Tagsüber fit und nachts entspannt mit Vitalpilzen

Ich habe den Eindruck, mit dem März hat es komischer Weise auf einmal einen Temperatursturz gegeben, der augenblicklich an Husten, Schnupfen und Erkältungskrankheiten erinnert. Und auch unabhängig von meinem subjektiven Empfinden rücken die Herbst- und Wintermonate, die uns gesundheitlich zusätzlich herausfordern, unerbittlich heran. Startet das Immunsystem geschwächt in diesen Jahresabschnitt, haben die klassischen Infektionskrankheiten leichtes Spiel. Und auch Stress, Alkohol und schlechte Ernährung stellen unsere körpereigene Abwehr zusätzlich auf eine harte Probe. Darüber hinaus kann das Immunsystem überempfindlich sein. Auch diese Körperfunktion hat zur Folge, dass es uns nicht gut geht. Vitalpilze können die körpereigene Abwehr effektiv stärken, Krankheiten vorbeugen und den Körper in gewissen Zusammenhängen sogar heilen. Gleichzeitig sind sie aber auch in der Lage, ein überaktives Immunsystem zu „bremsen“ und wieder eine geregelte Funktionalität herzustellen.

Grundsätzlich sind die Reaktionen beim Thema Pilze sehr unterschiedlich: Den einen läuft das Wasser im Mund zusammen, andere lehnen den Verzehr schon beim Gedanken daran dankend ab. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Speisepilzen, die in diesen Fällen meistens gemeint sind, geht es in diesem Artikel aber um Vitalpilze, die sich durch ihre besonders gesundheitsfördernden Eigenschaften auszeichnen. Bei dieser Erkenntnis handelt es sich keinesfalls um neues Trendwissen, auch wenn die therapeutische Einnahme der Naturprodukte von einigen Kritikern als Boom verschrien wird. Der Verzehr von Vitalpilzen, die synonymisch auch Heil- oder Medizinalpilze genannt werden, war schon für die Könige und Kaiser Chinas, Japans und Koreas vor Tausenden von Jahren unabdingbar. Die traditionelle Medizin (wie zum Beispiel Ayurveda) kombiniert verschiedene Pilze schon lange als Heilmittel miteinander, denn jede Pilzart hat ihren eigenen bestimmten Wirkungsschwerpunkt, mit dem sie wiederum eine andere Pilzart bedenkenlos ergänzen kann. Experten betonen, dass es hier weder zu Wechselwirkungen noch zu der Aufhebung gewisser Wirkungsspektren durch andere kommen kann. Seit den 60er Jahren wird die Mykotherapie auch in der westlichen Forschung zunehmend wissenschaftlich untersucht. Inzwischen sind Heilpilze durchaus in der Praxis angekommen und werden bei den verschiedensten Erkrankungen (ergänzend zu anderen Therapiemethoden) eingesetzt.

Vitalpilze sind in ihrer nährstofftechnischen Ausstattung unwahrscheinlich breit aufgestellt und somit vollwertige Nahrungsmittel. Sie enthalten Magnesium, Eiweiß, Ballaststoffe, Kohlenhydrate, gesunde Fette, die Vitamine A, B, C, D, E und K sowie Polysaccharide. Letztere sind so genannte „Vielfachzucker“, die eine vergleichsweise lange Verdauungszeit haben und den Organismus somit kontinuierlich mit Energie versorgen. Auf diese Weise kommt es nicht zu Blutzuckerschwankungen und folglich auch seltener zu Heißhunger. Die Nährstoffbeschaffenheit von Heilpilzen hängt stark von ihrer Wachstumsphase und ihrer Verarbeitung ab. Im Idealfall bekommen sie mindestens einen strengen Frost ab und werden auch während kalter Jahreszeiten geerntet. Wärme während der Wachstumsphase hat nämlich Nährstoffverluste zur Folge. Werden die Pilze anschließend getrocknet und gemahlen, werden ihre guten Eigenschaften besonders gut konserviert. Heilpilzprodukte sind kalorien- und fettarm, gluten- und laktosefrei und gelten als sehr gut verträglich. Manche Vitalpilze sind gleichzeitig auch als Speisepilze geeignet und können wie Gemüse verarbeitet werden. Zudem ist es sehr beliebt, Tee aus ihnen zuzubereiten, indem man einen Sud herstellt. Dieser hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Der Großteil der Pilze aus dem Heilspektrum ist jedoch nicht für den Verzehr geeignet. Der Chaga ist roh beispielsweise steinhart und auch der Reishi erinnert an die Konsistenz einer rohen Kartoffel. Der Rest ist nicht gut verträglich oder schmeckt schlicht und einfach nicht.

Um also trotzdem von der heilenden Wirkung der Naturprodukte profitieren zu können, müssen wir sie in Kapsel- oder Pulverform oder als Extrakt zu uns nehmen. Pulver stellt dabei sozusagen die breite Basisversorgung an Nährstoffen dar. Extrakte ergänzen dieses Spektrum dann durch interessante bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe in besonders konzentrierter Form. Sie können Heilpilze kurartig über vier bis acht Wochen anwenden, indem Sie zwei bis drei verschiedene Pilze miteinander kombinieren. In Fällen akuter Erkrankungen mit deutlichen Einschränkungen im Alltag (siehe Borreliose oder Herpes) ist es aber genau so möglich, beispielsweise vier Pilze über ein Quartal in hoher Dosierung einzunehmen, anschließend einen der vier Pilze gegen einen anderen auszutauschen usw. Diese Methode sollten Sie aber immer therapeutisch begleiten und an Ihren individuellen Bedarf anpassen lassen. In Laborexperimenten konnten außerdem unterdrückende Effekte auf das Wachstum von Tumorzellen nachgewiesen werden. Diese werden auf die sekundären Pflanzenstoffe zurückgeführt, die ja für den Schutz vor bestimmten Krebsarten, für Blutdrucksenkung und für Entzündungshemmung bekannt sind. Forscher betonen jedoch, dass hier die Erfahrungswerte für den menschlichen Organismus fehlen. Gleichzeitig ist aber auch bekannt, dass die heilende Wirkung von Heilpilzen auch für Haus- und Nutztiere gilt und vielerorts bereits eingesetzt wird.

Die kompakte Nährstoffdichte von Medizinalpilzen leistet einen wertvollen Beitrag zur Gesamtversorgung des Körpers mit Mikronährstoffen, die viele wichtige Funktionen wie den Stoffwechsel, die Durchblutung oder den Säure-Base-Haushalt beeinflussen. Die in Vitalpilzen enthaltenen Triterpene hemmen sogar die Ausschüttung von Histamin und tragen zur Entgiftung der Leber bei. Dabei haben sie die „adaptogene Wirkung“, die wir schon im Zusammenhang mit Goji-Beeren erwähnt haben, gemeinsam.

Pilze. Optisch und geschmacklich mögen sie polarisieren. Aber ihr Wirkungsspektrum überzeugt uns.