Hülsenfrüchte

Die lecker-knackige Hülle beim Draufbeißen, die sanft-süßliche Füllung im Inneren und ein langanhaltender Sättigungseffekt: Heute Mittag habe ich mir einen guten Schwung Kidneybohnen und Mais in meinen Reis gemischt und beim Verzehren lange nicht mehr so begeistert über ein Nahrungsmittel nachgedacht wie über Hülsenfrüchte. Zwar zählt Mais nicht zu den Letzteren sondern ist ein Getreide, aber zumindest die dunkelroten nierenförmigen Bohnen sind durchaus eine der bekanntesten und beliebtesten Hülfenfrüchte im Pool der so genannten Leguminosen. Was ich dabei bis dato noch gar nicht wusste, ist dass gerade die Kombination mit Reis zu einer ganz besonders hochwertigen Proteinspeise führt (das Dschungelcamp lässt grüßen). Dabei müssen die Lebensmittel nicht einmal in derselben Mahlzeit vorhanden sein, um ihren einzigartigen Synergieeffekt auszubilden. Ein Verzehr über den Tag verteilt reicht aus, um dem Körper eiweißtechnisch etwas ganz besonders Gutes zu tun.

2016 war das Jahr der Hülsenfrüchte

…und diese stehen schon seit 10.000 Jahren auf dem menschlichen Speiseplan! Zwar haben die Deutschen noch Nachholbedarf beim Einbinden von Bohnen, Linsen, Erbsen & Co. in ihre regelmäßige Esskultur, aber auf den gesamten Globus bezogen gehören Hülsenfrüchte zu einem der beliebtesten Nahrungsmittel in den Küchen dieser Welt. „Ist ja auch klar“, möchten Kenner an dieser Stelle vielleicht direkt einwerfen, denn die kleinen Streufrüchte stecken voller Vorteile:

Hülsenfrüchte sind unwahrscheinlich vielfältig. In ihrer rohen Form gibt es über 20.000 Arten.

Sie sind zu jeder Jahreszeit zum Verzehr geeignet und können sogar zu atemberaubenden Desserts verarbeitet werden.

Aufgrund ihres extrem hohen Proteingehalts (so hoch wie bei keinem anderen pflanzlichen Lebensmittel) sind sie eine ernstzunehmende und gesunde Fleischalternative.

Der Anbau von Hülsenfrüchten ist gut für die Bodenfruchtbarkeit und zum Teil auch in Deutschland möglich. Folglich stellen Hülsenfrüchte ein regionales und nachhaltiges Lebensmittel dar.

Die Früchte enthalten viele Vitamine (vor allem Vitamin B), Ballaststoffe, Kalium, Kalzium, Zink, Magnesium und Eisen – kombiniert mit Vitamin C kann der Körper dieses übrigens ganz besonders gut verwerten.

Hülsenfrüchte enthalten extrem wenig Fett und senken das Risiko für Dickdarmkrebs und diverse Herzerkrankungen, regulieren Blutdruck und Cholesterin und werden speziell Diabetikern wärmstens empfohlen, denn das Lebensmittel enthält den mitunter niedrigsten glykämischen Index.

Hülsenfrüchte wirken sehr sättigend und führen bei regelmäßigem Verzehr auch nicht mehr zu Blähungen, denn der Körper ist in der Lage, sich an die Zersetzungsreaktion zu gewöhnen.

Sie sollten Hülsenfrüchte zwar niemals roh verzehren, da sie schädliche Stoffe enthalten, die erst beim Erhitzen zerstört werden (und weil sie nebenbei roh ungenießbar schmecken), aber wenn Sie die getrockneten Samen der Streufrüchte vorab ausreichend einweichen oder kochen, steht dem kulinarischen Genuss nichts im Wege.

Hülsenfrüchte sind weltweit ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung und bei fleischarmer bzw. -loser Kost eigentlich unverzichtbar. Anhand drei ausgewählter Hülsenfrucht-Klassiker zeigen wir Ihnen auch, warum:

Kidneybohnen

Die nierenförmigen Früchte, deren Geschmack an den von Maronen erinnert, haben ihre Heimat in Peru, aber ihre Hochkonjunktur in Afrika und den USA. Sie gehören zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt, da sie Körperzellen schützen und Krebs vorbeugen können, für gute Nerven sorgen und die Muskeln stärken. Neben viel Proteinen enthalten die fettarmen Bohnen auch Ballaststoffe, die schnell und lange satt machen, ohne dass Sie davon zunehmen. Roh sind die Früchte ungenießbar und der eine oder andere kriegt auch Blähungen und / oder Bauchschmerzen von ihnen, aber die gute Nachricht ist, dass Kidneybohnen kombiniert mit (Kreuz-) Kümmel, Fenchel oder Anis bekömmlicher werden.

Kichererbsen

Das preiswerte und nahrhafte Grundnahrungsmittel aus Indien, Südeuropa, Nordafrika, Vorderasien und Arabien schmeckt mild und leicht nussig. Wie nahezu alle Hülsenfrüchte sind auch Kichererbsen extrem vielseitig und sättigen schnell und lange. Ihr Kalziumgehalt entspricht dem von Milch und sie sind ein guter Eisenlieferant – ein Mineralstoff, der in unserer Ernährung häufig zu wenig eingenommen wird. Kichererbsen sollen fit machen, starke Knochen bewirken und den Heißhunger bremsen, was der Figur zugutekommt.

Linsen

Ursprünglich als „Kaviar des armen Mannes“ verrufen genießt die mitunter älteste Kulturpflanze der Welt heute einen weitaus positiveren Ruf. Linsen kommen aus Kleinasien und existieren in endlos vielen Sorten – die bekannteste ist die Tellerlinse. Sie brauchen zwar viel Flüssigkeit und nicht jeder kann sie vertragen, aber dann trumpfen sie mit vielen Ballaststoffen und wenig Fett auf, machen stark und fit, stärken Nerven und Gehirn und halten schlank, weil satt. Kombiniert mit Reis erreichen Sie die optimale Aufnahme und Verwertung der enthaltenen Proteine. Linsen sind dafür bekannt, den Cholesterinspiegel senken zu können.

Zubereitungsempfehlungen

Für diejenigen, die Angst vor Blähungen haben: Der größte Teil der schwerverdaulichen Stoffe steckt in der Schale von Hülsenfrüchten. Geschälte Varianten stellen daher eine besser bekömmliche Alternative dar.

Das Einweichen oder Auskochen der Früchte sorgt nicht nur für Genießbarkeit, sondern spült auch die unbekömmlichen Schadstoffe aus ihnen heraus. Das Einweichwasser sollten Sie daher immer wegkippen. Erbsen, Bohnen, Linsen und Kichererbsen, die dabei oben auf dem Wasser schwimmen, sind sehr wahrscheinlich von Insekten befallen und sollten lieber entsorgt werden.

Gute Nachricht: Experten geben grünes Licht für Konservenfrüchte. Diese werden teils sogar noch schonender gegart, als Sie es beim Selbstkochen schaffen würden. Bereiten Sie Hülsenfrüchte trotzdem lieber selbst zu, kochen Sie sie am besten bei milder Hitze und ohne Salz, so quellen sie am besten aus.

Großzügig gewürzt und verfeinert mit Thymian, Bohnenkraut, Lorbeer, Rosmarin, Fenchel, Kümmel und Ingwer wird die Verdauung außerdem unterstützt und erleichtert – für einen noch beschwerdefreieren Genuss der leckeren und gesunden Eiweißlieferanten.

Wie erwartet ist mir bereits das Wasser im Mund zusammengelaufen und auch wenn ich Hülsenfrüchte schon immer gerne gegessen habe, habe ich jetzt ein noch besseres Gefühl beim Verzehr. Rezepte und Ideen finden Sie überall zuhauf, vor allem da Speisen mit Hülsenfrüchten saisonal so unabhängig sind, können Sie sich mit diversen Varianten austoben und Ihr Repertoire an Snacks, Partyrezepten und Familienessen nach Belieben bestücken.