Wenn plötzlich alle Pollen wollen…

Für alle, die sich, wie ich, als ich zum ersten Mal auf die Thematik gestoßen bin, ungläubig die Augen reiben, auf einmal ein pelziges Gefühl auf der Zunge haben und plötzlich meinen, dass ihnen das Schlucken schwer fällt: Ja, Sie lesen richtig – Pollen zum Essen! Heute wird aufgeräumt – mit Fragezeichen und Missverständnissen zum Thema Bienenpollen.

Um Ihnen gleich ein angenehmeres Bild vor das innere Auge zu zaubern, sei an dieser Stelle vor allem die Konsistenz des heutigen Superfoods geklärt. Pollen kennen wir als gelbes Pulver, das aus den Staubgefäßen einer Pflanze zur Befruchtung einer anderen transportiert wird. Dieser Staub ist so fein, dass man ihm nahezu keinen Aggregatzustand zuordnen könnte. Zum Transport vermengen Bienen ihn daher mit ein wenig Speichel und heften ihn an ihre Beine. Auf diese Weise entstehen die so genannten Pollenhöschen, anhand derer sie ihre Errungenschaft bequem zum Bienenstock befördern können, denn auch Bienen selbst ernähren ihre Brut mit Blütenpollen. Durch dieses Prozedere entstehen runde, gelbe Kügelchen, die vom Imker aufgefangen, gereinigt und getrocknet werden. Wir sprechen also keinesfalls davon, auf Blütenköpfen herumzukauen oder gar Pulver pur zu löffeln. Der granulatähnliche Zustand macht den Verzehr dieses gesunden Naturprodukts so unkompliziert wie nie.

Wo wir gerade beim Verzehr sind: Empfohlen wird eine tägliche Startmenge von ein bis zwei Teelöffeln Bienenpollen am Morgen. Über die Zeit können Sie den Konsum bei Bedarf auf bis zu einen Esslöffel steigern. Pur schmecken die Kügelchen den meisten Konsumenten zu intensiv, weswegen es besonders beliebt ist, sie als Topping auf alles zu streuen, was Oberflächen-Grip bietet: Marmeladenbrote, Müslis, Obstsalate… Oder Sie mischen das Supergranulat in ihre Milch, ihren Saft etc. Bezüglich Kaffee und Tee scheiden sich die Geister. Während man Onlinequellen findet, die den Mix mit Heißgetränken für unbedenklich halten, gibt es ebenso Stimmen, die genau davon abraten, damit die Hitze nicht die unzähligen wertvollen Nährstoffe der Pollen zerstört.

Ein Forscher behauptete einst sogar, Bienenpollen seien ein vollkommenes Lebensmittel, da sie alles enthielten, damit der Körper funktioniert. Damit lag er bei genauerem Hinsehen gar nicht so falsch, weswegen ich einige der unzähligen Nährstoffe für Sie zusammengetragen habe, denn der eine oder andere wird nur sehr vage vermuten können, was im Naturprodukt der Woche alles so steckt.

Betrachtet man also die Inhaltsstoffe von Bienenpollen, wird nachvollziehbar, wieso das Nahrungsmittel den Ruf hat, „vollkommen“ zu sein. Es enthält die Vitamine B, C, D und E, Spurenelemente, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Antioxidantien, Magnesium, Zink, Phosphor, Eisen und erstaunlich viel Eiweiß, weswegen viele Sportler auf die gelben Kügelchen schwören. Das enthaltene Kalzium hilft zudem, Osteoporose vorzubeugen. Phytosterine und Flavonoide sorgen für ein leistungsfähiges Herz, starke Gefäße und Abwehrkräfte. Aber werfen wir einen genaueren Blick auf einige ausgewählte Inhaltsstoffe…

Amino- und Fettsäuren, sowie Mineralstoffe gelten als wahres Kräftigungsmittel, z. B. nach Krankheiten. Aber auch im Alltag wirken sie Stress und innerer Unruhe entgegen, wobei sie gleichzeitig die Leistung und die Konzentration fördern. Die stimmungsaufhellenden Eigenschaften dieser Substanzen können eine natürliche Unterstützung bei Depressionen sein, allerdings sind die Meinungen diesbezüglich geteilt. Da es sich aber um ein Naturprodukt handelt, das – außer für Allergiker – keinerlei Nebenwirkungen hat, empfehle ich hier einfach Probieren statt Studieren 🙂

Wie auch Honig wirken Bienenpollen antibakteriell, was Sie sich sowohl äußerlich (bei Pickeln) oder innerlich (bei Entzündungen im Mundraum oder der Luftwege) zunutze machen können. Gleichzeitig unterstützen die kleinen Helfer die Zellerneuerung und versorgen Ihre Haare und Ihre Haut mit allerlei Nährstoffen. Antioxidantien sind ebenfalls dafür bekannt, die Hautalterung zu verlangsamen, außerdem wirken sie Krebs und Schlaganfällen entgegen.

Auch unser Verdauungstrakt kann von Bienenpollen profitieren. Bienenenzyme und Milchsäurebakterien sorgen nämlich für den Aufbau einer gesunden Darmflora und fördern die Aufnahme essenzieller Nährstoffe für den Körper. Weichen Sie die Kügelchen vor dem Verzehr am besten ein wenig auf, das macht die Schutzschicht der Pollenkörner verdaulicher. Kauen Sie das Superfood zudem gut und intensiv durch. Das Schöne ist, dass die Kohlenhydrate von Bienenpollen den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen, kaum Kalorien und Fett enthalten, natürlich süß schmecken und durch Phenylalanin einen appetitzügelnden Effekt haben. Durch die Einnahme von Bienenpollen besteht also kein Risiko einer Gewichtszunahme.

Als Allergiker oder Heuschnupfengeplagte sollten Sie die Einnahme dieses Superfoods lieber therapeutisch begleiten lassen, denn die Kügelchen können bei zugrunde liegender Veranlagung allergieauslösend wirken. Sollte der Einnahme in Ihrem Falle nichts entgegenstehen, können Sie das Nahrungsmittel über mehrere Jahre rechtzeitig vor der Pollensaison zu sich nehmen und somit einen Desensibilisierungseffekt erzielen. Verwenden Sie hierfür nur Bienenpollen einheimischer Herkunft.

Es dürfte außer Frage stehen, dass Bienenpollen als Nahrungsmittel (noch) nicht den gleichen Bekanntheitsgrad genießen wie andere Mitglieder aus der Superfoodfamilie. Auffällig ist jedoch, dass sich das Produkt in Sachen Inhaltsstoffen und Gesundheitsunterstützung erstaunlich gut sehen lassen kann, sodass es sich als natürliche und leckere Ergänzung zu einer vollwertigen Ernährung erweist. Sie haben Appetit bekommen? Nur zu!

Auf Ihr Wohl!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.