Chlorella-Alge

Der nächste Kandidat aus der Abteilung Superfoods ist die Chlorella-Alge. Auch sie soll Abwechslung in meine Ernährung bringen.

Der kleine Alleskönner, als der die Süßwasseralge Chlorella in Europa gilt, besitzt derzeit vierundzwanzig bekannte Unterarten. Ihre grüne Farbe erhalten sie durch das in ihnen enthaltende Chlorophyll, das übrigens unserem Blutfarbstoff sehr ähnelt. Es gilt sogar als Qualitätsmerkmal, dass Chlorella-Produkte keine andere Verfärbung als ihr charakteristisches Grün haben dürfen.

Abgesehen davon, dass Chlorella auch für die Herstellung von Kosmetika verwendet wird, ist die Alge vor allem als Tablette, Kapsel, Pressling oder Pulver erhältlich. Neben der direkten Einnahme kann also auch sie über diverse Mahlzeiten gestreut oder ihnen beigemischt werden. Das ebenfalls bittere und grünem Tee ähnliche Aroma hat sie dabei mit dem Weizengras gemeinsam.

Als spannend im Zusammenhang mit Chlorella empfinde ich die Wirkungsvielfalt, die das Superfood aufgrund seiner Zellwände hat.  Hier gibt es „aufgebrochene“ und „unaufgebrochene“ Zellwände. Im unaufgebrochenen Zustand sind die Kügelchen in der Lage, Giftstoffe zu absorbieren und somit aus dem Körper zu transportieren, denn einmal eingeschlossen geben die Zellwände den Fremdkörper nicht mehr her. Auf diese einfache Weise eignen sie sich zum Entgiften des Körpers, was sich die Menschen beispielsweise bei häufigem Fischverzehr, Röntgen- und MRT-Bestrahlungen oder Chemotherapien zunutze machen. Ist die Celluloseschicht einmal aufgebrochen, überzeugt die Alge dann als Superfood, das uns mit Nährstoffen versorgt und so außerdem auch viel leichter zu verdauen ist.

Das Superfood sollte möglichst aus einem Bio-Handel bezogen werden, bei dem der Anbau strengen Regeln folgt. Die Zellwände nehmen nämlich nicht nur Giftstoffe aus dem menschlichen Körper, sondern auch aus den öffentlichen Gewässern auf, in denen sie wachsen. Aufgrund der Wasserverschmutzung herrscht bei wildem Anbau folglich die Gefahr, ein verunreinigtes und gar schädliches Produkt zu erhalten. Bei künstlicher und kontrollierter Zucht besteht dieses Risiko hingegen nicht.

Um einen Entgiftungseffekt zu erzielen, wird empfohlen, Chlorella mindestens über drei Monate einzunehmen. Nebenwirkungen seien dabei bisher nicht bekannt, allerdings könne es zu der einen oder anderen Körperreaktion wie Kopfschmerzen oder Schwindel kommen, da der Körper auf die Entgiftung reagiert. Das gibt mir aber wiederum ein gutes Gefühl, weil ich sehe, dass es etwas bewirkt und die Entgiftung beginnt. Die psychische Reaktion auf die physischen Vorgänge trägt einmal mehr dazu bei, dass ich überzeugt von meiner Algen-Kur bin.

Und was macht Chlorella zum Superfood? Besonders interessant ist der hohe Proteinanteil: 60 % davon stecken in der Süßwasseralge, was auch sie zu einer hervorragenden Cobalaminquelle für Veganer macht. Wenig Fett, wenig Kohlenhydrate, und massig Proteine sind für mich schon einmal überzeugende Argumente.

Wie ich schon im Zusammenhang mit Weizengras erwähnt habe, definieren sich Superfoods dadurch, dass sie gleich eine ganze Reihe an Nährstoffen besitzen, die nicht nur gesund, sondern sogar essentiell für unseren Körper sind, da dieser gewisse Stoffe nicht selbst herstellen kann. Hierzu zählen beispielsweise Karotin und vor allem gewisse Amino- und Fettsäuren.

Darüber hinaus enthalten Chlorella-Algen sieben weitere Nährstoffe, die dem Präfix „super“ alle Ehre machen: Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, B-Vitamine, Vitamin C und Chlorophyll. Das Superfood kann also sehr gut bei Nährstoffmangel eingesetzt werden. Über diese einzelnen Komponenten ist seit Jahrhunderten so viel bekannt, dass ich ein gutes Gefühl bei der Einnahme habe, denn Superfoods können einen größeren gesundheitlichen Nutzen mit sich bringen als andere Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel, die oft lediglich einen einzelnen Nährstoff enthalten. Vermutlich hat so ziemlich jeder schon Produkte ausprobiert, die einfach nicht funktioniert,  und sich somit als vertane Müh herausgestellt haben.

Seit ich von der Möglichkeit weiß, mehrere Nährstoffe auf einmal zu mir nehmen zu können, ist mir bewusst geworden, dass ich nicht eine Vitaminpille, ein Eisenpräparat und einen Immun-Booster nehmen muss. Ich möchte mich ganzheitlich versorgt wissen und hier geht ein weiterer Punkt ganz klar auf das Konto von Chlorella-Algen, da sie gleich mehrere Nährstoffe auf einmal enthalten – und eben nicht nur einen.

Zu den gesundheitsfördernden Effekten, die die in Chlorella enthaltenen Nährstoffe begünstigen, zählen die Vorbeugung von Osteoporose, die Förderung der Konzentration und die Verringerung von Erschöpfung, die Stärkung des Sehapparates oder sogar die Verringerung von Mund- und Körpergeruch (diese Wirkung geht übrigens wieder auf das Konto des Chlorophylls). Auch die Alge ergänzt und bereichert also meinen gewohnten Speiseplan und sorgt – gerne auch in Kombination mit anderen Superfoods – für einen Rundum-Wohlfühleffekt. Eine weitere gute Nachricht für Herz-Kreislauf-Besorgte ist übrigens, dass Chlorella Erkrankungen wie Arteriosklerose, hohem Blutdruck oder hohen Cholesterinwerten vorbeugen kann.

Es bestätigt sich zusammenfassend, dass es dank Chlorella bequemer und unkomplizierter denn je ist, viel Grün in meine Mahlzeiten einzubauen und ausgewogen zu essen.