Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 2/2)

Im Artikel der vergangenen Woche wurden „Mineralstoffe“ genauer unter die Lupe genommen. Das Ziel war und ist der Durchblick im Wirrwarr des Ernährungsvokabulars, in dem man sich als durchaus interessierter, aber oft eher laienhafter Verbraucher befindet. Um zu verstehen, was sowohl Lebens- als auch Nahrungsmittel für uns tun und wodurch wir welches Körperwarnsignal beheben können, ist es hilfreich, sich mit Inhaltsstoffen auszukennen, sie einordnen zu können und sie gezielt für die eigene Gesundheit auszuwählen. Teil 2 dieses Aufklärungsartikels beschäftigt sich mit sechs weiteren Nährstoffen – an dieser Stelle fortgesetzt mit „Vitaminen“.

2) Vitamine: Schon klar, Sie wissen was Vitamine sind. Diese gesunden Dinger, die man als Totschlagargument für alles anführt und die zumindest ich irgendwie immer mit etwas Saurem in Verbindung bringe. Aber da ist noch mehr. Im Gegensatz zu den anorganischen Mineralien sind Vitamine organische Verbindungen. Auch sie kann der Körper nicht selbst synthetisieren, denn sie werden erst von Pflanzen, Bakterien oder Tieren gebildet und müssen ebenfalls über die Nahrung aufgenommen werden. Derzeit sind zwanzig Vitamine bekannt. Dreizehn davon sind unerlässlich für den Menschen, denn sie stärken sein Immunsystem und sind beteiligt am Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Sie regulieren die Verwertung anderer Nährstoffe und sorgen somit dafür, dass Kohlenhydrate, Proteine und Mineralien überhaupt erst vom Körper aufgenommen werden können (wie auch Mineralstoffe selbst sich untereinander beeinflussen). Ihre Namensgebung richtet sich nach ihrer chemischen Struktur und wird nach ihrer Wirkung unterschieden. Vitamin C und der gesamte Vitamin-B-Komplex sind wasserlöslich, die Vitamine A, D, E und K hingegen fettlöslich. Diese Erkenntnisse sollten bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln berücksichtigt werden.

Das Vitaminlexikon auf https://www.apotheken-umschau.de/Vitaminlexikon stellt die kleinen Nährstoffe eingehend dar und hilft zudem bei Fragen zu vitaminreicher Ernährung und Nahrungsergänzungsthemen.

Unsere Lieblings-Vitaminbooster: Bienenpollen, Spirulina, Chlorella und Weizengras

3) Ungesättigte Fettsäuren: Verwirrende Eselsbrücke – das „un-“ in „ungesättigt“ bezeichnet die gesunden Fette. Neu ist, dass der Körper in der Lage ist Fette selbst zu bilden, nämlich beispielsweise aus Glukose oder aus Aminosäuren. Die einzigen Fette, die er nicht umwandeln kann, sind Omega 3 und Omega 6. Diese sehr wichtigen Nährstoffe sind also essenziell für ihn und können zum Glück über die Nahrung aufgenommen werden. Der bekannteste und beliebteste Lieferant hiefür ist Fisch. Die Aufgabe, die Fettsäuren erfüllen, ist wörtlich zu nehmen: Sie „schmieren“ unsere Zellmembranen und halten sie geschmeidig. Auch unser Gehirn besteht zu einem Großteil aus Fett, weswegen Fisch laut einer finnischen Studie nicht nur gut fürs Herz sein, sondern auch Gedächtnisverlust und Schlaganfällen entgegenwirken soll.

Unsere Lieblings-Fettsäurebooster: Bienenpollen, Nüsse und Kakao.

4) Enzyme: Oder sollte ich lieber „Proteine“ schreiben? Enzyme sind nämlich hauptsächlich aus biologischen Riesenmolekülen bestehende Proteine, die sich wiederum aus Aminosäureketten zusammensetzen – aber dazu später mehr. Enzyme erfüllen Funktionen im Stoffwechsel, die kein anderer Nährstoff erfüllen kann. Sie sorgen nämlich für die Spaltung anderer Nährstoffe und geben uns somit Kraft aus unserer Nahrung. Durch diese Absorption spielen sie eine wichtige Rolle für unsere Verdauung. Enzyme, Proteine oder auch Eiweiße werden ab 50 °C bereits irreversibel zerstört, weswegen sie Mangelware in gekochten Nahrungsmitteln sind. Im Idealfall sollten Enzyme lebend zu sich genommen werden, wofür frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse die beste Quelle sind.

Genauer nachzulesen unter https://www.keimling.de/roh-und-naturkost/naehrstoffe/naehrstoffe_enzyme/

Unsere Lieblings-Proteinbooster: Nüsse, Bienenpollen, Spirulina und Chlorella

5) Aminosäuren: Aminosäureketten sind nicht nur Bestandteil von Enzymen, sondern auch die Voraussetzung dafür, dass diese uneingeschränkt funktionieren können. Wie auch bei den ungesättigten Fettsäuren kann der Körper Aminosäuren zum Teil selbst synthetisieren, den Rest holt er sich über bestimmte Lebensmittel. Diese sind übrigens gemeint, wenn von „allen acht essenziellen Aminosäuren“ die Rede ist. Ein Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel, das dieses Prädikat erfüllt, ist also zu Recht sehr gesund und wichtig.

Die viel zitierten acht essenziellen Aminosäuren finden Sie unter  https://utopia.de/ratgeber/aminosaeuren-in-lebensmitteln-das-sind-die-wichtigsten/

Unsere Lieblings-Aminosäurenbooster: Goji-Beeren, Weizengras, Nüsse und Spirulina

6) Ballaststoffe: „Ballast“ ist in der Pragmatik ja auch eher etwas Negatives. Etwas, das mich belastet, das ich loswerden möchte, das mein Leben erschwert. Ganz schön unfair, wenn man dagegen die Vorteile betrachtet, die die Nährstoffe in diesem Fall mit sich bringen: Ballaststoffe sind diejenigen Ingredienzen, die am längsten satt machen. Gleichzeitig regen sie unsere Darmtätigkeit an und schützen dessen Schleimhaut. Mindestens 30 g sollten wir täglich zu uns nehmen.

Wer gerne mehr über Kohlenhydrate und Ballaststoffe erfahren möchte, findet entsprechende Infos unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/info/kohlenhydrate

Unsere Lieblings-Ballaststoffbooster: Kakao und Nüsse

7) Sekundäre Pflanzenstoffe: Dieser Nährstoff ist nach bisherigen Erkenntnissen zwar nicht essenziell für Ihren Körper, dennoch haben sekundäre Pflanzenstoffe aber durchaus gesundheitsfördernde Eigenschaften, weswegen sie dringend Teil Ihrer täglichen Ernährung sein sollten. Sekundäre Pflanzenstoffe sind für die Farbgebung pflanzlicher Lebensmittel verantwortlich, regeln deren Wachstum und wehren Fressfeinde in freier Natur ab. Auch bei uns beeinflussen sie zahlreiche Stoffwechselprozesse, schützen uns vor verschiedenen Krebsarten und senken unseren Blutdruck, indem sie unsere Blutgefäße erweitern. Sekundäre Pflanzenstoffe haben ähnliche Eigenschaften wie Vitamine, sind entzündungshemmend und antibakteriell und können ganz unkompliziert in natürlicher Form über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine genauere Auflistung und Erklärung sekundärer Pflanzenstoffe bietet https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/

Unser Lieblings-Pflanzenstoffbooster: Kakao

Keine Sorge, ich werde Sie weder prüfen noch abfragen. Ich bin sicher, dass alles, was Sie betrifft und interessiert, auch hängen geblieben ist. In jedem anderen Fall können Sie ja jederzeit noch einmal nachlesen 😉 Viel Spaß beim Stöbern, Probieren und Studieren.

Auf Ihr Wohl!

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