Lieber Körper, was brauchst du? (Erkenntnismoment, Teil 2)

Ich habe vor einigen Monaten bereits von Immunmodulation gesprochen. Also von der dauerhaften Anpassung gewisser Faktoren im Vergleich zur schnellen Akuthilfe. Genau hier liegt doch der treffende Punkt: Geht es uns schlecht, wollen wir sofort, dass es aufhört. Unterstützt werden wir dabei von Medikamenten (die uns gleichzeitig aber wichtiger Nährstoffe berauben). Es ist ja auch wirklich schön: Blähungen? Lefax! Sodbrennen? Talcid! Kopfschmerzen? Ibuprofen! (Es handelt sich bei dieser Auflistung nicht um Empfehlungen, sondern lediglich um willkürliche Gegenüberstellungen.) Was aber nun, wenn die Kopfschmerzen am zweiten und dritten Tag immer noch da sind? Laut Packungsbeilage ist jetzt langsam Schluss mit der gedankenlosen Selbstmedikation, aber wird sind doch so genervt und gestresst und diese Kopfschmerzen passen uns jetzt gar nicht… Unser Körper ist nun eventuell an einem Punkt, an dem aus einer momentanen Verletzung ein dauerhafter Schaden geworden ist und er uns dringend etwas mitteilen möchte. Lieber Körper, was brauchst du? Wenn ich online so recherchiere und stöbere, macht sich ein Eindruck in mir breit, mit dem ich gerne aufräumen möchte: Vorsorge ist nicht spießig!

Ich möchte und werde an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion ins Leben rufen, aber mir drängt sich immer wieder die rhetorische Frage auf, warum Gutes aus der Natur denn so penetrant von chemischer Künstlichkeit überlagert und verdrängt wird? Natürlich kann nicht jeder Mensch auf dieser Welt zu seiner eigenen Versorgung Medizin studieren, aber im Jahr 2019 sind wir endgültig so abhängig von Dritten, dass wir quasi immer nur die gleichen fünf Dinge zu uns nehmen, die gerade propagiert werden. Spurenelemente wie Schwefel oder Chrom kommen da natürlich mehr als einmal zu kurz und werden uns, wenn überhaupt, immer erst dann verordnet, wenn es mal wieder höchste Eisenbahn oder sogar zu spät ist.

Ernährungsrevolutionen wie Veganismus, Healthy Food oder die Selbstversorgungsbewegung empfinde ich daher mehr denn je als Hilferuf. Die Menschen suchen etwas, mit dem sie sich unter dem Schock ihrer eigenen Schnelllebigkeit identifizieren können. Und warum? Ich habe den Eindruck, dass sich das Überangebot an Lebensmitteln und Restaurant-Philosophien (siehe All you can eat) zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und heute ganz besonders rasant „zerlebt“ hat. Wissen wir denn überhaupt noch, wie sich die Grundbedürfnisse unseres Körpers wirklich anfühlen? Wie sich echte Entspannung, zum Beispiel nach einem Saunagang, von dem zwischengeschobenen und oft zu kurzen Schlaf während der Arbeitswoche unterscheidet?

Immunmodulation, oder schlicht und einfach Umdenken, kann sich plötzlich oder schleichend integrieren. Superfoods sind für viele (Gegner) einerseits immer nur drei, vier Standardprodukte und andererseits mit unverständlichen Hintergrundinformationen vollgepackt. Das rührt unter anderem aus der Kontroverse zwischen unserer anerzogenen, selbstverständlichen Nahrungsaufnahme (auch Genuss genannt) und dem bewussten und gezielten Zuführen bestimmter Nährstoffe. Haben Sie sich beim morgendlichen Müsligenuss von Heidelbeeren jemals die Gedanken zu der blauen Frucht gemacht, die zum Beispiel in unserem Blogeintrag angekratzt (!) wurden? Wenn ich von mir selbst vor einigen Jahren spreche: Ich nicht. Doch nahezu jedes Superfood ist für mindestens eine besondere Eigenschaft bekannt, für die man es dann nach Belieben aussuchen, ausprobieren und bei Bedarf auch wieder „absetzen“ kann. Sie müssen sich gar nicht jedes Mal mikrobiologisch mit Mumijo, Bienenpollen & Co. beschäftigen – wenn Sie einmal das Naturprodukt gefunden haben, das Sie bei einem bestimmten Anliegen unterstützen soll, müssen (oder dürfen 🙂 ) Sie es nur noch verzehren und es arbeitet im Hintergrund Ihres Körpers alleine weiter. Natürlich ist ein angemessener Gesamtlebensstil mit einer für Sie umsetzbaren Portion Bewegung hier die unausgesprochene Voraussetzung. Zaubern können Superfoods nicht – aber das können Medikamente genau so wenig!

Vielleicht stellen Sie mit der Zeit ja Effekte fest, die Sie noch gar nicht kannten? Vielleicht lernen Sie Ihren Körper ja neu kennen? Vielleicht ist die vom Hautarzt verschriebene Standardsalbe gar nicht die ultimative Antwort auf die Frage, die sich Ihnen stellt, wenn Sie Ihre Haut im Spiegel betrachten…

Wir müssen lernen, wieder wertschätzend zu essen. Und wir dürfen ruhig auch mal offen gegenüber dem Gesundheitsdenken anderer Kulturen sein. Nur als gut gemeinter Denkanstoß aus Übersee oder Fernost. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches in-sich-Gehen 🙂

Auf Ihr Wohl!

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