Die Nuss muss!

Manch einer mag es verwirrend finden, dass es nach dem letzten Blog zum Thema Heuschnupfen gleich um Nüsse geht, denn zahlreiche Menschen vertragen die Früchte und Körner nicht, reagieren mit einem juckenden Rachenraum oder Ausschlägen auf sie. Das liegt ausgerechnet an einem der größten Vorteile der Nuss: ihrem Eiweiß. Dieses sogenannte Speicherprotein ist wichtig für das Wachstum der ursprünglichen Pflanze und gleichzeitig so stabil, dass es durch Magensäure nicht angegriffen werden kann. Plakativ lässt sich sagen – der „Apfel“ fällt nicht weit vom Stamm. Wenn ich gegen die Blütenpollen eines Baumes oder Strauches allergisch bin, werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seine Früchte nicht vertragen.                                                                                            

Doch genug der Schwarzmalerei. Für die Glücklichen, die sich nicht mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten herumplagen müssen, gibt es mehr als gute Nachrichten: Nüsse sollen gesund, schlau und schlank machen! Und dabei fallen diese Superfoods sogar in die Kategorie Snacks und Genussmittel.

„Welche Nuss passt zu Ihnen?“, werde ich bei meiner Recherche im Internet sofort empfangen. „Keine Ahnung. Die, die mir schmeckt?“ Jein. Natürlich ist der Genuss der Nuss der ausschlaggebende Faktor dafür, ob ich mich für oder gegen den Verzehr entscheide. Doch da solle es noch mehr geben. Einige allgemeingültige Infos vorab: Nicht alle „Nüsse“, die wir in unserem Sprachgebrauch selbstverständlich als solche bezeichnen, sind auch wirklich welche. Mandeln und Walnüsse gelten beispielsweise als Steinfrüchte, Cashews als Samenkörner. Ihre Gemeinsamkeiten bezüglich Konsistenz, Geschmack und Inhaltsstoffen erlauben dem Ottonormalverbraucher diese Verallgemeinerung aber durchaus.                Nüsse seien nahrhaft. Das merkt man daran, dass sie tatsächlich satt machen. Diesen Effekt verdanken wir den zahlreichen Ballaststoffen, die sich aus den Fasern der Nuss ergeben. Bei gleichzeitiger Glutenfreiheit und Kohlenhydratarmut ist es nur zu verständlich, dass das Nahrungsmittel die Fettverbrennung fördern und gleichzeitig den Blutzuckerspiegel ausgleichen kann. Vor allem zeichnet Nüsse jedoch eins aus: ein Proteingehalt, der dem von Fleisch oder Joghurt nahekommt! Wie im Blog über Veganismus bereits angedeutet, sind Nüsse und ihre Mehle das Ersatznahrungsmittel, wenn es um die Eiweißzufuhr und den Satt-Effekt geht. Mit 20 g Protein pro 100 g Nuss halten die Früchte also, was sie versprechen. Die Liste der weiteren Inhaltsstoffe ist lang: Vitamin C, E und K, Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Zink, Mangan, Kupfer, ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien tummeln sich in den kleinen Snacks. Walnüsse zum Beispiel weisen den signifikant höchsten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf, die nicht nur gut für das Herz, sondern auch für den Kopf sind. Die meisten Nüsse schmecken süßlich, weswegen sie vielerorts als Süßigkeitenersatz auftrumpfen. Und da sie die essenzielle Aminosäure Tryptophan enthalten, die als Nährstoff zur Produktion für Serotonin gilt, kann man durchaus ab und an darüber nachdenken, schokoladige Verführungen durch eine kleine Ladung „Hirnnahrung“ zu ersetzen.

So, welche Nuss passt nun zu wem?

Mandeln                                                                                                                            Erinnern Sie sich noch an die Eingangsthese, dass Nüsse unter anderem schlank machen sollen? Das geht auf das Konto der Mandeln. Ihr Mix aus ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Mineralstoffen, Eiweiß und Vitaminen sorgt dafür, dass sowohl die Fettverbrennung angeregt, als auch die Darmflora reguliert wird. Außerdem ist sie basisch und prebiotisch. Eine Handvoll täglich genügt. Und schmeckt!

Haselnüsse                                                                                                                    Die Früchte dieser Birken-Unterart sollen nicht nur eine optimale Energiequelle, sondern auch wahre Schönheitsgeheimnisse sein. Neben kräftigen Nägeln und Haaren bewirken Haselnüsse durch ihr Vitamin E den Schutz vor freien Radikalen – und hinterlassen schöne, ebenmäßige Haut. Die Essenz aus Haselnüssen senkt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel, sowie die Blutfettwerte, während es gleichzeitig das Sättigungsgefühl im Gehirn aktiviert. Das geht runter wie (Haselnuss-) Öl!

Erdnüsse                                                                                                        Kommen wir noch einmal auf das Eiweiß zurück. Wer eine Alternative zu tierischen Proteinen sucht, ist bei der Erdnuss genau an der richtigen Adresse. Egal ob im Ursprungszustand oder als Mus: Erdnüsse haben einen positiven Effekt auf unsere Blutfettwerte, indem sie die Gefäße geschmeidig halten. Das kann man sich glatt bildlich vorstellen, oder?

Cashews                                                                                                                           Ihre „nur“ 42 % Fett machen die Cashew zu einem sehr mageren Mitglied der Nussfamilie. Sie macht satt und sorgt für Kraft, indem sie die Muskeln mit Magnesium versorgt. Der ideale Snack (auch) für Sportler! Keine andere Nuss enthält so viel Kohlenhydrate und Magnesium wie sie. Auch hier gilt: nicht mehr als eine Handvoll pro Tag.

Walnüsse                                                                                                                         Leicht zu merken: Die Nuss, die vorwiegend das Gehirn versorgt, sieht auch aus wie eines. Die Walnuss steigert unsere Konzentrationsfähigkeit und macht uns gleichzeitig leistungsstärker – nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Nicht umsonst sind diese Kerne schon lange fester Bestandteil des so genannten Studentenfutters. Warum genau, mag man sich fragen. Wegen des Vitamins B6! Müdigkeit und Nervosität adé, das klingt wirklich nach dem Wundermittel in Stress- und Leistungssituationen. Wer die gehirnförmigen Kerne nicht pur essen mag, kann auch ein leckeres Brot aus ihnen backen.

Ein Spielverderber zum Schluss: Zucker und Salz auf diesen Superfoods machen jede positive Wirkung wieder zunichte, sodass man unbedingt darauf achten sollte, sie pur zu verzehren. Davon abgesehen stehen dem Konsum und der enormen Rezeptvielfalt nichts im Wege. Kaum ein Lebensmittel erweist sich als so umfangreich einsetzbar wie die Nuss: als Mehl, als Topping, als purer Snack, als Zutat, Mus, Öl oder Müsli, geröstet, gebacken, in Stiften, in Stückchen…

Läuft Ihnen auch so das Wasser im Munde zusammen? Auf Ihr Wohl!