische Reaktion auf die physischen Vorgänge trägt einmal mehr dazu bei, dass ich überzeugt von meiner Algen-Kur bin.

Und was macht Chlorella zum Superfood? Besonders interessant ist der hohe Proteinanteil: 60 % davon stecken in der Süßwasseralge, was auch sie zu einer hervorragenden Cobalaminquelle für Veganer macht. Wenig Fett, wenig Kohlenhydrate, und massig Proteine sind für mich schon einmal überzeugende Argumente.

Wie ich schon im Zusammenhang mit Weizengras erwähnt habe, definieren sich Superfoods dadurch, dass sie gleich eine ganze Reihe an Nährstoffen besitzen, die nicht nur gesund, sondern sogar essentiell für unseren Körper sind, da dieser gewisse Stoffe nicht selbst herstellen kann. Hierzu zählen beispielsweise Karotin und vor allem gewisse Amino- und Fettsäuren.

Darüber hinaus enthalten Chlorella-Algen sieben weitere Nährstoffe, die dem Präfix „super“ alle Ehre machen: Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, B-Vitamine, Vitamin C und Chlorophyll. Das Superfood kann also sehr gut bei Nährstoffmangel eingesetzt werden. Über diese einzelnen Komponenten ist seit Jahrhunderten so viel bekannt, dass ich ein gutes Gefühl bei der Einnahme habe, denn Superfoods können einen größeren gesundheitlichen Nutzen mit sich bringen als andere Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel, die oft lediglich einen einzelnen Nährstoff enthalten. Vermutlich hat so ziemlich jeder schon Produkte ausprobiert, die einfach nicht funktioniert,  und sich somit als vertane Müh herausgestellt haben.

Seit ich von der Möglichkeit weiß, mehrere Nährstoffe auf einmal zu mir nehmen zu können, ist mir bewusst geworden, dass ich nicht eine Vitaminpille, ein Eisenpräparat und einen Immun-Booster nehmen muss. Ich möchte mich ganzheitlich versorgt wissen und hier geht ein weiterer Punkt ganz klar auf das Konto von Chlorella-Algen, da sie gleich mehrere Nährstoffe auf einmal enthalten – und eben nicht nur einen.

Zu den gesundheitsfördernden Effekten, die die in Chlorella enthaltenen Nährstoffe begünstigen, zählen die Vorbeugung von Osteoporose, die Förderung der Konzentration und die Verringerung von Erschöpfung, die Stärkung des Sehapparates oder sogar die Verringerung von Mund- und Körpergeruch (diese Wirkung geht übrigens wieder auf das Konto des Chlorophylls). Auch die Alge ergänzt und bereichert also meinen gewohnten Speiseplan und sorgt – gerne auch in Kombination mit anderen Superfoods – für einen Rundum-Wohlfühleffekt. Eine weitere gute Nachricht für Herz-Kreislauf-Besorgte ist übrigens, dass Chlorella Erkrankungen wie Arteriosklerose, hohem Blutdruck oder hohen Cholesterinwerten vorbeugen kann.

Es bestätigt sich zusammenfassend, dass es dank Chlorella bequemer und unkomplizierter denn je ist, viel Grün in meine Mahlzeiten einzubauen und ausgewogen zu essen.

Weizengras – das Kraftpaket aus der Nachbarschaft

Beim Thema Superfood denken die meisten an Quinoa, Chiasamen oder Gojibeeren und fragen sich dann insgeheim „wie schreibt man das eigentlich?“.  Ganz unspektakulär kommt hingegen Weizengras rüber, aber Moment – Gras? Kann man Gras überhaupt essen?

Als ich jedoch zum ersten Mal las, gegen welche Alltagsbeschwerden die einheimische grüne Weizenpflanze helfen soll, konnte ich gar nicht anders, als den „Beipackzettel“ zu diesem Superfood förmlich mit den Augen zu verschlingen: Erschöpfung, Lustlosigkeit, Müdigkeit – ich fühlte mich sofort angesprochen. Zwar hatte ich es zuvor bereits instinktiv mit Ruhe, Schlaf und ausreichend Bewegung probiert, allerdings reichte das verglichen mit früher offensichtlich nicht mehr so richtig aus.

Zudem stieß ich schnell noch auf eine weitere Komponente, die unerlässlich für mein Wohlbefinden und meine Gesundheit sei: Eine ausgewogene Ernährung. Das kam natürlich nicht überraschend, blieb und bleibt im Alltag aber immer wieder gehörig auf der Strecke. Nun sollte Weizengras mir aber genau bei diesen alltäglichen Gebrechen helfen und ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem mich auf einmal eine enorme Überzeugung überfiel und ich mir das Pulver der Powerpflanze zulegte.

Es klang so einfach. Mit Weizengras kann vermutlich jeder zunächst etwas anfangen, das Nahrungsmittel ist einheimisch, es ist in seiner reinsten Form nützlich – also nicht erst nach Zugabe verschiedenster Zusatzstoffe und Chemikalien – und es soll genau die Anliegen lösen, die mir persönlich am Herzen lagen, nämlich die Unterstützung meines Knochenaufbaus, die Regulierung meines Immunsystems und die alltägliche Erschöpfung, die über die Jahre zu meinem Begleiter geworden war.

Bei der profitablen Weizenpflanze handelt es sich um ein Süßgras, das sich schon im frühen Wachstumsstadium zum Verzehr eignet, was bedeutet, dass sich noch keine Ähren ausgebildet haben dürfen.

Schon nach drei Wochen werden die Halme geerntet und getrocknet, bevor sie zu Pulver gemahlen oder zu Tabletten gepresst werden, als die man Weizengras dann einnehmen kann. Spannend fand ich die Möglichkeit, den unverarbeiteten Frischsaft der Pflanze zu trinken. Das sollte man allerdings immer umgehend und anfangs am besten verdünnen, da sonst der entgiftende Effekt zu stark auf den ungeübten Körper einwirken könnte. Eine zu starke Entgiftung? Das ist mal Jammern auf hohem Niveau!

Wer seine tägliche Ladung Chlorophyll abwechslungsreicher mag, kann das Graspulver in Smoothies, Tees, Müslis oder einfach in Wasser einrühren, oder die Halme wie Schnittlauch über Suppen, Brote und Salate streuen – ein Geschmackserlebnis, das meinen Speiseplan durchaus bereichert hat und sobald die Zutat zur Selbstverständlichkeit wird, muss man überhaupt nicht mehr darüber nachdenken. Die Halme sollten jedoch keiner großen Hitze ausgesetzt werden, denn die zerstört die empfindlichen Vitamine.

Ein Tipp am Rande: Pur sind die Grashalme sehr faserig, somit unangenehm zu essen und auch schwerverdaulich. Der Geschmack dieses Superfoods ist übrigens leicht bitter, aber bei den vielen Gefallen, die ich meinem Körper mit Weizengras tue, muss so ein leicht „grüner“ Geschmack einfach sein wie ich finde!

In dem pfiffigen Grünzeug sind so viele Nährstoffe enthalten, dass es zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel auf einen Schlag ersetzen kann. Hierzu zählen beispielsweise Eiweiß, Kalzium, Zink, Eisen, essentielle Aminosäuren, entzündungshemmende Enzyme, Chlorophyll, Selen und Vitamin C. Von Letzterem steckt sogar mehr im Weizengras, als zum Beispiel in Orangen oder in Spinat. Die Pflanzenhalme sind glutenfrei und eignen sich aufgrund ihres Vitamin-B12-Gehalts hervorragend als Fleischersatz bei veganer Ernährung.

Durch die optimale Versorgung mit täglich benötigten Vitalstoffen, die der Körper zum Teil einfach nicht selbst produzieren kann, bewirkt Weizengras also etwas Gutes für mein Immunsystem, denn je ausgeglichener die Versorgung ist, desto besser funktionieren meine Abwehrkräfte. „Immunmodulation“ lautet das Stichwort im Zusammenhang mit Superfoods. „Unterstützen“ ist out – „dauerhaft regulieren“ ist in!

Damit aber noch nicht genug der positiven Eigenschaften. Weizengras enthält Enzyme, die eine entzündungshemmende und regenerative Wirkung besitzen. Das Lutein, das ebenfalls in der Pflanze steckt, kann die Sehkraft stärken und altersbedingten Augenerkrankungen entgegenwirken. Das Highlight hingegen ist das in großen Mengen enthaltene Chlorophyll. Dieses hilft beim Sauerstofftransport im Blut und trägt somit zur Bildung neuer Blutzellen bei, was die Voraussetzung für gesunde und funktionierende Organe ist.

Auf diese Weise wird durch die unterstützende Einnahme von Weizengras also ein Kreislauf angestoßen, der durch minimalsten Aufwand für eine weitreichende gesundheitliche Wirkung sorgt.

Mein Fazit ist somit positiv. Ich fühle mich verstanden, entlastet und frage mich, warum diese Alternative zu Pillen, Pharma und Co. nicht schon viel früher entdeckt worden ist. Dank der Weizenpflanze ist es nicht mehr zwingend notwendig, sich Gedanken über ausgefallene, alternative und vor allem aufwendige Gerichte zu machen, was nicht nur in Sachen Gesundheit, sondern auch im Alltags- und Zeitmanagement ordentlich punktet.