Warum brauchen wir Vitamine?

Vitamine und Gesundheit gehören irgendwie zusammen, denn der Körper braucht sie doch, um nicht krank zu werden, oder? Was aber machen Vitamine genau und warum gibt es so viele verschiedene davon? Für die meisten von uns besteht der Alltag nicht aus dem Leben auf einer einsamen Insel ohne Stress und mit viel Sonne, die uns quasi von alleine mit Vitamin D versorgt. Unsere Arbeit, Sport und auch das Alter verlangen dem Körper täglich eine ganze Menge ab und nur in den seltenen Fällen schaffen wir es, uns täglich (vermeintlich) perfekt zu ernähren. Aber was wäre die perfekte Ernährung denn überhaupt? Stellt man sich den eigenen Körper wie eine Art Fabrik vor, wären die Organe die Abteilungen, in denen Dinge produziert werden, um wiederum andere Abteilungen zu versorgen, wie zum Beispiel unser Gehirn, unseren Verdauungstrakt usw. Diese Abteilungen brauchen nicht nur Energie, sondern sozusagen auch Material, mit dem sie arbeiten können, wobei aber nicht jede Abteilung das gleiche Material in der gleichen Menge benötigt

Diese Materialien sind unsere Lebensmittel, also Rohstoffe für unsere Versorgung und, wie der Name schon sagt, lebenswichtig. Lebensmittel enthalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, die wir zur Energieerzeugung brauchen, sowie Wasser, das quasi als Transportmittel fungiert. Darüber hinaus braucht der Körper aber eben auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, und auch diese nehmen wir über Lebensmittel zu uns. Diese drei Nährstoffgruppen sorgen also vereinfacht gesagt so ziemlich überall in unserem Körper dafür, dass er funktioniert. Sie sind zum Beispiel daran beteiligt, dass uns bleibende Zähne wachsen, Wunden aufhören zu bluten, wir blinzeln oder beispielsweise einen Fuß vor den anderen setzen können. Vitamine haben jeweils unterschiedliche Funktionen und sorgen dafür, dass jede Abteilung immer das richtige Material bekommt – und zwar auch in der richtigen Menge. Insgesamt helfen sie aber dabei zu steuern, wie die Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralstoffe durch unseren Körper verwertet werden

So kompliziert, wie das Ganze klingen mag, ist dieser Ablauf tatsächlich auch! Aus diesem Grund benötigt der Körper ständig 13 verschiedene Vitamine – 11 davon kann er nicht selbst produzieren, sodass wir sie mit der Nahrung zu uns nehmen müssen. Dabei gibt es leider kein Lebensmittel, dass alle Vitamine auf einmal und in der Menge enthält, die wir im Laufe eines Tages brauchen. Aus diesem Grund ist eine abwechslungsreiche Ernährung so wichtig, zum Beispiel nach dem Ampelprinzip: täglich einmal etwas Rotes, Gelbes und Grünes.

Manche Vitamine kann unser Körper lange speichern, andere brauchen wir täglich neu. Fehlen uns auf Dauer ein oder mehrere Vitamine, dann funktioniert unser Körper nicht mehr so, wie er eigentlich könnte. Man merkt das auf ganz unterschiedliche Weise, zum Beispiel an mattem Haar, brüchigen Nägeln, an Erkältungsanfälligkeit oder permanenter Müdigkeit. Unser Körper signalisiert uns nämlich ziemlich gut, wo wir eigentlich stehen. Das Ziel unseres Organismus ist es, immer die bestmögliche Gesundheit zu erreichen, sodass er einen regelrechten „Heißhunger auf Nährstoffe“ entwickeln kann, denn trotz unserer Überernährung sind wir gleichzeitig nährstoffmangelernährt. Aus diesem Grund sollten Sie immer darauf achten, mindestens die Vitamingrundversorgung zu sich zu nehmen (zusätzlich am besten auch Vitamin B12 und D3 als die zwei Grundvitamine, die jeder ergänzen sollte), um sowohl langfristig gesund zu bleiben, als auch in Krankheitsphasen schnell wieder gesund zu werden und ihren Medikamentenbedarf zu verringern, diese sind nämlich echte Nährstoffräuber. Unser Körper „verhungert“, unser Immunsystem wird geschwächt. Vitaminmangelkrankheiten wirken sich dann hauptsächlich auf unser Skelett aus. Der einfachste Weg zur Erkennung einer Vitamin-Unterversorgung ist aber der Blick in den Spiegel:

Über das Maß beim Aufstehen hinaus geschwollene Augen indizieren zum Beispiel einen Jodmangel. Diesen können Sie ausgleichen, indem Sie viel Preiselbeeren, Erdbeeren, Kartoffeln, Seetang oder Joghurt essen.

Blasse Haut und Erschöpfung können mit einem Vitamin-B12-Mangel einhergehen. Hier schaffen Lachs, angereichertes Getreide, Joghurt oder Schweizer Käse Abhilfe.

Trockenes Haar? Die Wurzel des Übels ist vielleicht ein Vitamin-B7-Mangel. Mit dem Verzehr von Eiern, Mandeln bzw. Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sollte das Problem in den Griff zu kriegen sein.

Wer häufig erkältet ist, ein schwaches Immunsystem und irgendwie blasse Lippen hat, kann es mit Meeresfrüchten, Bohnen, Erbsen und dunkelgrünem Gemüse probieren. Diese enthalten nämlich viel Eisen.

Und worauf man möglicherweise auch nicht unbedingt kommt: Zahnfleischbluten und -probleme können durch einen Vitamin-C-Mangel bedingt sein. Die schmackhaften Helfer in diesem Fall heißen Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Broccoli, Grünkohl und Paprika. All diese Lebensmittel in den wildesten Kombinationen – noch besser!

Kommen wir abschließend nochmal auf unsere anfängliche These zurück, wer nicht krank werden wolle, brauche Vitamine: Schon die Vorbeugung gegen eine Erkältung ist richtig Arbeit für unseren Körper, denn wenn mehr gearbeitet wird, wird auch mehr produziert, um bei unserem Fabrikbeispiel zu bleiben. In diesem Fall werden logischerweise auch mehr Rohstoffe verbraucht. Darum sollten Sie auch dann ständig genug Vitamine zu sich nehmen, wenn der Körper gerade keine Schwerstarbeit leistet. Auf diese Weise sind die Reserven immer ausreichend gefüllt und beim nächsten Mal bleiben die laufende Nase und der Brummschädel vielleicht aus. Eine klassische Win-Win-Situation für Ihr Wohlbefinden und Ihren Geldbeutel 🙂

Auf Ihr Wohl!

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