Matcha – der gesunde Energielieferant

Wenn ein Lebensmittel seit Jahren umstritten ist, dann Kaffee. Noch im Artikel zu Heißhunger haben wir erfahren, was er mit unserem Körper veranstaltet: Sein Koffein versetzt uns in eine künstliche Stresssituation, die der Organismus mit Flucht oder Kampf verwechselt. Aus diesem Grund hebt er den Blutzuckerspiegel an, um uns für die Ausnahmesituation zu wappnen. Ein Teufelskreis aus „die falschen Stellen Anzapfen“ und „an den falschen Zonen wieder Ablagern“ entsteht. Die weiteren Negativmythen zu Kaffee reichen von „verursacht Schlafstörungen“ über „entzieht dem Körper Flüssigkeit“ bis „steigert den Blutdruck“. Andere Quellen preisen die wiederum positive Wirkung des Koffeins auf unser Herz an oder schätzen den belebenden und konzentrationsfördernden Effekt sowie auch den Geselligkeitsfaktor von Kaffeespezialitäten. Es ist zum Haare Raufen und vermutlich kann am Ende des Tages nur jeder für sich selbst entscheiden, wie er dem Heißgetränk gegenübersteht (zumal auch die Wirkung bei jedem Menschen anders ist).

Die gute Nachricht, die quasi alles bisher Geschriebene unwichtig macht, ist: es gibt eine Alternative. Einen gesunden Energielieferanten, der auf natürliche Weise belebt und die Produktivität steigert. Ein Teelöffel von dieser Alternative enthält so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee und liefert gleichzeitig mal eben die Nährstoffe von einer ganzen Portion grünem Gemüse mit. Die Rede ist von Matcha, einem traditionellen japanischen Pulver, das aus den getrockneten Blättern des Teebaums hergestellt wird und schon den Mönchen dabei geholfen haben soll, während der Meditation wach zu bleiben. Wenig verwunderlich, das England, mein subjektives Land des Tees, dieses Superfood schon längst für sich entdeckt und es zu einer extrem beliebten Alternative zu Kaffee gemacht hat. Zwei Wochen vor der Ernte werden die Blätter mit einer Plane abgedeckt – das soll die Chlorophyllbildung anheizen. Neben Chlorophyll kommt das gluten- und zuckerfreie Matchapulver außerdem mit Antioxidantien, Eisen, Kalium, Kalzium, Folsäure, den Vitaminen A, K und C und natürlich Koffein daher und wirkt entsäuernd. Ist der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers unausgeglichen, können Nährstoffe nur schlecht transportiert und aufgenommen werden, außerdem beeinträchtigt dieser Zustand die Hormontätigkeit. Wir leiden an Übergewicht, schlechter Haut oder Zahnproblemen und werden müde – Koffein muss her. An dieser Stelle schlägt Matcha also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn er gibt uns die benötigte Energie und wirkt gleichzeitig der Übersäuerung (die die Müdigkeit zusätzlich mit sich bringt) entgegen.

Ich habe Verständnis für das Argument mit dem Genuss und der Geschmacksgewohnheit. Was man als Kind nur sehr schwer nachvollziehen kann, aber mit den Jahren unter anderem zum ausschlaggebenden Argument wird, ist dass Menschen Kaffee auch für seinen Geruch und Geschmack lieben. Er dient als Belohnung, als Etappenlichtblick an harten oder tristen Tagen. Wie so oft betone ich an dieser Stelle, dass es sich bei Superfoods um ein Angebot handelt, auf das man sich freiwillig einlassen soll. Niemand möchte mit Ihren Traditionen brechen 🙂 Angesprochen ist eher die Sorte „abhängiger Konsumenten“, die vielleicht gerne etwas ändern würde, der es aber tatsächlich an Alternativen mangelt. Womit Matcha ganz unverbindlich überzeugt, ist die Vielfalt seiner Einsatzmöglichkeiten. Erfahrene Konsumenten und Leser werden die Möglichkeit, das Pulver über oder in x-beliebige Speisen und Getränke zu mischen, schon längst kennen. Darüber hinaus lassen sich die gemahlenen Teebaumblätter aber auch in Kuchen- oder Nudelteige einarbeiten und vereinen auf diese Weise ihr tolles Wirkungsspektrum mit einem aufregenden Geschmack – das Pulver ist nämlich leicht süßlich.

Ich persönlich bereite mir aus Matcha besonders gerne einen Eistee zu, indem ich etwa 70 ml frisches Wasser abkoche, es auf 80 Grad herunterkühlen lasse, einen Teelöffel Matcha hinzufüge und die Mixtur schaumig schlage. Abgekühlt erhalten Sie auf diese Weise einen gesunden, erfrischenden und lecken Eistee ganz ohne Zucker oder Zusatzstoffe. Bei der Recherche zu Matcha findet man besonders oft den Hinweis darauf, dass der Anteil der wohltuenden Inhaltsstoffe des Pulvers erheblich höher ist als beispielsweise bei gewöhnlichem grünen Tee. Das kommt genau daher, dass Matchapulver ein Extrakt aus dem ganzen Teeblatt ist, das aufgelöst und mitverzehrt wird. Handelsübliche Tees hingegen sind oft lediglich Aufgüsse.

Die Skepsis gegenüber Superfoods hält sich hartnäckig und immer wieder werden Interessenten davor gewarnt, vermeintliche Versprechungen vorschnell zu glauben. Im selben Zuge enthüllen zahlreiche Nahrungsmittel dann aber doch ein erstaunliches Wirkungspotenzial, dass Kritiker überzeugt. Die japanischen Teebaumblätter vereinen die Vorzüge von Kaffee, ohne die vermeintlichen gesundheitlichen Einbußen mit sich zu bringen. Gleichzeitig schmeckt Matchatee aromatischer und weniger bitter als Kaffee oder grüner Tee und erweist sich als viel umfassender verwendbar. Das Pulver ist daher das Richtige für alle, die anregende Erfrischung und einen Muntermacher, der gleichzeitig entspannt, suchen. Ich finde, das Leben ist zu kurz für die immer gleiche Routine 🙂 Probieren Sie es einfach selbst mal aus.

Auf Ihr Wohl!