Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 1/2)

Sprechen Sie eigentlich Ernährerisch? Vermutlich ja, denn irgendwie tun wir das im Alltag ja alle, aber verstehen Sie es auch? Flavonoide, Spurenelemente, Enzyme – nach nunmehr sechzehn Blogartikeln, in denen die gesundheitsfördernden Komponenten von Moringa, Kakao & Co. rauf- und runterzitiert wurden, fand ich, es sei an der Zeit Vokabelunterricht zu machen. Sie lernen heute weder Englisch noch Spanisch, dafür Biologie und Chemie. Na ja, zumindest kratzen wir diese Wissenschaften an der Oberfläche an, eine eingehende Beschäftigung mit der Lebensmittelkunde würde den Rahmen eines Blogs wohl sprengen. Ziel des Ganzen ist das gleiche wie immer: ein optimiertes Bewusstsein über Ernährung und Gesundheit. Hilfe zur Selbsthilfe ganz ohne Pharma; ein tieferes Verständnis der Abläufe im Körper. Klingt das gut? Dann wollen wir mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Verwenden Sie eigentlich den Begriff „Lebensmittel“ oder „Nahrungsmittel“? Beides? Das ist nicht verwerflich und gleichzeitig auch nicht verwunderlich, denn wer setzt sich schon mit dem Unterschied zwischen den beiden Wörtern auseinander? Ich, denn ich hatte irgendwie im Gefühl, dass es sich dabei nicht um deckungsgleiche Synonyme handelt. Der Begriff Nahrungsmittel ist laut Internetquellen schnell erklärt. Es handele sich hierbei um aus Gründen der Halt- und Lagerbarkeit verarbeitete Lebensmittel. Sie dienen vorwiegend unserer Energiezufuhr, denn Nahrungsmittel enthalten zwar Nährstoffe, aber im Vergleich zu Lebensmitteln unterliegen sie bereits einem deutlichen Wertverlust. Lebensmittel hingegen enthalten in ihrer Ursprungsform noch nahezu alle Nähr- oder Vitalstoffe (zu diesem Unterschied später mehr), die für unsere Gesundheit von elementarer Bedeutung sind. Grundsätzlich erkenne man Lebensmittel daran, dass sie noch sprossen und keimen könnten, sprich noch „leben“. Aus dem Lebensmittel „Getreide“ wird also beispielsweise das Nahrungsmittel „Brot“. Aus dem Lebensmittel „Obst“ werden die Nahrungsmittel „Saft“ oder „Marmelade“ usw. Jeder enthaltene Nähr-/ Vitalstoff hat dabei seine eigene spezielle Aufgabe.

Der Unterschied zwischen Inhalts-, Nähr- und Vitalstoffen: Man kann es mit der Wortwahl natürlich auf die Spitze treiben, aber sind wir ehrlich – im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir diese drei Begriffe synonym. Der dabei wohl unkomplizierteste Begriff ist „Inhaltsstoff“. Er besagt lediglich, dass etwas in etwas drin ist. Bei weiterem Nachlesen lässt sich hingegen erahnen, dass die Begriffe „Nähr- und Vitalstoff“ das gleiche bezeichnen, aber die Bezeichnung „Vitalstoff“ als zu ungenau umstritten wird. Einigen wir uns also auf den Begriff Nährstoffe. Diese sind organische und anorganische Stoffe, die zur Lebenserhaltung verstoffwechselt werden. Sie dienen der Energieversorgung des Körpers, der sie zum Teil nicht selbst produzieren kann, weswegen wir sie ihm von außen zuführen müssen. Das geschieht über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel (wenn die Zufuhr über Lebensmittel allein nicht ausreicht). Nährstoffe, die der Körper nicht selbst produzieren kann, bezeichnet man als „essenziell“ für ihn. Unterschieden werden Makro- und Mikronährstoffe. Zu den Makronährstoffen gehören Kohlenhydrate, Fettsäuren und Proteine, während Mikronährstoffe sich aus Vitaminen und Mineralstoffen zusammensetzen.

Ich habe mir diese Unterteilung bei der Recherche wie einen Stammbaum vorgestellt. Getreu dem Schneeballprinzip werden Begriffe so lange in ihre Einzelkomponenten zerlegt, bis die Reichweite ihrer Bedeutung deutlich geworden ist. Anstatt also einfach nur zu lesen, dass Spirulina „alle acht essenziellen Aminosäuren“ enthält, möchte ich verstehen und wertschätzen, was das überhaupt für mich bedeutet. Aus diesem Grund habe ich mir für Sie und für mich die Mühe gemacht, die sieben meistzitierten Nährstoffe zu ergründen.

Nährstoff 1/7 bekommen Sie schon diese Woche. Sobald dann alle Informationen so richtig schön verinnerlicht und Sie bereit für mehr sind, folgen in der nächsten Woche die restlichen sechs. Starten wir mit unserem schriftlichen Apéritif: den Mineralstoffen.

1) Mineralstoffe: Wenn Sie gleich lesen, was mit „Mineralstoffen“ alles gemeint ist, wird sich sicherlich der berühmte Aha-Effekt bei Ihnen einstellen. Zunächst handelt es sich hierbei um lebensnotwendige, anorganische Mikronährstoffe (Sie erinnern sich?), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Über eine ausgewogene Ernährung ist die Zufuhr aber normalerweise gewährleistet. Mineralstoffe können grundsätzlich weder durch Hitze noch durch Luftzufuhr zerstört werden, übermäßig langes Kochen sorgt aber für Einbußen in der Qualität. „Mineralien“ (im Ernährungszusammenhang verwendete Kurzform von „Mineralstoffen“) sind in Lebensmitteln gelöst, wo sie entweder als Mengen- oder Spurenelemente vorkommen, da der Organismus bestimmte Stoffe in unterschiedlichen Mengen benötigt. Mengenelemente sind mit > 50 mg pro kg im Lebensmittel vertreten. Sie kennen sie als Chlor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor oder Schwefel. Spurenelemente hingegen schlagen nur mit < 50 mg pro kg im Lebensmittel zu Buche und sind bekannt als Eisen, Fluorid, Jod, Kupfer, Mangan, Selen oder Zink. Mineralstoffe beeinflussen einander und sorgen auf diese Weise für ein optimales Wirkungsspektrum auf unser Immun- und Nervensystem, unsere Knochen, Muskeln und Zähne, unsere Blutgerinnung und sogar unsere Fortpflanzung. Sie sind die unverzichtbaren Allrounder, die leider oft als selbstverständlich überlesen und gar nicht richtig verinnerlicht werden.

Eine genaue Auflistung aller Mineralstoffe und ihrer Funktionen im Einzelnen bietet https://www.netdoktor.at/laborwerte/mineralstoffe-6684727

Unsere Lieblings-Mineralienbooster: Chlorella, Spirulina und Kakao

Auf Ihr Wohl!