Das Rätsel der ausgewogenen Ernährung

Im Artikel der letzten Woche hieß es, eine ausgewogene Ernährung könne Stress und Burnouts entgegenwirken. Aber auch in den Texten zu Weizengras, Chlorella und Kakaobutter ist jeweils die Rede von der ominösen Ausgewogenheit bei der Lebensmittelaufnahme. Seien Sie ehrlich: Verwenden Sie den Begriff bewusst oder adaptieren Sie ihn eher aus Gewohnheit in Ihren Sprachgebrauch, weil Werbung, Pharma & Co. gerne damit um sich werfen? Das Ganze klingt jetzt vielleicht aufgeblasener als es letztendlich ist – aber das ist gut so, denn auf diese Weise werden wir Ihnen ganz unkompliziert zeigen, was mit ausgewogener Ernährung gemeint ist und wie unglaublich schnell sich der Alltag in diese Richtung umorganisieren lässt. Begeben Sie sich diese Woche mit uns auf einen Querschnitt durch 32 Artikel zu Ernährung, Gesundheit & Co. Und fangen Sie anschließend gleich das Umdenken an 🙂

Schwangere Frauen werden ganz besonders zu einer ausgewogenen Lebensweise angehalten. Aber auch für jeden anderen sollte die Rundum-Versorgung seines Körpers zu einer Art täglichen Aufgabe oder Herausforderung werden, die es zu bewältigen gilt. Um das Konzept einer gesunden Lebensweise schmackhaft und „leicht verdaulich“ für Sie zu machen, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zehn Regeln zusammengefasst, die Ihre optimale Nährstoffversorgung abdecken. Denn gesunde Ernährung ist oft gar nicht so schwer oder kompliziert, wie es für manch einen den Anschein hat.

Regel 1, Lebensmittelvielfalt: Achten Sie auf die Abwechslung möglichst vieler natürlicher und überwiegend pflanzlicher Lebensmittel. Wenn Sie das Risiko einer einseitigen Ernährung minimieren oder vermeiden, ist die Versorgung Ihres Körpers mit allen Nährstoffen sichergestellt, denn kein Nahrungsmittel enthält sie alle.

Regel 2, mindestens 3x Gemüse und 2x Obst täglich: Hierzu zählen auch Hülsenfrüchte und ungesalzene Nüsse. Obst und Gemüse beliefern Sie mit Nähr- und Ballaststoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen.

Regel 3, Vollkorn statt Weizen: Diese Regel gilt für Nudeln, Brot, Reis und Mehl. Die Vollkornvariante enthält mehr Nähr- und Ballaststoffe und sättigt auch länger als die jeweilige Weißmehlversion.

Regel 4, tierische Lebensmittel: Milch und Milchprodukte sollen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung tatsächlich jeden Tag verzehrt werden. Fisch darf gut und gerne zweimal die Woche auf Ihrem Teller landen, während Fleisch mit maximal 600 g pro Woche zu Buche schlagen sollte. Tierische Lebensmittel liefern Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und wichtige Omega-3-Fettsäuren. Lediglich beim Verzehr von Eiern ist sich die Wissenschaft aktuell uneinig, denn es gilt als umstritten, ob sich ein hoher Eierkonsum positiv oder gesundheitsschädlich auf unseren Körper auswirkt. Die Empfehlung lautet daher, dass „ab und zu“ ein Ei erlaubt sei.

Regel 5, gesundheitsfördernde Fette: Auch zu diesem Thema hat es bereits einen eigenen ausführlichen Blog gegeben. Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass Sie darauf achten sollten, weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen. Ungesättigte Fettsäuren bekommen Sie durch den Verzehr von fettem Fisch, Nüssen und pflanzlichen Ölen. Das beste Alltagsöl sei in diesem Zusammenhang Rapsöl, denn hier sei das Verhältnis zwischen Omega-3 und -6 besonders gut.

Regel 6, Zucker und Salz einsparen:  Zucker enthält bekanntermaßen viele Kalorien und keine Nährstoffe, außerdem kann er zu Karies, Übergewicht und Diabetes führen. Zucker versteckt sich in unzähligen verarbeiteten Nahrungsmitteln, weswegen es zudem gut ist, so oft wie möglich unverarbeitete Lebensmittel zu verzehren. Hier können Sie mehr oder weniger sicher darüber sein, was Sie gerade zu sich nehmen.

Salz nehmen wir über Brot, Wurst und Käse, oder natürlich in Gewürzen zu uns. Eine Maximalmenge von 6 g am Tag sollte nicht überschritten werden, denn zu viel Salz führt zu Bluthochdruck und somit zu Herz-Kreislauf-Problemen, die Sie ja ursprünglich unter anderem mit der ausgewogenen Ernährung vermeiden wollten 🙂 Achten Sie darauf, mit Jod und Fluorid versetztes Salz zu verwenden.

Regel 7, Wasser: Kurz und knapp. Trinken Sie Wasser! 1,5 Liter am Tag. Ungesüßter Früchte- oder Kräutertee ist auch erlaubt.

Regel 8, schonende Zubereitung: Sie werden es kennen: So lange wie nötig, so kurz wie möglich garen, denn beim Braten, Grillen oder Backen gehen Nährstoffe verloren. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie keine verbrannten schwarzen Stellen essen. Die sind nämlich krebserregend.

Regel 9, Genuss: Essen Sie achtsam, hören Sie auf Ihren Körper und fühlen Sie bewusst, wie sich Hunger anfühlt. Haben Sie nur Appetit oder Langeweile? Snacken Sie aus Gewohnheit oder gar unbewusst? Unser Sättigungsgefühl verrät uns viel über unsere Bedürfnisse und sorgt nebenbei für eine schlanke Linie – wenn es beachtet wird.

Regel 10, Bewegung: Auch wenn Bewegung per se nichts mit Essen zu tun hat – ein aktiver Alltag und ausgewogene Nahrungsaufnahme gehen Hand in Hand und sind jeweils unverzichtbar für ein langes, gesundes Leben.

Ausgewogene Ernährung kann und soll tatsächlich wörtlich verstanden werden, denn wenn Sie Ihren Körper in Bezug auf die Gesamtheit der Lebensmittel, die Sie an einem Tag zu sich nehmen, von allen Seiten her im richtigen Verhältnis versorgen, dann wird die Waage zu keiner Seite hin kippen und Sie sind optimal versorgt. Sie werden die positiven Auswirkungen auf Ihren Alltag schnell merken und nicht mehr missen wollen. Vor allem sobald Sie feststellen, dass Sie die bisherigen Gewohnheiten vermutlich gar nicht großartig verändern sondern lediglich ergänzen müssen.

Auf Ihr Wohl!