Message über Massagen

In der vergangenen Woche habe ich eines dieser Urlaubsfotos bekommen. Der Sohn längst aus dem Haus, den Jahresurlaub geschickt aufgespart und größtenteils die Saison außerhalb der Schulferien genutzt, befindet sich ein befreundetes Ehepaar von mir nun seit Weihnachten in Thailand. Malerische Strände, türkisblaues Wasser und saftig grüne Palmen gab es auf besagtem Foto nicht, dafür jedoch sie, ihn und zwei strahlende Thailänderinnen in ihrer Mitte. „Unsere Massemädels“ lautete die Unterschrift des Fotos und ich erschloss mir, dass Masse wohl die Kurzform (oder Autokorrektur) für Massage sein sollte, denn die verräterische Duschfrisur, die Flipflops und die karibischen Strandtücher alias Bademäntel ließen allen Grund zu dieser Annahme. Glücklich sahen sie aus. Zufrieden, tiefenentspannt. Und ich betrachtete das Foto lange, während meine Gedanken abdrifteten. Wie ich also bin, kam ich nicht umhin über die Hintergründe und die Theorie von Massageanwendungen nachzudenken.

Es ist gar nicht so leicht, theoretische Fakten zum Sinn und der Wirkung von Massagen zu recherchieren. Die ursprüngliche Technik, die übrigens aus dem afrikanischen und asiatischen Raum stammt, ist inzwischen über 260 Jahre alt. Wie zu erwarten leitet sich der Begriff aus berühren und kneten ab und soll Haut, Bindegewebe und Muskulatur mechanisch beeinflussen, indem sich die Wirkung der behandelten Stelle auf dem gesamten Körper (und die Psyche) ausbreitet.

Wirkung und Formen

Im Großen und Ganzen existieren vor allem die Oberarten direkte und esoterische Massage. Zur direkten Massage zählen beispielsweise die klassische Massage, Sportmassagen sowie Lymphdrainagen und auch Peeling-Massagen mittels Bürsten. Esoterische Massagen umfassen Akupressur und Akupunktur, Reflexzonenmassage oder auch Hot-Stone-Massagen.

Diese acht Effekte haben Massagen im Allgemeinen auf unseren Körper und unseren Geist:

  • Sie steigert die Durchblutung
  • Sie senkt Blutdruck und Puls
  • Sie entspannt die behandelten Muskelpartien
  • Sie kann Narben lösen
  • Sie verbessert die Wundheilung
  • Sie lindert Schmerzen (auch im Zusammenhang mit Muskelkater)
  • Sie reduziert Stress und entspannt unsere Psyche
  • Sie verbessert den Zellstoffwechsel unseres Gewebes

Die häufigsten Gründe für eine Massage sind natürlich durch Verspannungen bedingte Schmerzen, vor allem Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen. In solchen Fällen können Sie sich die Anwendung von Ihrem Arzt verschreiben lassen oder Sie organisieren sich privat einen Termin in einem Massagestudio. Hier ist jedoch häufig der Wellnessaspekt im Vordergrund, eine wirklich medizinische bzw. therapeutische Massage ist nämlich ganz schön schmerzhaft – dafür aber effektiv. Sie kann geschädigte Körperteile (beispielsweise nach Unfällen) wiederaufbauen und mobilisieren und wird daher auch oft mit Krankengymnastik kombiniert. Die Unterscheidung zwischen Wohlfühl- und Therapiemassage ist also deutlich und berechtigt.

Für viele Betroffene ist das beherzte Durchkneten ihrer leidenden Körperpartien mit dem letzten Strohhalm vergleichbar, nach dem sie im Strudel der Begleiterscheinungen greifen. Spannungskopfschmerz, Sehstörungen, Tinnitus, Taubheitsgefühle, Kieferschmerzen, Versteifungen – die Liste der Volksleiden, die besonders durch Fehlhaltungen oder-belastungen entstehen, ist lang. Da ist es alles anderes als verwunderlich, dass eine Massage auch einen psychischen Effekt mit sich bringt, denn Dauerschmerzen schlagen aufs Gemüt. Die Wirkung einer Massageanwendung tritt erwiesenermaßen erst nach sechs bis zehn Terminen ein, die mindestens im Wochenrhythmus stattfinden sollten – besser sogar zweimal die Woche.

Um noch einmal auf Massagen im privaten Rahmen zurückzukommen: Zwar erfordern klassische Anwendungen Übung und auch Anatomiekenntnisse, aber es gibt durchaus auch Grundtechniken, die Sie zu Entspannungszwecken selbst oder mit Ihrem Partner durchführen können. Variieren Sie hierzu einfach die fünf Haupthandgriffe Reiben, Streichen, Kneten, Klopfen und Vibration. Streichungen leiten die Prozedur meistens ein und schließen sie auch wieder ab. Beim anschließenden Kneten werden einzelne Haut- oder Muskelpartien gezielt gegriffen, gedrückt und bewegt. An diesem Punkt verbessert sich die Durchblutung und Verspannungen können sich lösen. Der Schritt des Reibens birgt für den Laien einige Tücken. Hierbei werden eng begrenzte kreisende Bewegungen auf verhärteten Stellen ausgeführt, die in tiefere Gewebeschichten durchdringen und sogar blaue Flecken hervorrufen können. Aus diesem Grund sollten Sie das Reiben im privaten Rahmen lieber umgehen. Klopfen und Vibrieren verbessern letztendlich den Muskeltonus und wirken beruhigend im Anschluss an die Knet-Therapie. Zum Klopfen benutzen Sie Fingerspitzen, Handkanten oder Handflächen, zum Vibrieren Ihre Fingerkuppen.

Für diejenigen, die alles richtig machen möchten, existieren sogar diverse Massage-Knigges (vergleichbar mit Saunaregeln) im Internet. Sie reichen von der richtigen Terminabsprache über Pünktlichkeit, Hygiene und Bekleidung bis hin zum Trinkgeld und geben Anfängern oder Wiedereinsteigern einfach ein gutes, vorbereitetes Gefühl auf den Termin. Die Routine ergibt sich ohnehin mit der Regelmäßigkeit und dem steten Kontakt zu Ihrem Masseur.

Dem Gesichtsausdruck meiner Freunde nach gehe ich also davon aus, dass sie sich eine entspannende Urlaubs-Relax-Wohlfühlmassage gegönnt haben. Warum auch nicht? Für den ultimativen Auszeiteffekt – entweder in Kombination mit sportlichen Aktivitäten oder auch nicht – geht schließlich nichts über 30 bis 60 Minuten loslassen, abschalten und abtauchen. Und dafür sind und bleiben Massagen nun einmal genau richtig! Und ich, ich möchte jetzt auch 🙂