Die Heilkräfte der Natur

Manchmal beziehe auch ich meine Inspiration ganz klassisch aus Fachartikeln oder –beiträgen zu Gesundheits- und Lifestylethemen. Diesmal war es das Oberthema Naturheilmittel, das meine Aufmerksamkeit erregte und mich schnell davon überzeugte, dass diese Inhalte auch für Sie das Richtige sein könnten.

Um einen ganz bestimmten Mann kommen wir dabei nicht herum: den schwäbischen Pfarrer Sebastian Kneipp, von dem das, wie ich finde, sehr vielsagende Zitat stammt: Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern.

Oje, das klingt dramatisch, aber bei genauem Hinsehen eigentlich ziemlich logisch. Kneipp wollte schon im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, für einen Ausgleich neben Arbeit, Stress und Routine sorgen. Auf Basis des Reiz-Reaktions-Prinzips, wobei hier speziell der Heileffekt durch das Wechseln (von Kälte und Wärme, Stress und Entspannung usw.) gemeint ist, hat er die positive Erfahrung gemacht, dass man auf diese Weise wunderbar seine Gefäße trainieren und auf lange Sicht das eine oder andere Leiden heilen kann. Naturheilkunde beruht dabei auf fünf Säulen: der Hydrotherapie (also der Behandlung durch Wasser, wie beispielsweise das Wassertreten), der Bewegungstherapie, der Ordnungstherapie (für das seelische Gleichgewicht), gesunder Ernährung und Heilkräutern. Anwendbar seien all diese Ansätze dann grundsätzlich bei Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, bei Schlaf- oder Stoffwechselstörungen, Rheuma oder sogar Rückenschmerzen.

Wie immer gilt aber auch für dieses Präventionskonzept: lieber zu sanft als zu stark reizen. Naturheilkunde sei eine unterstützende Maßnahme zur Linderung von Symptomen. All zu oft neigen Unwissende immer noch dazu, sich und ihren Körper zu überfordern, weil sie der Meinung sind, es sei gut und wichtig, an ihre absoluten Grenzen zu gehen. So kann eine Kneipp-Kur bei gewissen Vorerkrankungen manchmal sogar kontraproduktiv sein. Davon abgesehen sind die Abhärtungsmaßnahmen vor einer Erkältungssaison aber grundsätzlich einfach umzusetzen – es sind lediglich Engagement und Durchhaltevermögen notwendig, denn die Regelmäßigkeit macht’s!

Wie genau funktioniert aber nun das Heilen mit der Kraft der Natur?

Wie Sie sich denken können, geht es bei Naturarznei um eine naturgemäße Lebensweise ohne Arzneimittel oder technische Hilfsmittel. Auf diesem Wege sollen die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung durch in der Natur vorkommende Reize aktiviert werden. Klingt wie etwas, das vor vielen, vielen Jahren durchaus so gewollt und beabsichtigt gewesen ist. Und auch, wenn das ein bisschen pädagogisch klingt: Patienten sollen auf diese Weise Eigenverantwortung für ihren Körper übernehmen. Naturheilkunde ist ganzheitlich, das bedeutet, es soll durch ihre Anwendung die Harmonie des gesamten Organismus wiederhergestellt werden. Das macht auch durchaus Sinn, denn wie wir auch schon im Artikel über das Fasten gelernt haben, ist nicht nur der gesamte Körper sondern auch der Geist an unserem „perfekten“ Wohlbefinden maßgeblich beteiligt.

Nach Alfred Brauchle, einem deutschen Mediziner und Naturheilkundler, seien die beteiligten natürlichen Elemente, Empfindungen und Tätigkeiten die folgenden:

Sonne, Licht, Luft, Wasser, Kälte und Erde

Atmung, Ruhe, Bewegung und Nahrung

Gedanken, Gefühle und Willensvorgänge

Ergänzend hierzu zählen seit einigen Jahrhunderten auch Heilpflanzen. Das Interesse an und die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Naturarznei rücken immer mehr in den Fokus und werden auch immer beliebter. Das war deswegen nicht schwer, da früher von alternativen Verfahren sehr wenig gehalten wurde. Inzwischen finden die Ansätze aber deutlich ihren Platz in Arztpraxen & Co.

Neben naturheilkundlich fortgebildeten Ärzten erhalten Sie die Alternativbehandlung bei Heilpraktikern und Homöopathen. Es heißt übrigens, dass Heilpraktiker sich erheblich viel mehr Zeit für Anamnese und Behandlung nehmen, einfach auch deshalb, weil dieser Zeitaufwand in normalen Arztpraxen kaum noch umsetzbar ist. Der Vorteil eines (guten) Heilpraktikers ist zudem, dass er eben immer die Gesamtheit ins Auge fasst und berücksichtigt. Statt den Ursprung also lediglich bei einzelnen Organen zu suchen, sehen sie immer den Zusammenhang zwischen Körper und Geist, wie es das Konzept der Naturheilkunde ja auch vorsieht.

Es gibt Personen, die auf Rat ihres Arztes auf die Heilkräfte der Natur aufmerksam werden, andere wiederum beschäftigen sich aus ganz freien Stücken mit ihrer Vielfalt und leben aus Überzeugung „natürlich“. Wer schon mittendrin steckt, der hat die Umstellungsphase logischerweise bereits hinter sich, denn wie auch bei kleinen Neujahrsvorsätzen geht es in diesem Fall ums Umdenken. Wir sind an Schnelllebigkeit und Multitasking gewöhnt, für lange Genesungsphasen ist keine Zeit (oder keine Geduld) und die Gesellschaft tut ihr Übriges, um uns ein ordentlich schlechtes Gewissen zu verpassen, wenn wir es uns wagen, einmal nichts zu tun. Da ist nicht nur Selbstbewusstsein nötig, sondern auch ein gewisses Durchhaltevermögen aus Überzeugung. Von solchen Gewissens- und Sozialfaktoren abgesehen ist ein frischer Wind im eigenen Leben aber verhältnismäßig leicht umzusetzen. Solange Sie vor Augen haben wofür und in welchem genauen Rahmen, haben Sie Ihre Gesundheit und Ihr Glück komplett in der Hand.

Auf Ihr Wohl!