Kakaobutter: die komplexe Substanz der Kakaobohne

Es kommt vor, dass mir beim Anblick gewisser Produkte das Wasser im Mund mehr zusammenläuft, als bei anderen Artikeln – und dabei geht es wirklich nur um den reinen Anblick! Über Kakao-Nibs als Superfood habe ich schon einmal geschrieben. Diese dunklen, vollmundigen Bruchstücke der Kakaobohne erwiesen sich dabei gleichzeitig als Stimmungsaufheller und auch als gesunder und leckerer Energiespender. Aber nicht nur die Bohne selbst, sondern auch die Butter hat es mehr als in sich. Sie entsteht, indem die Bohne aus der Schote gelöst und zu einem extrem feinen Brei gemahlen wird, der anschließend in Pulver und Fett getrennt wird. Dieses Fett ist die so genannte Kakaobutter, seidig und nahrhaft, kaltgepresst und blassgelblich wie weiße Schokolade… Der Geruch erinnert nur sehr dezent an Kakao, geschmacklich wiederum liefert das Fett alles, was man von Kakao erwarten würde.

Bei Kakaobutter gibt es große Qualitätsunterschiede. Nur biologischer Anbau garantiert Chemiefreiheit und eine schonende Herstellungsweise, denn nur so bleiben sowohl die Nährstoffe, als auch die Aromen erhalten. Und wie Kenner schon wissen, enthält Kakao in seiner reinen Form davon enorm viele. Ich betone „reine Form“ deswegen so, weil Produkte, die man im Supermarkt erhält, bereits mehrfach erhitzt und verarbeitet worden sind. Hier ist nahezu nichts mehr von der ursprünglichen, nahrhaften Kakaobohne übrig. Die Butter ist eigentlich sogar ein Abfallprodukt bei der Schokoladenproduktion. Neben dem schokoladigen Geschmack verleiht Kakaobutter aber nicht nur Lebensmitteln einen cremigen Schmelz, sondern ist auch zur Körperpflege und für Wellnessanwendungen bestens geeignet. Das Fett per se fungiert dabei nicht nur als Feuchtigkeitsspender, sondern gleichzeitig auch als Transportmittel für zahlreiche weitere Inhalts- und Nährstoffe, wie natürliche Antioxidantien, Magnesium, Zink, Schwefel, Chrom und Vitamin C. Diese Zusammensetzung und die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften von Kakaobutter machen die Substanz innerlich wie äußerlich zu einem wahren Anti-Aging-Star, denn sie gilt als intensiv pflegender Wirkstoff, der tief in die Haar- und Hautstruktur eindringt. Dabei wirkt sie beruhigend und pflegend.

Kakaobutter als ganz besonderer, natürlicher Rohstoff ohne chemische Zusätze löst keine Allergien aus. Besonders zur Behandlung von Dehnungsstreifen oder empfindlichem Narbengewebe auf der Haut, zum Beispiel nach Operationen, eignet sie sich daher sehr und findet in der therapeutischen Kosmetik großen Zuspruch. Sie löst sich gut auf der Haut und macht sie geschmeidig und dehnbar, denn ihr Schmelzpunkt liegt bei Körpertemperatur. Deswegen ist Kakaobutter auch perfekt für Massagen geeignet – sie lässt sich einwandfrei verteilen und bewirkt ein weiches, samtiges Hautgefühl, sowie einen leichten Glanz. Dabei kann sie täglich verwendet werden.

Doch zurück zu meinem wässrigen Mund. Wer sich auch „von innen verwöhnen“ möchte, der kann mit Kakaobutter gut und gerne genau das tun, wonach sie auch klingt: sie essen! Denn was positiv für Haut und Haar ist, das kann auch dem Organismus enorm viel geben. Gute organische Kakaobutter ist komplett frei von Kohlenhydraten. Die über 800 Kalorien pro 100 g kommen allein durch Fett zustande – denn das ist Kakaobutter ja nun mal. Zu einem Großteil sind das allerdings ungesättigte Fettsäuren, von denen bekannt sein sollte, dass sie gesund und lebensnotwendig für einen funktionierenden Körper sind.

Fette halten unsere Zellmembranen geschmeidig und verringern so das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Gedächtnisverlust. Was viele außerdem nicht wissen: In unserem Körper funktioniert fast nichts ohne Magnesium. Der Mineralstoff regelt die Aktivität von Muskeln und Nerven und gesunden Knochen. Zink kommt als Spurenelement nur in sehr geringen Mengen im Körper vor, ist aber von großer Bedeutung für unsere Wundheilung, das Immunsystem und den Stoffwechsel. Zink kann nur kurzzeitig gespeichert und nicht selbst vom Körper produziert werden. Von besonderem Interesse dürften auch die Mineralstoffe Schwefel und Chrom sein, denn von ihnen hört man ja eher selten im Detail. Schwefel ist zum Beispiel an der Entgiftung unseres Körpers beteiligt und ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. Der Mineralstoff bindet Schadstoffe, wie beispielsweise Alkohol, an seine Salze und sorgt somit dafür, dass sie über den Urin ausgeschieden werden und uns nicht mehr belasten können. Chrom ist, wie Zink auch, ebenfalls ein Spurenelement und wichtig für die Verwertung von Zucker. In ausreichenden Mengen trägt es dazu bei, schlechte Cholesterine zu senken und gute zu erhöhen. Es wird weiterhin vermutet, dass Chrom auch an der Zellteilung beteiligt ist, da viele Prozesse in Verbindung mit diesem Spurenelement jedoch noch ungeklärt sind, sind auch seine Funktionen zum Teil noch unbekannt.

Kakaobutter können Sie natürlich als schokoladige Nuance in Shakes, (Nuss-)Milch oder Desserts aller Art einarbeiten, Sie können sich aber auch zum Beispiel einen selbstgemachten Schokoriegel zaubern. Dazu schmelzen Sie das Fett im Wasserbad und vermischen es nach Geschmack mit Kakaopulver, Kokosöl und einem Süßstoff Ihrer Wahl. Besonders nahrhaft und köstlich wird Ihr Riegel, wenn Sie ihn zum Beispiel mit Nüssen oder Beeren anreichern. Satt, gesund und schön für Do-it-yourself-Fans. Oder auch: die vegane Eisenquelle mit Belohnungscharakter. Wie man es auch dreht und wendet – die Bestandteile der Kakaobohne sind unschlag- und unverzichtbar für einen gesunden, ausgewogenen Ernährungsstil.

Auf Ihr Wohl!

Warum brauchen wir Vitamine?

Vitamine und Gesundheit gehören irgendwie zusammen, denn der Körper braucht sie doch, um nicht krank zu werden, oder? Was aber machen Vitamine genau und warum gibt es so viele verschiedene davon? Für die meisten von uns besteht der Alltag nicht aus dem Leben auf einer einsamen Insel ohne Stress und mit viel Sonne, die uns quasi von alleine mit Vitamin D versorgt. Unsere Arbeit, Sport und auch das Alter verlangen dem Körper täglich eine ganze Menge ab und nur in den seltenen Fällen schaffen wir es, uns täglich (vermeintlich) perfekt zu ernähren. Aber was wäre die perfekte Ernährung denn überhaupt? Stellt man sich den eigenen Körper wie eine Art Fabrik vor, wären die Organe die Abteilungen, in denen Dinge produziert werden, um wiederum andere Abteilungen zu versorgen, wie zum Beispiel unser Gehirn, unseren Verdauungstrakt usw. Diese Abteilungen brauchen nicht nur Energie, sondern sozusagen auch Material, mit dem sie arbeiten können, wobei aber nicht jede Abteilung das gleiche Material in der gleichen Menge benötigt

Diese Materialien sind unsere Lebensmittel, also Rohstoffe für unsere Versorgung und, wie der Name schon sagt, lebenswichtig. Lebensmittel enthalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, die wir zur Energieerzeugung brauchen, sowie Wasser, das quasi als Transportmittel fungiert. Darüber hinaus braucht der Körper aber eben auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, und auch diese nehmen wir über Lebensmittel zu uns. Diese drei Nährstoffgruppen sorgen also vereinfacht gesagt so ziemlich überall in unserem Körper dafür, dass er funktioniert. Sie sind zum Beispiel daran beteiligt, dass uns bleibende Zähne wachsen, Wunden aufhören zu bluten, wir blinzeln oder beispielsweise einen Fuß vor den anderen setzen können. Vitamine haben jeweils unterschiedliche Funktionen und sorgen dafür, dass jede Abteilung immer das richtige Material bekommt – und zwar auch in der richtigen Menge. Insgesamt helfen sie aber dabei zu steuern, wie die Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralstoffe durch unseren Körper verwertet werden

So kompliziert, wie das Ganze klingen mag, ist dieser Ablauf tatsächlich auch! Aus diesem Grund benötigt der Körper ständig 13 verschiedene Vitamine – 11 davon kann er nicht selbst produzieren, sodass wir sie mit der Nahrung zu uns nehmen müssen. Dabei gibt es leider kein Lebensmittel, dass alle Vitamine auf einmal und in der Menge enthält, die wir im Laufe eines Tages brauchen. Aus diesem Grund ist eine abwechslungsreiche Ernährung so wichtig, zum Beispiel nach dem Ampelprinzip: täglich einmal etwas Rotes, Gelbes und Grünes.

Manche Vitamine kann unser Körper lange speichern, andere brauchen wir täglich neu. Fehlen uns auf Dauer ein oder mehrere Vitamine, dann funktioniert unser Körper nicht mehr so, wie er eigentlich könnte. Man merkt das auf ganz unterschiedliche Weise, zum Beispiel an mattem Haar, brüchigen Nägeln, an Erkältungsanfälligkeit oder permanenter Müdigkeit. Unser Körper signalisiert uns nämlich ziemlich gut, wo wir eigentlich stehen. Das Ziel unseres Organismus ist es, immer die bestmögliche Gesundheit zu erreichen, sodass er einen regelrechten „Heißhunger auf Nährstoffe“ entwickeln kann, denn trotz unserer Überernährung sind wir gleichzeitig nährstoffmangelernährt. Aus diesem Grund sollten Sie immer darauf achten, mindestens die Vitamingrundversorgung zu sich zu nehmen (zusätzlich am besten auch Vitamin B12 und D3 als die zwei Grundvitamine, die jeder ergänzen sollte), um sowohl langfristig gesund zu bleiben, als auch in Krankheitsphasen schnell wieder gesund zu werden und ihren Medikamentenbedarf zu verringern, diese sind nämlich echte Nährstoffräuber. Unser Körper „verhungert“, unser Immunsystem wird geschwächt. Vitaminmangelkrankheiten wirken sich dann hauptsächlich auf unser Skelett aus. Der einfachste Weg zur Erkennung einer Vitamin-Unterversorgung ist aber der Blick in den Spiegel:

Über das Maß beim Aufstehen hinaus geschwollene Augen indizieren zum Beispiel einen Jodmangel. Diesen können Sie ausgleichen, indem Sie viel Preiselbeeren, Erdbeeren, Kartoffeln, Seetang oder Joghurt essen.

Blasse Haut und Erschöpfung können mit einem Vitamin-B12-Mangel einhergehen. Hier schaffen Lachs, angereichertes Getreide, Joghurt oder Schweizer Käse Abhilfe.

Trockenes Haar? Die Wurzel des Übels ist vielleicht ein Vitamin-B7-Mangel. Mit dem Verzehr von Eiern, Mandeln bzw. Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sollte das Problem in den Griff zu kriegen sein.

Wer häufig erkältet ist, ein schwaches Immunsystem und irgendwie blasse Lippen hat, kann es mit Meeresfrüchten, Bohnen, Erbsen und dunkelgrünem Gemüse probieren. Diese enthalten nämlich viel Eisen.

Und worauf man möglicherweise auch nicht unbedingt kommt: Zahnfleischbluten und -probleme können durch einen Vitamin-C-Mangel bedingt sein. Die schmackhaften Helfer in diesem Fall heißen Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Broccoli, Grünkohl und Paprika. All diese Lebensmittel in den wildesten Kombinationen – noch besser!

Kommen wir abschließend nochmal auf unsere anfängliche These zurück, wer nicht krank werden wolle, brauche Vitamine: Schon die Vorbeugung gegen eine Erkältung ist richtig Arbeit für unseren Körper, denn wenn mehr gearbeitet wird, wird auch mehr produziert, um bei unserem Fabrikbeispiel zu bleiben. In diesem Fall werden logischerweise auch mehr Rohstoffe verbraucht. Darum sollten Sie auch dann ständig genug Vitamine zu sich nehmen, wenn der Körper gerade keine Schwerstarbeit leistet. Auf diese Weise sind die Reserven immer ausreichend gefüllt und beim nächsten Mal bleiben die laufende Nase und der Brummschädel vielleicht aus. Eine klassische Win-Win-Situation für Ihr Wohlbefinden und Ihren Geldbeutel 🙂

Auf Ihr Wohl!

Heilerde

Jeder kennt es: Man ist irgendwie schlapp, kann sich nicht konzentrieren, erkältet sich schneller oder ist einfach gestresst. Man fühlt sich einfach überhaupt nicht wohl in seiner Haut. Eine Belastung durch Umweltgifte ist dabei wohl etwas, woran man am wenigsten denkt. Wir nehmen mit unserer täglichen Nahrung nämlich nicht nur Gesundes auf, sondern auch Stoffe, die in höherer Konzentration schädlich für uns sind, wie zum Beispiel Schwermetalle. Diese Umweltgifte können unseren Organismus und unsere Zellen auf Dauer schädigen. Wenn man sich dann auch noch all zu einseitig ernährt, rebelliert der Körper irgendwann. Mit Heilerde können Sie etwas gegen diese Phänomene tun, denn sie kann bei den unterschiedlichsten Beschwerden helfen.

Heilerde ist ein reines traditionelles Heilmittel und ein veganes Naturprodukt ohne Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe, denn es handelt sich hierbei ausschließlich um eiszeitliche Lössablagerungen, die in bis zu 30 Meter tiefen Schichten liegen und vom umliegenden Gestein angereichert werden. „Löss“ lässt sich dabei am besten als kalkhaltiges, feinkörniges Schichtgestein beschreiben, das seine Konsistenz betreffend irgendwo zwischen mehlähnlichem Feinboden und feinkörnigem Sand liegt und in der Landwirtschaft besonders fruchtbare Böden hervorbringt. Schon um 1500 wurde Heilerde bereits als wahres Allround-Talent verehrt und angewendet, da sie ein schnell verfügbares und vielfältiges Naturprodukt war und noch immer ist. Der Begründer der Heilerde-Gesellschaft, Adolf Just, bezeichnete das Pulver überzeugt als „bestes Heilmittel der Natur“ und katapultierte die sanfte Medizin damit ein für alle Mal zurück in die moderne Naturheilkunde.

Es gibt vier wichtige Gründe, weswegen Heilerde therapeutisch eingesetzt wird: Wegen ihrer einzigartigen Zusammensetzung, weil sie ohne bekannte Nebenwirkungen effektiv überschüssige Säuren binden kann, weil sie durch ihre große Oberfläche andere Stoffe wie ein Schwamm aufsaugen kann und weil sie wie ein mineralischer Katalysator wirkt und zellschädigende freie Radikale abbaut. Die Zusammensetzung des wie heller Kakao aussehenden Pulvers ist nicht eindeutig definiert und hängt stark von seinem Abbaugebiet, sowie davon ab, wie fein es gemahlen wurde (fein, ultrafein, magenfein oder mikrofein). Sie können Heilerde innerlich und auch äußerlich anwenden. Ob als Gesichtsmaske, Peeling, als Umschlag, Verband oder in Spülungen und Bädern – Heilerde bindet Fette, Talg, Bakterien und Wundsekrete und unterstützt damit die Wundheilung, verbessert die Durchblutung und fördert den Stoffwechsel. Man kann sie daher auch bei Hautproblemen wie Akne, Allergien oder Entzündungen verwenden, genauso wie gegen Bindegewebsschwäche, Cellulite, Muskel- und Gelenkbeschwerden.

Es heißt, dass Heilerde die geradezu ideale Kombination aus Mineralien und Spurenelementen ist, die der menschliche Körper benötigt – was das Naturerzeugnis quasi zu einer puren Mineralstoffquelle macht. Neben Spat konnten aber auch Kalzium, Magnesium, Natrium, Eisen, Zink, Kupfer und Chrom im Erdpulver nachgewiesen werden, die der Körper allesamt zur Aufrechterhaltung eines gut funktionierenden Stoffwechsels braucht. Zudem enthält Heilerde Antacide, also quasi Säureneutralisatoren, in Form von so genannten Carbonatsalzen. Diesem Inhaltsstoff verdankt das Pulver seine Wirkung gegen Sodbrennen oder Reizdarm-/ Reizmagensymptome. Der hohe Anteil an quellfähigen Substanzen ist gleichzeitig eine gute und natürliche Hilfe bei Durchfall, allerdings kann dieser Effekt bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr auch ins Gegenteil umschlagen und zu einem (kurzzeitigen) Darmverschluss führen. Achten Sie also stets auf ausreichend Flüssigkeit, wenn Sie Heilerde einnehmen, dann haben Sie bezüglich ihrer therapeutischen Wirkung nichts zu befürchten. Heilerde kann Cholesterin, freie Radikale, Hauttalg oder auch Schadstoffe in Lebensmitteln binden und begünstigt somit ihre Ausscheidung aus dem Körper, der so auf natürliche Weise entgiftet wird.

Sie erhalten Heilerdeprodukte sowohl in Apotheken und Reformhäusern, als auch in (Online-) Fachhandeln. Anbieter führen das Erzeugnis für gewöhnlich als Kapseln oder Granulat, am häufigsten jedoch als Pulver, das so auch direkt aus dem abgebauten Löss bei ca. 130 °C schonend getrocknet, gemahlen und gesiebt wird. Auf diese Weise werden mögliche Keime abgetötet. Die Darreichungsform als Pulver bietet dabei auch die vielfältigsten Anwendungsmöglichkeiten. Am häufigsten wird es mit kaltem Wasser verrührt und eingenommen oder aufgetragen. So können Sie Heilerde vor allem als Maske anwenden, die bei Verbrennungen, Insektenstichen, rheumatischen Beschwerden oder Arthrose kühlt, und bei Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen hingegen angenehm wärmt. Die genaue Anwendungsweise muss dabei immer auf der Verpackung angegeben sein. An diese sollten Sie sich auch halten und das Produkt jeweils nur innerlich oder äußerlich benutzen.

Innerlich wirkt Heilerde bei einem Reizdarm oder -magen, Histaminintoleranzen und sogar bei einem erhöhten Cholesterinspiegel, denn ihr hohes Bindungsvermögen sorgt dafür, dass Cholesterin und Fette, die wir mit der Nahrung aufnehmen, gebunden und ausgeschieden werden. Auch Schwangere können Heilerde einnehmen, da sie schonend und schnell wirkt und dabei keine Nebenwirkungen hat. Das Naturprodukt kann unseren Körper innerlich reinigen und entschlacken, zum Beispiel im Zuge einer Fastenkur. Es bindet schädliche Stoffe und Bakterien oder Schimmelpilze aus unserer Nahrung in Magen und Darm. Das Ganze wird dann wieder ganz natürlich ausgeschieden. Auf diesem Weg durch den Verdauungstrakt werden nebenbei auch noch freie Radikale mit abgebaut. Das schützt unseren Körper vor oxidativem Stress.

„Gut und gesund“ leicht gemacht. Das heimische Überraschungs-Ei der Superfoods.

Auf Ihr Wohl!

Beerenvielfalt

„Krebszellen mögen keine Himbeeren“, leuchtete mich neulich beim Einkaufen ein Buch-Cover an und sicherte sich meine Aufmerksamkeit schon alleine wegen des Wortes „Himbeeren“. Je bewusste ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie viel Him- und Heidelbeeren ich tatsächlich verputze. Während der Saison nahezu täglich jeweils eine Portion. Ich esse sie, weil sie mir unwahrscheinlich gut schmecken. Tatsächlich wird es aber auch wärmstens empfohlen, „Beeren“ so oft wie möglich auf dem Speiseplan zu haben – frisch oder tiefgekühlt. Ich habe mich also mal wieder hingesetzt und mich über das „Superfood vor unserer Haustür“ informiert.

Interessant ist, dass in der Botanik Beeren im Allgemeinen vom traditionell gemeinten Beerenobst unterschieden werden. Zu den Beeren zählen eigentlich nämlich auch einige Obst- und Gemüsesorten, die man zunächst gar nicht als solche bezeichnen würde. Heute soll es allerdings um Beerenobst gehen – genauer gesagt um Himbeeren, Heidelbeeren und Goji-Beeren. Diese reinen Naturerzeugnisse sind unverzichtbar für eine gesundheitsbewusste und abwechslungsreiche Ernährung und bei minimalem Kaloriengehalt gleichzeitig wahre Vitamin- und Mineralstoffbomben.

Heidelbeeren

Die kleine blaue Schwester der Acai-Beere erhält ihre Färbung durch Myrtillin. Dieser Pflanzenfarbstoff kann freie Radikale neutralisieren. Vitamin C und E kurbeln gleichzeitig die Kollagenproduktion an, sodass man gut und gerne zusammenfassen kann: Heidelbeeren sorgen für schöne und gesunde Haut! Dem Motto „nicht nur schön, auch schlau“ wird die Beere durch ihre Eigenschaft gerecht, das Gedächtnis und die Lernfähigkeit zu fördern. Frisch regt sie die Verdauung an, getrocknet wiederum wirkt sie Durchfall entgegen. Ob pur, als Muffin, Müsli, Saft, in Quark oder sogar in herzhaften Soßen zu Fleisch – Heidelbeeren sind genau so vielfältig, wie auch beliebt. Saison hat die Frucht zwischen Juli und September. Und bei 86 % Wassergehalt und 36 Kalorien pro 100 g lässt es sich erstrecht sorglos und genussvoll schlemmen!

Himbeeren

Ebenfalls 86 % Wassergehalt und nur 34 Kalorien pro 100 g – die Himbeere ist eine der ältesten Kulturpflanzen Deutschlands und deckt mit einer Portion bereits den gesamten Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen. Die flauschigen pinken Beeren enthalten unzählige B-Vitamine, die gut für den Stoffwechsel sind, sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalzium, Kalium und Magnesium, die wiederum unsere Knochen- und Zahngesundheit unterstützen. Auch Himbeeren machen sich hervorragend in Joghurts, Obstsalaten, Smoothies, auf Müslis, oder ebenfalls in herzhaften Soßen und Dressings. Tiefgekühlte Früchte sollten Sie vor dem Verzehr erhitzen, um eventuelle Noroviren abzutöten. Bei frischen Beeren besteht dieses Risiko für gewöhnlich nicht.

Goji-Beeren

Gut, ja, ich sagte „aus der Nachbarschaft“… Goji-Beeren stammen zwar aus China, aber wenn ihnen zu Ehren sogar Feste gefeiert werden, dann lohnt es sich eventuell doch, der 2000 Jahre alten Traditionsfrucht nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Frisch sehen die so genannten „Gesundmacher mit lebensverlängernder Wirkung“ aus wie Hagebutten. In diesem Zustand werden sie von Hand geerntet, getrocknet oder als Saft auf den Markt gebracht. Und der hat’s in sich!

Wie auch Him- und Heidelbeeren enthalten Gojis die Vitamine A, C und E in besonders hoher Konzentration. Gerade Vitamin E ist sehr selten und daher so besonders gut für den Zellschutz des Körpers. Goji-Beeren sind Adaptogene, das bedeutet, dass sie dem Körper dabei helfen, sich an physische und psychische Belastungen anzupassen und ihn somit resistenter gegen alltägliche Stresssituationen zu machen. Die Frucht hat aber auch Einfluss auf unseren Hormonhaushalt und Stoffwechsel, weswegen eine tägliche Verzehrmenge von einem Esslöffel nicht überschritten werden sollte. Trotz erhöhter Stoffwechselaktivität sorgen Gojis aber auch für eine langanhaltende Sättigung, weswegen sie ein beliebter Diät-Begleiter sind. Getrocknet sind sie einsetzbar wie Rosinen und können pur, als Smootie oder als Müsli-Topping verzehrt werden. Ihr muskelaufbauendes Eiweiß, blutbildendes Eisen und ihre verdauungsfördernden Ballaststoffe machen das Obst zur perfekten Kraft- und Ausdauerquelle für Sportler. Muskelregeneration inklusive!

Ich habe das Gefühl, mich lange nicht mehr so „zufällig gesund“ ernährt zu haben, denn was gibt es Besseres, als wenn ein Genussmittel gleichzeitig „Gesundmittel“ ist? Die Vielfältigkeit des Beerenobstes und ihrer Kombinationsmöglichkeiten ist dabei so ausgeprägt wie nie. Die Gratwanderung zwischen unreif, essreif und überreif erkennen Sie übrigens an folgenden Faktoren: Himbeeren sind, auch wenn sie noch hellrot sein sollten, reif, sobald sie sich vom Zapfen lösen lassen. Heidelbeeren können Sie dann am besten genießen, wenn sie auf leichten Druck etwas nachgeben. Sollten die Früchte von einem leichten Schleier überzogen sein, muss Sie das nicht beunruhigen: Die Pflanze bildet diesen Wachsfilm als natürlichen Schutz vor Austrocknung. Lagern Sie die Früchte kühl und dunkel, beispielsweise im Gemüsefach Ihres Kühlschranks oder im Keller. Um zu verhindern, dass das Obst sein Aroma verliert, sollten Sie es beim Abwaschen nicht zu lange ins Wasser legen.

Beeren sind leider dafür bekannt, recht schnell zu schimmeln. Um das zu umgehen, können Sie sie entweder schnell verzehren oder einfrieren (zuerst gut ausgebreitet in einer Schale „vorfrieren“, dann kleben sie hinterher nicht aneinander). Sollte das Obst trotzdem einmal anfangen Schimmel anzusetzen, die umliegenden Früchte ebenfalls großzügig aussortieren und wegwerfen, denn Schimmelbefall ist nicht immer sichtbar. Sind die Beeren lediglich überreif, können Sie sie zu einem Smoothie oder zu Marmelade verarbeiten – da haben Sie sogar noch länger etwas von!

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden – ich wünsche sommerlichen Genuss 🙂

Auf Ihr Wohl!

Sind Sie ein Smombie? Ein Denkanstoß…

Dreiundfünfzigmal am Tag tun wir es angeblich, also im Durchschnitt alle achtzehn Minuten, was insgesamt zweieinhalb Stunden unseres Tages ausmacht: unser Smartphone benutzen. Als ich diese Statistik gelesen habe, habe ich sofort nach einem Vergleich gesucht. Blinzeln tun wir öfter, nämlich ungefähr alle sechs Sekunden und somit über vierzehntausendmal am Tag! Gähnen? Das tun wir seltener, phasenweise sogar gar nicht. Schlucken vielleicht? Das steht mit zweitausend Malen in etwa mittig zwischen Blinzeln und Gähnen. Während es sich in all diesen Fällen aber um wirkliche, physiologische Reflexe handelt, ist die Abhängigkeit von unseren mobilen Endgeräten antrainiert – und keinesfalls überlebensnotwendig. „FOMO“ (fear of missing out) wird der künstliche Instinkt genannt, der sich aus pathologischer Neugier nährt.

Aber ist diese Entwicklung wirklich neu? Voyeurismus, Reality Soaps, Klatsch und Tratsch – egal, aus welcher Perspektive man diese Frage beleuchtet, der Mensch scheint das Privatleben anderer zu lieben. Der andere wiederum liebt es, sich der Öffentlichkeit minutiös preiszugeben. Eine klassische Win-Win-Situation nennt man so etwas wohl. In manch einer Diskussion wird das Ganze mal wieder mit der Steinzeit begründet, in der es überlebenswichtig gewesen ist zu wissen, was in sozialen Gruppen vor sich ging. Von Instinkten und ununterdrückbaren Reflexen ist auch in diesem Zusammenhang die Rede. Und wenn man sie sich so vorstellt, die Smombies, die Smartphone-Zombies, dann ist diese Behauptung auf einmal gar nicht mehr so abwegig. Kaum eine Person im „Ruhezustand“, also sitzend oder zumindest auf der Stelle stehend, zückt nicht sofort gedankenlos ihr Smartphone, um… Um was eigentlich? Um auf die Uhr zu sehen, um seit dem letzten Mal eingegangene Nachrichten zu überprüfen. Um verunsichertes Herumstarren in der Gegend zu vermeiden…

Fakt ist, das Bimmeln, das Vibrieren oder das Aufleuchten unseres Smartphones macht uns augenblicklich nervös, weil wie gesagt neugierig. Kaum besteht die Möglichkeit, eine Nachricht oder einen Like bekommen zu haben, blenden wir unsere Umwelt aus. Gut und gerne darf hier von „Besessenheit“ gesprochen werden, die im täglichen Leben schnell zu einem echten Unfallrisiko werden kann. Nach den USA, China und Belgien, in denen man sich zu speziell angelegten Fußwegen für Smartphone-User gezwungen sah, findet man inzwischen auch in Köln Hinweise auf dem Boden, die Fußgänger trauriger Weise auf gefährliche Stellen wie Bahnsteige oder Kreuzungen aufmerksam machen müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin keineswegs von der Sorte, die wieder zurück in die Zeit möchte, zu der es allenfalls Festnetztelefone oder Briefverkehr gab. Die neuen Medien vereinfachen unser Leben und lassen es zu, viele Dinge, die für uns essenziell sind, zu vereinen. Sowohl Jobanforderungen als auch Karrierevorstellungen haben sich gewandelt, gleichzeitig sind wir aber nach wie vor geprägt von unseren sozialen Bedürfnissen, die mindestens in gleichem Maße zu unserer seelischen Gesundheit dazugehören. Ich behaupte, dass sich – wenn überhaupt – nur ein Bruchteil an Menschen die Zeit nimmt, sich nach einem acht-Stunden-Arbeitstag, den Einkäufen, ein bisschen Haushalt und eigenen Bedürfnissen wie Sport hinzusetzen, eine Telefonnummer zu wählen und stundenlang mit seinem Gegenüber zu reden. Heute haben wir den Luxus, während des Einkaufens nachfragen zu können, wer gleich beim Sport dabei ist.

Das, wovon ich rede, soll sich anhand eines Onlinetests messen und kategorisieren lassen: wahrhafte Smartphone-Sucht, wenn auch noch nicht anerkannt diagnostiziert, die den User dazu zwingt, seine Mahlzeiten jedes Mal erst zu fotografieren, bevor er sie zu sich nimmt. Der Teufelskreis aus dem sofort Antworten, weil die anderen es schließlich erwarten, und dem Erwarten, weil die Antwort schließlich immer so schnell kommt. Smartphone-addiction.de wertet anhand Ihrer Angaben aus, ob Sie Ihr Handy im Vergleich zu anderen freiwilligen Teilnehmen überdurchschnittlich oft benutzen. Laut den Betreibern sei aus wissenschaftlicher Sicht unklar, ob es sich bei Smartphone-Sucht um gesundheitsrelevantes Verhalten handelt. Berücksichtigt man jedoch, welche Gemütszustände User in anderen Umfragen melden, erinnert der Symptomkatalog sehr wohl an, sagen wir, etwas Ungesundes. Die Betroffenen fühlten sich nach oder während der Benutzung Ihres Handys unproduktiv, unglücklich, reizüberflutet, dem Druck der ständigen Erreichbarkeit ausgesetzt und von Neid und Minderwertigkeitsgedanken belastet.

Gerade über Letzteres lohnt es sich, einmal in Ruhe nachzudenken. Während Männer statistisch gesehen nämlich eher von Spielen Gebrauch machen, sind Frauen überwiegend dem sozialen Austausch unterworfen, wobei „Austausch“ im Zusammenhang mit dem stillen Vergleich mit vermeintlich besser situierten Menschen keine glückliche Wortwahl darstellt. Versuche und Ratschläge dem entgegenzuwirken sind deshalb schon weit verbreitet. Als Kontrahent zu „FOMO“ existiert die Bewegung „JOMO“ (joy of missing out), also die Freude daran, auch mal etwas nicht mitkriegen zu müssen. Damit kann ich mich identifizieren.

Bei aller Begeisterung bleibt die Frage, warum ich/ warum wir es dann nicht einfach öfter tun. Das Display auf Graustufen stellen (das soll den Spaß am Draufgucken nehmen), das Smartphone wieder durch handelsübliche Wecker, Armbanduhren und stilechte Festnetztelefone ersetzen, Apps und Whatsapp-Gruppen ausmisten… Oder das Gerät einfach mal zu Hause vergessen – ist mir passiert, sogar vollkommen unabsichtlich. Meine Urlaubswoche in Zahlen:

Schock über das vergessene Gerät: ca. fünfzig Minuten

gedankliche Umstellung auf meine Handyfreiheit: etwa ein halber Tag.

Genuss der Unerreichbarkeit (Digital Detox): acht Tage und Nächte.

die Menge an intensiven Erinnerungen, die mir deswegen aus meinem Urlaub bleibt: unbegrenzt…

Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 2/2)

Im Artikel der vergangenen Woche wurden „Mineralstoffe“ genauer unter die Lupe genommen. Das Ziel war und ist der Durchblick im Wirrwarr des Ernährungsvokabulars, in dem man sich als durchaus interessierter, aber oft eher laienhafter Verbraucher befindet. Um zu verstehen, was sowohl Lebens- als auch Nahrungsmittel für uns tun und wodurch wir welches Körperwarnsignal beheben können, ist es hilfreich, sich mit Inhaltsstoffen auszukennen, sie einordnen zu können und sie gezielt für die eigene Gesundheit auszuwählen. Teil 2 dieses Aufklärungsartikels beschäftigt sich mit sechs weiteren Nährstoffen – an dieser Stelle fortgesetzt mit „Vitaminen“.

2) Vitamine: Schon klar, Sie wissen was Vitamine sind. Diese gesunden Dinger, die man als Totschlagargument für alles anführt und die zumindest ich irgendwie immer mit etwas Saurem in Verbindung bringe. Aber da ist noch mehr. Im Gegensatz zu den anorganischen Mineralien sind Vitamine organische Verbindungen. Auch sie kann der Körper nicht selbst synthetisieren, denn sie werden erst von Pflanzen, Bakterien oder Tieren gebildet und müssen ebenfalls über die Nahrung aufgenommen werden. Derzeit sind zwanzig Vitamine bekannt. Dreizehn davon sind unerlässlich für den Menschen, denn sie stärken sein Immunsystem und sind beteiligt am Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen. Sie regulieren die Verwertung anderer Nährstoffe und sorgen somit dafür, dass Kohlenhydrate, Proteine und Mineralien überhaupt erst vom Körper aufgenommen werden können (wie auch Mineralstoffe selbst sich untereinander beeinflussen). Ihre Namensgebung richtet sich nach ihrer chemischen Struktur und wird nach ihrer Wirkung unterschieden. Vitamin C und der gesamte Vitamin-B-Komplex sind wasserlöslich, die Vitamine A, D, E und K hingegen fettlöslich. Diese Erkenntnisse sollten bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln berücksichtigt werden.

Das Vitaminlexikon auf https://www.apotheken-umschau.de/Vitaminlexikon stellt die kleinen Nährstoffe eingehend dar und hilft zudem bei Fragen zu vitaminreicher Ernährung und Nahrungsergänzungsthemen.

Unsere Lieblings-Vitaminbooster: Bienenpollen, Spirulina, Chlorella und Weizengras

3) Ungesättigte Fettsäuren: Verwirrende Eselsbrücke – das „un-“ in „ungesättigt“ bezeichnet die gesunden Fette. Neu ist, dass der Körper in der Lage ist Fette selbst zu bilden, nämlich beispielsweise aus Glukose oder aus Aminosäuren. Die einzigen Fette, die er nicht umwandeln kann, sind Omega 3 und Omega 6. Diese sehr wichtigen Nährstoffe sind also essenziell für ihn und können zum Glück über die Nahrung aufgenommen werden. Der bekannteste und beliebteste Lieferant hiefür ist Fisch. Die Aufgabe, die Fettsäuren erfüllen, ist wörtlich zu nehmen: Sie „schmieren“ unsere Zellmembranen und halten sie geschmeidig. Auch unser Gehirn besteht zu einem Großteil aus Fett, weswegen Fisch laut einer finnischen Studie nicht nur gut fürs Herz sein, sondern auch Gedächtnisverlust und Schlaganfällen entgegenwirken soll.

Unsere Lieblings-Fettsäurebooster: Bienenpollen, Nüsse und Kakao.

4) Enzyme: Oder sollte ich lieber „Proteine“ schreiben? Enzyme sind nämlich hauptsächlich aus biologischen Riesenmolekülen bestehende Proteine, die sich wiederum aus Aminosäureketten zusammensetzen – aber dazu später mehr. Enzyme erfüllen Funktionen im Stoffwechsel, die kein anderer Nährstoff erfüllen kann. Sie sorgen nämlich für die Spaltung anderer Nährstoffe und geben uns somit Kraft aus unserer Nahrung. Durch diese Absorption spielen sie eine wichtige Rolle für unsere Verdauung. Enzyme, Proteine oder auch Eiweiße werden ab 50 °C bereits irreversibel zerstört, weswegen sie Mangelware in gekochten Nahrungsmitteln sind. Im Idealfall sollten Enzyme lebend zu sich genommen werden, wofür frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse die beste Quelle sind.

Genauer nachzulesen unter https://www.keimling.de/roh-und-naturkost/naehrstoffe/naehrstoffe_enzyme/

Unsere Lieblings-Proteinbooster: Nüsse, Bienenpollen, Spirulina und Chlorella

5) Aminosäuren: Aminosäureketten sind nicht nur Bestandteil von Enzymen, sondern auch die Voraussetzung dafür, dass diese uneingeschränkt funktionieren können. Wie auch bei den ungesättigten Fettsäuren kann der Körper Aminosäuren zum Teil selbst synthetisieren, den Rest holt er sich über bestimmte Lebensmittel. Diese sind übrigens gemeint, wenn von „allen acht essenziellen Aminosäuren“ die Rede ist. Ein Lebens- oder Nahrungsergänzungsmittel, das dieses Prädikat erfüllt, ist also zu Recht sehr gesund und wichtig.

Die viel zitierten acht essenziellen Aminosäuren finden Sie unter  https://utopia.de/ratgeber/aminosaeuren-in-lebensmitteln-das-sind-die-wichtigsten/

Unsere Lieblings-Aminosäurenbooster: Goji-Beeren, Weizengras, Nüsse und Spirulina

6) Ballaststoffe: „Ballast“ ist in der Pragmatik ja auch eher etwas Negatives. Etwas, das mich belastet, das ich loswerden möchte, das mein Leben erschwert. Ganz schön unfair, wenn man dagegen die Vorteile betrachtet, die die Nährstoffe in diesem Fall mit sich bringen: Ballaststoffe sind diejenigen Ingredienzen, die am längsten satt machen. Gleichzeitig regen sie unsere Darmtätigkeit an und schützen dessen Schleimhaut. Mindestens 30 g sollten wir täglich zu uns nehmen.

Wer gerne mehr über Kohlenhydrate und Ballaststoffe erfahren möchte, findet entsprechende Infos unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/info/kohlenhydrate

Unsere Lieblings-Ballaststoffbooster: Kakao und Nüsse

7) Sekundäre Pflanzenstoffe: Dieser Nährstoff ist nach bisherigen Erkenntnissen zwar nicht essenziell für Ihren Körper, dennoch haben sekundäre Pflanzenstoffe aber durchaus gesundheitsfördernde Eigenschaften, weswegen sie dringend Teil Ihrer täglichen Ernährung sein sollten. Sekundäre Pflanzenstoffe sind für die Farbgebung pflanzlicher Lebensmittel verantwortlich, regeln deren Wachstum und wehren Fressfeinde in freier Natur ab. Auch bei uns beeinflussen sie zahlreiche Stoffwechselprozesse, schützen uns vor verschiedenen Krebsarten und senken unseren Blutdruck, indem sie unsere Blutgefäße erweitern. Sekundäre Pflanzenstoffe haben ähnliche Eigenschaften wie Vitamine, sind entzündungshemmend und antibakteriell und können ganz unkompliziert in natürlicher Form über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine genauere Auflistung und Erklärung sekundärer Pflanzenstoffe bietet https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/

Unser Lieblings-Pflanzenstoffbooster: Kakao

Keine Sorge, ich werde Sie weder prüfen noch abfragen. Ich bin sicher, dass alles, was Sie betrifft und interessiert, auch hängen geblieben ist. In jedem anderen Fall können Sie ja jederzeit noch einmal nachlesen 😉 Viel Spaß beim Stöbern, Probieren und Studieren.

Auf Ihr Wohl!

Zwischenbericht „Lebensmittelkunde“ (Teil 1/2)

Sprechen Sie eigentlich Ernährerisch? Vermutlich ja, denn irgendwie tun wir das im Alltag ja alle, aber verstehen Sie es auch? Flavonoide, Spurenelemente, Enzyme – nach nunmehr sechzehn Blogartikeln, in denen die gesundheitsfördernden Komponenten von Moringa, Kakao & Co. rauf- und runterzitiert wurden, fand ich, es sei an der Zeit Vokabelunterricht zu machen. Sie lernen heute weder Englisch noch Spanisch, dafür Biologie und Chemie. Na ja, zumindest kratzen wir diese Wissenschaften an der Oberfläche an, eine eingehende Beschäftigung mit der Lebensmittelkunde würde den Rahmen eines Blogs wohl sprengen. Ziel des Ganzen ist das gleiche wie immer: ein optimiertes Bewusstsein über Ernährung und Gesundheit. Hilfe zur Selbsthilfe ganz ohne Pharma; ein tieferes Verständnis der Abläufe im Körper. Klingt das gut? Dann wollen wir mal versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Verwenden Sie eigentlich den Begriff „Lebensmittel“ oder „Nahrungsmittel“? Beides? Das ist nicht verwerflich und gleichzeitig auch nicht verwunderlich, denn wer setzt sich schon mit dem Unterschied zwischen den beiden Wörtern auseinander? Ich, denn ich hatte irgendwie im Gefühl, dass es sich dabei nicht um deckungsgleiche Synonyme handelt. Der Begriff Nahrungsmittel ist laut Internetquellen schnell erklärt. Es handele sich hierbei um aus Gründen der Halt- und Lagerbarkeit verarbeitete Lebensmittel. Sie dienen vorwiegend unserer Energiezufuhr, denn Nahrungsmittel enthalten zwar Nährstoffe, aber im Vergleich zu Lebensmitteln unterliegen sie bereits einem deutlichen Wertverlust. Lebensmittel hingegen enthalten in ihrer Ursprungsform noch nahezu alle Nähr- oder Vitalstoffe (zu diesem Unterschied später mehr), die für unsere Gesundheit von elementarer Bedeutung sind. Grundsätzlich erkenne man Lebensmittel daran, dass sie noch sprossen und keimen könnten, sprich noch „leben“. Aus dem Lebensmittel „Getreide“ wird also beispielsweise das Nahrungsmittel „Brot“. Aus dem Lebensmittel „Obst“ werden die Nahrungsmittel „Saft“ oder „Marmelade“ usw. Jeder enthaltene Nähr-/ Vitalstoff hat dabei seine eigene spezielle Aufgabe.

Der Unterschied zwischen Inhalts-, Nähr- und Vitalstoffen: Man kann es mit der Wortwahl natürlich auf die Spitze treiben, aber sind wir ehrlich – im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir diese drei Begriffe synonym. Der dabei wohl unkomplizierteste Begriff ist „Inhaltsstoff“. Er besagt lediglich, dass etwas in etwas drin ist. Bei weiterem Nachlesen lässt sich hingegen erahnen, dass die Begriffe „Nähr- und Vitalstoff“ das gleiche bezeichnen, aber die Bezeichnung „Vitalstoff“ als zu ungenau umstritten wird. Einigen wir uns also auf den Begriff Nährstoffe. Diese sind organische und anorganische Stoffe, die zur Lebenserhaltung verstoffwechselt werden. Sie dienen der Energieversorgung des Körpers, der sie zum Teil nicht selbst produzieren kann, weswegen wir sie ihm von außen zuführen müssen. Das geschieht über die Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel (wenn die Zufuhr über Lebensmittel allein nicht ausreicht). Nährstoffe, die der Körper nicht selbst produzieren kann, bezeichnet man als „essenziell“ für ihn. Unterschieden werden Makro- und Mikronährstoffe. Zu den Makronährstoffen gehören Kohlenhydrate, Fettsäuren und Proteine, während Mikronährstoffe sich aus Vitaminen und Mineralstoffen zusammensetzen.

Ich habe mir diese Unterteilung bei der Recherche wie einen Stammbaum vorgestellt. Getreu dem Schneeballprinzip werden Begriffe so lange in ihre Einzelkomponenten zerlegt, bis die Reichweite ihrer Bedeutung deutlich geworden ist. Anstatt also einfach nur zu lesen, dass Spirulina „alle acht essenziellen Aminosäuren“ enthält, möchte ich verstehen und wertschätzen, was das überhaupt für mich bedeutet. Aus diesem Grund habe ich mir für Sie und für mich die Mühe gemacht, die sieben meistzitierten Nährstoffe zu ergründen.

Nährstoff 1/7 bekommen Sie schon diese Woche. Sobald dann alle Informationen so richtig schön verinnerlicht und Sie bereit für mehr sind, folgen in der nächsten Woche die restlichen sechs. Starten wir mit unserem schriftlichen Apéritif: den Mineralstoffen.

1) Mineralstoffe: Wenn Sie gleich lesen, was mit „Mineralstoffen“ alles gemeint ist, wird sich sicherlich der berühmte Aha-Effekt bei Ihnen einstellen. Zunächst handelt es sich hierbei um lebensnotwendige, anorganische Mikronährstoffe (Sie erinnern sich?), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Über eine ausgewogene Ernährung ist die Zufuhr aber normalerweise gewährleistet. Mineralstoffe können grundsätzlich weder durch Hitze noch durch Luftzufuhr zerstört werden, übermäßig langes Kochen sorgt aber für Einbußen in der Qualität. „Mineralien“ (im Ernährungszusammenhang verwendete Kurzform von „Mineralstoffen“) sind in Lebensmitteln gelöst, wo sie entweder als Mengen- oder Spurenelemente vorkommen, da der Organismus bestimmte Stoffe in unterschiedlichen Mengen benötigt. Mengenelemente sind mit > 50 mg pro kg im Lebensmittel vertreten. Sie kennen sie als Chlor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor oder Schwefel. Spurenelemente hingegen schlagen nur mit < 50 mg pro kg im Lebensmittel zu Buche und sind bekannt als Eisen, Fluorid, Jod, Kupfer, Mangan, Selen oder Zink. Mineralstoffe beeinflussen einander und sorgen auf diese Weise für ein optimales Wirkungsspektrum auf unser Immun- und Nervensystem, unsere Knochen, Muskeln und Zähne, unsere Blutgerinnung und sogar unsere Fortpflanzung. Sie sind die unverzichtbaren Allrounder, die leider oft als selbstverständlich überlesen und gar nicht richtig verinnerlicht werden.

Eine genaue Auflistung aller Mineralstoffe und ihrer Funktionen im Einzelnen bietet https://www.netdoktor.at/laborwerte/mineralstoffe-6684727

Unsere Lieblings-Mineralienbooster: Chlorella, Spirulina und Kakao

Auf Ihr Wohl!

Die Grillsaison ist eröffnet

Lassen Sie mich zunächst eins klarstellen: Ich bin auf Ihrer Seite! Ich bin auf Ihrer Seite bezüglich der einmaligen Geschmacksnote über Holzkohle gegrillten Fleisches. Auch ich recke mit geschlossenen Augen und seichtem Lächeln meine Nase in die Höhe, wenn ich nach einem Arbeitstag diesen Duft aus den Vorgärten der Menschen wahrnehme, der es nach Monaten der Kälte, der Dunkelheit, des drinnen eingesperrt Seins innerhalb von Sekunden schafft, mir schöne Bilder vor das innere Auge zu zaubern. Für mich bedeutet Grillen Geselligkeit, Sommer und das Zelebrieren der Nahrungsaufnahme. Ein Salzburger Psychologe stellte fest: Grillen aktiviert unsere natürlichen Glückshormone. Grillen macht also glücklich. Grillen weckt unsere Sinne.

Grillen kann krank machen.

Was? Zugegeben, diese Gegenüberstellung ist ein wenig abrupt und so für sich allein stehend auch etwas aufgebauscht, allerdings erfordert die große Liebe der Deutschen zum Garen ihrer Nahrung über dem Feuer drastische Aufklärung. Zu gern werden gesundheitsgefährdende Erkenntnisse nämlich zugunsten des Genusses beschönigt oder verdrängt. Bevor Sie den Artikel gleich wütend wegklicken, mache ich Ihnen folgenden Vorschlag: Erst die Fakten, dann die beruhigenden Alternativen. Hat bei mir auch funktioniert!

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und heterozyklische aromatische Amine (HAA) heißen die Spielverderber, die dafür sorgen, dass wir lieber „mit Köpfchen“ grillen sollten. PAK sind beispielsweise in Gummiprodukten wie Badelatschen oder Koffergriffen enthalten und werden über Hautkontakt in den Körper aufgenommen. Doch vor allem über die Nahrungsaufnahme und die Atmung suchen sich PAK ihren Weg in unseren Körper und stellen dort ein Gesundheitsrisiko dar. Vor allem aber gelten sie als krebserzeugend. Tropft das Fett aus einem Nackensteak ins Feuer, entsteht beim Verbrennen PAK-haltiger Rauch, der unser Essen umhüllt. HAA stehen ebenfalls in Verdacht, sogenannte Adenome im Darm zu fördern, die eine Vorstufe für Dickdarmkrebs sein können. Sie entstehen an der Oberfläche des Fleisches – je dunkler, desto mehr HAA. Auslöser ist in diesem Fall Eiweiß, weswegen Sie proteinhaltiges Fleisch und Fisch keinesfalls über 130 °C garen sollten.

Genug der Ermahnungen, wie können Sie es nun besser machen? Wie Sie sich schon denken können, fängt es mit der Auswahl des Grills an. Gas- und Elektrogrills sind und bleiben einfach gesünder als Holzkohle- oder gar Einwegvarianten. Ihre Temperatur lässt sich sehr genau regulieren. Es gibt keine offene Flamme und, viel wichtiger, keinen Rauch, da Säfte und Fette in einer Auffangschale landen, bevor sie verbrannt werden können. Eine ernstzunehmende Alternative sind Vertikalgrills, deren Glutbehälter sich an der Seite und somit nicht unmittelbar unter dem Grillgut befindet. Hier werden auch Flüssigkeiten aufgefangen und zumindest ein wenig abgeschirmt. Kugelgrills gelten auch unter Profis als Nonplusultra: Der Deckel beschleunigt die Garung und macht sogar das Wenden des Fleisches überflüssig, da die Hitze die gesamte Zeit auch von oben kommt. Aluschalen, die Sie auf den Rost stellen, fungieren ebenfalls als Auffangbehältnis zum Schutz vor Fettrauch. Mit Alufolie können Sie alternativ auch den ganzen Rost abdecken und erzielen eine vergleichbare Wirkung. Bei sehr feuchten, säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln sollten Sie jedoch auf Alufolie verzichten. Diese löst sich durch den Kontakt auf und sondert Partikel ab, die wir versehentlich zu uns nehmen könnten.

Und nun Butter bei die Fische und Hühner: Neben magerem Rinderfilet sind Huhn und Fisch (hier ist nahezu jede Sorte grillbar) gesunde und magere Hauptkomponenten für Ihren Grillabend. Achten Sie trotzdem darauf, das Fleisch langsam und am besten mit indirekter Hitze (also nicht direkt über der Glut) bei 110 °C zu garen. Dunkle oder gar schwarze Stellen schneiden Sie sie lieber großzügig ab. Sollte Sie doch ein unerbittlicher Heißhunger auf ein Schweinesteak überkommen, beachten Sie bitte drei Dinge:

1)Greifen Sie nicht zu vormariniertem Fleisch aus dem Supermarkt. Hier können Sie weder an der Optik noch am Geruch erkennen, ob es noch frisch ist.

2)Legen Sie Ihr Fleisch lieber selbst ein – das ist gesünder und individueller. Verwenden Sie kein gepökeltes Fleisch (wie Kasseler oder Leberkäse) zum Grillen. Die Salze können sich unter der Hitze in krebserregende Nitrosamine wandeln.

3)Kombinieren Sie fettiges Fleisch mit einer leichten Beilage!

Womit wir schon beim anschließenden Thema sind: Obst und Gemüse enthalten weniger bis gar kein Eiweiß, das sich in HAA wandeln könnte. Vegetarier können sich beim Grillen schon längst austoben – auch über Sojawürstchen und –steaks hinaus. Garen Sie hartes Gemüse am besten vor und grillen es anschließend nur kurz über, denn durch den hohen Wasseranteil verbrennt die Kost schnell. Mango, Ananas oder Melone können Sie direkt auf den Rost legen, Bananen hingegen fühlen sich in einer Aluschale wohler. Konkrete Rezepte bieten Internet & Co. zuhauf und wahrscheinlich haben Sie selbst schon einen ganzen Fundus an bewährten Leckereien, die Sie gerne zubereiten. Bedenkt man auf lange Sicht also einige wenige Regeln zum Umgang mit krebserregenden Stoffen, gesättigten Fettsäuren und versteckten Kalorien, ist Grillen schnell wieder genau das, was es sein soll: die nährstoffschonendste Garmethode mit sehr wenig Vitaminverlust bei extrem schneller und fettfreier Zubereitung. Und Glücksgefühlen 🙂

Guten Appetit, auf Ihr Wohl!

Der richtige Sonnenschutz

Sie kennen sich aus mit Sonnenschutz? Dessen war ich mir auch sicher – und trotzdem ist es wieder passiert. Ostern 2019, gönnerhaftes Feiertagswetter, ein Ausflug ans Wasser und die unterschätzte Sonne. Man sieht bis heute, bis wohin die Ärmel meines Shirts reichten und dieses „Tattoo“ muss ich jetzt wohl den Rest der Saison ertragen. Geschieht mir vielleicht Recht, denn auf die Wettervorhersage hätte ich durchaus hören und mich entsprechend auf Mittagshitze & Co. einstellen können. Aber „was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu“ – und so versorge ich Sie in diesem Blog mit den wichtigsten To-Do’s in puncto Sonnenschutz. Klar, vieles kam mir bekannt vor, es gab aber durchaus einige Fakten, die ich so noch nicht wusste und entsprechend nicht berücksichtigt habe.

Sonnenbrand, das sind schlicht und einfach Entzündungen in unseren tieferen Hautschichten. Seit fünfzehn Jahren wird bereits an einer Impfung gegen Hautkrebs geforscht, die es, trotz vereinzelter erster Erfolge, aber bis heute nicht gibt. Umso mehr sind wir selbst dafür verantwortlich, unser größtes Organ, das uns nach außen hin repräsentiert, schützt und ziert, vor Beschädigungen zu bewahren. Und das am besten das ganze Jahr über, denn die Sonnenintensität variiert nach Tages- und Jahreszeit – ist aber immerzu da. Zwar halbiert sie sich im Schatten oder hinter einer Wolkendecke, an Wasser oder Sand erhöht sie sich hingegen um gefährliche 85 %. Es gilt: je heller die Haut, desto höher muss der Lichtschutzfaktor (LSF) sein. Schon macht sich erste Unsicherheit breit: Welchen Hauttyp habe ich eigentlich? Unterschieden werden vier Hauttypen, die an dieser Stelle kurz definiert werden, um Ihnen bei der Einordnung zu helfen.

Keltisch: sehr helle Haut, oft mit Sommersprossen und roten Haaren, wird ausschließlich rot und nie braun, Eigenschutz maximal zehn Minuten

Germanisch: helle Haut mit blonden bis hellbraunen Haaren, wird immer rot, anschließend aber oft braun, Eigenschutz maximal zwanzig Minuten

Dunkelhäutiger Europäer: hellbraune Haut mit dunkelblonden bis brünetten Haaren, wird manchmal rot, aber immer braun, Eigenschutz maximal fünfundzwanzig Minuten

Mediterran: olivfarbene bis gebräunte Haut mit dunklen Haaren, wird nie rot, sondern immer braun, Eigenschutz maximal dreißig Minuten

„Eigenschutzzeit“ meint übrigens die Zeitspanne, in der Ihre Haut in der Lage ist, sich ohne Sonnencreme durchzubeißen. Aber „eingecremt“ ist nicht gleich „eingecremt“ und es gilt, einige wichtige Regeln zu berücksichtigen, bevor Sie sich der UV-Strahlung aussetzen. UVA-Strahlen sind übrigens diejenigen, die für die Hautalterung verantwortlich sind, während UVB-Strahlen die gefährlichen Sonnenbrand- und Krebsauslöser darstellen. Seit einer neuen EU-Richtlinie müssen außerdem beide UV-LSFs auf Sonnenschutzprodukten angegeben werden.

Vorher: Tragen Sie Ihren Sonnenschutz mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad auf. Als Faustregel gilt, ca. sechs EL Creme für Ihren gesamten Körper zu verwenden. Erst dann greift der auf dem Produkt angegebene Schutz! Mehrmaliges Nachcremen verdoppelt dabei übrigens nicht den LSF, denn UV-Schutz wird immer nur einmal am Tag aufgebaut, bevor die Haut wieder eine Pause braucht.

Besonderheiten: Ihre Gesichtshaut benötigt täglichen Sonnenschutz – das ganze Jahr über. Sie ist sehr empfindlich und altert durch UVA-Strahlen schneller. Achten Sie beim Sport darauf, sich noch großzügiger einzucremen, denn Körperschweiß macht den Schutzfilm löchrig und somit irgendwann obsolet. Es gibt sogar Sonnencremes, die kühlen, Insekten abwehren, Körpergeruch entgegenwirken, oder den Bräunungseffekt durch Pro-Melanin unterstützen. Testen Sie einfach durch, was Ihnen am meisten zusagt. LSF 30 sollte dabei aber das Minimum sein!

Wasserfestigkeit: Als „wasserfest“ darf ein Produkt ausgezeichnet werden, wenn es nach zwei Wasseraufenthalten noch zur Hälfte vorhanden ist. Auch diese Präparate verlieren nach dem Baden und Abtrocknen aber ihre Wirkung und sollten spätestens nach zwei Stunden neu aufgetragen werden. Denken Sie außerdem an Ihre Kopfhaut! Hierfür gibt es transparente Sprays, die nicht kleben.

Nachher: Nehmen Sie sich unbedingt noch die Zeit, nach dem Sonnenbad eine milde, unparfümierte After-Sun-Pflege aufzutragen. Sie kühlt, spendet Feuchtigkeit und hilft der Haut bei der Regeneration, denn Sonne bedeutet Stress.

Es ist doch passiert und Sie haben sich einen Sonnenbrand zugezogen? Nicht verzagen. Wenn es sich lediglich um eine leichte Rötung ohne Blasen handelt, können Sie von folgenden Hausmitteln Gebrauch machen, um das Brennen und das Spannen zu lindern:

Umschlag aus kaltem Kamillentee (nicht im Gesicht anwenden)

Molkebad (400 g süßes Molkepulver in lauwarmem Wasser auflösen, fünfzehn Minuten baden, anschließend nicht abtrocken; hilft auch gegen Juckreiz)

Haferflockenbad (drei Tassen Haferflocken, ein Liter gekochtes Wasser, beides in kühles Wasser gießen und fünfzehn Minuten baden)

Aloe-Vera-Gel (Fertigprodukt oder direkt aus der Pflanze) oder rohe Gurkenscheiben

Apfelessig (zwei EL mit einem halben Liter kühlem Wasser vermischen und die betroffenen Stellen über den Tag verteilt mit der Tinktur benetzen)

Joghurt-, Vollmilch– oder Quarkwickel (Baumwolltücher darin tränken und dreißig Minuten auf die betroffenen Stellen legen; auch mit Leinsamen möglich)

Wir erhalten die Quittung unseres Körpers nicht immer sofort, in vielerlei Hinsicht ist er sehr geduldig und macht den einen oder anderen Fehltritt mit sich selbst aus. Diese Geduld sollten Sie unter keinen Umständen überstrapazieren. Denken Sie langfristig. Auch auf die Gefahr hin, altmodisch oder neunmalklug zu klingen.

Auf Ihr Wohl!

Sodbrennen: nur ein unbedenkliches Symptom?

In den vergangenen Blogs ist es schon mehrfach um „eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt“ gegangen. Es gibt viele Maßnahmen, wie man seinem Körper im Allgemeinen, vor allem aber auch seinem Zentrum, etwas Gutes tun kann. Denn nicht nur Liebe geht durch den Magen, auch viele andere Gemütszustände machen sich als erstes in unserer Bauchgegend bemerkbar. So weit, so normal. Was aber, wenn das ungute, gar schmerzhafte Gefühl in der Brust zum Dauerbegleiter wird und beginnt, die eigene Lebensqualität deutlich einzuschränken?

Ungefähr 20 % der Deutschen leiden unter der Volkskrankheit Sodbrennen. Was viele aufgrund der alltäglichen Verwendung des Wortes „Sodbrennen“ nicht wissen, ist dass es lediglich eine Folge bzw. Beschwerde ist, die von einem anderen körperlichen Defekt herrührt: Reflux. Das ist schlicht und einfach der – nicht vorgesehene – Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Diese ist nämlich durch ein „Ventil“ vom Magen getrennt, sodass eben dieser Rückfluss normalerweise verhindert wird. Leider gibt es diverse Situationen, die den reibungslosen Ablauf des Verdauungsvorgangs stören. So oder so – Mageninhalt hat in der Speiseröhre (und aufwärts) nichts zu suchen und führt verständlicherweise zu Beschwerden und Spätfolgen, mit denen nicht zu spaßen ist. Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass Hilfe auch fernab von Säureblockern, Protonenpumpenhelfern & Co. naht und eine refluxgerechte Lebensweise deutliche dauerhafte Erfolge erzielen kann. Wie in den meisten Fällen fängt das Umdenken vor allem im Alltag an, es gibt aber auch die Möglichkeit, seinem Körper anhand der Ernährung auf die Beine zu helfen. Diese Woche habe ich also leicht umsetzbare Kniffe für Sie zusammengestellt, mit deren Hilfe Sie Ihrem Sodbrennen schon bald von Weitem zuwinken können.

Was die Ernährung betrifft, merken Sie sich am besten drei Regeln: Keine Säure, nichts Blähendes und nichts Fettiges. Auch unabhängig von Sodbrennen wird Ihnen diese Ernährungsweise gut tun. Torten, Pommes und andere Leckereien fallen zwar leider in diese Kategorie, aber bei Obst, Gemüse und magerem Fleisch darf wiederum nach Herzenslust zugeschlagen werden. Hier eine kleine Auflistung der größten Fehltritte, die Sie bei einem empfindlichen Magen machen können:

Meiden Sie (zumindest in akuten Phasen, am besten aber langfristig)…

Nikotin, Kaffee und heiße Schokolade

Alkohol

Kohlensäure

grobes Vollkorn

fettige und frittierte Lebensmittel

Süßigkeiten / konzentrierten Zucker

Gebratenes und Gegrilltes

Fertiggerichte

starke Gewürze, auch Knoblauch und Zwiebeln

sehr säurehaltiges Obst (wozu auch Ananas und Himbeeren zählen)

schwer verdauliches Gemüse (wie Hülsenfrüchte, Lauchzwiebeln, Tomaten oder Paprika)

Sahne und Vollmilchprodukte

Klingt nach einer ganz schön langweiligen und gemeinen Diät? Betrachtet man diese Umstellung weniger als Strafe und bedenkt, wie viele Negativfolgen die aggressive Magensäure auf Organe und Psyche hat, wird dieses langfristige Umdenken schnell zur Selbstverständlichkeit werden. Sie müssen nicht auf einen Schlag alles weglassen. Das eigene Ernährungsbewusstsein ist nicht zu unterschätzen. Hat man früher noch gedankenlos zur Chipstüte gegriffen und sich anschließend mit vollem Magen für ein Schläfchen hingelegt, überlegt man auf lange Sicht schnell zweimal, ob es der milde Früchtetee am Morgen anstelle von Kaffee nicht auch tut, oder ob dieser hastig verschlungene Donut jetzt wirklich nötig ist. Neben der Ernährung gibt es dann außerdem Tipps und Tricks, deren Nichteinhaltung Sie, weil einfach unterschätzt oder nicht bedacht, zusätzlich mit dem Brennen in der Brust piesackt:

Erhöhen Sie das Kopfteil Ihres Bettes um ca. 8 cm.

Versuchen Sie, vier Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu essen und sich auch tagsüber mindestens zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme nicht in die Waagerechte zu begeben.

Tragen Sie keine zu eng anliegende Kleidung (Corsagen, Hosenbund, Gürtel u. v. m.).

Vermeiden Sie starkes Übergewicht und Stress, so gut es Ihnen möglich ist.

Versuchen Sie, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, anstatt nur selten, aber dann viel zu essen.

Verständlicherweise beschäftigt Sie nun vielleicht die Frage: Was darf ich denn dann überhaupt? Da bleibt schon noch eine Menge übrig und die Gegebenheit, mal über den Tellerrand hinaus schauen zu müssen, kann auch sehr erfinderisch machen. Essen und trinken Sie sich zum Beispiel gerne satt an…

gerbstoffarmen Tees (Kamille, Fenchel, Kümmel, Anis u. v. m.)

mildem Obst wie Äpfeln, Birnen, Melonen, Bananen und Pfirsichen

fettarmem Fleisch (gekocht, wie Hühnchen, Truthahn oder Fisch)

Süßigkeiten mit weniger als 3 g Fett (in Maßen)

Mandeln (sehr basisch)

Nahrungsmitteln mit hohem Kaliumanteil (siehe auch Apfelessig, wie in unserem Getränketipp „Switchel“, Moringa oder Spirulina)

Es gibt Menschen, die mit Sodbrennen leben können und denen auch nach ärztlicher Untersuchung bestätigt wird, dass sie nichts weiter unternehmen müssen, solange sie die Symptome nicht übermäßig stören. Genau so vielseitig sind aber auch die Auslöser, die andere wiederum zu einer Veränderung zwingen: säurebedingte Heiserkeit, Stimmbandzysten, Schlafstörungen durch den aufsteigenden Mageninhalt, fehlgedeutete Atemnot durch das Brennen in der Brust… Der körperliche Grund ist letztendlich so individuell wie der seelische Wunsch nach Wohlbefinden auch. Überraschen Sie sich einfach mal selbst mit einer kleinen Veränderung in Ihrem Leben! Oft ist der Weg das Ziel und eröffnet Ihnen Erkenntnisse, die Sie noch viel breiter gefächert anwenden können, als es ursprünglich geplant war.

Auf Ihr Wohl!