Der wunderbare Chaga

Ohne Zweifel ist der Chaga Pilz eines der interessantesten Superfoods, die man finden kann. Streng genommen ist der Chaga kein Superfood, sondern hat sich als Tee z.B. in dem Vielvölkerstaat Russlands, oder auch in Skandinavien, als einer der vielfältigsten Teezubereitungen durchgesetzt. Die Anwendungsgebiete waren und sind vielfältig: Von dem „schlichten“ Kaffeeersatz bis hin zu einem vielfältig aromatisierbaren Teegenuß

Was macht Chaga so besonders? Wie bei den meisten Superfoods, gilt er als wertvolles Antioxidans und nimmt hierbei die Spitzenreiterposition ein. Der ORAC (Oxygen Radical Absorbance Capacity)-Wert wird, in unterscheidlichen Quellen, mit bis zu 52.452 Einheiten angegeben, was weit über dem was anderen Nahrungsmittel aufweisen können (Goji-Beeren liegen bei rund 10.000).

„Und wozu sind Antioxidantien nun gut?“, fragt man sich zu Recht. Antioxidantien binden freie Radikale, die wie bei den 1. Mai-Krawallen alles angreifen was nicht niet- und nagelfest ist. In unserem Fall können diese Teilchen die Zellwände aufbrechen und die Zellen schädigen. Das macht die Zellen schließlich auch anfälliger für Infektionen. Ein weiteres Lebensmittel mit hohen Antoxidanswerten ist zum Beispiel auch der Brokkoli, der allerdings nicht zur Teezubereitung taugt.

Was macht den Chaga-Pilz außerdem interessant?

Ich finde es erstaunlich, dass man Anbaugebiete für den Chaga-Pilz vergeblich suchen müsste, da alle Versuche, ihn zu kultivieren scheiterten. Chaga benötigt nämlich einen lebenden Baum, um richtig zu gedeihen. Darüber hinaus ist ein kontinentales trockenes und kaltes Klima optimal für seine Entwicklung. Häufig wächst der Chaga an Birken, kann aber auch auf anderen Laubbäumen gedeihen, wobei „auf“ auch nicht ganz korrekt ist, da es sich bei Chaga um einen Parasiten handelt, der die Nährstoffe vom Baum aufnimmt. Um zu einem stattlichen unförmigen, halbverkohlt-wirkendem Exemplar in Kürbisgröße heranzuwachsen, können da schon 15 Jahre ins Land gehen!

Zudem wächst der Chaga-Pilz sehr selten, nur auf einem Promille-Bereich aller Bäume. Dies macht ihn grundsätzlich in seinem Verbreitungsgebiet, nämlich in Sibirien, dem nördlichen Teil Skandinaviens (insbesondere Finnland), baltischen Staaten, Alaska und Teilen der Mongolei, somit sehr kostbar. Der eiserne Vorhang hat also mit dazu beigetragen, dass die positiven Eigenschaften des Chaga-Pilzes nur zögerlich in den Westen transformiert wurden.

Als nächstes stellt sich die Frage, wie der Chaga-Pilz angewendet werden sollte, sodass er genießbar bleibt und seine Wirkung vollständig entfalten kann?

Über die Anwendung wird viel geschrieben. Einig ist man sich, dass diese immer ganz genau zu befolgen sei. Aus russischen Quellen weiß ich, dass der Chaga-Pilz bis zu 48 Stunden ausgekocht werden sollte bevor er genossen bzw. getrunken wird. Auch über das Wasser zur Verwendung gibt es unterschiedliche Empfehlungen.

Ich selbst befolge hierbei die wahrscheinlich praktikabelste Zubereitung, indem ich drei Brocken in einen Topf mit einem Liter Trinkwasser gebe und die Pilze 35 bis 40 Minuten köcheln lasse. Das Wasser verwandelt sich dann in einen fast pechschwarzen Sud, von dem man sich nun eine Tasse abschöpfen kann. Die Differenz fülle ich wieder mit Wasser auf und lasse es erneut einige Minuten köcheln, bevor ich es abkühlen lasse.

Anschließend bewahre ich den Topf bis zur nächsten Anwendung im Kühlschrank auf. Den Chaga-Pilz kann man sehr häufig wiederverwenden, solange das Wasser immer wieder schwarz wird. Ich tausche die Brocken nach einer Woche gegen frische aus. Neben Brocken gibt es noch die Pulverform und auch diverse Tinkturen und Kapseln. Ich habe mich auch für die Brocken entschieden, da ich es als Erlebnis empfinde, diese aufzukochen. Besonders von Kapseln würde ich jedoch abreaten. Bei Kapseln wird nämlich das Chaga-Pulver in Gelatine, oder die vegetarische Form Pflanzenzellulosekapseln, gefüllt. Die Kapseln lösen sich im Magen gut auf, der Chaga-Pilz selbst ist jedoch sehr hart und wird daher zum großen Teil wie ein Kirschkern wieder ausgeschieden. Auch sehe ich es als Zivilisationskrankheit etwas immer hastig erledigen zu wollen – „Pille schlucken und gut ist“ ist Teil des Problem uns nicht Teil der Lösung. Nehmen Sie sich Zeit und brühen sich einen Tee auf genießen ihn und betrachten dabei etwas Schönes.

Ich trinke den Chaga-Tee nicht jeden Tag (aber immer mehr), sondern trinke ihn Phasenweise, um Abwechslung zu Kaffee oder auch dem Matcha-Tee zu haben. Der Geschmack ist erdig und man gewöhnt sich schnell daran, wie man sich wohl auch an Kaffee gewöhnt hat, und genießt ihn dann auch. Ich habe bei mir beobachtet, dass er bekömmlicher ist als Kaffee und ich mich schon nach einigen Tagen vitaler und ausgeglichener fühle.

Den Chaga-Tee auszuprobieren kann ich aus persönlicher Überzeugung nur empfehlen. Eine Heileigenschaft behaupte ich hiermit aber nicht. Wer sich unsicher ist, sollte sich bei seinem Arzt oder Apotheker erkundigen. In der Literatur wird Chaga teilweise als Omnipotent dargestellt, was ich nicht behaupten würde. Chaga ist für mich ein Lifestyle-Getränk. Es ist aber wichtig in erster Linie sich mit ausreichend Obst und Gemüse zu versorgen. Weiter empfehle ich wenig Fleisch, insbesondere rotes Fleisch nur einmal im Monat zu sich zu nehmen.

Zu beachten gilt außerdem, die Brocken sind teilweise recht groß und auch scharfkantig, deshalb bitte keinen kleinen Kindern zugänglich machen. Der Chaga ist nicht geeignet, ihn roh zu verzehren, denn man könnte sich daran verschlucken, oder gar verletzen.

Es wird wieder Zeit – ich brühe mir einen auf und trinke (den Chaga) auf Ihr Wohl!