Beerenvielfalt

„Krebszellen mögen keine Himbeeren“, leuchtete mich neulich beim Einkaufen ein Buch-Cover an und sicherte sich meine Aufmerksamkeit schon alleine wegen des Wortes „Himbeeren“. Je bewusste ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie viel Him- und Heidelbeeren ich tatsächlich verputze. Während der Saison nahezu täglich jeweils eine Portion. Ich esse sie, weil sie mir unwahrscheinlich gut schmecken. Tatsächlich wird es aber auch wärmstens empfohlen, „Beeren“ so oft wie möglich auf dem Speiseplan zu haben – frisch oder tiefgekühlt. Ich habe mich also mal wieder hingesetzt und mich über das „Superfood vor unserer Haustür“ informiert.

Interessant ist, dass in der Botanik Beeren im Allgemeinen vom traditionell gemeinten Beerenobst unterschieden werden. Zu den Beeren zählen eigentlich nämlich auch einige Obst- und Gemüsesorten, die man zunächst gar nicht als solche bezeichnen würde. Heute soll es allerdings um Beerenobst gehen – genauer gesagt um Himbeeren, Heidelbeeren und Goji-Beeren. Diese reinen Naturerzeugnisse sind unverzichtbar für eine gesundheitsbewusste und abwechslungsreiche Ernährung und bei minimalem Kaloriengehalt gleichzeitig wahre Vitamin- und Mineralstoffbomben.

Heidelbeeren

Die kleine blaue Schwester der Acai-Beere erhält ihre Färbung durch Myrtillin. Dieser Pflanzenfarbstoff kann freie Radikale neutralisieren. Vitamin C und E kurbeln gleichzeitig die Kollagenproduktion an, sodass man gut und gerne zusammenfassen kann: Heidelbeeren sorgen für schöne und gesunde Haut! Dem Motto „nicht nur schön, auch schlau“ wird die Beere durch ihre Eigenschaft gerecht, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit zu fördern. Frisch regt sie die Verdauung an, getrocknet wiederum wirkt sie Durchfall entgegen. Ob pur, als Muffin, Müsli, Saft, in Quark oder sogar in herzhaften Soßen zu Fleisch – Heidelbeeren sind genau so vielfältig, wie auch beliebt. Saison hat die Frucht zwischen Juli und September. Und bei 86 % Wassergehalt und 36 Kalorien pro 100 g lässt es sich erstrecht sorglos und genussvoll schlemmen!

Himbeeren

Ebenfalls 86 % Wassergehalt und nur 34 Kalorien pro 100 g – die Himbeere ist eine der ältesten Kulturpflanzen Deutschlands und deckt mit einer Portion bereits den gesamten Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen. Die flauschigen pinken Beeren enthalten unzählige B-Vitamine, die gut für den Stoffwechsel sind, sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Kalium und Magnesium, die wiederum unsere Knochen- und Zahngesundheit unterstützen. Auch Himbeeren machen sich hervorragend in Joghurts, Obstsalaten, Smoothies, auf Müslis, oder ebenfalls in herzhaften Soßen und Dressings. Tiefgekühlte Früchte sollten Sie vor dem Verzehr erhitzen, um eventuelle Noroviren abzutöten. Bei frischen Beeren besteht dieses Risiko für gewöhnlich nicht.

Goji-Beeren

Gut, ja, ich sagte „aus der Nachbarschaft“… Goji-Beeren stammen zwar aus China, aber wenn ihnen zu Ehren sogar Feste gefeiert werden, dann lohnt es sich eventuell doch, der 2000 Jahre alten Traditionsfrucht nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Frisch sehen die so genannten „Gesundmacher mit lebensverlängernder Wirkung“ aus wie Hagebutten. In diesem Zustand werden sie von Hand geerntet, getrocknet oder als Saft auf den Markt gebracht. Und der hat’s in sich!

Wie auch Him- und Heidelbeeren enthalten Gojis die Vitamine A, C und E in besonders hoher Konzentration. Gerade Vitamin E ist sehr selten und daher so besonders gut für den Zellschutz des Körpers. Goji-Beeren sind Adaptogene, das bedeutet, dass sie dem Körper dabei helfen, sich an physische und psychische Belastungen anzupassen und ihn somit resistenter gegen alltägliche Stresssituationen zu machen. Die Frucht hat aber auch Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und Stoffwechsel, weswegen eine tägliche Verzehrmenge von einem Esslöffel nicht überschritten werden sollte. Trotz erhöhter Stoffwechselaktivität sorgen Gojis aber auch für eine langanhaltende Sättigung, weswegen sie ein beliebter Diät-Begleiter sind. Getrocknet sind sie einsetzbar wie Rosinen und können pur, als Smootie oder als Müsli-Topping verzehrt werden. Ihr muskelaufbauendes Eiweiß, blutbildendes Eisen und ihre verdauungsfördernden Ballaststoffe machen das Obst zur perfekten Kraft- und Ausdauerquelle für Sportler. Muskelregeneration inklusive!

Ich habe das Gefühl, mich lange nicht mehr so „zufällig gesund“ ernährt zu haben, denn was gibt es Besseres, als wenn ein Genussmittel gleichzeitig „Gesundmittel“ ist? Die Vielfältigkeit des Beerenobstes und ihrer Kombinationsmöglichkeiten ist dabei so ausgeprägt wie nie. Die Gratwanderung zwischen unreif, essreif und überreif erkennen Sie übrigens an folgenden Faktoren: Himbeeren sind, auch wenn sie noch hellrot sein sollten, reif, sobald sie sich vom Zapfen lösen lassen. Heidelbeeren können Sie dann am besten genießen, wenn sie auf leichten Druck etwas nachgeben. Sollten die Früchte von einem leichten Schleier überzogen sein, muss Sie das nicht beunruhigen: Die Pflanze bildet diesen Wachsfilm als natürlichen Schutz vor Austrocknung. Lagern Sie die Früchte kühl und dunkel, beispielsweise im Gemüsefach Ihres Kühlschranks oder im Keller. Um zu verhindern, dass das Obst sein Aroma verliert, sollten Sie es beim Abwaschen nicht zu lange ins Wasser legen.

Beeren sind leider dafür bekannt, recht schnell zu schimmeln. Um das zu umgehen, können Sie sie entweder schnell verzehren oder einfrieren (zuerst gut ausgebreitet in einer Schale „vorfrieren“, dann kleben sie hinterher nicht aneinander). Sollte das Obst trotzdem einmal anfangen Schimmel anzusetzen, die umliegenden Früchte ebenfalls großzügig aussortieren und wegwerfen, denn Schimmelbefall ist nicht immer sichtbar. Sind die Beeren lediglich überreif, können Sie sie zu einem Smoothie oder zu Marmelade verarbeiten – da haben Sie sogar noch länger etwas von!

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden – ich wünsche sommerlichen Genuss 🙂

Auf Ihr Wohl!

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