Saun-aaahhh

Bei meinem kürzlichen Saunabesuch war auf eine Sache wie immer Verlass: Das unvergleichliche Gefühl tiefster Zufriedenheit und Entspannung gepaart mit der einzigartigen Gänsehaut, die man so nur bei einem Aufguss bekommt. Saunieren oder Saunen gilt nicht umsonst als Wellnessbehandlung, die neben der Gesundheit auch die Entspannung fördert und sich vor allem in Deutschland zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt hat. Zu spüren sind diese Effekte schon nach einem halben Jahr regelmäßigen Besuchs. Da laut Studien aber ein Drittel der Deutschen noch nie eine Sauna besucht hat, habe ich mich dafür entschieden, Sie auf eine imaginäre Aufgusszeremonie mit all ihren gesundheitlichen Vorteilen mitzunehmen.

Frisch geduscht und abgetrocknet befinde ich mich also in einem mit Holz ausgekleideten Häuschen, in dessen Mitte ein knisternder Ofen steht. Getreu der Regel „Kein Schweiß aufs Holz“ habe ich ein großes Handtuch untergelegt. Der Saunameister öffnet die Türen und wedelt frische Luft in den Innenraum. Diese wird sofort vom Ofen erhitzt und sorgt für die konstant hohen Temperaturen von 40 bis 110 Grad. Ich schließe die Augen. Drei Kellen mit ätherischen Ölen versetzten Wassers treffen auf die heißen Steine des Ofens und verdampfen innerhalb von Sekunden. Als der Saunameister die heiße Luft mit einem übergroßen Fächer in alle Ecken des Raumes befördert, kann ich den lieblichen Duft von Litschi und Orange riechen und sehe die ersten Schweißperlen auf meiner Haut. Die Reinigung meines Körpers beginnt.

Ein Saunagang versetzt unseren Körper in ein künstliches Fieber von bis zu 39 Grad, was eine erhöhte Aktivität der Immunzellen zur Folge hat, die wiederum von großer Bedeutung für unsere Infektabwehr sind – wie bei echtem Fieber auch. Mein Herz muss schneller schlagen, um alle Organe mit Blut zu versorgen, denn durch die Hitze sind die Gefäße geweitet und mein Blutdruck sinkt. Auch Stoffwechsel und Atmung werden angeregt, Letzterer wird sogar regelrecht trainiert, denn in der Sauna können wir tiefer durchatmen als unter normalen Umständen. Diesen Effekt machen sich beispielsweise Asthmatiker oder Personen mit chronischer Bronchitis zunutze. Durch die Wärme entspannen sich die Muskeln, und die Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen werden ordentlich durchblutet, weshalb der eine oder andere Saunagast sich während einer Zeremonie manchmal räuspern muss.

Um mich herum pusten die Menschen, recken und strecken sich und halten ihre Gesichter dem Fächer entgegen. Wir befinden uns inzwischen in der dritten Runde, in der der Saunameister den gesamten Restinhalt auf die heißen Steine gekippt hat und die erhitzte Luft nun energischer und schneller verteilt als in den beiden Runden davor. Die Haut wird auf bis zu 40 Grad erhitzt, der Blutfluss verdoppelt sich. Durch die Aktivierung der Schweißdrüsen wird sehr trockene Haut mit Flüssigkeit versorgt. Gleichzeitig quillt die oberste Hornhautschicht auf und ist somit ganz leicht abspülbar, was bei regelmäßiger Anwendung der Hautalterung, Akne und Neurodermitis entgegenwirken kann.

Nach ca. acht bis zwölf Minuten (hier sollten Sie darauf achten, Ihr Herz nicht zu überfordern) bedankt sich der Saunameister, die Gäste applaudieren und der Großteil verlässt die Sauna – so auch ich. Jetzt beginnt die wichtige Abkühlphase, denn ohne sie bleiben einige gesundheitsfördernde Effekte aus. Der unmittelbare Kälteschock bewirkt, dass sich die geweiteten Blutgefäße abrupt wieder zusammenziehen und der Blutdruck somit wieder steigt. Spätestens die kalte Dusche zum Abschluss fordert meinen Kreislauf noch einmal so richtig heraus, macht mich wach, fit und hinterlässt ein einzigartiges Gefühl der Erfrischung.

In einen Bademantel gehüllt liege ich auf einer XXL-Schaukel, genieße einen kalten Tee (während zwei, drei Saunagängen verliert der Körper bis zu einem Liter Wasser!) und lausche dem Plätschern eines Springbrunnens. Die Entspannungsphase nach dem Saunieren ist deswegen ein wichtiger Bestandteil, da sich der Herzschlag hier wieder verlangsamt und gleichmäßiger und kraftvoller wird. Die Hitze erhöht den Serotoninspiegel im Gehirn, was schlaffördernd wirkt. Der Körper sehnt sich jetzt nach Ruhe und ich komme ins Grübeln. Innerhalb einer Viertelstunde habe ich so viel für meine Gesundheit getan. Saunieren kann Abhilfe bei langfristigen Erkrankungen wie Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen schaffen, vor plötzlichem Herztod oder anderen Herzrisiken schützen und verlängert sogar nachweislich die Lebenserwartung. Die Anregung des Kreislaufs hat eine bessere Versorgung der Organe mit Sauerstoff zur Folge, sprechen Sie bei akuten Entzündungen oder Infektionen, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Venenthrombosen, oder Krampfadern allerdings bitte vorab mit Ihrem Arzt – beruhigt genießt es sich noch besser 😊

Ich kann wohl nicht leugnen, dass ich ein großer Sauna-Fan bin. In den vielen Jahren, in denen ich mir diese Auszeit regelmäßig gönne, wurde ich aber auch einfach nie enttäuscht. Die Vorfreude bleibt jedes Mal die gleiche, genau wie die Wehmut, wenn es vorbei ist. Die Gründe, aus denen das eine Drittel der Deutschen noch nie ein finnisches Bad von innen gesehen hat, erstrecken sich von der Hitze über Scham bis hin zu Langeweile. Ihnen gegenüber stehen jedoch mehr als Fünfmillionen begeisterte Wiederholungstäter, denen Sie ruhig Glauben schenken dürfen 😊 Gerade im Kontext der Textilfreiheit und der subjektiven Empfindung extremer Hitze ist es jedoch auch wichtig, auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören.

Vielleicht konnte ich Sie neugierig machen… Auf Ihr Wohl!

Swizzy, Switchy oder Switzel? Switchel!

Im Gegensatz zu anderen Blogs, deren Titel meistens selbsterklärend war, bedarf es im Falle von „Switchel“ wahrscheinlich einer genaueren Erklärung, worum es sich dabei überhaupt handelt. Das Einfache vorab: Das Internet behandelt das Getränk schlicht als „Limo“ oder „Erfrischungsgetränk“, auch der Begriff „Heumacher-Punsch“ ist im Umlauf. Die unbedingten Bestandteile des Getränks sind Apfelessig und Ingwer. Außerdem besteht das Grundrezept aus Wasser, frischem Zitronensaft und einer naturbelassenen Süße, wie Honig oder Ahornsirup.

Bei dem Gedanken daran, mehrere Milliliter Essig zu trinken, bekomme ich jedes Mal aufs Neue eine leichte Gänsehaut und erhöhten Speichelfluss. Ich weiß nun also, dass meine Körperreaktionen zuverlässig funktionieren, aber wer kommt denn auf so eine Rezeptidee? Auch darauf erhalte ich schnell eine Antwort. Im 17. Jahrhundert suchten nordamerikanische Feldarbeiter nach einer Erfrischung, die ein ähnliches Gefühl in ihrem Hals auslösen sollte wie Alkohol. Der Vorteil gegenüber Letzterem war jedoch schon damals, dass Switchel nicht nur stärkte und erfrischte, sondern auch den Elektrolyte- und Mineralstoffhaushalt der Farmer ausglich. Seitdem hat sich der Trend gehalten – mal verdeckter, mal gehypter.                      Wo wir gerade bei den gesundheitsfördernden Eigenschaften der Limo sind (ich bin nach wie vor verwirrt und begeistert – eine gesunde Limo!), liefere ich auch gleich weitere Argumente hinterher, die für einen regelmäßigen Konsum sprechen.

Essig: Apfelessig hat die förderlichen Eigenschaften, den Blutzuckerspiegel regulieren und sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt auswirken zu können. Er ist reich an Vitamin A, B1, B6, B12, C, E, Kalium, Natrium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen Kupfer und Mangan und wirkt paradoxerweise sogar Sodbrennen entgegen, indem er die Übersäuerung des Körpers verhindert. Auf die eine oder andere Empfehlung hin wird Apfelessig auch als Gesichtswasser verwendet, da er antibakterielle Eigenschaften hat, die die Vermehrung von Bakterien stoppen. Das funktioniert auch „von innen“, weswegen die Online-Schlagzeilen zu Switchel nicht selten mit einem schönen Hautbild werben. Außerdem wirkt er beruhigend auf den Magen!

Ingwer: A propos beruhigende Wirkung auf den Magen: Die Wurzel ist schmerzlindernd und entzündungshemmend und oft ein beliebtes natürliches Mittel gegen Übelkeit. Die leichte Schärfe tut nicht nur dem Hals gut, sondern wärmt den gesamten Körper von innen, indem Stoffwechsel und Durchblutung angeregt werden. Hiermit wären wir auch beim nächsten Beauty-Argument, für das Switchel bekannt ist und wärmstens empfohlen wird: der Fettverbrennung. Die Wärme auslösenden Inhaltsstoffe Capsaicin und Gingerol, die in Ingwer enthalten sind, lösen einen Hitzereiz aus, auf den der Körper mit verstärkter Durchblutung und Schwitzen reagiert. Das wiederum verbrennt Kalorien und Fett. Tipp: Die größte Wirkung hat Switchel, wenn er morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Diese Variante ist allerdings wirklich eine Geschmacksfrage und eher in Sachen Pickel- und Aknetherapie von wirklicher Bedeutung.

Zitrone: Die Vitamin-C-Quelle schlechthin ist eine willkommene weitere Unterstützung für unser Immunsystem. Außerdem arbeitet die Frucht auch in Sachen Entzündungshemmung und Verdauung gut mit ihren Mitzutaten zusammen und hat die zusätzliche positive Eigenschaft, Wassereinlagerungen beseitigen zu können. In Kombination mit Ingwer sorgt die Zitrone außerdem für den charakteristisch erfrischenden Geschmack einer Limo, der erstaunlich gut mit Essig harmoniert.

Honig oder Ahornsirup: Es mag eine Unterstellung sein, aber neben Essig und Zitrone sollte es dann doch dringend eine süße Komponente geben, die den Genuss des Getränks unterstützt. Auch Ahornsirup und Honig sind bekanntermaßen entzündungshemmend, Letzterer wird ebenfalls viel für die äußere Anwendung empfohlen (siehe Peelings und Masken mit Honig). Das Wichtigste jedoch: In beiden Fällen handelt es sich – bei der richtigen Bezugsquelle – um Naturprodukte ohne Zusätze.

Was bleibt, sind Neugier und Appetit. Also – wie bereite ich das Trendgetränk nun richtig zu?        Das Basisrezept ist schnell verinnerlicht: Für 6 bis 8 Portionen (die Limo lässt sich einige Tage aufbewahren) werden 1,2 Liter Wasser mit 100 g frischem Ingwer (in Scheiben) 2 Minuten köcheln und anschließend 20 Minuten ziehen gelassen. In einem separaten Gefäß 80 ml milden Apfelessig mit 100 ml frisch gepresstem Zitronensaft und 70 g Honig oder Ahornsirup vermischen, anschließend das Ingwerwasser durch ein Sieb dazugießen. Wie heißt es dann so schön? Fertig! Jetzt folgt der kreative Teil.                                             Switchel kann warm, oder als sommerliche Erfrischung kalt genossen werden. Eiswürfel, Minzblätter, Beeren, Zimt, Vanille – es gibt genug Varianten, um sich mit dem täglichen Getränk zu belohnen. Leckere Rezeptideen gibt es zum Beispiel hier: https://www.myself.de/leben/ernaehrung/rezepte/switchel/                                Doch auch eigene kreative Einfälle sind möglich – erlaubt ist, was geht! Die Limo eignet sich sogar für Gäste. Überraschen Sie sie auf ausgelassenen Grill- oder gemütliche Kaminabenden mit einem Apéritif oder Longdrink, den Sie mit Gin aufpeppen, denn der passt ausgezeichnet zu dem gesunden Schönheitselixier.

Es ist erstaunlich, wie viele banale Komponenten in Kombination miteinander so viel Gutes für mich tun können. Und ich kann nach wie vor auf Nahrungsergänzungsmittel, Zusatzstoffe und Co. verzichten – eine Denkweise, die sich in meinem Umfeld immer mehr durchsetzt. Eine gesunde Lebensweise verlässt seit einigen Jahren glücklicherweise immer mehr die Gefilde des Anstrengenden, Komplizierten und Andersartigen. Sie wird zur nebenbei einbaubaren Selbstverständlichkeit und ist somit in der Lage, uns aus dem Hintergrund für die Strapazen des Alltags zu wappnen. Ein fesselndes Projekt, zu dem ich mich meinem Körper gegenüber gerne herausfordern lasse 🙂

Einen Switchel auf Ihr Wohl!

Die Nuss muss!

Manch einer mag es verwirrend finden, dass es nach dem letzten Blog zum Thema Heuschnupfen gleich um Nüsse geht, denn zahlreiche Menschen vertragen die Früchte und Körner nicht, reagieren mit einem juckenden Rachenraum oder Ausschlägen auf sie. Das liegt ausgerechnet an einem der größten Vorteile der Nuss: ihrem Eiweiß. Dieses sogenannte Speicherprotein ist wichtig für das Wachstum der ursprünglichen Pflanze und gleichzeitig so stabil, dass es durch Magensäure nicht angegriffen werden kann. Plakativ lässt sich sagen – der „Apfel“ fällt nicht weit vom Stamm. Wenn ich gegen die Blütenpollen eines Baumes oder Strauches allergisch bin, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seine Früchte nicht vertragen.                                                                                            

Doch genug der Schwarzmalerei. Für die Glücklichen, die sich nicht mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten herumplagen müssen, gibt es mehr als gute Nachrichten: Nüsse sollen gesund, schlau und schlank machen! Und dabei fallen diese Superfoods sogar in die Kategorie Snacks und Genussmittel.

„Welche Nuss passt zu Ihnen?“, werde ich bei meiner Recherche im Internet sofort empfangen. „Keine Ahnung. Die, die mir schmeckt?“ Jein. Natürlich ist der Genuss der Nuss der ausschlaggebende Faktor dafür, ob ich mich für oder gegen den Verzehr entscheide. Doch da solle es noch mehr geben. Einige allgemeingültige Infos vorab: Nicht alle „Nüsse“, die wir in unserem Sprachgebrauch selbstverständlich als solche bezeichnen, sind auch wirklich welche. Mandeln und Walnüsse gelten beispielsweise als Steinfrüchte, Cashews als Samenkörner. Ihre Gemeinsamkeiten bezüglich Konsistenz, Geschmack und Inhaltsstoffen erlauben dem Ottonormalverbraucher diese Verallgemeinerung aber durchaus.                Nüsse seien nahrhaft. Das merkt man daran, dass sie tatsächlich satt machen. Diesen Effekt verdanken wir den zahlreichen Ballaststoffen, die sich aus den Fasern der Nuss ergeben. Bei gleichzeitiger Glutenfreiheit und Kohlenhydratarmut ist es nur zu verständlich, dass das Nahrungsmittel die Fettverbrennung fördern und gleichzeitig den Blutzuckerspiegel ausgleichen kann. Vor allem zeichnet Nüsse jedoch eins aus: ein Proteingehalt, der dem von Fleisch oder Joghurt nahekommt! Wie im Blog über Veganismus bereits angedeutet, sind Nüsse und ihre Mehle das Ersatznahrungsmittel, wenn es um die Eiweißzufuhr und den Satt-Effekt geht. Mit 20 g Protein pro 100 g Nuss halten die Früchte also, was sie versprechen. Die Liste der weiteren Inhaltsstoffe ist lang: Vitamin C, E und K, Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Zink, Mangan, Kupfer, ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien tummeln sich in den kleinen Snacks. Walnüsse zum Beispiel weisen den signifikant höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf, die nicht nur gut für das Herz, sondern auch für den Kopf sind. Die meisten Nüsse schmecken süßlich, weswegen sie vielerorts als Süßigkeitenersatz auftrumpfen. Und da sie die essenzielle Aminosäure Tryptophan enthalten, die als Nährstoff zur Produktion für Serotonin gilt, kann man durchaus ab und an darüber nachdenken, schokoladige Verführungen durch eine kleine Ladung „Hirnnahrung“ zu ersetzen.

So, welche Nuss passt nun zu wem?

Mandeln                                                                                                                            Erinnern Sie sich noch an die Eingangsthese, dass Nüsse unter anderem schlank machen sollen? Das geht auf das Konto der Mandeln. Ihr Mix aus ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Mineralstoffen, Eiweiß und Vitaminen sorgt dafür, dass sowohl die Fettverbrennung angeregt, als auch die Darmflora reguliert wird. Außerdem ist sie basisch und prebiotisch. Eine Handvoll täglich genügt. Und schmeckt!

Haselnüsse                                                                                                                    Die Früchte dieser Birken-Unterart sollen nicht nur eine optimale Energiequelle, sondern auch wahre Schönheitsgeheimnisse sein. Neben kräftigen Nägeln und Haaren bewirken Haselnüsse durch ihr Vitamin E den Schutz vor freien Radikalen – und hinterlassen schöne, ebenmäßige Haut. Die Essenz aus Haselnüssen senkt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel, sowie die Blutfettwerte, während es gleichzeitig das Sättigungsgefühl im Gehirn aktiviert. Das geht runter wie (Haselnuss-) Öl!

Erdnüsse                                                                                                        Kommen wir noch einmal auf das Eiweiß zurück. Wer eine Alternative zu tierischen Proteinen sucht, ist bei der Erdnuss genau an der richtigen Adresse. Egal ob im Ursprungszustand oder als Mus: Erdnüsse haben einen positiven Effekt auf unsere Blutfettwerte, indem sie die Gefäße geschmeidig halten. Das kann man sich glatt bildlich vorstellen, oder?

Cashews                                                                                                                           Ihre „nur“ 42 % Fett machen die Cashew zu einem sehr mageren Mitglied der Nussfamilie. Sie macht satt und sorgt für Kraft, indem sie die Muskeln mit Magnesium versorgt. Der ideale Snack (auch) für Sportler! Keine andere Nuss enthält so viel Kohlenhydrate und Magnesium wie sie. Auch hier gilt: nicht mehr als eine Handvoll pro Tag.

Walnüsse                                                                                                                         Leicht zu merken: Die Nuss, die vorwiegend das Gehirn versorgt, sieht auch aus wie eines. Die Walnuss steigert unsere Konzentrationsfähigkeit und macht uns gleichzeitig leistungsstärker – nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Nicht umsonst sind diese Kerne schon lange fester Bestandteil des so genannten Studentenfutters. Warum genau, mag man sich fragen. Wegen des Vitamins B6! Müdigkeit und Nervosität adé, das klingt wirklich nach dem Wundermittel in Stress- und Leistungssituationen. Wer die gehirnförmigen Kerne nicht pur essen mag, kann auch ein leckeres Brot aus ihnen backen.

Ein Spielverderber zum Schluss: Zucker und Salz auf diesen Superfoods machen jede positive Wirkung wieder zunichte, sodass man unbedingt darauf achten sollte, sie pur zu verzehren. Davon abgesehen stehen dem Konsum und der enormen Rezeptvielfalt nichts im Wege. Kaum ein Lebensmittel erweist sich als so umfangreich einsetzbar wie die Nuss: als Mehl, als Topping, als purer Snack, als Zutat, Mus, Öl oder Müsli, geröstet, gebacken, in Stiften, in Stückchen…

Läuft Ihnen auch so das Wasser im Munde zusammen? Auf Ihr Wohl!

Heuschnupfen: the same procedure as every year

Es begann an einem herrlichen Mittwochnachmittag, an dem ich beschloss, den Feierabend dafür zu nutzen, unseren Balkon nach dem Winter wieder benutzerfreundlich zu machen: Fensterbänke, Geländer und Möbel abwaschen, Fliesen fegen und wischen – meine Motivation trieb mich zu Höchstleistungen an und so bemerkte ich erst viel zu spät die Enge in meinen Bronchien. Es fühlte sich an, als würden zwei unsichtbare Hände meinen Brustkorb zusammenpressen. „Oh nein“, dachte ich, „wozu habe ich mich denn drei Jahre lang sensibilisieren lassen?“                                       

Nicht jeder Betroffene leidet in gleichem Maße unter den Begleiterscheinungen des Heuschnupfens. Doch die so genannte Hyposensibilisierung ist sehr zeitaufwendig und mit einer Erfolgsquote von lediglich 70 % bisweilen eher ein Risiko, als ein wirkliches Versprechen. Auch Antihistaminika in Tablettenform erweisen sich für viele als Tropfen auf dem heißen Stein. Die Müdigkeit oder sogar ausbleibende Wirkung haben zur Folge, dass der Glaube ans Produkt und eine damit verbundene Symptomlinderung schwindet, sprich: Man steht wieder ganz am Anfang. Fragt man Fachleute oder Betroffene aus älteren Generationen, erhält man vermehrt die Antwort, die Entwicklung diverser Allergien sei eine Folge der Urbanisierung. Dennoch bleibt die Frage nach dem Jetzt. Hätte ich die Attacke auf dem Balkon vermeiden oder ihr vorbeugen können? Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Und was die Quantität der Möglichkeiten und Tipps bei Heuschnupfen angeht, lässt sich diese Frage eindeutig mit Ja beantworten.                                                                                           

Die Ratschläge, die für Allergiker zur Selbstverständlichkeit werden sollten, betreffen das Verhalten in den eigenen vier Wänden. Lüften Sie in städtischer Umgebung nur früh morgens, hier ist die Pollenkonzentration noch am geringsten, und lassen Sie Fenster und Türen anschließend für den Rest des Tages geschlossen. Statten Sie sie mit Pollenfiltern und Ihre Räume mit Luftbefeuchtern aus. Wechseln Sie Ihre Kleidung (vor allem vor dem Schlafengehen) in einem anderen Raum als dem Schlafzimmer und bringen Sie „kontaminierte“ Textilien auch nicht in diesen Raum zurück, bevor Sie gewaschen wurden. Stichwort „waschen“: Wenn möglich, sollten Sie sich vor dem Zubettgehen die Haare noch einmal waschen, zumindest aber ausbürsten. Gewaschene Wäsche zum Trocknen bitte auch nicht draußen aufhängen. Denken Sie an regelmäßiges Staubwischen und -saugen, tun Sie sich jedoch selbst den Gefallen und stimmen Ihre Aktivitäten auf einen aktuellen Pollenflugkalender ab. Zugegeben, niedergeschrieben wirkt die Liste lang und kaum umsetzbar. Bei den meisten Handgriffen handelt es sich aber um Nebensächlichkeiten, die Sie irgendwann gar nicht mehr bemerken werden – deren Wirkung hingegen schon. Zusätzlich gibt es aber auch die eine oder andere Wohltat, die Sie Ihrem geärgerten Körper regelmäßig gönnen können, um die Monate des Naturerwachens wohlauf zu überstehen.

Die Nasendusche erweist sich als schnelle Hilfe, da sie schnelle Befreiung bewirkt. Die Feuchtigkeitszufuhr tut den gereizten und trockenen Schleimhäuten gut und unterstützt ihre Selbstreinigungsfunktion. Gleichzeitig wirkt sie schleimlösend. Verwenden Sie am besten lauwarmes Wasser und warten Sie, bis sich das Salz vollständig aufgelöst hat, bevor Sie mit der Spülung beginnen. Achtung: Kein reines Wasser benutzen! Das wiederum reizt die Schleimhäute und sorgt für schmerzhafte Schwellungen.

Ähnlich wie die Spülung befreit und befeuchtet auch ein Kochsalz-Dampfbad die Schleimhäute und unterstützt ihre Reinigungsfunktion (was sehr wichtig für die Immunabwehr ist). Die warmen, feuchten Dämpfe lindern das berüchtigte Kribbeln in der Nase und wirken abschwellend. Hierfür entweder 0,9 g Kochsalz auf 100 ml Wasser, oder gleich 9 g Kochsalz auf 1 L Wasser geben. Bewahren Sie die Lösung jedoch nicht länger als 24 Stunden auf.

Stichwort Luftbefeuchter für Innenräume – Sie können auch einfach eine Schüssel mit Wasser und einigen Tropfen Pfefferminzöl in Ihren Räumlichkeiten platzieren. Die Durchblutung und Befeuchtung der Schleimhäute wird Ihnen nicht nur zu Allergiezeiten guttun.

Nehmen Sie ein Vollbad mit Eukalyptus-, Fenchel oder Dillöl oder gehen Sie am besten gleich in ein Schwimmbad mit Sauna. Diese Dampfbäder im großen Stil haben die gleiche Wirkung wie die abgespeckte Version über der Schüssel – und bieten Ihnen eine nahezu pollenfreie Umgebung.

Wie so oft spielt natürlich auch die Ernährung eine bedeutende Rolle im Kampf gegen laufende Nasen, Atemnot & Co. Indem Sie den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten phasenweise einschränken (sehr histaminhaltig, eine genaue Auflistung finden Sie hier: https://www.gofeminin.de/gesundheit/hausmittel-heuschnupfen-s3036470.html), haben Sie schon einen großen Schritt getan. Darüber hinaus zählen ausgewählte Lebensmittel aber als besonders dienlich. Hierzu zählen Broccoli, Zitrusfrüchte, grünes Blattgemüse, Zwiebeln, Knoblauch und Äpfel (sofern hier keine Kreuzallergie besteht).                                   

Außerdem hat es sich als hilfreich erwiesen, natürliche Histamine, z. B. in Form von Brennnesseltee, zu sich zu nehmen, um so körpereigene Histamine zu blocken. Experten empfehlen täglich einen Liter, am besten schon vor der Pollensaison. Und wenn Sie ohnehin gerade Tee kochen: ein daumengroßes Stück Ingwer tut’s auch! Die angenehme Schärfe durchblutet die Schleimhäute und hilft beim Abheilen von Entzündungen und Reizungen.

Die Glücklichen, die die Möglichkeit dazu haben, können sich auch einfach ans Meer oder in die Berge verdrücken. Die befreiende und heilende Wirkung kommt hierbei schlicht und einfach dadurch zustande, dass es hier keine allergieauslösenden Gewächse gibt.

Was meinen Sie – ich fühle mich schon jetzt befreit und kann das Kribbeln und Jucken bereits schwinden spüren… Die Handgriffe eines Allergikers sind simpel und einprägsam und werden mit Sicherheit schnell in Fleisch und Blut übergehen – und alles Störende daraus verdrängen J

Auf Ihr Wohl!

Moringa, vielseitig von Wurzel bis Blatt

Der Frühling ist, wenn auch etwas schüchtern, dabei sich durchzusetzen, was ihn gleichzeitig zum unweigerlichen Vorboten des Sommers macht. Neben der Freude und der Lebenslust, die der Sommer für viele Menschen bedeutet, ist aber vor allem auch ein Gedanke jedes Jahr aufs Neue vorherrschend: Oh nein, meine Figur, ich bin noch nicht soweit!

Egal zu welchem Freizügigkeitsgrad man tendiert, dem winterlichen Schneewittchenteint oder dem einen oder anderen Bequemlichkeitsbäuchlein soll es jetzt schleunigst an den Kragen gehen und – unter anderem – zu diesem Zweck gibt es einen so genannten „Wunderbaum“ mit schier „unendlicher Wirkung“ gegen vielfältige Beschwerden oder Beschwerden. Wer verzweifelt unter Zeitdruck steht, neigt bekanntermaßen dazu, Dinge vorschnell zu glauben, weswegen ich Moringa, das Mittel aus der ayurvedischen Heilkunst, einmal genauer unter die Lupe genommen habe.

Moringa Oleifera, der „Baum des Lebens“, dessen Wirksamkeit sich aus Indien inzwischen bis nach Afrika, Südostasien und Arabien herumgesprochen hat, wächst extrem schnell (bis zu acht Meter in sechs Monaten!), ist dabei leicht zu kultivieren – und somit sogar selbst anbaubar – und braucht nur wenig Wasser. Alle seiner Teile sind verwendbar: die Früchte, die Blätter, die Wurzeln und die Samen, nicht zuletzt sogar als Schmieröl oder hochwertiges Biodiesel. Aufgrund der in den Wurzeln befindlichen Senföle und des daher charakteristischen Geruchs wird die Pflanze in unseren Breiten auch „Meerrettichbaum“ genannt. Aber zurück zu Sommerfigur und schöner Haut – was hat Moringa nun damit zu tun?

Das Öl, das man in den Herkunftsländern aus der Pflanze gewinnt, wird Kosmetika oder Arzneimitteln beigemischt und soll hautstraffend und verjüngend wirken. Das Ganze kommt durch die antioxidative und entzündungshemmende Wirkung von Moringa zustande, die der Vorbeugung gegen Krebs, sowie der Zellerneuerung dient. So weit, so gut.      Darüber hinaus enthält die Pflanze aber auch zahlreiche Bitterstoffe, die ebenso in Artischocken, Wein oder Hülsenfrüchten stecken, und die wie eine Essbremse wirken, indem sie ein früheres Sättigungsgefühl auslösen, und die Verdauung und Fettverbrennung anregen. Ein positiver Nebeneffekt, dessen ist das Ausscheiden von Cholesterin, das durch dieses Mehr an Fettsäuren bedingt wird. Gleichzeitig kommt es zur sogenannten Thermogenese (Wärmeerzeugung im Körper), bei der deutlich weniger Kohlenhydrate zur Energiegewinnung benötigt werden. Um den gefürchteten Jojo-Effekt kümmern sich das viele Eiweiß und die Proteine, die die Bestandteile von Moringa enthalten – sie machen satt und unterdrücken den penetranten unspezifischen Appetit, der uns oft den ganzen Tag über begleitet. Zink sorgt mal eben noch für schöne Haut und schöne Nägel, womit wir wieder beim Sommerkörper wären…

Der „Wunderbaum“ kann aber noch mehr: Unabhängig vom Körperkult enthalten seine Bestandteile nämlich enorm viele Nährstoffe in hoher Konzentration, die bei Alltagsleiden wie Kopfschmerzen, Blähungen, Schnittwunden und Entzündungen, aber auch bei hohem Blutdruck, Diabetes Typ II oder Hormonschwankungen helfen können. Moringasamen sind außerdem in der Lage, verunreinigtes Trinkwasser zu filtern, was sich in den Herkunftsländern auch zunutze gemacht wird. Konzentriertes Moringapulver enthält (verhältnismäßig!) siebzehnmal so viel Kalzium wie Kuhmilch, dreimal so viel Kalium wie eine Banane, neunmal so viel Eisen wie Rindfleisch und mehr Vitamin C als Orangen. Der hohe Proteinanteil macht das Pulver zu einer reichhaltigen Eiweißquelle für Veganer.

In den Herkunftsländern werden alle Bestandteile der Pflanze verzehrt. Die Früchte lassen sich wie Gemüse kochen, die Blätter ergeben einen leckeren Tee. In Europa ist Moringa leider ausschließlich in Pulverform (lose oder in Kapseln) erhältlich. Doch auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, die empfohlene Tagesmenge von 10 g zu sich zu nehmen. Das Pulver kann Shakes, Smoothies, Pestos, Joghurts oder Dressings beigemischt, oder sogar als pures Gewürz übergestreut werden. Im Internet sind außerdem Ratschläge darüber vertreten, einen Teil der Tagesration erhitzt und den anderen im kalten Zustand zu verzehren.

Der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe bitte auch hier auf Bioprodukte achten.

Im Anschluss an die zahlreichen guten Nachrichten, die ich über Moringa finde, muss ich zugeben, dass auch dieser gute Ruf nicht weit hergeholt ist. Sicher, „der Wunderbaum, der 300 Beschwerden heilt“ ist ein wenig plakativ formuliert und man muss sich klar machen, dass es sich auch hierbei nicht um ein Zaubermittel handelt, das schon nach einmaliger Einnahme Leben verändert. Unabhängig davon, dass wir Europäer Moringa lediglich als Pulver beziehen (oder selbst anbauen) können, finde ich es allerdings sehr positiv, dass die Pflanze nahezu komplett verwendbar und so unheimlich vielseitig ist. Egal aus welchem Anlass Sie sich dazu entschließen, den Kreuzblütler einfach mal zu testen – es ist nie zu spät, etwas zu ändern. Die Zeit bis zum Sommer reicht alle Male aus. Zumindest den Temperaturen nach 😉

Auf Ihr Wohl!