Die Stationen unserer Verdauung

Wenn man wöchentlich über Lebensmittel und Gesundheitsthemen schreibt, wird man von allen Seiten mit interessanten Randthemen konfrontiert, die es gleichermaßen wert sind über sie zu schreiben. Neulich erging es mir mit dem Thema „Nahrungsmittelverwertung durch den Körper“ genau so. Mit diesen Suchbegriffen habe ich mich auf die Suche nach dem Informationsstand im Internet gemacht und einige sympathische Artikel gefunden, die ich für Sie zusammengetragen habe und heute mit Ihnen teilen möchte. Die Thematik hat mich ohnehin interessiert, außerdem habe ich schnell ihren Nutzen für meinen Blog gesehen, aber als ich mit der Recherche begonnen habe, haben mir zwei Fakten ganz besonders die Augen geöffnet:

Im Laufe eines Lebens verwertet der menschliche Körper durchschnittlich 30 Tonnen an Lebensmitteln und 50.000 Liter an Flüssigkeit.

Eine Meisterleistung. Man kann es nicht anders sagen. Und für diese permanente Arbeit braucht der Körper vor allem eins: Energie. Treibstoff. Kraft. Die holt er sich aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und der täglichen Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern. Hochwertige Nahrungsmittel enthalten dabei fast alles, was der menschliche Organismus regelmäßig so braucht. Auf dem Weg durch den Verwertungsprozess sind dann im Wesentlichen acht Stationen beteiligt, die die Nahrung anhand eines perfekt abgestimmten Systems in immer kleinere Einheiten zerlegen, sie sortieren und schließlich abbauen. Erst in zerlegter Form kann der Körper Mineralien, Fette, Vitamine & Co. nämlich nutzen. Und wie er das macht, ist wirklich spannend:

Station 1: das Gehirn

Im Gehirn wird der Energiebedarf des Körpers zuerst registriert und gemeldet. Bei der Nahrungsaufnahme stillt das Organ dann zunächst seinen eigenen Glukosebedarf, indem es zwischen 80 und 140 g für sich selbst abzwackt. Anschließend verteilt es die übrigen Nährstoffe an die weiteren Stationen. Um Ihrer Körpersteuerzentrale etwas besonders Gutes zu tun, sollten Sie regelmäßig Walnüsse oder Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen.

Station 2: Der Mund

Diese Station war vorhersehbar, denn Nahrungsaufnahme verläuft im Normalfall oral – durch Kauen und Schlucken. Womit wir auch schon bei den ausschlaggebenden Tätigkeiten wären, denn durch das Kauen wird die Nahrung zerkleinert. Gleichzeitig wird sie durch Speichel und im Mund enthaltene Enzyme vorverdaut. Speichelfluss wirkt übrigens effektiv gegen Hungergefühle, weswegen Sie Ihrem Mund anhand von Rohkost ruhig ausgiebig zu tun geben können.

Station 3: Der Magen

Anhand des unumgänglichen Schluckreflexes wird der Nahrungsbrei vom Mund in den Magen befördert, wo er etwa vier Stunden lang durchgeknetet wird. Gleichzeitig spritzen die Schleimhautdrüsen aggressive Magensäure dazu, die zum einen eventuelle Erreger abtötet und zum anderen die in der Nahrung enthaltenen Eiweiße spaltet. Fenchel und Kümmel helfen übrigens beim Abbau überschüssiger Gase.

Station 4: Das Fettgewebe

Eine Station, die vermutlich eher kritisch beäugt wird, denn hier speichert der Körper das Fett in Zellen, um es bei Bedarf wieder abgeben zu können. Genau dieses Verhältnis von Speicherung und Abgabe ist aber oft unausgewogen, sodass es zur übermäßigen Fetteinlagerung und Übergewicht kommt. Für die Fettverbrennung benötigt unser Körper viel Magnesium, daher sollten Sie ausreichend Vollkornprodukte zu sich nehmen.

Station 5: Die Nieren

Als „Kläranlage“ des Körpers filtern die Nieren unser gesamtes Blut (1.500 Liter!) dreihundertmal am Tag. Unterstützen können wir sie dabei mit einer hohen Flüssigkeitszufuhr, gerne auch mit Elektrolytwasser, das beispielsweise in Gurken oder Sojaprodukten enthalten ist.

Station 6: Der Darm

Wer „Magen“ sagt, sagt oft auch „Darm“ und so ist es nicht verwunderlich, dass diese beiden Organe direkt miteinander verbunden sind. Wenn der verdaute Speisebrei den Magen durch einen Pförtner verlässt, wird er zunächst im Dünndarm mit einer weiteren Ladung Verdauungssäfte empfangen, die aus der Leber und der Bauchspeicheldrüse stammen. Im Dickdarm werden den Speiseresten dann das Wasser und die verwertbaren Nährstoffe entzogen, die der Darm ins Blut weitergibt. Die lebenden Bakterien verwerten die Speisereste ihrerseits noch ein letztes Mal, bevor der dann übrig bleibende Rest endgültig ausgeschieden wird.

Station 7: Die Arterien bzw. das Blut

Unser Blut transportiert die Nährstoffe, die der Darm bei der Verarbeitung freigibt, in alle Ecken unseres Körpers, sodass jede Zelle ausreichend versorgt wird. Lachs und Tomaten sind die perfekten Nahrungsmittel, um Arteriosklerose, also der krankhaften Verstopfung der Blutgefäße entgegenzuwirken.

Station 8: Die Leber

Seitens der Leber naht Unterstützung für das Blut, denn die rund 300 Milliarden Leberzellen filtern die Schadstoffe aus ihm heraus. Im selben Zuge sind die Zellen ebenfalls an der Verarbeitung der Nahrungsbestandteile beteiligt. Chicoree und Artischocken enthalten Bitterstoffe, die sowohl den Fettstoffwechsel anregen als auch bei der Entgiftung helfen.

War Ihnen die Rolle, die beispielsweise das Gehirn beim Verdauungsprozess spielt, so bewusst? Konnten Sie mit Sicherheit behaupten, welche Leistung zwei gesunde Nieren im Normalfall erbringen? Ich möchte nicht bewirken, dass Sie zu verkopft an Ihre Ernährung herangehen. Der Körper ist, liebevoll gemeint, ein Gebrauchsgegenstand mit begrenzter Laufzeit und ich stelle lediglich immer wieder fest, wie selbstverständlich wir hinnehmen und erwarten, was gar nicht selbstverständlich ist. Und so kann ich mich nur wiederholen: Das ist eine Meisterleistung. Und es ist nie zu spät, noch etwas zu ändern J


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