Wasser marsch!

In Deutschland ist es ganz selbstverständlich: Wasserhahn auf und schon ist es da. Die Deutschen verbrauchen durchschnittlich bis zu 120 Liter Wasser am Tag. Um diese Trinkwassermenge von höchster Qualität jederzeit bereitzustellen, bedarf es hinter den Kulissen einer ausgeklügelten Infrastruktur. Die Wasserver- und –entsorgung wird jedes Jahr mit Summen in Millionenhöhe unterstützt und gefördert. Zeit, dieser lebensnotwendigen Flüssigkeit einmal Tribut zu zollen.

Es gibt Phasen im Leben, da fällt es einem ganz besonders leicht zwei Liter am Tag zu trinken. Dann gibt es wieder diese Tage, an denen man sich ans Trinken erinnern und regelrecht dazu zwingen muss. Der eine oder andere redet sich ein, sein Kaffeekonsum würde den Flüssigkeitsbedarf des Körpers schon decken. Außerdem schmecken süße Getränke ja auch viel besser und lassen sich erheblich leichter in großen Mengen „sturztrinken“. Was Sie aber nicht zum ersten Mal hören bzw. schon wissen werden: das ist nicht das gleiche.

Schlucken Sie mal das

Je nach Alter und körperlicher Konstitution besteht der menschliche Körper zu 50 bis 70 % aus Wasser, was es zum mengenmäßig bedeutendsten Stoff in unserem Organismus macht. Da es quasi permanent (über Urin und Schweiß) ausgeschieden wird, ist es dringend notwendig, dass wir ständig nachliefern. Abhängig vom Klima und der körperlichen Betätigung soll ein Erwachsener zwischen zwei und drei Litern Wasser am Tag trinken. Da wir einen Teil der Flüssigkeit aber schon mit der Nahrung aufnehmen, sind wir im Normalfall mit ca. anderthalb Litern Wasser am Tag gut bedient. Natürlich dürfen Sie aber aufstocken! Wasser reguliert nämlich nicht nur unsere Körpertemperatur (über das Schwitzen), es ist auch Löse- und Transportmittel für Nährstoffe und Abfallprodukte. Somit ist es für viele lebensnotwendige Reaktionen im Organismus unabkömmlich und nicht verwunderlich, dass der Mensch zwar mehrere Wochen ohne Nahrung, aber keine paar Tage ohne Wasser überleben könnte.

Haben Sie letztendlich über einen längeren Zeitraum zu wenig getrunken, droht Dehydration. Das bedeutet, dass Ihrem Körper in der Not Wasser entzogen wird, was das Blut dickflüssiger macht. In der Folge läuft die Versorgung mit Sauer- und Nährstoffen verlangsamt ab und ist schließlich fast gar nicht mehr gewährleistet. Das merken Sie anhand von Kopfschmerzen, verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und Kreislaufbeschwerden.

Außerdem interessant zu wissen: Auch zu viel Wasser ist ungesund. Trinken Sie zu viel, werden wichtige Mineralstoffe (vor allem Natrium und Kalium) mit der Flüssigkeit fortgespült und können vom Körper nicht mehr aufgenommen und verwertet werden. Wenn Sie innerhalb weniger Stunden mehrere Liter Wasser zu sich nehmen, droht paradoxerweise sogar eine so genannte Wasservergiftung. Erstaunlich fand ich an dieser Stelle, dass der menschliche Körper eine Wassermenge von zehn Litern gerade noch toleriert. Eine Masse, die man sich kaum vorstellen kann. Eine absolute Mindestmenge pro Tag gibt es übrigens auch: Wenigstens 700 ml sollten Sie auf jeden Fall trinken!

Alles andere als „geschmacklos“

Oft ist im Zusammenhang mit der empfohlenen Tagesdosis an Flüssigkeit die Rede von Getränken im Allgemeinen. Wie eingangs bereits angedeutet fällt es vielen Menschen natürlich leichter, ihren Durst (und auch Appetit) mit zucker- oder geschmackshaltigen Getränken zu stillen. Wasser sei ihnen zu langweilig. Machen Sie sich aber bewusst, dass Wasser das wichtigste und nahrhafteste unter den Getränken ist.

Es enthält Mineralstoffe und Spurenelemente, die unser Körper täglich in gewissen Mengen benötigt. Gleichzeitig belastet es uns aber nicht mit Kalorien, wie es die Gefährten aus der Abteilung Softdrinks, Säfte & Co. nämlich tun. Aus eben diesem Grund sind ungesüßte Tees eine Alternative für alle, die unbedingt etwas Geschmack brauchen. Diese können Sie sowohl kalt als auch heiß genießen – Letzteres kann sogar den einen oder anderen kleinen Hunger stillen.

Wie sieht es mit Obst- und Gemüsesäften aus? In ihrer puren Form enthalten diese Getränke neben Mineralstoffen und Spurenelementen auch Vitamine – aber eben Kalorien. Ein guter Mittelweg ist es daher, die Säfte mit Wasser zu verdünnen. Eine Schorle ist oft ohnehin viel erfrischender als purer, dickflüssiger und oft übersüßter Saft. Achtung im Bezug auf Kaffee und schwarzen Tee. Diese „Genussmittel“ sollen lediglich in kleinen Mengen verzehrt werden, denn Koffein entzieht dem Körper letztendlich wieder Wasser. Verwechseln Sie die Heißgetränke daher bitte nicht mit Ihrer täglichen Flüssigkeitszufuhr.

Mit Verheißungen und leeren Versprechungen soll man ja bekanntermaßen vorsichtig sein. Im Zusammenhang mit Trinkwasser wage ich aber doch die These, dass ein gesunder Konsum schön macht. Achten Sie auf Ihre Haut – sie wird sich weicher und straffer anfühlen, elastischer sein und strahlen. Auch nach innen hin macht es einen meilenweiten Unterschied, ob Sie einen „guten Trinktag“ hatten, oder viel zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen haben. Wasser liefert nämlich Energie, Frische und Gehirnleistung, spült die Nieren durch und bringt Ihren Blutkreislauf in Schwung. Es gibt kaum ein Lebensmittel, dessen positive Auswirkungen so schnell so sichtbar werden 🙂

Ich für meinen Teil werde immer durstiger, je öfter ich das Wort Wasser schreibe und lese.

Ein Glas auf Ihr Wohl!