Beerenvielfalt

„Krebszellen mögen keine Himbeeren“, leuchtete mich neulich beim Einkaufen ein Buch-Cover an und sicherte sich meine Aufmerksamkeit schon alleine wegen des Wortes „Himbeeren“. Je bewusste ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie viel Him- und Heidelbeeren ich tatsächlich verputze. Während der Saison nahezu täglich jeweils eine Portion. Ich esse sie, weil sie mir unwahrscheinlich gut schmecken. Tatsächlich wird es aber auch wärmstens empfohlen, „Beeren“ so oft wie möglich auf dem Speiseplan zu haben – frisch oder tiefgekühlt. Ich habe mich also mal wieder hingesetzt und mich über das „Superfood vor unserer Haustür“ informiert.

Interessant ist, dass in der Botanik Beeren im Allgemeinen vom traditionell gemeinten Beerenobst unterschieden werden. Zu den Beeren zählen eigentlich nämlich auch einige Obst- und Gemüsesorten, die man zunächst gar nicht als solche bezeichnen würde. Heute soll es allerdings um Beerenobst gehen – genauer gesagt um Himbeeren, Heidelbeeren und Goji-Beeren. Diese reinen Naturerzeugnisse sind unverzichtbar für eine gesundheitsbewusste und abwechslungsreiche Ernährung und bei minimalem Kaloriengehalt gleichzeitig wahre Vitamin- und Mineralstoffbomben.

Heidelbeeren

Die kleine blaue Schwester der Acai-Beere erhält ihre Färbung durch Myrtillin. Dieser Pflanzenfarbstoff kann freie Radikale neutralisieren. Vitamin C und E kurbeln gleichzeitig die Kollagenproduktion an, sodass man gut und gerne zusammenfassen kann: Heidelbeeren sorgen für schöne und gesunde Haut! Dem Motto „nicht nur schön, auch schlau“ wird die Beere durch ihre Eigenschaft gerecht, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit zu fördern. Frisch regt sie die Verdauung an, getrocknet wiederum wirkt sie Durchfall entgegen. Ob pur, als Muffin, Müsli, Saft, in Quark oder sogar in herzhaften Soßen zu Fleisch – Heidelbeeren sind genau so vielfältig, wie auch beliebt. Saison hat die Frucht zwischen Juli und September. Und bei 86 % Wassergehalt und 36 Kalorien pro 100 g lässt es sich erstrecht sorglos und genussvoll schlemmen!

Himbeeren

Ebenfalls 86 % Wassergehalt und nur 34 Kalorien pro 100 g – die Himbeere ist eine der ältesten Kulturpflanzen Deutschlands und deckt mit einer Portion bereits den gesamten Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen. Die flauschigen pinken Beeren enthalten unzählige B-Vitamine, die gut für den Stoffwechsel sind, sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Kalium und Magnesium, die wiederum unsere Knochen- und Zahngesundheit unterstützen. Auch Himbeeren machen sich hervorragend in Joghurts, Obstsalaten, Smoothies, auf Müslis, oder ebenfalls in herzhaften Soßen und Dressings. Tiefgekühlte Früchte sollten Sie vor dem Verzehr erhitzen, um eventuelle Noroviren abzutöten. Bei frischen Beeren besteht dieses Risiko für gewöhnlich nicht.

Goji-Beeren

Gut, ja, ich sagte „aus der Nachbarschaft“… Goji-Beeren stammen zwar aus China, aber wenn ihnen zu Ehren sogar Feste gefeiert werden, dann lohnt es sich eventuell doch, der 2000 Jahre alten Traditionsfrucht nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Frisch sehen die so genannten „Gesundmacher mit lebensverlängernder Wirkung“ aus wie Hagebutten. In diesem Zustand werden sie von Hand geerntet, getrocknet oder als Saft auf den Markt gebracht. Und der hat’s in sich!

Wie auch Him- und Heidelbeeren enthalten Gojis die Vitamine A, C und E in besonders hoher Konzentration. Gerade Vitamin E ist sehr selten und daher so besonders gut für den Zellschutz des Körpers. Goji-Beeren sind Adaptogene, das bedeutet, dass sie dem Körper dabei helfen, sich an physische und psychische Belastungen anzupassen und ihn somit resistenter gegen alltägliche Stresssituationen zu machen. Die Frucht hat aber auch Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und Stoffwechsel, weswegen eine tägliche Verzehrmenge von einem Esslöffel nicht überschritten werden sollte. Trotz erhöhter Stoffwechselaktivität sorgen Gojis aber auch für eine langanhaltende Sättigung, weswegen sie ein beliebter Diät-Begleiter sind. Getrocknet sind sie einsetzbar wie Rosinen und können pur, als Smootie oder als Müsli-Topping verzehrt werden. Ihr muskelaufbauendes Eiweiß, blutbildendes Eisen und ihre verdauungsfördernden Ballaststoffe machen das Obst zur perfekten Kraft- und Ausdauerquelle für Sportler. Muskelregeneration inklusive!

Ich habe das Gefühl, mich lange nicht mehr so „zufällig gesund“ ernährt zu haben, denn was gibt es Besseres, als wenn ein Genussmittel gleichzeitig „Gesundmittel“ ist? Die Vielfältigkeit des Beerenobstes und ihrer Kombinationsmöglichkeiten ist dabei so ausgeprägt wie nie. Die Gratwanderung zwischen unreif, essreif und überreif erkennen Sie übrigens an folgenden Faktoren: Himbeeren sind, auch wenn sie noch hellrot sein sollten, reif, sobald sie sich vom Zapfen lösen lassen. Heidelbeeren können Sie dann am besten genießen, wenn sie auf leichten Druck etwas nachgeben. Sollten die Früchte von einem leichten Schleier überzogen sein, muss Sie das nicht beunruhigen: Die Pflanze bildet diesen Wachsfilm als natürlichen Schutz vor Austrocknung. Lagern Sie die Früchte kühl und dunkel, beispielsweise im Gemüsefach Ihres Kühlschranks oder im Keller. Um zu verhindern, dass das Obst sein Aroma verliert, sollten Sie es beim Abwaschen nicht zu lange ins Wasser legen.

Beeren sind leider dafür bekannt, recht schnell zu schimmeln. Um das zu umgehen, können Sie sie entweder schnell verzehren oder einfrieren (zuerst gut ausgebreitet in einer Schale „vorfrieren“, dann kleben sie hinterher nicht aneinander). Sollte das Obst trotzdem einmal anfangen Schimmel anzusetzen, die umliegenden Früchte ebenfalls großzügig aussortieren und wegwerfen, denn Schimmelbefall ist nicht immer sichtbar. Sind die Beeren lediglich überreif, können Sie sie zu einem Smoothie oder zu Marmelade verarbeiten – da haben Sie sogar noch länger etwas von!

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden – ich wünsche sommerlichen Genuss 🙂

Auf Ihr Wohl!

Sind Sie ein Smombie? Ein Denkanstoß…

Dreiundfünfzigmal am Tag tun wir es angeblich, also im Durchschnitt alle achtzehn Minuten, was insgesamt zweieinhalb Stunden unseres Tages ausmacht: unser Smartphone benutzen. Als ich diese Statistik gelesen habe, habe ich sofort nach einem Vergleich gesucht. Blinzeln tun wir öfter, nämlich ungefähr alle sechs Sekunden und somit über vierzehntausendmal am Tag! Gähnen? Das tun wir seltener, phasenweise sogar gar nicht. Schlucken vielleicht? Das steht mit zweitausend Malen in etwa mittig zwischen Blinzeln und Gähnen. Während es sich in all diesen Fällen aber um wirkliche, physiologische Reflexe handelt, ist die Abhängigkeit von unseren mobilen Endgeräten antrainiert – und keinesfalls überlebensnotwendig. „FOMO“ (fear of missing out) wird der künstliche Instinkt genannt, der sich aus pathologischer Neugier nährt.

Aber ist diese Entwicklung wirklich neu? Voyeurismus, Reality Soaps, Klatsch und Tratsch – egal, aus welcher Perspektive man diese Frage beleuchtet, der Mensch scheint das Privatleben anderer zu lieben. Der andere wiederum liebt es, sich der Öffentlichkeit minutiös preiszugeben. Eine klassische Win-Win-Situation nennt man so etwas wohl. In manch einer Diskussion wird das Ganze mal wieder mit der Steinzeit begründet, in der es überlebenswichtig gewesen ist zu wissen, was in sozialen Gruppen vor sich ging. Von Instinkten und ununterdrückbaren Reflexen ist auch in diesem Zusammenhang die Rede. Und wenn man sie sich so vorstellt, die Smombies, die Smartphone-Zombies, dann ist diese Behauptung auf einmal gar nicht mehr so abwegig. Kaum eine Person im „Ruhezustand“, also sitzend oder zumindest auf der Stelle stehend, zückt nicht sofort gedankenlos ihr Smartphone, um… Um was eigentlich? Um auf die Uhr zu sehen, um seit dem letzten Mal eingegangene Nachrichten zu überprüfen. Um verunsichertes Herumstarren in der Gegend zu vermeiden…

Fakt ist, das Bimmeln, das Vibrieren oder das Aufleuchten unseres Smartphones macht uns augenblicklich nervös, weil wie gesagt neugierig. Kaum besteht die Möglichkeit, eine Nachricht oder einen Like bekommen zu haben, blenden wir unsere Umwelt aus. Gut und gerne darf hier von „Besessenheit“ gesprochen werden, die im täglichen Leben schnell zu einem echten Unfallrisiko werden kann. Nach den USA, China und Belgien, in denen man sich zu speziell angelegten Fußwegen für Smartphone-User gezwungen sah, findet man inzwischen auch in Köln Hinweise auf dem Boden, die Fußgänger trauriger Weise auf gefährliche Stellen wie Bahnsteige oder Kreuzungen aufmerksam machen müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin keineswegs von der Sorte, die wieder zurück in die Zeit möchte, zu der es allenfalls Festnetztelefone oder Briefverkehr gab. Die neuen Medien vereinfachen unser Leben und lassen es zu, viele Dinge, die für uns essenziell sind, zu vereinen. Sowohl Jobanforderungen als auch Karrierevorstellungen haben sich gewandelt, gleichzeitig sind wir aber nach wie vor geprägt von unseren sozialen Bedürfnissen, die mindestens in gleichem Maße zu unserer seelischen Gesundheit dazugehören. Ich behaupte, dass sich – wenn überhaupt – nur ein Bruchteil an Menschen die Zeit nimmt, sich nach einem acht-Stunden-Arbeitstag, den Einkäufen, ein bisschen Haushalt und eigenen Bedürfnissen wie Sport hinzusetzen, eine Telefonnummer zu wählen und stundenlang mit seinem Gegenüber zu reden. Heute haben wir den Luxus, während des Einkaufens nachfragen zu können, wer gleich beim Sport dabei ist.

Das, wovon ich rede, soll sich anhand eines Onlinetests messen und kategorisieren lassen: wahrhafte Smartphone-Sucht, wenn auch noch nicht anerkannt diagnostiziert, die den User dazu zwingt, seine Mahlzeiten jedes Mal erst zu fotografieren, bevor er sie zu sich nimmt. Der Teufelskreis aus dem sofort Antworten, weil die anderen es schließlich erwarten, und dem Erwarten, weil die Antwort schließlich immer so schnell kommt. Smartphone-addiction.de wertet anhand Ihrer Angaben aus, ob Sie Ihr Handy im Vergleich zu anderen freiwilligen Teilnehmen überdurchschnittlich oft benutzen. Laut den Betreibern sei aus wissenschaftlicher Sicht unklar, ob es sich bei Smartphone-Sucht um gesundheitsrelevantes Verhalten handelt. Berücksichtigt man jedoch, welche Gemütszustände User in anderen Umfragen melden, erinnert der Symptomkatalog sehr wohl an, sagen wir, etwas Ungesundes. Die Betroffenen fühlten sich nach oder während der Benutzung Ihres Handys unproduktiv, unglücklich, reizüberflutet, dem Druck der ständigen Erreichbarkeit ausgesetzt und von Neid und Minderwertigkeitsgedanken belastet.

Gerade über Letzteres lohnt es sich, einmal in Ruhe nachzudenken. Während Männer statistisch gesehen nämlich eher von Spielen Gebrauch machen, sind Frauen überwiegend dem sozialen Austausch unterworfen, wobei „Austausch“ im Zusammenhang mit dem stillen Vergleich mit vermeintlich besser situierten Menschen keine glückliche Wortwahl darstellt. Versuche und Ratschläge dem entgegenzuwirken sind deshalb schon weit verbreitet. Als Kontrahent zu „FOMO“ existiert die Bewegung „JOMO“ (joy of missing out), also die Freude daran, auch mal etwas nicht mitkriegen zu müssen. Damit kann ich mich identifizieren.

Bei aller Begeisterung bleibt die Frage, warum ich/ warum wir es dann nicht einfach öfter tun. Das Display auf Graustufen stellen (das soll den Spaß am Draufgucken nehmen), das Smartphone wieder durch handelsübliche Wecker, Armbanduhren und stilechte Festnetztelefone ersetzen, Apps und Whatsapp-Gruppen ausmisten… Oder das Gerät einfach mal zu Hause vergessen – ist mir passiert, sogar vollkommen unabsichtlich. Meine Urlaubswoche in Zahlen:

Schock über das vergessene Gerät: ca. fünfzig Minuten

gedankliche Umstellung auf meine Handyfreiheit: etwa ein halber Tag.

Genuss der Unerreichbarkeit (Digital Detox): acht Tage und Nächte.

die Menge an intensiven Erinnerungen, die mir deswegen aus meinem Urlaub bleibt: unbegrenzt…

Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 2/2)

Im Artikel der vergangenen Woche wurden „Mineralstoffe“ genauer unter die Lupe genommen. Das Ziel war und ist der Durchblick im Wirrwarr des Ernährungsvokabulars, in dem man sich als durchaus interessierter, aber oft eher laienhafter Verbraucher befindet. Um zu verstehen, was sowohl Lebens- als auch Nahrungsmittel für uns tun und wodurch wir welches Körperwarnsignal beheben können, ist es hilfreich, sich mit Inhaltsstoffen auszukennen, sie einordnen zu können und sie gezielt für die eigene Gesundheit auszuwählen. Teil 2 dieses Aufklärungsartikels beschäftigt sich mit sechs weiteren Nährstoffen – an dieser Stelle fortgesetzt mit „Vitaminen“.

2) Vitamine: Schon klar, Sie wissen was Vitamine sind. Diese gesunden Dinger, die man als Totschlagargument für alles anführt und die zumindest ich irgendwie immer mit etwas Saurem in Verbindung bringe. Aber da ist noch mehr. Im Gegensatz zu den anorganischen Mineralien sind Vitamine organische Verbindungen. Auch sie kann der Körper nicht selbst synthetisieren, denn sie werden erst von Pflanzen, Bakterien oder Tieren gebildet und müssen ebenfalls über die Nahrung aufgenommen werden. Derzeit sind zwanzig Vitamine bekannt. Dreizehn davon sind unerlässlich für den Menschen, denn sie stärken sein Immunsystem und sind beteiligt am Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Sie regulieren die Verwertung anderer Nährstoffe und sorgen somit dafür, dass Kohlenhydrate, Proteine und Mineralien überhaupt erst vom Körper aufgenommen werden können (wie auch Mineralstoffe selbst sich untereinander beeinflussen). Ihre Namensgebung richtet sich nach ihrer chemischen Struktur und wird nach ihrer Wirkung unterschieden. Vitamin C und der gesamte Vitamin-B-Komplex sind wasserlöslich, die Vitamine A, D, E und K hingegen fettlöslich. Diese Erkenntnisse sollten bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln berücksichtigt werden.

Das Vitaminlexikon auf https://www.apotheken-umschau.de/Vitaminlexikon stellt die kleinen Nährstoffe eingehend dar und hilft zudem bei Fragen zu vitaminreicher Ernährung und Nahrungsergänzungsthemen.

Unsere Lieblings-Vitaminbooster: Bienenpollen, Spirulina, Chlorella und Weizengras

3) Ungesättigte Fettsäuren: Verwirrende Eselsbrücke – das „un-“ in „ungesättigt“ bezeichnet die gesunden Fette. Neu ist, dass der Körper in der Lage ist Fette selbst zu bilden, nämlich beispielsweise aus Glukose oder aus Aminosäuren. Die einzigen Fette, die er nicht umwandeln kann, sind Omega 3 und Omega 6. Diese sehr wichtigen Nährstoffe sind also essenziell für ihn und können zum Glück über die Nahrung aufgenommen werden. Der bekannteste und beliebteste Lieferant hiefür ist Fisch. Die Aufgabe, die Fettsäuren erfüllen, ist wörtlich zu nehmen: Sie „schmieren“ unsere Zellmembranen und halten sie geschmeidig. Auch unser Gehirn besteht zu einem Großteil aus Fett, weswegen Fisch laut einer finnischen Studie nicht nur gut fürs Herz sein, sondern auch Gedächtnisverlust und Schlaganfällen entgegenwirken soll.

Unsere Lieblings-Fettsäurebooster: Bienenpollen, Nüsse und Kakao.

4) Enzyme: Oder sollte ich lieber „Proteine“ schreiben? Enzyme sind nämlich hauptsächlich aus biologischen Riesenmolekülen bestehende Proteine, die sich wiederum aus Aminosäureketten zusammensetzen – aber dazu später mehr. Enzyme erfüllen Funktionen im Stoffwechsel, die kein anderer Nährstoff erfüllen kann. Sie sorgen nämlich für die Spaltung anderer Nährstoffe und geben uns somit Kraft aus unserer Nahrung. Durch diese Absorption spielen sie eine wichtige Rolle für unsere Verdauung. Enzyme, Proteine oder auch Eiweiße werden ab 50 °C bereits irreversibel zerstört, weswegen sie Mangelware in gekochten Nahrungsmitteln sind. Im Idealfall sollten Enzyme lebend zu sich genommen werden, wofür frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse die beste Quelle sind.

Genauer nachzulesen unter https://www.keimling.de/roh-und-naturkost/naehrstoffe/naehrstoffe_enzyme/

Unsere Lieblings-Proteinbooster: Nüsse, Bienenpollen, Spirulina und Chlorella

5) Aminosäuren: Aminosäureketten sind nicht nur Bestandteil von Enzymen, sondern auch die Voraussetzung dafür, dass diese uneingeschränkt funktionieren können. Wie auch bei den ungesättigten Fettsäuren kann der Körper Aminosäuren zum Teil selbst synthetisieren, den Rest holt er sich über bestimmte Lebensmittel. Diese sind übrigens gemeint, wenn von „allen acht essenziellen Aminosäuren“ die Rede ist. Ein Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel, das dieses Prädikat erfüllt, ist also zu Recht sehr gesund und wichtig.

Die viel zitierten acht essenziellen Aminosäuren finden Sie unter  https://utopia.de/ratgeber/aminosaeuren-in-lebensmitteln-das-sind-die-wichtigsten/

Unsere Lieblings-Aminosäurenbooster: Goji-Beeren, Weizengras, Nüsse und Spirulina

6) Ballaststoffe: „Ballast“ ist in der Pragmatik ja auch eher etwas Negatives. Etwas, das mich belastet, das ich loswerden möchte, das mein Leben erschwert. Ganz schön unfair, wenn man dagegen die Vorteile betrachtet, die die Nährstoffe in diesem Fall mit sich bringen: Ballaststoffe sind diejenigen Ingredienzen, die am längsten satt machen. Gleichzeitig regen sie unsere Darmtätigkeit an und schützen dessen Schleimhaut. Mindestens 30 g sollten wir täglich zu uns nehmen.

Wer gerne mehr über Kohlenhydrate und Ballaststoffe erfahren möchte, findet entsprechende Infos unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/info/kohlenhydrate

Unsere Lieblings-Ballaststoffbooster: Kakao und Nüsse

7) Sekundäre Pflanzenstoffe: Dieser Nährstoff ist nach bisherigen Erkenntnissen zwar nicht essenziell für Ihren Körper, dennoch haben sekundäre Pflanzenstoffe aber durchaus gesundheitsfördernde Eigenschaften, weswegen sie dringend Teil Ihrer täglichen Ernährung sein sollten. Sekundäre Pflanzenstoffe sind für die Farbgebung pflanzlicher Lebensmittel verantwortlich, regeln deren Wachstum und wehren Fressfeinde in freier Natur ab. Auch bei uns beeinflussen sie zahlreiche Stoffwechselprozesse, schützen uns vor verschiedenen Krebsarten und senken unseren Blutdruck, indem sie unsere Blutgefäße erweitern. Sekundäre Pflanzenstoffe haben ähnliche Eigenschaften wie Vitamine, sind entzündungshemmend und antibakteriell und können ganz unkompliziert in natürlicher Form über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine genauere Auflistung und Erklärung sekundärer Pflanzenstoffe bietet https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/

Unser Lieblings-Pflanzenstoffbooster: Kakao

Keine Sorge, ich werde Sie weder prüfen noch abfragen. Ich bin sicher, dass alles, was Sie betrifft und interessiert, auch hängen geblieben ist. In jedem anderen Fall können Sie ja jederzeit noch einmal nachlesen 😉 Viel Spaß beim Stöbern, Probieren und Studieren.

Auf Ihr Wohl!

Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 1/2)

Sprechen Sie eigentlich Ernährerisch? Vermutlich ja, denn irgendwie tun wir das im Alltag ja alle, aber verstehen Sie es auch? Flavonoide, Spurenelemente, Enzyme – nach nunmehr sechzehn Blogartikeln, in denen die gesundheitsfördernden Komponenten von Moringa, Kakao & Co. rauf- und runterzitiert wurden, fand ich, es sei an der Zeit Vokabelunterricht zu machen. Sie lernen heute weder Englisch noch Spanisch, dafür Biologie und Chemie. Na ja, zumindest kratzen wir diese Wissenschaften an der Oberfläche an, eine eingehende Beschäftigung mit der Lebensmittelkunde würde den Rahmen eines Blogs wohl sprengen. Ziel des Ganzen ist das gleiche wie immer: ein optimiertes Bewusstsein über Ernährung und Gesundheit. Hilfe zur Selbsthilfe ganz ohne Pharma; ein tieferes Verständnis der Abläufe im Körper. Klingt das gut? Dann wollen wir mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Verwenden Sie eigentlich den Begriff „Lebensmittel“ oder „Nahrungsmittel“? Beides? Das ist nicht verwerflich und gleichzeitig auch nicht verwunderlich, denn wer setzt sich schon mit dem Unterschied zwischen den beiden Wörtern auseinander? Ich, denn ich hatte irgendwie im Gefühl, dass es sich dabei nicht um deckungsgleiche Synonyme handelt. Der Begriff Nahrungsmittel ist laut Internetquellen schnell erklärt. Es handele sich hierbei um aus Gründen der Halt- und Lagerbarkeit verarbeitete Lebensmittel. Sie dienen vorwiegend unserer Energiezufuhr, denn Nahrungsmittel enthalten zwar Nährstoffe, aber im Vergleich zu Lebensmitteln unterliegen sie bereits einem deutlichen Wertverlust. Lebensmittel hingegen enthalten in ihrer Ursprungsform noch nahezu alle Nähr- oder Vitalstoffe (zu diesem Unterschied später mehr), die für unsere Gesundheit von elementarer Bedeutung sind. Grundsätzlich erkenne man Lebensmittel daran, dass sie noch sprossen und keimen könnten, sprich noch „leben“. Aus dem Lebensmittel „Getreide“ wird also beispielsweise das Nahrungsmittel „Brot“. Aus dem Lebensmittel „Obst“ werden die Nahrungsmittel „Saft“ oder „Marmelade“ usw. Jeder enthaltene Nähr-/ Vitalstoff hat dabei seine eigene spezielle Aufgabe.

Der Unterschied zwischen Inhalts-, Nähr- und Vitalstoffen: Man kann es mit der Wortwahl natürlich auf die Spitze treiben, aber sind wir ehrlich – im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir diese drei Begriffe synonym. Der dabei wohl unkomplizierteste Begriff ist „Inhaltsstoff“. Er besagt lediglich, dass etwas in etwas drin ist. Bei weiterem Nachlesen lässt sich hingegen erahnen, dass die Begriffe „Nähr- und Vitalstoff“ das gleiche bezeichnen, aber die Bezeichnung „Vitalstoff“ als zu ungenau umstritten wird. Einigen wir uns also auf den Begriff Nährstoffe. Diese sind organische und anorganische Stoffe, die zur Lebenserhaltung verstoffwechselt werden. Sie dienen der Energieversorgung des Körpers, der sie zum Teil nicht selbst produzieren kann, weswegen wir sie ihm von außen zuführen müssen. Das geschieht über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel (wenn die Zufuhr über Lebensmittel allein nicht ausreicht). Nährstoffe, die der Körper nicht selbst produzieren kann, bezeichnet man als „essenziell“ für ihn. Unterschieden werden Makro- und Mikronährstoffe. Zu den Makronährstoffen gehören Kohlenhydrate, Fettsäuren und Proteine, während Mikronährstoffe sich aus Vitaminen und Mineralstoffen zusammensetzen.

Ich habe mir diese Unterteilung bei der Recherche wie einen Stammbaum vorgestellt. Getreu dem Schneeballprinzip werden Begriffe so lange in ihre Einzelkomponenten zerlegt, bis die Reichweite ihrer Bedeutung deutlich geworden ist. Anstatt also einfach nur zu lesen, dass Spirulina „alle acht essenziellen Aminosäuren“ enthält, möchte ich verstehen und wertschätzen, was das überhaupt für mich bedeutet. Aus diesem Grund habe ich mir für Sie und für mich die Mühe gemacht, die sieben meistzitierten Nährstoffe zu ergründen.

Nährstoff 1/7 bekommen Sie schon diese Woche. Sobald dann alle Informationen so richtig schön verinnerlicht und Sie bereit für mehr sind, folgen in der nächsten Woche die restlichen sechs. Starten wir mit unserem schriftlichen Apéritif: den Mineralstoffen.

1) Mineralstoffe: Wenn Sie gleich lesen, was mit „Mineralstoffen“ alles gemeint ist, wird sich sicherlich der berühmte Aha-Effekt bei Ihnen einstellen. Zunächst handelt es sich hierbei um lebensnotwendige, anorganische Mikronährstoffe (Sie erinnern sich?), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Über eine ausgewogene Ernährung ist die Zufuhr aber normalerweise gewährleistet. Mineralstoffe können grundsätzlich weder durch Hitze noch durch Luftzufuhr zerstört werden, übermäßig langes Kochen sorgt aber für Einbußen in der Qualität. „Mineralien“ (im Ernährungszusammenhang verwendete Kurzform von „Mineralstoffen“) sind in Lebensmitteln gelöst, wo sie entweder als Mengen- oder Spurenelemente vorkommen, da der Organismus bestimmte Stoffe in unterschiedlichen Mengen benötigt. Mengenelemente sind mit > 50 mg pro kg im Lebensmittel vertreten. Sie kennen sie als Chlor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor oder Schwefel. Spurenelemente hingegen schlagen nur mit < 50 mg pro kg im Lebensmittel zu Buche und sind bekannt als Eisen, Fluorid, Jod, Kupfer, Mangan, Selen oder Zink. Mineralstoffe beeinflussen einander und sorgen auf diese Weise für ein optimales Wirkungsspektrum auf unser Immun- und Nervensystem, unsere Knochen, Muskeln und Zähne, unsere Blutgerinnung und sogar unsere Fortpflanzung. Sie sind die unverzichtbaren Allrounder, die leider oft als selbstverständlich überlesen und gar nicht richtig verinnerlicht werden.

Eine genaue Auflistung aller Mineralstoffe und ihrer Funktionen im Einzelnen bietet https://www.netdoktor.at/laborwerte/mineralstoffe-6684727

Unsere Lieblings-Mineralienbooster: Chlorella, Spirulina und Kakao

Auf Ihr Wohl!