Der richtige Sonnenschutz

Sie kennen sich aus mit Sonnenschutz? Dessen war ich mir auch sicher – und trotzdem ist es wieder passiert. Ostern 2019, gönnerhaftes Feiertagswetter, ein Ausflug ans Wasser und die unterschätzte Sonne. Man sieht bis heute, bis wohin die Ärmel meines Shirts reichten und dieses „Tattoo“ muss ich jetzt wohl den Rest der Saison ertragen. Geschieht mir vielleicht Recht, denn auf die Wettervorhersage hätte ich durchaus hören und mich entsprechend auf Mittagshitze & Co. einstellen können. Aber „was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu“ – und so versorge ich Sie in diesem Blog mit den wichtigsten To-Do’s in puncto Sonnenschutz. Klar, vieles kam mir bekannt vor, es gab aber durchaus einige Fakten, die ich so noch nicht wusste und entsprechend nicht berücksichtigt habe.

Sonnenbrand, das sind schlicht und einfach Entzündungen in unseren tieferen Hautschichten. Seit fünfzehn Jahren wird bereits an einer Impfung gegen Hautkrebs geforscht, die es, trotz vereinzelter erster Erfolge, aber bis heute nicht gibt. Umso mehr sind wir selbst dafür verantwortlich, unser größtes Organ, das uns nach außen hin repräsentiert, schützt und ziert, vor Beschädigungen zu bewahren. Und das am besten das ganze Jahr über, denn die Sonnenintensität variiert nach Tages- und Jahreszeit – ist aber immerzu da. Zwar halbiert sie sich im Schatten oder hinter einer Wolkendecke, an Wasser oder Sand erhöht sie sich hingegen um gefährliche 85 %. Es gilt: je heller die Haut, desto höher muss der Lichtschutzfaktor (LSF) sein. Schon macht sich erste Unsicherheit breit: Welchen Hauttyp habe ich eigentlich? Unterschieden werden vier Hauttypen, die an dieser Stelle kurz definiert werden, um Ihnen bei der Einordnung zu helfen.

Keltisch: sehr helle Haut, oft mit Sommersprossen und roten Haaren, wird ausschließlich rot und nie braun, Eigenschutz maximal zehn Minuten

Germanisch: helle Haut mit blonden bis hellbraunen Haaren, wird immer rot, anschließend aber oft braun, Eigenschutz maximal zwanzig Minuten

Dunkelhäutiger Europäer: hellbraune Haut mit dunkelblonden bis brünetten Haaren, wird manchmal rot, aber immer braun, Eigenschutz maximal fünfundzwanzig Minuten

Mediterran: olivfarbene bis gebräunte Haut mit dunklen Haaren, wird nie rot, sondern immer braun, Eigenschutz maximal dreißig Minuten

„Eigenschutzzeit“ meint übrigens die Zeitspanne, in der Ihre Haut in der Lage ist, sich ohne Sonnencreme durchzubeißen. Aber „eingecremt“ ist nicht gleich „eingecremt“ und es gilt, einige wichtige Regeln zu berücksichtigen, bevor Sie sich der UV-Strahlung aussetzen. UVA-Strahlen sind übrigens diejenigen, die für die Hautalterung verantwortlich sind, während UVB-Strahlen die gefährlichen Sonnenbrand- und Krebsauslöser darstellen. Seit einer neuen EU-Richtlinie müssen außerdem beide UV-LSFs auf Sonnenschutzprodukten angegeben werden.

Vorher: Tragen Sie Ihren Sonnenschutz mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf. Als Faustregel gilt, ca. sechs EL Creme für Ihren gesamten Körper zu verwenden. Erst dann greift der auf dem Produkt angegebene Schutz! Mehrmaliges Nachcremen verdoppelt dabei übrigens nicht den LSF, denn UV-Schutz wird immer nur einmal am Tag aufgebaut, bevor die Haut wieder eine Pause braucht.

Besonderheiten: Ihre Gesichtshaut benötigt täglichen Sonnenschutz – das ganze Jahr über. Sie ist sehr empfindlich und altert durch UVA-Strahlen schneller. Achten Sie beim Sport darauf, sich noch großzügiger einzucremen, denn Körperschweiß macht den Schutzfilm löchrig und somit irgendwann obsolet. Es gibt sogar Sonnencremes, die kühlen, Insekten abwehren, Körpergeruch entgegenwirken, oder den Bräunungseffekt durch Pro-Melanin unterstützen. Testen Sie einfach durch, was Ihnen am meisten zusagt. LSF 30 sollte dabei aber das Minimum sein!

Wasserfestigkeit: Als „wasserfest“ darf ein Produkt ausgezeichnet werden, wenn es nach zwei Wasseraufenthalten noch zur Hälfte vorhanden ist. Auch diese Präparate verlieren nach dem Baden und Abtrocknen aber ihre Wirkung und sollten spätestens nach zwei Stunden neu aufgetragen werden. Denken Sie außerdem an Ihre Kopfhaut! Hierfür gibt es transparente Sprays, die nicht kleben.

Nachher: Nehmen Sie sich unbedingt noch die Zeit, nach dem Sonnenbad eine milde, unparfümierte After-Sun-Pflege aufzutragen. Sie kühlt, spendet Feuchtigkeit und hilft der Haut bei der Regeneration, denn Sonne bedeutet Stress.

Es ist doch passiert und Sie haben sich einen Sonnenbrand zugezogen? Nicht verzagen. Wenn es sich lediglich um eine leichte Rötung ohne Blasen handelt, können Sie von folgenden Hausmitteln Gebrauch machen, um das Brennen und das Spannen zu lindern:

Umschlag aus kaltem Kamillentee (nicht im Gesicht anwenden)

Molkebad (400 g süßes Molkepulver in lauwarmem Wasser auflösen, fünfzehn Minuten baden, anschließend nicht abtrocken; hilft auch gegen Juckreiz)

Haferflockenbad (drei Tassen Haferflocken, ein Liter gekochtes Wasser, beides in kühles Wasser gießen und fünfzehn Minuten baden)

Aloe-Vera-Gel (Fertigprodukt oder direkt aus der Pflanze) oder rohe Gurkenscheiben

Apfelessig (zwei EL mit einem halben Liter kühlem Wasser vermischen und die betroffenen Stellen über den Tag verteilt mit der Tinktur benetzen)

Joghurt-, Vollmilch– oder Quarkwickel (Baumwolltücher darin tränken und dreißig Minuten auf die betroffenen Stellen legen; auch mit Leinsamen möglich)

Wir erhalten die Quittung unseres Körpers nicht immer sofort, in vielerlei Hinsicht ist er sehr geduldig und macht den einen oder anderen Fehltritt mit sich selbst aus. Diese Geduld sollten Sie unter keinen Umständen überstrapazieren. Denken Sie langfristig. Auch auf die Gefahr hin, altmodisch oder neunmalklug zu klingen.

Auf Ihr Wohl!