Empfehlung des Hauses: Antioxidantien

Die Werbung hat es mal wieder geschafft. Es hat sich erneut ein Begriff durchgesetzt, der sowohl im Zusammenhang mit der Kosmetik- als auch mit Ernährungsindustrie (unüberlegt) in aller Munde ist. Die Rede ist heute von Antioxidantien, gerne gepaart mit freien Radikalen oder umschrieben als körpereigene Schutzpolizei. Ich nehme an, Sie wissen, dass Antioxidantien „gut“ sind. Aber könnten Sie auch spontan erklären warum? Mich als Verbraucher interessieren dabei vor allem drei Dinge:

  1. Was sind Antioxidantien?
  2. Warum braucht mein Körper sie?
  3. Worin sind sie enthalten bzw. wie kann ich sie zu mir nehmen?

Ring frei!

Sowohl Antioxidantien als auch freie Radikale haben eine erhebliche Bedeutung für unsere Gesundheit und werden dringend vom Körper benötigt. Das hat diverse Ursachen, in erster Linie – mal wieder – die, dass wir unseren Organismus viel zu oft und zu sehr stressen. Gemeint sind hier sowohl der Alltag im 21. Jahrhundert als auch die zunehmend ungesunde Lebens- und Ernährungsweise, die wir an den Tag legen. Verarbeiteter Zucker, Fett, unvorsichtiges Sonnenbaden, Zigaretten- und Alkoholkonsum – an einem augenscheinlich ganz normalen Tag kommt eine Menge an Faktoren zusammen, die uns (still und heimlich) schaden. Worum es bei diesen Situationen vor allem geht, sind die dabei entstehenden freien Radikale. Genau die gilt es nämlich zu vermeiden, denn sie sind „instabile sauerstoffhaltige Moleküle, die völlig verzweifelt auf der Suche nach einem Elektron sind“. Dazu überfallen sie in unserem Körper befindliche, gesunde Moleküle und entreißen diesen ihre Elektronen.

Was jetzt sehr wissenschaftlich oder nach langweiliger Schul-Chemie klingt, ist letzten Endes einfach nur der Beginn eines Teufelskreises, bei dem das bestohlene Molekül selbst zum Räuber wird und ebenfalls andere gesunde Artgenossen beraubt. Diese Kettenreaktion wird als oxidativer Stress bezeichnet und äußert sich schon ohne nähere Erklärung als „nicht richtig“. Was aber richtet dieser Stress in unserem Körper an? Die Forschung weiß, dass es durch oxidativen Stress zu weit reichenden Folgen wie Zelltod oder DNA-Schäden kommen kann, aus denen ernsthafte gesundheitliche Probleme resultieren. Betroffene können zum Beispiel ihre Sehkraft verlieren, bekommen faltige, erschlaffte Haut oder Krampfadern. Im Schlimmstfall endet die Misere in einem Schlaganfall oder einer Krebserkrankung.

Die Körperpolizei

So aussichtslos, wie sich die oben beschriebene Situation darstellt, ist sie natürlich nicht ganz. Denn durchdacht wie der menschliche Körper grundsätzlich ist, existiert natürlich eine Abwehrfunktion, die umgehend in das unkontrollierte Raubgeschehen eingreift um Schlimmeres zu verhindern. Nur unsere Körperpolizei kann diesen oxidativen Stress  stoppen, denn noch bevor die freien Radikale ungehindert einen Überfall nach dem anderen vollziehen können, schreiten schon die so genannten Antioxidantien ein und unterbinden das Geschehen. Sie geben sozusagen freiwillig ihr Elektron ab und stellen die Räuber somit zufrieden, denn sie geben es sehr viel leichter ab, als die angegriffenen Zellmembranen bzw. die DNA, an denen sich die freien Radikale ansonsten zu schaffen machen würden. Man kann also sagen, das Antioxidans wird für kurze Zeit selbst zum freien Radikal. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht: Antioxiantien können sich nämlich gegenseitig zu Hilfe kommen und wieder in ihre „friedliche“ Ursprungsform versetzen. Dank ihnen bleiben unsere Zellen geschützt – und wir gesund!

Antioxidantien und Lebensmittel

Typisch für unsere heutige Ernährung sind ein Überschuss an Kalorien einerseits und ein gleichzeitiger Mangel an wertvollen Nährstoffen andererseits. Die platt ausgedrückte Folge: Wir werden immer dicker und kränker. Antioxidantien stecken zum Beispiel in Obst, Gemüse, Sprossen, Wildpflanzen, Saaten, Nüssen und naturbelassenen Ölen. Bio-Lebensmittel liefern dabei 69 % mehr Antioxidantien als herkömmliche Nahrungsmittel. Die Vitamine A, C und E und viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Selen, Zink oder das OPC aus Traubenkernöl sind besonders starke Lieferanten.

Antioxidantien kommen immer mehrfach in einem Lebensmittel vor, es gibt also nie nur eine Sorte. Daher ist es auch so wichtig, diese Lebensmittel so natürlich und unbehandelt wie möglich zu konsumieren (nicht als Präparat), denn Antioxidantien wirken synergetisch und verstärken ihre Wirkung gegenseitig. Eine frische und schonende Zubereitung ist ebenfalls Voraussetzung für eine gute Zufuhr. Außerdem die altbekannte Weisheit: Bio- oder zumindest regionale Lebensmittel enthalten wirklich mehr Antioxidantien als importierte, denn regionale Produkte sind dazu gezwungen, im Wachstumsprozess eigene Abwehrkräfte aufzubauen und zu entwickeln, was sich positiv auf ihren Nährstoffgehalt auswirkt. Auch die richtige Lagerung von Lebensmitteln spielt eine Rolle bei ihrer Wirksamkeit. So gehören Bananen und Avocados beispielsweise nicht in den Kühlschrank, auch wenn es besser schmeckt. Antioxidantien stecken übrigens meistens in der Schale oder unmittelbar darunter. Ungespritztes Obst und Gemüse sollten Sie daher möglichst immer ungeschält zu sich nehmen.

Letzten Endes können Sie sich, wie immer, am besten einfach merken, dass Sie sich ausgewogen ernähren sollen. Darüber haben wir schon einmal explizit und auch zwischendurch immer wieder geschrieben und philosophiert. Sie müssen kein Nährstoff-Tagebuch führen – das hat die Natur schon für uns gemacht. Die Varianz an Nahrungsmittelgruppen (Ballaststoffe, Proteine, Fette etc.), ihre bunten Farben, Geschmäcker und Kombinationsmöglichkeiten sorgen schon von ganz allein dafür, dass wir Vielfalt verstehen lernen. Ihr Ansporn kann alles sein: ein langes Leben, eine gute Fitness, ein Körper, den Sie sich gerne anschauen…

Auf Ihr Wohl!