Matcha – der gesunde Energielieferant

Wenn ein Lebensmittel seit Jahren umstritten ist, dann Kaffee. Noch im Artikel zu Heißhunger haben wir erfahren, was er mit unserem Körper veranstaltet: Sein Koffein versetzt uns in eine künstliche Stresssituation, die der Organismus mit Flucht oder Kampf verwechselt. Aus diesem Grund hebt er den Blutzuckerspiegel an, um uns für die Ausnahmesituation zu wappnen. Ein Teufelskreis aus „die falschen Stellen Anzapfen“ und „an den falschen Zonen wieder Ablagern“ entsteht. Die weiteren Negativmythen zu Kaffee reichen von „verursacht Schlafstörungen“ über „entzieht dem Körper Flüssigkeit“ bis „steigert den Blutdruck“. Andere Quellen preisen die wiederum positive Wirkung des Koffeins auf unser Herz an oder schätzen den belebenden und konzentrationsfördernden Effekt sowie auch den Geselligkeitsfaktor von Kaffeespezialitäten. Es ist zum Haare Raufen und vermutlich kann am Ende des Tages nur jeder für sich selbst entscheiden, wie er dem Heißgetränk gegenübersteht (zumal auch die Wirkung bei jedem Menschen anders ist).

Die gute Nachricht, die quasi alles bisher Geschriebene unwichtig macht, ist: es gibt eine Alternative. Einen gesunden Energielieferanten, der auf natürliche Weise belebt und die Produktivität steigert. Ein Teelöffel von dieser Alternative enthält so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee und liefert gleichzeitig mal eben die Nährstoffe von einer ganzen Portion grünem Gemüse mit. Die Rede ist von Matcha, einem traditionellen japanischen Pulver, das aus den getrockneten Blättern des Teebaums hergestellt wird und schon den Mönchen dabei geholfen haben soll, während der Meditation wach zu bleiben. Wenig verwunderlich, das England, mein subjektives Land des Tees, dieses Superfood schon längst für sich entdeckt und es zu einer extrem beliebten Alternative zu Kaffee gemacht hat. Zwei Wochen vor der Ernte werden die Blätter mit einer Plane abgedeckt – das soll die Chlorophyllbildung anheizen. Neben Chlorophyll kommt das gluten- und zuckerfreie Matchapulver außerdem mit Antioxidantien, Eisen, Kalium, Kalzium, Folsäure, den Vitaminen A, K und C und natürlich Koffein daher und wirkt entsäuernd. Ist der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers unausgeglichen, können Nährstoffe nur schlecht transportiert und aufgenommen werden, außerdem beeinträchtigt dieser Zustand die Hormontätigkeit. Wir leiden an Übergewicht, schlechter Haut oder Zahnproblemen und werden müde – Koffein muss her. An dieser Stelle schlägt Matcha also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn er gibt uns die benötigte Energie und wirkt gleichzeitig der Übersäuerung (die die Müdigkeit zusätzlich mit sich bringt) entgegen.

Ich habe Verständnis für das Argument mit dem Genuss und der Geschmacksgewohnheit. Was man als Kind nur sehr schwer nachvollziehen kann, aber mit den Jahren unter anderem zum ausschlaggebenden Argument wird, ist dass Menschen Kaffee auch für seinen Geruch und Geschmack lieben. Er dient als Belohnung, als Etappenlichtblick an harten oder tristen Tagen. Wie so oft betone ich an dieser Stelle, dass es sich bei Superfoods um ein Angebot handelt, auf das man sich freiwillig einlassen soll. Niemand möchte mit Ihren Traditionen brechen 🙂 Angesprochen ist eher die Sorte „abhängiger Konsumenten“, die vielleicht gerne etwas ändern würde, der es aber tatsächlich an Alternativen mangelt. Womit Matcha ganz unverbindlich überzeugt, ist die Vielfalt seiner Einsatzmöglichkeiten. Erfahrene Konsumenten und Leser werden die Möglichkeit, das Pulver über oder in x-beliebige Speisen und Getränke zu mischen, schon längst kennen. Darüber hinaus lassen sich die gemahlenen Teebaumblätter aber auch in Kuchen- oder Nudelteige einarbeiten und vereinen auf diese Weise ihr tolles Wirkungsspektrum mit einem aufregenden Geschmack – das Pulver ist nämlich leicht süßlich.

Ich persönlich bereite mir aus Matcha besonders gerne einen Eistee zu, indem ich etwa 70 ml frisches Wasser abkoche, es auf 80 Grad herunterkühlen lasse, einen Teelöffel Matcha hinzufüge und die Mixtur schaumig schlage. Abgekühlt erhalten Sie auf diese Weise einen gesunden, erfrischenden und lecken Eistee ganz ohne Zucker oder Zusatzstoffe. Bei der Recherche zu Matcha findet man besonders oft den Hinweis darauf, dass der Anteil der wohltuenden Inhaltsstoffe des Pulvers erheblich höher ist als beispielsweise bei gewöhnlichem grünen Tee. Das kommt genau daher, dass Matchapulver ein Extrakt aus dem ganzen Teeblatt ist, das aufgelöst und mitverzehrt wird. Handelsübliche Tees hingegen sind oft lediglich Aufgüsse.

Die Skepsis gegenüber Superfoods hält sich hartnäckig und immer wieder werden Interessenten davor gewarnt, vermeintliche Versprechungen vorschnell zu glauben. Im selben Zuge enthüllen zahlreiche Nahrungsmittel dann aber doch ein erstaunliches Wirkungspotenzial, dass Kritiker überzeugt. Die japanischen Teebaumblätter vereinen die Vorzüge von Kaffee, ohne die vermeintlichen gesundheitlichen Einbußen mit sich zu bringen. Gleichzeitig schmeckt Matchatee aromatischer und weniger bitter als Kaffee oder grüner Tee und erweist sich als viel umfassender verwendbar. Das Pulver ist daher das Richtige für alle, die anregende Erfrischung und einen Muntermacher, der gleichzeitig entspannt, suchen. Ich finde, das Leben ist zu kurz für die immer gleiche Routine 🙂 Probieren Sie es einfach selbst mal aus.

Auf Ihr Wohl!

Die Stationen unserer Verdauung

Darstellung eines Magens

Wenn man wöchentlich über Lebensmittel und Gesundheitsthemen schreibt, wird man von allen Seiten mit interessanten Randthemen konfrontiert, die es gleichermaßen wert sind über sie zu schreiben. Neulich erging es mir mit dem Thema „Nahrungsmittelverwertung durch den Körper“ genau so. Mit diesen Suchbegriffen habe ich mich auf die Suche nach dem Informationsstand im Internet gemacht und einige sympathische Artikel gefunden, die ich für Sie zusammengetragen habe und heute mit Ihnen teilen möchte. Die Thematik hat mich ohnehin interessiert, außerdem habe ich schnell ihren Nutzen für meinen Blog gesehen, aber als ich mit der Recherche begonnen habe, haben mir zwei Fakten ganz besonders die Augen geöffnet:

Im Laufe eines Lebens verwertet der menschliche Körper durchschnittlich 30 Tonnen an Lebensmitteln und 50.000 Liter an Flüssigkeit.

Eine Meisterleistung. Man kann es nicht anders sagen. Und für diese permanente Arbeit braucht der Körper vor allem eins: Energie. Treibstoff. Kraft. Die holt er sich aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten und der täglichen Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern. Hochwertige Nahrungsmittel enthalten dabei fast alles, was der menschliche Organismus regelmäßig so braucht. Auf dem Weg durch den Verwertungsprozess sind dann im Wesentlichen acht Stationen beteiligt, die die Nahrung anhand eines perfekt abgestimmten Systems in immer kleinere Einheiten zerlegen, sie sortieren und schließlich abbauen. Erst in zerlegter Form kann der Körper Mineralien, Fette, Vitamine & Co. nämlich nutzen. Und wie er das macht, ist wirklich spannend:

Station 1: das Gehirn

Im Gehirn wird der Energiebedarf des Körpers zuerst registriert und gemeldet. Bei der Nahrungsaufnahme stillt das Organ dann zunächst seinen eigenen Glukosebedarf, indem es zwischen 80 und 140 g für sich selbst abzwackt. Anschließend verteilt es die übrigen Nährstoffe an die weiteren Stationen. Um Ihrer Körpersteuerzentrale etwas besonders Gutes zu tun, sollten Sie regelmäßig Walnüsse oder Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen.

Station 2: Der Mund

Diese Station war vorhersehbar, denn Nahrungsaufnahme verläuft im Normalfall oral – durch Kauen und Schlucken. Womit wir auch schon bei den ausschlaggebenden Tätigkeiten wären, denn durch das Kauen wird die Nahrung zerkleinert. Gleichzeitig wird sie durch Speichel und im Mund enthaltene Enzyme vorverdaut. Speichelfluss wirkt übrigens effektiv gegen Hungergefühle, weswegen Sie Ihrem Mund anhand von Rohkost ruhig ausgiebig zu tun geben können.

Station 3: Der Magen

Anhand des unumgänglichen Schluckreflexes wird der Nahrungsbrei vom Mund in den Magen befördert, wo er etwa vier Stunden lang durchgeknetet wird. Gleichzeitig spritzen die Schleimhautdrüsen aggressive Magensäure dazu, die zum einen eventuelle Erreger abtötet und zum anderen die in der Nahrung enthaltenen Eiweiße spaltet. Fenchel und Kümmel helfen übrigens beim Abbau überschüssiger Gase.

Station 4: Das Fettgewebe

Eine Station, die vermutlich eher kritisch beäugt wird, denn hier speichert der Körper das Fett in Zellen, um es bei Bedarf wieder abgeben zu können. Genau dieses Verhältnis von Speicherung und Abgabe ist aber oft unausgewogen, sodass es zur übermäßigen Fetteinlagerung und Übergewicht kommt. Für die Fettverbrennung benötigt unser Körper viel Magnesium, daher sollten Sie ausreichend Vollkornprodukte zu sich nehmen.

Station 5: Die Nieren

Als „Kläranlage“ des Körpers filtern die Nieren unser gesamtes Blut (1.500 Liter!) dreihundertmal am Tag. Unterstützen können wir sie dabei mit einer hohen Flüssigkeitszufuhr, gerne auch mit Elektrolytwasser, das beispielsweise in Gurken oder Sojaprodukten enthalten ist.

Station 6: Der Darm

Wer „Magen“ sagt, sagt oft auch „Darm“ und so ist es nicht verwunderlich, dass diese beiden Organe direkt miteinander verbunden sind. Wenn der verdaute Speisebrei den Magen durch einen Pförtner verlässt, wird er zunächst im Dünndarm mit einer weiteren Ladung Verdauungssäfte empfangen, die aus der Leber und der Bauchspeicheldrüse stammen. Im Dickdarm werden den Speiseresten dann das Wasser und die verwertbaren Nährstoffe entzogen, die der Darm ins Blut weitergibt. Die lebenden Bakterien verwerten die Speisereste ihrerseits noch ein letztes Mal, bevor der dann übrig bleibende Rest endgültig ausgeschieden wird.

Station 7: Die Arterien bzw. das Blut

Unser Blut transportiert die Nährstoffe, die der Darm bei der Verarbeitung freigibt, in alle Ecken unseres Körpers, sodass jede Zelle ausreichend versorgt wird. Lachs und Tomaten sind die perfekten Nahrungsmittel, um Arteriosklerose, also der krankhaften Verstopfung der Blutgefäße entgegenzuwirken.

Station 8: Die Leber

Seitens der Leber naht Unterstützung für das Blut, denn die rund 300 Milliarden Leberzellen filtern die Schadstoffe aus ihm heraus. Im selben Zuge sind die Zellen ebenfalls an der Verarbeitung der Nahrungsbestandteile beteiligt. Chicoree und Artischocken enthalten Bitterstoffe, die sowohl den Fettstoffwechsel anregen als auch bei der Entgiftung helfen.

War Ihnen die Rolle, die beispielsweise das Gehirn beim Verdauungsprozess spielt, so bewusst? Konnten Sie mit Sicherheit behaupten, welche Leistung zwei gesunde Nieren im Normalfall erbringen? Ich möchte nicht bewirken, dass Sie zu verkopft an Ihre Ernährung herangehen. Der Körper ist, liebevoll gemeint, ein Gebrauchsgegenstand mit begrenzter Laufzeit und ich stelle lediglich immer wieder fest, wie selbstverständlich wir hinnehmen und erwarten, was gar nicht selbstverständlich ist. Und so kann ich mich nur wiederholen: Das ist eine Meisterleistung. Und es ist nie zu spät, noch etwas zu ändern J


Gesundes Fett

Finden Sie auch, dass diese Überschrift irgendwie kontrovers klingt? Das kann daran liegen, dass „Fett“ von der schlichten Bezeichnung eines Lebensmittels zu einem negativen, gar beleidigenden Attribut geworden ist. Fakt ist – und das werden Sie schon öfter gehört haben – Fett ist Geschmacksträger. Das bedeutet, dass die dezente Zugabe von Butter, Schmalz & Co. vielen Gerichten erst das gewisse Etwas verleiht. Viele Menschen mögen auch den puren Geschmack von Butter oder Olivenöl sehr gerne. Gegen den sparsamen Einsatz dieser Geschmacksträger spreche laut Ernährungsexperten auch nichts. Gesättigte Fettsäuren seien bei Weitem nicht so schädlich, wie es vielerorts propagiert wird. Im Endeffekt haben sie, im Gegensatz zu ungesättigten Fettsäuren, nur keine positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit, weswegen wir sie einfach durch Letztere substituieren sollen.

Vergangenes Jahr wurden in Deutschland 190 Millionen Liter Speiseöl verzehrt. Mehr als die Hälfte davon waren gesunde Öle wie Raps- oder Olivenöl. Es heißt, pflanzliche Fette seien die beste Alternative zu Butter, denn sie erhalten wertvolle Inhaltsstoffe, die die Aufnahme fettlöslicher Vitamine ermöglichen und somit den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Es ist also weniger entscheidend, quantitativ wenig Fett zu sich zu nehmen, als einfach auf die Fettqualität zu achten. Das ausschlaggebende Stichwort in diesem Zusammenhang sind „Fettsäuren“. Gesättigt, ungesättigt, mehrfach ungesättigt, nativ, kalt gepresst – das Produktetikett einer Flasche Öl liest sich oft wie eine Fremdsprache. Wie soll man da beim Einkauf auf die Schnelle entscheiden, ob man nun das Richtige tut? Gehen wir einmal in die Tiefe…

Ungesättigte Fettsäuren sind die guten Allrounder, die durchaus positive Auswirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System und unseren Fettstoffwechsel haben. Sie stecken in Fisch, Nüssen und eben in pflanzlichen Ölen. Der Jackpot unter ihnen sind mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren: Sie regulieren unsere Blutfettwerte, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und wirken auch noch entzündungshemmend. Omega 3 steckt in Lachs, Hering, Makrele oder pflanzlichen Ölen (hier sind zusätzlich auch noch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die ebenfalls entzündungshemmend und antibakteriell wirken). Das viel zitierte Omega 6 hingegen sollte nur in Maßen genossen werden. Es ist zwar gut für unser Abwehrsystem, aber stellt gleichzeitig auch die Basis für hormonähnliche Substanzen dar, die wiederum Entzündungen fördern können. Omega 3 und 6 kann der Körper nicht selbst herstellen, sodass die Zufuhr über die Ernährung eine wichtige Voraussetzung ist.

Also, Stichwort Ernährung: Wie finde ich nun das richtige Öl für mich? Für Salate und kalte Speisen eignet sich kalt gepresstes Raps- oder Olivenöl am besten. Sanft braten oder dünsten können Sie hiermit aber auch. Der Großteil der im Handel erhältlichen Öle ist raffiniert. Das bedeutet, dass das Produkt nach der Pressung entschleimt, entsäuert und gebleicht wird. Diese Prozedur hat den Zweck, ein hoch erhitzbares und vor allem geschmacksneutrales Produkt hervorzubringen, wobei jedoch häufig Lezithine und Antioxidantien verloren gehen können. Am besten achten Sie bei der Ölauswahl auf die Zusätze nativ oder extra vergine. Das sind besondere Güteklassen, die aussagen, dass das Produkt weder vor der Kaltpressung geröstet noch anschließend erhitzt worden ist. Auf diese Weise erhalten Sie die wichtigen Nährstoffe und positiven Eigenschaften eines guten Öls. Achtung bei den Begriffen gehärtet bzw. teilweise gehärtet! Hier handelt es sich um Transfette, die Ihre Gefäße schädigen und somit das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen können. Also lieber nicht kaufen. Jedes Öl ist übrigens für andere, ganz eigene Eigenschaften bekannt. An dieser Stelle haben wir einen Überblick über die beliebtesten Öle für Sie zusammengestellt:

Olivenöl: Der Klassiker der Mittelmeerküche für milde Hitze. Sein Geschmack kann je nach Anbaugebiet, Erntezeit und Klima variieren und schmeckt charakteristisch nach Oliven. Achten Sie auf die Angabe der regionalen Herkunft und wählen Sie bevorzugt mechanisch gepresstes, leicht grünliches Öl.

Rapsöl: In gemäßigten Breiten wird Raps schon seit langer Zeit kultiviert. Neue Züchtungen der intensiv gelben Pflanzen haben das Öl aus den schwarzen Samen genießbar gemacht. Rapsöl gilt als perfekter Allrounder in der Küche, da es sich auch zum sanften Braten und Dünsten eignet. Der Geschmack ist leicht nussig.

Leinöl: Das aus Leinsamen gewonnene Leinöl ist das hochwertigste Öl und hat einen besonders hohen Omega-3-Anteil. Leider eignet es sich nicht zum Erhitzen und sollte auch kühl aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden, da sich die freigesetzten Fettsäuren schnell zersetzen.

Sojaöl: Sojaöl wird aus Sojabohnen gewonnen und ist das weltweit meistproduzierte Pflanzenöl. Meistens wird es raffiniert angeboten. Um potenzielle giftige Inhaltsstoffe zu zerstören, werden auch kalt gepresste Sojaöle zumindest kurzzeitig erhitzt. Sojaöl ist geschmacksneutral.

Sonnenblumenöl: Dieses ebenfalls geschmacksneutrale Öl steht auf Platz zwei der meistverkauften Speiseöle in Deutschland – vermutlich wegen des günstigen Preises. Ein Nachteil ist jedoch sein hoher Omega-6-Gehalt, außerdem ist es unraffiniert nicht zum Erhitzen geeignet. Spezialzüchtungen aus dem Biohandel oder raffinierte Produkte können hier Abhilfe schaffen.

In allen Fällen gilt übrigens: Ist es beim Erhitzen zu Rauchbildung gekommen, haben sich bereits schädliche Subtanzen gebildet und das Öl sollte nicht mehr verzehrt werden. Darüber hinaus wünschen wir guten Appetit – Ihrem Einfallsreichtum seien keine Grenzen gesetzt J

Let’s talk about sex, baby

Okay, diese Überschrift ist ein wenig plakativ, aber heute handelt es sich zum ersten Mal um ein Superfood, das insbesondere den Ruf hat, die Libido und die Fruchtbarkeit anregen zu können. Die Rede ist von Maca, einer Wurzel aus Peru (deswegen auch peruanischer Ginseng genannt), die zur Kressengattung gehört. Vor 4.000 Jahren galt das Knollengewächs als Vollnahrungsmittel für Privilegierte, die auf den aphrodisierenden und leistungssteigernden Effekt setzten. Heute kann sich Jedermann ganz unkompliziert an den vielen Vorteilen von Maca bereichern. Die Wurzel wird zwischen Mai und August von Hand geerntet, sonnengetrocknet und dehydriert. Erst dann wird sie schonend zu einem gluten-, laktose- und zuckerfreien Pulver von Rohkostqualität gemahlen (bitte immer auf Bio-Produkte achten). Ihr Geschmack ist leicht süßlich und wird oft mit dem einer Esskastanie verglichen, was das Pulver zu einer optimalen Zutat für nahezu alles macht – sogar zum Backen.

Auf die Frage, was Maca denn alles so für mich tun kann, seien vor allem die folgenden Argumente erwähnt:

Zunächst senken die enthaltenen Pflanzensterole den Cholesterinspiegel des Körpers. Kohlenhydrate (60 – 65 %) und Ballaststoffe erhalten die natürliche Magen-Darm-Funktion, indem sie die Verdauung anregen. Die über 30 Mineralstoffe und Spurenelemente (hierzu zählen alle essenziellen Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren, Magnesium, Kalium, Kalzium, Zink, Eisen, Phosphor und die Vitamine B1, B2, B3, B6, C und D) fungieren als Allround-Nährstoffkur und bringen den berühmten adaptiven Effekt auf unsere Ausdauer und Energie mit sich. Maca wächst in über 4.000 Metern Höhe, wo sie tagsüber viel Sonne, aber nachts auch knackige Kälte abbekommt. Der Boden in diesen Höhenlagen ist oft wenig nahrhaft, womit die Knolle sich hier aber arrangieren muss. Sie reagiert darauf, indem sie ihre sekundären Pflanzenstoffe einsetzt und somit nicht nur ihr Überleben sondern auch ein gehaltvolles Wachstum sichert. Maca, das bei uns vor allem in Pulver- oder Kapselform erhältlich ist, erweist sich also als attraktiver Alleskönner für vermeintlich ungefährliche Wehwehchen, ohne die es sich am Ende aber doch besser lebt. Die Wurzel spendet Energie am Morgen und hilft müden, ausgelaugten Menschen, besser in den Tag zu starten und auch ihre Gedächtnisleistung auf Trab zu halten. Auch dem stimmungs- und kältebedingten Winterblues können Sie getrost „Bye bye“ sagen, denn Maca soll das Immunsystem enorm stärken und Antriebslosigkeit und sogar Depressionen entgegenwirken. Der – positiv gemeinte – Überfluss an Nährstoffen und Energiespendern hat zudem den schönen Nebeneffekt, dass der Muskelaufbau unterstützt wird.

Was noch nicht hinreichend belegt, aber trotzdem groß im Gespräch ist, ist der positive Einfluss der Inhaltsstoffe auf die Hormonausschüttung. Die Wurzel kann wie eine Verjüngungskur auf den Hormonapparat sowie wie ein natürliches Anti-Aging-Mittel ohne Konservierungsstoffe funktionieren. Das soll Regel- und Wechseljahrsbeschwerden deutlich verringern. Gleichzeitig wird dem Pulver, wie anfangs bereits angedeutet, eine klare Wirkung auf Fruchtbarkeit, Potenz und sexuelle Unlust zugeschrieben – und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Zu diesem Effekt des „natürlichen Viagras“, wie das Wurzelpulver auch genannt wird, existieren vereinzelte Studien, die die Auswirkungen einer regelmäßigen Einnahme von mindestens 3 Monaten überwacht und dokumentiert haben. Ob es nun also wirklich stimmt, dass Maca die Libido anregt, wissen wir zwar nicht, aber warum nicht ausprobieren? 😉 Nebenwirkungen hat das optisch einer Zwiebel ähnelnde Gewächs nämlich keine!

Auf dem Markt erhalten Sie rotes, gelbes und grünes Macapulver. In Wasser aufgelöst ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig – nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Aus diesem Grund wird das Produkt auch häufig in den morgendlichen Saft oder sogar in Milch gemischt – probieren Sie sich hier einfach durch Ihre Vorlieben. Auch wenn der wesentliche Bestandteil von Maca ihre Wurzel ist, kann der Rest des Gewächses trotzdem auch wie Gemüse zubereitet werden und verwertet werden.

Es gilt also auch hier wieder: Schauen Sie, was sich für Sie in Ihren Alltag integrieren lässt, was Sie mögen und was Sie genießen können. Ich kenne Fanatiker (wobei Fanatiker vermutlich ein zu übertriebener Begriff ist), die ihr Superfood gerne zelebrieren, seine Wirkung studieren und ihre Erfahrungen schließlich ausgiebig teilen. Das ist toll und auch das Thema bewusstes Ernähren habe ich ja nun schon des Öfteren angeschnitten. Ich sehe aber auch den Bedarf einer einfachen Einnahme nebenbei, sei es aus Geschmacks- oder Zeitgründen. Letztendlich sind Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Presslingen nicht weniger effektiv und zudem besser, als komplett auf die einzigartigen Leistungen so mancher Früchte der Natur zu verzichten 🙂 Für viele handelt es sich um Versuche oder neugierbedingten Tatendrang, weil sie sich durch das Wirkungsspektrum von Maca & Co. angesprochen fühlen und mir ist bewusst, dass die Hälfte der Konsumenten eventuell abspringen und positive Ergebnisse verpassen würde, weil sie sich durch aufwendige Zubereitungen abgeschreckt fühlt. In diesem Sinne: Pille, Pulver, Drink, Teig, Topping – es ist egal was Sie machen! Alles wird Ihnen gut tun 🙂

Auf Ihr Wohl!

Hormone, Heißhunger und Hüftgold

Der Körper ist so genial wie auch gemein. Dass die falsche Ernährung jedoch – ganz plakativ formuliert – hart erarbeitete und nützliche Muskelmasse in Hüftgold umwandelt, ist mir in dieser Intensität erst bewusst geworden, als ich mich mit dem Thema Heißhunger beschäftigt habe. Aus der Evolution wissen wir, dass sich der Körper in Stresssituationen instinktiv auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Wenn wir Koffein oder Zigaretten konsumieren, kommt das so einer Extremsituation gleich und unser Körper hebt – egal wie hoch dieser bereits ist – den Blutzuckerspiegel an, um Energie für die vermeintliche Flucht zu erzeugen. Hierfür hat er üblicherweise einen kleinen Vorrat in der Leber, aber wenn dieser aufgebraucht ist (zum Beispiel nach der Nacht), greift er zuerst auf Muskelmasse zurück und wandelt diese in den sofort benötigten Zucker um. Da wir nun aber nicht wirklich kämpfen oder fliehen, stellt der Körper fest, dass er den vielen Zucker gar nicht benötigt, wandelt ihn jetzt aber in Fett um und legt dieses auf den Hüften ab.

Nichts zu essen, dafür aber zu rauchen, Kaffee zu trinken und ständig unter Adrenalineinfluss zu stehen bedeutet also, fröhlich Muskeln in Fett umzuwandeln?

Wenn wir etwas mit konzentriertem Zucker (egal ob weißer, brauner, Bio-, Frucht- oder Traubenzucker) oder stärkehaltigen Kohlenhydraten essen, dann werden diese Stärke und der Zucker sofort im Körper verdaut und heben den so genannten Blutzuckerspiegel. Wir haben also Zucker im Blut und das ist an und für sich auch gar nicht so viel. Bei einer Menge von ungefähr ein bis zwei Teelöffeln fühlen wir uns wohl, können uns gut konzentrieren und verbrennen sogar Fett. Der Körper möchte dieses Niveau also halten, wobei es über den Tag verteilt natürlich ein wenig auf- und abschwanken kann. Bei den meisten Menschen sieht der Kurvenverlauf des Blutzuckerspiegels aber extremer aus, da wir – aus Gewohnheit, aus Bequemlichkeit, aus Appetit oder sogar aus Sucht – erheblich größere Mengen an konzentriertem Zucker zu uns nehmen. Anstatt ein moderates Level zu halten schießt die Blutzuckerkurve also mit einem Mal massiv in die Höhe. Hiermit kann der Körper grundsätzlich gut umgehen, denn er benötigt den Zucker zum Beispiel für das Gehirn.

Diese Extreme, denen wir ihn tagtäglich aussetzen, stellen jedoch eine enorme Herausforderung für ihn dar. Im ersten Moment mögen Sie denken, dass Sie davon ohnehin nichts mitbekommen und Sie schließlich Tag für Tag „funktionieren“, aber bleibt der Zucker einmal im Blut, kann er uns tatsächlich gefährlich werden, denn er kann Gefäße zerstören. Aus diesem Grund versucht der Körper, den ankommenden Schwall an Zucker so schnell wie möglich wieder abzubauen und schickt ihn infolgedessen aus dem Blut ins Gewebe, die Muskeln und die Zellen. Diese können daraus die Energie herstellen, die der Organismus braucht. Für diesen Prozess muss das so genannte Insulin, ein Hormon, ausgeschüttet werden, das der Zelle signalisiert den Zucker aufzunehmen. Die Menge an Insulin steigt mit der Menge an im Blut enthaltenen Zucker und packt diesen so schnell wie möglich weg. Wird jedoch zu viel Insulin produziert, verbrennen wir kein Fett.

Bei eben dieser Arbeit schießt unser Körper gerne mal über das Ziel hinaus – und zwar sowohl nach oben als auch nach unten hin. Wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist (wir also „unterzuckert“ sind), kann das für uns zu einer lebensbedrohlichen Situation werden. Alles was zählt ist nun, den Blutzuckerspiegel wieder in die Höhe zu treiben. Dabei schüttet der Körper zum einen Stresshormone in erheblichen Mengen aus und sorgt zum anderen dafür, dass wir bewussten Heißhunger auf Dinge kriegen, die den Blutzucker schnell nach oben bringen: Säfte, Süßigkeiten, Kaffee, Zigaretten… Heißhunger ist also vergleichbar mit dem Strohhalm, nach dem ein Ertrinkender greift und soll einfach nur möglichst schnell Abhilfe schaffen. Indem wir in solchen Situationen also völlig die Beherrschung verlieren und fast alles in uns hineinstopfen, was uns zwischen die Finger kommt, geht die ganze Blutzuckerachterbahn wieder von vorne los. Der Körper weiß auf die Schnelle nicht, wohin er den ganzen Zucker stecken soll (denn als Rohstoff ablagern kann er ihn nicht), also wandelt er ihn schnellstmöglich in Fett um und lagert ihn – vorzugsweise auf den Hüften – ab. Ein so genannter „Rettungsring“ kann also ein Anzeichen dafür sein, dass unsere Blutzuckerkurve außer Kontrolle geraten und außerdem insulinresistent geworden ist.

Es gibt doch diese Momente, in denen uns bewusst ist, dass unser Appetit gerade vielleicht irrational und das, was wir jetzt so unbedingt naschen möchten, alles andere als gesund ist. Ich selbst habe dennoch festgestellt, dass fundierte Hintergrundinformationen zu den Prozessen in meinem Körper mir enorm dabei helfen, einzuordnen, was gerade mit mir los ist. Zugegeben, ich bin nicht all zu anfällig dafür, aber ich habe zum jetzigen Zeitpunkt wirklich das Gefühl, ich könne der nächsten Heißhungerattacke trotzen. Anhand von Aha-Effekten wie diesem. Und anhand von guten Lebensmitteln, die für und nicht gegen mich arbeiten. Ich bin gespannt auf diesen Selbstversuch.

Auf Ihr Wohl!

Leinsamen – ein Traditionsprodukt

Rein optisch erinnere ich mich an Leinsamen noch aus meiner Jugend. Meine Mutter hatte immer eins dieser durchsichtigen Cellophan-Pakete im Vorratsregal stehen. Damals habe ich nicht weiter über die flachen braunen Körner nachgedacht, heute erinnern sie mich allerdings an etwas Vertrautes, Gutes, das schon immer zu unserer Küche gehörte.

„Schon immer“ ist dabei eine gar nicht so weit hergeholte Formulierung, denn die Samen der Flachspflanze sind schon seit Jahrtausenden ein traditionelles Heilmittel aus einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Früher wurden die Fasern des Gewächses sogar zu Stoffen verarbeitet, bis sie durch Baumwolle und Synthetikfasern abgelöst wurden. Der Anbau von Leinsamen ist jedoch recht arbeitsintensiv, sodass er sich in Deutschland innerhalb von 135 Jahren auf lediglich 3,3 % reduziert hat. Die genaue Herkunft des „gemeinen Leins“ ist bisher noch unbekannt, aber auch China, Russland und die Ukraine kultivieren Flachs bereits seit langer Zeit.

Worüber ich mir damals auch keine Gedanken gemacht habe ist, was meine Mutter mit den Samen gewollt haben könnte. Heute tippe ich, weil ich sie kenne, auf den unterstützenden Effekt von Leinsamen beim Abnehmen. Die Körner bestehen gleichsam aus fermentierten und nicht fermentierten Fasern. Die nicht fermentierten Fasern binden sehr viel Wasser und quellen somit im Magen zu einem dicken Schleim heran, der für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl sorgt und gleichzeitig Krankheitserreger leichter aus dem Magen-Darm-Trakt abtransportiert. Im selben Zuge nähren die fermentierten Fasern die guten Bakterien im Darm und fördern die Verdauung, indem sie das Volumen des Darminhalts durch die Wasseraufnahme vergrößern.

Leinsamen, deren wirksamste Inhaltsstoffe sich in der Schale befinden, sind in ganzen Körnern, grob geschrotet oder als Mehl erhältlich, welches sich dann gut mit anderen Mehlen mischen und wie gewohnt verarbeiten lässt. Am haltbarsten sind Leinsamen als ganzes Korn. Gemahlen fallen sie dem Oxidationsvorgang zum Opfer, außerdem beginnen die freigesetzten Fettsäuren, sich zu zersetzen, was das Mehl schneller verderblich macht. Einmal „aufgebrochene“ Leinsamen sollten Sie möglichst sofort im Kühlschrank lagern und innerhalb von zwei Tagen aufbrauchen. Ein Effekt, der schon im Zusammenhang mit Chlorella-Algen erwähnt wurde, ist der der besseren Nährstoffaufnahme durch die so genannten „aufgebrochenen Zellwände“. In diesem Fall reicht es sogar, wenn Sie die Körner erst kurz vor dem Verzehr grob mahlen.

Die Zubereitung und die Einnahme von Leinsamen sind bemerkenswert unkompliziert. Durch ihren neutralen Geschmack lassen sie sich nämlich mit allen Lebensmitteln kombinieren, auf die Sie gerade Lust haben. Allerdings enthält das Superfood sowohl Blausäure als auch Cadmium in geringen Mengen, weswegen Sie eine Tagesration von 45 g (andere Quellen nennen 20 g) nicht überschreiten sollten. Die Samen belohnen Sie dann ziemlich zeitnah – nämlich 12 bis 24 Stunden nach der Einnahme – mit einem wahren Kick aus Omega-3-Fettsäuren, den Vitaminen B1, B2, B6 und E, Eiweiß, Kalzium, Kalium, Magnesium, Zink, Mangan, Ballaststoffen und Antioxidantien. In seltenen Fällen tritt die Wirkung erst nach bis zu drei Tagen ein. Aber da Leinsamen ohnehin für den langfristigen Konsum gedacht und gemacht sind, erübrigt sich diese im Endeffekt ohnehin sehr kurze Wartezeit dann auch direkt wieder.

Die Samen der Heilpflanze bestehen übrigens fast zur Hälfte aus Fett. Leinöl kommt dabei vereinzelt sogar als schnell härtendes technisches Öl zum Einsatz oder wird als Grundstoff in der Malerei eingesetzt. Für den kulinarischen Bereich gilt: Schmeckt Leinöl bereits bitter oder riecht es ranzig, dann ist es nicht mehr ganz frisch und sollte möglichst kurzfristig aufgebraucht werden.

An Leinsamen überzeugen mich persönlich außerdem vier weitere Eigenschaften. Zum einen sind sie, wie bereits angedeutet, ein super Hausmittel und die optimale erste Anlaufstelle bei Magen-Darm-Erkrankungen. Sie ermöglichen einerseits schnelle Abhilfe bei Verstopfung & Co. (immer mindestens 1,5 Liter Wasser dazu trinken!) und stellen andererseits eine kurartige Maßnahme zum Schutz der Magenschleimhaut und -gesundheit dar. Ferner weisen erste Studien sogar auf vorbeugende Effekte der in Leinsamen enthaltenen Lingane gegen Prostata-, Dickdarm- und Brustkrebs hin. Aber auch und gerade im Alltag bewähren sich die braunen Körner in meinen Augen sehr. Neben der super einfachen Anwendung bei Reizdarm (zwei- bis dreimal täglich 1 EL Leinsamen mit 250 ml Wasser einnehmen) können die Pflanzensamen auch äußerlich als Umschlag angewandt werden. Für einen Leinsamenumschlag werden zwei bis drei Esslöffel auf ein Baumwolltuch oder eine Baumwollsocke gefüllt, mit heißem Wasser übergossen und ca. 15 Minuten quellen gelassen. Anschließend wird der Umschlag auf die betroffene Stelle gelegt und bei Bedarf fixiert. Achten Sie hier lediglich darauf, das Produkt nicht in direkten Kontakt mit offenen Wunden zu bringen.

Aufgrund ihrer gut erforschten Inhaltsstoffe gelten Leinsamen berechtigter Weise als sehr gesund. Der Proteingehalt der Körner ist mit einem Viertel sogar höher als der eines Hühnerbrustfilets. Hat Mama also schon damals mal wieder den richtigen Riecher gehabt? Oder ist sie einfach aus stetig gewachsener Überzeugung ihrer guten Erfahrung mit einem Lebensmittel gefolgt, das ihr in vielerlei Hinsicht gut getan hat? Sicher ist: Gutes setzt sich durch. Und peppt die gesunde, bewusste Küche mit einem regionalen Naturprodukt auf.

Auf Ihr Wohl!

Lieber Körper, was brauchst du? (Erkenntnismoment, Teil 2)

Ich habe vor einigen Monaten bereits von Immunmodulation gesprochen. Also von der dauerhaften Anpassung gewisser Faktoren im Vergleich zur schnellen Akuthilfe. Genau hier liegt doch der treffende Punkt: Geht es uns schlecht, wollen wir sofort, dass es aufhört. Unterstützt werden wir dabei von Medikamenten (die uns gleichzeitig aber wichtiger Nährstoffe berauben). Es ist ja auch wirklich schön: Blähungen? Lefax! Sodbrennen? Talcid! Kopfschmerzen? Ibuprofen! (Es handelt sich bei dieser Auflistung nicht um Empfehlungen, sondern lediglich um willkürliche Gegenüberstellungen.) Was aber nun, wenn die Kopfschmerzen am zweiten und dritten Tag immer noch da sind? Laut Packungsbeilage ist jetzt langsam Schluss mit der gedankenlosen Selbstmedikation, aber wird sind doch so genervt und gestresst und diese Kopfschmerzen passen uns jetzt gar nicht… Unser Körper ist nun eventuell an einem Punkt, an dem aus einer momentanen Verletzung ein dauerhafter Schaden geworden ist und er uns dringend etwas mitteilen möchte. Lieber Körper, was brauchst du? Wenn ich online so recherchiere und stöbere, macht sich ein Eindruck in mir breit, mit dem ich gerne aufräumen möchte: Vorsorge ist nicht spießig!

Ich möchte und werde an dieser Stelle keine Grundsatzdiskussion ins Leben rufen, aber mir drängt sich immer wieder die rhetorische Frage auf, warum Gutes aus der Natur denn so penetrant von chemischer Künstlichkeit überlagert und verdrängt wird? Natürlich kann nicht jeder Mensch auf dieser Welt zu seiner eigenen Versorgung Medizin studieren, aber im Jahr 2019 sind wir endgültig so abhängig von Dritten, dass wir quasi immer nur die gleichen fünf Dinge zu uns nehmen, die gerade propagiert werden. Spurenelemente wie Schwefel oder Chrom kommen da natürlich mehr als einmal zu kurz und werden uns, wenn überhaupt, immer erst dann verordnet, wenn es mal wieder höchste Eisenbahn oder sogar zu spät ist.

Ernährungsrevolutionen wie Veganismus, Healthy Food oder die Selbstversorgungsbewegung empfinde ich daher mehr denn je als Hilferuf. Die Menschen suchen etwas, mit dem sie sich unter dem Schock ihrer eigenen Schnelllebigkeit identifizieren können. Und warum? Ich habe den Eindruck, dass sich das Überangebot an Lebensmitteln und Restaurant-Philosophien (siehe All you can eat) zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und heute ganz besonders rasant „zerlebt“ hat. Wissen wir denn überhaupt noch, wie sich die Grundbedürfnisse unseres Körpers wirklich anfühlen? Wie sich echte Entspannung, zum Beispiel nach einem Saunagang, von dem zwischengeschobenen und oft zu kurzen Schlaf während der Arbeitswoche unterscheidet?

Immunmodulation, oder schlicht und einfach Umdenken, kann sich plötzlich oder schleichend integrieren. Superfoods sind für viele (Gegner) einerseits immer nur drei, vier Standardprodukte und andererseits mit unverständlichen Hintergrundinformationen vollgepackt. Das rührt unter anderem aus der Kontroverse zwischen unserer anerzogenen, selbstverständlichen Nahrungsaufnahme (auch Genuss genannt) und dem bewussten und gezielten Zuführen bestimmter Nährstoffe. Haben Sie sich beim morgendlichen Müsligenuss von Heidelbeeren jemals die Gedanken zu der blauen Frucht gemacht, die zum Beispiel in unserem Blogeintrag angekratzt (!) wurden? Wenn ich von mir selbst vor einigen Jahren spreche: Ich nicht. Doch nahezu jedes Superfood ist für mindestens eine besondere Eigenschaft bekannt, für die man es dann nach Belieben aussuchen, ausprobieren und bei Bedarf auch wieder „absetzen“ kann. Sie müssen sich gar nicht jedes Mal mikrobiologisch mit Mumijo, Bienenpollen & Co. beschäftigen – wenn Sie einmal das Naturprodukt gefunden haben, das Sie bei einem bestimmten Anliegen unterstützen soll, müssen (oder dürfen 🙂 ) Sie es nur noch verzehren und es arbeitet im Hintergrund Ihres Körpers alleine weiter. Natürlich ist ein angemessener Gesamtlebensstil mit einer für Sie umsetzbaren Portion Bewegung hier die unausgesprochene Voraussetzung. Zaubern können Superfoods nicht – aber das können Medikamente genau so wenig!

Vielleicht stellen Sie mit der Zeit ja Effekte fest, die Sie noch gar nicht kannten? Vielleicht lernen Sie Ihren Körper ja neu kennen? Vielleicht ist die vom Hautarzt verschriebene Standardsalbe gar nicht die ultimative Antwort auf die Frage, die sich Ihnen stellt, wenn Sie Ihre Haut im Spiegel betrachten…

Wir müssen lernen, wieder wertschätzend zu essen. Und wir dürfen ruhig auch mal offen gegenüber dem Gesundheitsdenken anderer Kulturen sein. Nur als gut gemeinter Denkanstoß aus Übersee oder Fernost. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches in-sich-Gehen 🙂

Auf Ihr Wohl!

Lieber Körper, was brauchst du? (Erkenntnismoment, Teil 1)

Sie fragen sich vielleicht schon seit einiger Zeit: Was ist das eigentlich mit diesem Healthy Food? Hatten Sie auch den Eindruck, dass der Hype plötzlich da und dann überall war? Ich empfinde Ernährung manchmal ein bisschen wie Mode: Sobald sich das, was gerade erschienen ist, einigermaßen etabliert hat und von der Masse praktiziert wird, wird längst schon wieder an der nächsten „Kollektion“ gebastelt. Müssen wir denn wirklich in regelmäßigen Abständen wieder etwas Neues in unseren Speiseplan integrieren?

Ich finde, das kommt auf den Betrachtungswinkel an. Wer nur oberflächlich von außen beobachtet, welche Neuheiten wieder auf dem Markt erscheinen und was diese alles können sollen, der mag wohlmöglich den Überblick verlieren. Es geht aber bei Weitem nicht darum, eine Liste an Nährstoffen abzuarbeiten, die man täglich zu sich nehmen muss und somit Tag für Tag abhakt. Superfoods, als die auch wir unsere Produkte liebevoll bezeichnen, sind ein schier unendliches Angebot, anhand dessen wir unserem Körper zwischen Job, Familie, Freunden und Selbstverwirklichung etwas zurückgeben können.

Ich kam neulich nicht umhin, an meinen allerersten Blogeintrag zu denken. Als ich zum ersten Mal mit dem Thema Superfoods konfrontiert wurde, war auch ich ja zunächst genervt. Machen wir uns nichts vor – die Menschen sind Neuem gegenüber nun einmal von Natur aus skeptisch und auch bequem eingestellt. Wenn sich etwas etabliert hat und sich demzufolge über Jahrtausende herumspricht, warum sollten wir dann etwas ändern? Eine Umstellung bedeutet Aufwand, Mühe. Aber gewisse Dinge – und zwar vor allem die, die wir als sinnvoll einstufen – gehen so schnell in Fleisch und Blut über, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, wie man eigentlich vorher so (unvernünftig) gelebt hat – zum Beispiel, indem Sie irgendwann ganz selbstverständlich zum Wasser anstatt zur Cola greifen, ohne dass Sie etwas vermissen würden. Funktioniert auch bei Kaffee!

Wieder zurück zur Modebranche: Jeder kann sich hier die Kleidungsstücke herauspicken, die ihm gefallen. Die Natur wird zur metaphorischen Shopping Mall, die alles gibt, um uns zu zeigen was möglich ist. Und grundsätzlich ist es doch durchaus positiv, dass es irgendwo Menschen gibt, die dafür sorgen, dass uns nicht langweilig wird (sowohl bezüglich der Kleidung, als auch bezüglich der Ernährung). Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass es kein Superfood gibt, das alles kann. Doch auch hier gilt: steter Tropfen höhlt den Stein. Und jeder kleine Nährstoff ist besser als gar kein Nährstoff.

Das zweite Stichwort, weswegen es sich durchaus lohnt in sich zu gehen, ist Vorsorge. Hier denke ich als erstes an Versicherungen. Sind Sie der Risiko- oder der Sicherheitstyp? Finden Sie, man sollte lieber rechtzeitig an die Zukunft denken, oder genießen Sie lieber ausgiebig das Jetzt? Ich zum Beispiel habe mich durchaus immer für einen Genießer gehalten. Ich lebe nicht rücksichts- und gedankenlos in jeden Tag hinein, aber immer nur Vernunft walten lassen? Das hält doch auch niemand aus. Neulich saß ich dann nach einer routinemäßigen Blutentnahme bei der Ergebnisbesprechung und habe mich dabei ertappt, wie ich doch ein klein wenig nervös wurde. Innerlich war ich auf einmal auf die Nachricht gefasst, dass man meine Zucker- und Cholesterinwerte im Auge behalten müsse. Doch zu dieser Nachricht kam es nicht. Na klar, das bedeutet jetzt weder, dass ich überhaupt nicht auf meine Ernährung achten muss, noch, dass die eine oder andere Ausnahme wirklich wer weiß was anrichten würde.

Und doch: So eine Organismus-Lebenszeit ist begrenzt. Dass bisher dreißig, vielleicht vierzig Jahre lang alles gut gegangen ist, unser Körper uns eine Menge hat durchgehen lassen und wir uns im Großen und Ganzen fühlen wie immer, bedeutet nicht, dass unser Lebensstil keine Spuren hinterlässt – positiv wie negativ. Ich habe vermehrt den Eindruck, dass Bewegung immer mehr zum ausgefallenen Hobby einer Randgesellschaft wird. Der (arbeitende) Großteil der Bevölkerung schiebt Sport gerne mit mannigfaltigen Ausreden vor sich her – manchmal ein Leben lang. Bei dem einen geht das gut, bei dem anderen rächt sich das. Die nächste Mangelware im Kontrast zur Bewegung sind qualitative Ruhephasen. Für Schlaf fehlt die Zeit. Wer auf Pausen besteht, wird kurzerhand ersetzt. Auch hier gilt: Der Körper spielt da zwar mit – zumindest nach außen hin. Aber es kommt der Tag, an dem irgendetwas auf einmal anders oder gar nicht mehr funktioniert. Der erste routinierte Gang führt zum Arzt. Und der mag auf einmal die Information haben, dass es sich um einen irreparablen Verschleiß handelt. In diesem Moment wird die imaginäre Gedankenblase über dem Kopf aufploppen und der Betroffene sich fragen, was er wann hätte anders machen können.

Unter all der Andersmacherei ist Ernährung dann doch eigentlich der einfachste Faktor, meinen Sie nicht? Wenn man es richtig angeht, ist das Ganze auch noch mit Genuss oder einem Hobby verbunden. Ich sehe ein, dass nicht unbedingt jeder das Interesse daran teilt, einen Chaga-Pilz genussvoll aufzukochen. Aber auch, wenn Sie zu den Eiligen gehören, für die die Nahrungsaufnahme ein Mittel zum Zweck ist, können Sie „nebenbei“ so vieles besser und richtig machen, denn die meisten Umstellungen sind so unbemerkt integrierbar, dass Sie gar keine Gegenargumente mehr finden werden 😉

Wir lesen uns hierzu nächste Woche wieder – bis dahin auf Ihr Wohl!

Kakaobutter: die komplexe Substanz der Kakaobohne

Es kommt vor, dass mir beim Anblick gewisser Produkte das Wasser im Mund mehr zusammenläuft, als bei anderen Artikeln – und dabei geht es wirklich nur um den reinen Anblick! Über Kakao-Nibs als Superfood habe ich schon einmal geschrieben. Diese dunklen, vollmundigen Bruchstücke der Kakaobohne erwiesen sich dabei gleichzeitig als Stimmungsaufheller und auch als gesunder und leckerer Energiespender. Aber nicht nur die Bohne selbst, sondern auch die Butter hat es mehr als in sich. Sie entsteht, indem die Bohne aus der Schote gelöst und zu einem extrem feinen Brei gemahlen wird, der anschließend in Pulver und Fett getrennt wird. Dieses Fett ist die so genannte Kakaobutter, seidig und nahrhaft, kaltgepresst und blassgelblich wie weiße Schokolade… Der Geruch erinnert nur sehr dezent an Kakao, geschmacklich wiederum liefert das Fett alles, was man von Kakao erwarten würde.

Bei Kakaobutter gibt es große Qualitätsunterschiede. Nur biologischer Anbau garantiert Chemiefreiheit und eine schonende Herstellungsweise, denn nur so bleiben sowohl die Nährstoffe, als auch die Aromen erhalten. Und wie Kenner schon wissen, enthält Kakao in seiner reinen Form davon enorm viele. Ich betone „reine Form“ deswegen so, weil Produkte, die man im Supermarkt erhält, bereits mehrfach erhitzt und verarbeitet worden sind. Hier ist nahezu nichts mehr von der ursprünglichen, nahrhaften Kakaobohne übrig. Die Butter ist eigentlich sogar ein Abfallprodukt bei der Schokoladenproduktion. Neben dem schokoladigen Geschmack verleiht Kakaobutter aber nicht nur Lebensmitteln einen cremigen Schmelz, sondern ist auch zur Körperpflege und für Wellnessanwendungen bestens geeignet. Das Fett per se fungiert dabei nicht nur als Feuchtigkeitsspender, sondern gleichzeitig auch als Transportmittel für zahlreiche weitere Inhalts- und Nährstoffe, wie natürliche Antioxidantien, Magnesium, Zink, Schwefel, Chrom und Vitamin C. Diese Zusammensetzung und die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften von Kakaobutter machen die Substanz innerlich wie äußerlich zu einem wahren Anti-Aging-Star, denn sie gilt als intensiv pflegender Wirkstoff, der tief in die Haar- und Hautstruktur eindringt. Dabei wirkt sie beruhigend und pflegend.

Kakaobutter als ganz besonderer, natürlicher Rohstoff ohne chemische Zusätze löst keine Allergien aus. Besonders zur Behandlung von Dehnungsstreifen oder empfindlichem Narbengewebe auf der Haut, zum Beispiel nach Operationen, eignet sie sich daher sehr und findet in der therapeutischen Kosmetik großen Zuspruch. Sie löst sich gut auf der Haut und macht sie geschmeidig und dehnbar, denn ihr Schmelzpunkt liegt bei Körpertemperatur. Deswegen ist Kakaobutter auch perfekt für Massagen geeignet – sie lässt sich einwandfrei verteilen und bewirkt ein weiches, samtiges Hautgefühl, sowie einen leichten Glanz. Dabei kann sie täglich verwendet werden.

Doch zurück zu meinem wässrigen Mund. Wer sich auch „von innen verwöhnen“ möchte, der kann mit Kakaobutter gut und gerne genau das tun, wonach sie auch klingt: sie essen! Denn was positiv für Haut und Haar ist, das kann auch dem Organismus enorm viel geben. Gute organische Kakaobutter ist komplett frei von Kohlenhydraten. Die über 800 Kalorien pro 100 g kommen allein durch Fett zustande – denn das ist Kakaobutter ja nun mal. Zu einem Großteil sind das allerdings ungesättigte Fettsäuren, von denen bekannt sein sollte, dass sie gesund und lebensnotwendig für einen funktionierenden Körper sind.

Fette halten unsere Zellmembranen geschmeidig und verringern so das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Gedächtnisverlust. Was viele außerdem nicht wissen: In unserem Körper funktioniert fast nichts ohne Magnesium. Der Mineralstoff regelt die Aktivität von Muskeln und Nerven und gesunden Knochen. Zink kommt als Spurenelement nur in sehr geringen Mengen im Körper vor, ist aber von großer Bedeutung für unsere Wundheilung, das Immunsystem und den Stoffwechsel. Zink kann nur kurzzeitig gespeichert und nicht selbst vom Körper produziert werden. Von besonderem Interesse dürften auch die Mineralstoffe Schwefel und Chrom sein, denn von ihnen hört man ja eher selten im Detail. Schwefel ist zum Beispiel an der Entgiftung unseres Körpers beteiligt und ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. Der Mineralstoff bindet Schadstoffe, wie beispielsweise Alkohol, an seine Salze und sorgt somit dafür, dass sie über den Urin ausgeschieden werden und uns nicht mehr belasten können. Chrom ist, wie Zink auch, ebenfalls ein Spurenelement und wichtig für die Verwertung von Zucker. In ausreichenden Mengen trägt es dazu bei, schlechte Cholesterine zu senken und gute zu erhöhen. Es wird weiterhin vermutet, dass Chrom auch an der Zellteilung beteiligt ist, da viele Prozesse in Verbindung mit diesem Spurenelement jedoch noch ungeklärt sind, sind auch seine Funktionen zum Teil noch unbekannt.

Kakaobutter können Sie natürlich als schokoladige Nuance in Shakes, (Nuss-)Milch oder Desserts aller Art einarbeiten, Sie können sich aber auch zum Beispiel einen selbstgemachten Schokoriegel zaubern. Dazu schmelzen Sie das Fett im Wasserbad und vermischen es nach Geschmack mit Kakaopulver, Kokosöl und einem Süßstoff Ihrer Wahl. Besonders nahrhaft und köstlich wird Ihr Riegel, wenn Sie ihn zum Beispiel mit Nüssen oder Beeren anreichern. Satt, gesund und schön für Do-it-yourself-Fans. Oder auch: die vegane Eisenquelle mit Belohnungscharakter. Wie man es auch dreht und wendet – die Bestandteile der Kakaobohne sind unschlag- und unverzichtbar für einen gesunden, ausgewogenen Ernährungsstil.

Auf Ihr Wohl!

Warum brauchen wir Vitamine?

Vitamine und Gesundheit gehören irgendwie zusammen, denn der Körper braucht sie doch, um nicht krank zu werden, oder? Was aber machen Vitamine genau und warum gibt es so viele verschiedene davon? Für die meisten von uns besteht der Alltag nicht aus dem Leben auf einer einsamen Insel ohne Stress und mit viel Sonne, die uns quasi von alleine mit Vitamin D versorgt. Unsere Arbeit, Sport und auch das Alter verlangen dem Körper täglich eine ganze Menge ab und nur in den seltenen Fällen schaffen wir es, uns täglich (vermeintlich) perfekt zu ernähren. Aber was wäre die perfekte Ernährung denn überhaupt? Stellt man sich den eigenen Körper wie eine Art Fabrik vor, wären die Organe die Abteilungen, in denen Dinge produziert werden, um wiederum andere Abteilungen zu versorgen, wie zum Beispiel unser Gehirn, unseren Verdauungstrakt usw. Diese Abteilungen brauchen nicht nur Energie, sondern sozusagen auch Material, mit dem sie arbeiten können, wobei aber nicht jede Abteilung das gleiche Material in der gleichen Menge benötigt

Diese Materialien sind unsere Lebensmittel, also Rohstoffe für unsere Versorgung und, wie der Name schon sagt, lebenswichtig. Lebensmittel enthalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, die wir zur Energieerzeugung brauchen, sowie Wasser, das quasi als Transportmittel fungiert. Darüber hinaus braucht der Körper aber eben auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, und auch diese nehmen wir über Lebensmittel zu uns. Diese drei Nährstoffgruppen sorgen also vereinfacht gesagt so ziemlich überall in unserem Körper dafür, dass er funktioniert. Sie sind zum Beispiel daran beteiligt, dass uns bleibende Zähne wachsen, Wunden aufhören zu bluten, wir blinzeln oder beispielsweise einen Fuß vor den anderen setzen können. Vitamine haben jeweils unterschiedliche Funktionen und sorgen dafür, dass jede Abteilung immer das richtige Material bekommt – und zwar auch in der richtigen Menge. Insgesamt helfen sie aber dabei zu steuern, wie die Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralstoffe durch unseren Körper verwertet werden

So kompliziert, wie das Ganze klingen mag, ist dieser Ablauf tatsächlich auch! Aus diesem Grund benötigt der Körper ständig 13 verschiedene Vitamine – 11 davon kann er nicht selbst produzieren, sodass wir sie mit der Nahrung zu uns nehmen müssen. Dabei gibt es leider kein Lebensmittel, dass alle Vitamine auf einmal und in der Menge enthält, die wir im Laufe eines Tages brauchen. Aus diesem Grund ist eine abwechslungsreiche Ernährung so wichtig, zum Beispiel nach dem Ampelprinzip: täglich einmal etwas Rotes, Gelbes und Grünes.

Manche Vitamine kann unser Körper lange speichern, andere brauchen wir täglich neu. Fehlen uns auf Dauer ein oder mehrere Vitamine, dann funktioniert unser Körper nicht mehr so, wie er eigentlich könnte. Man merkt das auf ganz unterschiedliche Weise, zum Beispiel an mattem Haar, brüchigen Nägeln, an Erkältungsanfälligkeit oder permanenter Müdigkeit. Unser Körper signalisiert uns nämlich ziemlich gut, wo wir eigentlich stehen. Das Ziel unseres Organismus ist es, immer die bestmögliche Gesundheit zu erreichen, sodass er einen regelrechten „Heißhunger auf Nährstoffe“ entwickeln kann, denn trotz unserer Überernährung sind wir gleichzeitig nährstoffmangelernährt. Aus diesem Grund sollten Sie immer darauf achten, mindestens die Vitamingrundversorgung zu sich zu nehmen (zusätzlich am besten auch Vitamin B12 und D3 als die zwei Grundvitamine, die jeder ergänzen sollte), um sowohl langfristig gesund zu bleiben, als auch in Krankheitsphasen schnell wieder gesund zu werden und ihren Medikamentenbedarf zu verringern, diese sind nämlich echte Nährstoffräuber. Unser Körper „verhungert“, unser Immunsystem wird geschwächt. Vitaminmangelkrankheiten wirken sich dann hauptsächlich auf unser Skelett aus. Der einfachste Weg zur Erkennung einer Vitamin-Unterversorgung ist aber der Blick in den Spiegel:

Über das Maß beim Aufstehen hinaus geschwollene Augen indizieren zum Beispiel einen Jodmangel. Diesen können Sie ausgleichen, indem Sie viel Preiselbeeren, Erdbeeren, Kartoffeln, Seetang oder Joghurt essen.

Blasse Haut und Erschöpfung können mit einem Vitamin-B12-Mangel einhergehen. Hier schaffen Lachs, angereichertes Getreide, Joghurt oder Schweizer Käse Abhilfe.

Trockenes Haar? Die Wurzel des Übels ist vielleicht ein Vitamin-B7-Mangel. Mit dem Verzehr von Eiern, Mandeln bzw. Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sollte das Problem in den Griff zu kriegen sein.

Wer häufig erkältet ist, ein schwaches Immunsystem und irgendwie blasse Lippen hat, kann es mit Meeresfrüchten, Bohnen, Erbsen und dunkelgrünem Gemüse probieren. Diese enthalten nämlich viel Eisen.

Und worauf man möglicherweise auch nicht unbedingt kommt: Zahnfleischbluten und -probleme können durch einen Vitamin-C-Mangel bedingt sein. Die schmackhaften Helfer in diesem Fall heißen Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Broccoli, Grünkohl und Paprika. All diese Lebensmittel in den wildesten Kombinationen – noch besser!

Kommen wir abschließend nochmal auf unsere anfängliche These zurück, wer nicht krank werden wolle, brauche Vitamine: Schon die Vorbeugung gegen eine Erkältung ist richtig Arbeit für unseren Körper, denn wenn mehr gearbeitet wird, wird auch mehr produziert, um bei unserem Fabrikbeispiel zu bleiben. In diesem Fall werden logischerweise auch mehr Rohstoffe verbraucht. Darum sollten Sie auch dann ständig genug Vitamine zu sich nehmen, wenn der Körper gerade keine Schwerstarbeit leistet. Auf diese Weise sind die Reserven immer ausreichend gefüllt und beim nächsten Mal bleiben die laufende Nase und der Brummschädel vielleicht aus. Eine klassische Win-Win-Situation für Ihr Wohlbefinden und Ihren Geldbeutel 🙂

Auf Ihr Wohl!