Reishi – der Superstar unter den Vitalpilzen

 Reishi Leitfaden und Ratgeber

Reishi Ratgeber





Vorwort

Seit Jahren bin ich überzeugter Chagaliebhaber und im regen Austausch mit anderen Vitalpilzkonsumenten, die mich dazu gebracht haben mich auch mal mit dem Reishipilz zu befassen. Deshalb habe ich diese kleine Studie für mich aufgesetzt um das „wie was und wo“ ein wenig besser zu beleuchten. Ich konzentriere mich hierbei möglichst auf Fakten. Hier erfährst du alles Nützliche und Praktische ws du im Alltag wissen musst. Ich lasse meine Reishi Erfahrungen mit einfließen und sage dir was du beim Reishi kaufen beachten musst.
 
  1. Reishi – woher kommt dieser Vitalpilz?

Reishi ist ein Vitalpilz mit einer Jahrtausendalten Geschichte in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), in der auch die Homöopathie sowie Akupunktur ihren Ursprung hat. In Japan wurde er schon vor über 4000 Jahren eingesetzt, wogegen das Vorkommen in China auf Grund der klimatischen Bedingungen eher seltener war und er zunächst nur den chinesischen Monarchen zugänglich gewesen ist. Das machte den Reishi Pilz in der Bevölkerung umso begehrlicher. Reishi ist in Deutschland unter den Pilzkundlern unter dem Namen Glänzender Lackporling (lat.: Ganoderma Lucidum) bekannt. Der Pilz misst bis zu 10 cm und bildet einen rund 2-3 cm dicken Fruchtkörper seitlich des knubbeligen Stieles aus. Seinen deutschen Namen hat er durch eine dicke Harzschicht, die den Fruchtkörper bedeckt, verdient. Die seitliche Ausrichtung des Fruchtkörpers begründet sich auf die Tatsache, dass es sich bei dem Reishipilz um einen Baumpilz handelt, der von dem Baumstamm weg wächst, um seine Pilzsporen optimal verbreiten zu können. In der Farbe ist er rostbraun bis weißlich schattiert.
Kurzum – so sieht er aus:
Reishi Pilz
Sein chinesischer Name lautet Ling Zhi und bedeutet Pilz der Unsterblichkeit. Mit dieser Reputation erklärt sich sein Stellenwert in der fernöstlichen TCM wie von selbst.
 
  1. Verbreitungsgebiet

Reishi ist sehr weit, auf jeden Fall in der nahezu gesamten nördlichen Hemisphäre in Gegenden mit dichter Laubbewaldung verbreitet und daher nicht nur im asiatischen Raum bekannt. Es fällt allerdings auf, dass man, sofern man sich etwas intensiver mit dem Pilz befasst, bei unterschiedlichen Quellen (Internetseiten, Bücher usw.) immer wieder Bilder andere Erscheinungsformen findet. Das hat in der Regel mit den leicht unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen zu tun. Der Pilz ist nämlich auch für seine Anpassungsfähigkeit bekannt. Der deutsche Name Glänzender Lackporling verrät, dass es zu der Familie der Porlinge – in der Regel Baumpilzen – gehört, die in jedem annähernd naturbelassenen Wald zu finden sind. Für Pilzsammler ist es also auch im deutschsprachigen Raum nicht schwer, den Reishi aufzuspüren und zu sammeln. Eichen sind sein Lieblingswirt; die meisten Waldpilze leben in enger Symbiose mit Bäumen, da sie keine Photosynthese betreiben und sich somit vom Baum und seinen Abfallstoffen ernähren. Das bringt mich zu
  1. Reishi selber sammeln.

Achtung! Wer sich jetzt denkt: „klasse ich habe 2 Fotos vom Reishipilz gesehen und eines davon sogar ausgedruckt – und auf geht’s“. Dem rate ich zur Vorsicht! Pilze sammeln, die anschließend auch verzehrt werden sollen, ist nichts für Laien. Fast jeder Pilz hat auch einen giftigen Verwandten, der versehentlich für einen leckeren Speisepilz, oder einen Vitalpilz gehalten werden kann. Also, wenn ihr selbst Reishipilze sammeln möchtet, rate ich dazu ein Bestimmungsbuch immer zur Hand zu haben. Am besten ist auf jeden Fall, wenn ihr einen erfahrenen Pilzsammler mitnehmt, der euch in die Geheimnisse der Pilzwelt einführt. Ich kenne einige Mütter die es zutiefst bedauern, dass ihre Sprösslinge gerne ihre gesammelten Pilze verzehren, aber keiner will ins Unterholz und sich auch noch eine Zecke einfangen.
 
Also am besten einfach eine kleine Annonce in der Lokalzeitung stellen:
 
„Pilzenthusiast sucht erfahrene Pilzsammler zur gemeinsamen Vitalpilzsuche“
 
Da wird sich sicher jemand finden.
 
Bei selbst gesammelten Pilzen empfehle ich den Fruchtkörper bei gut 40 Grad Celsius zu trocknen. Wenn vorhanden, oder du öfter Pilze oder Obst trocknen möchtest, eignet sich am besten dafür ein Dörrofen. Hier findest du geeignete Geräte bereits zwischen 80 und 100 Euro. Je nach Größe der Pilze musst du aber einige Stunden für die Trocknung einplanen. Bei einem Backofen besteht die Gefahr, dass er zu heiß eingestellt ist und der schöne Reishi verbrennt. Darüber hinaus ist der Dörrofen günstiger im Verbrauch. Sobald der Reishi getrocknet ist, kannst du ihn in einem Standmixer leicht pulverisieren.
 
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  1. Das macht den Reishi so wertvoll

Ok, manch einer, der mit dem Reishi noch wenig Erfahrung hat, wird sich nun fragen „ wieso soll ich das auf mich nehmen“? Ganz einfach. Der Reishi ist eine Vitalbombe die seines Gleichen sucht.
Reishi ist reich an Mineralien wie
  • Eisen
  • Kalzium
  • Kupfer
  • Magnesium
  • Mangan
  • Zink
Wesentliche Bestandteile des Reishi sind, wie bei vielen Pilzen, natürlich auch die Polysaccharide, die je nach Zusammensetzung unterschiedliche Wirkungsweisen auf den menschlichen Körper haben können.
Die Triterpene verleihen diesem Pilz eine leicht bittere Note. Triterpene können die Ausschüttung des Hormons Histamins reduzieren, was zur Folge hat, dass der Körper nicht mehr so stark auf Entzündungen reagiert. Die Triterpene beim Reishi sind sehr vielfältig; es handelt sich hier um diverse Säureverbindungen. Einer der interessantesten sind hierbei die Ganoderensäuren, deren Eigenschaften auch Gegenstand der im nächsten Abschnitt beschriebenen Untersuchungen sind.
Dazu ein Zitat von K. Tasak aus der Studie: Antiallergische Bestandteile im Kulturmedium von Ganoderma lucidum. (I) Hemmende Wirkung von Ölsäure auf die Histaminfreisetzung:
„Der Chloroformextrakt aus der Ganoderma lucidum-Brühe hemmte die Histaminfreisetzung deutlich aus Peritonealmastzellen der Ratte. Aus den aktiven Fraktionen, Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure und Linolsäure wurden isoliert. Ölsäure hemmte dosisabhängig die Histaminfreisetzung ...“ [1]  
Eine 1 zu 1 Übertragung auf den Menschen ist hier jedoch leider nicht möglich gibt, jedoch durchaus Aufschlüsse. 
Des Weiteren beinhaltet der Reishi zahlreiche Aminosäuren, die wichtige Bausteine der Proteinbiosynthese sind.
Beim Blick auf die Nährwerttabelle sind insbesondere auch die enthaltenen Ballaststoffe interessant:
Nährwerte pro 100g getrockneter Reishi Pilz (full body):
  • Energie: 214kcal
  • Fett: 2,2g
    • Davon ungesättigte Fettsäuren: 0,56g
  • Kohlenhydrate: 1,6g
  • Eiweiß: 10,63g
  • Ballaststoffe: 72,73g
  • Natrium 0,01g
  1. Reishi in der Forschung

Interessante Arbeiten finden sich auch hauptsächlich im asiatischen Raum mit den Forschungsthemen:
  • Die diätetische Wirkung des Pilzes Ganoderma lucidum auf den Blutdruck und Lipidspiegel bei spontan hypertensiven Ratten [2]
  • Hepatoprotektive Rolle des Ganoderma lucidum-Polysaccharids gegen BCG-induzierte Immun-Leberschäden bei Mäusen[3]
  • Wirkung von Ganoderma lucidum auf die postherpetische Neuralgie! [4]
  • Möglicher Modus der antiviralen Aktivität des aus Ganoderma lucidum isolierten sauren, proteingebundenen Polysaccharids auf Herpes-simplex-Viren [5]
Die asiatischen Forscher haben sich hauptsächlich auf theoretische Grundlagenforschung mit und ohne Tierversuche beschränkt. Langzeitstudien am Menschen sind bisher leider eher Mangelware. Dennoch hat sich der Reishi in der Traditionellen chinesischen Medizin etabliert und ist der beliebteste Vitalpilz. Reishi gilt bei den Chinesen als der wertvollste Vitalpilz und hat sich über Jahrhunderte in der Kultur verankert. Wenn du neugierig bist, probiere ihn einfach aus!
  1. Für die Botaniker – in 10 Wochen deinen eigenen Reishi züchten

Reishi kann man auf diverse Weisen züchten. Die einfachste Art für den Anfänger ist, sich einfach einen bereits geimpften Baumstamm mit ca. 30 bis 40 cm Durchmesser zu kaufen und an einen geeigneten Platz aufzustellen. Geimpft bedeutet, dass die Pilzsporen in Einschnitte in den Stamm eingebracht wurden. Sofern die Feuchtigkeit des Stamms stimmt und auch die Temperatur – Reishi gedeiht am besten zwischen 15 und 30 Grad Celsius, kann man nicht viel falsch machen.  Reishi wächst jedoch nicht nur auf Holzstämmen. Du kannst deine Pilzzucht auch ohne Probleme in Blumentöpfe mit Sägespäne ansetzen oder wenn du magst, auch einen Strohballen im Westernstyle impfen. Der Vorteil des Baumstamms ist jedoch, dass du hier über Jahre immer wieder Reishi ernten kannst. Feucht Sägespäne werden eben sehr schnell muffig und den Geruch muss man mögen. Mit ein wenig Geschick und wenn alles klappt, kannst du den ersten Reishi aus deiner Zucht (eigentlich heißt es Brut), also aus deiner Brut, nach 8 bis 12 Wochen ernten. Der Reishi wächst teilweise straussartig und du wirst staunen, wie stark er gedeiht.
Es gibt einige gute Shops, die Startersets verkaufen oder natürlich ist er auch bei Amazon erhältlich. Mit einer Anfangsinvestition zwischen 20 und 30 € solltest du auskommen. Kurz überschlagen ist diese Methode mittelfristig die günstigste und unaufwendigste, um an deinen Reishi zu kommen.
Du benötigst hier auch keinen großen Garten. Einen Balkon, der nicht komplett nah Süden ausgerichtet ist oder ein nicht ganz zu kühler Keller reichen hier vollkommen aus. Feucht und warm ist hier schon die halbe Miete.

So sieht es in einer klassischen Reishi Farm aus. Der überwigende Teil des kommerziell vertriebenen Reishis wird auf Substrat angebaut und gibt ihm so die optimalen Bedingungen für seine Entwicklung.
reishi anbauen
  1. Reishi kaufen

Deinen Reishi kannst du in diversen Onlineshops als Pulver oder Kapseln kaufen. Ich empfehle dir ganz klar, das Pulver und nicht die Kapseln zu kaufen. Du wirst dir wahrscheinlich denken, dass Kapseln doch viel bequemer, morgens in 10 Sekunden runtergespült sind und einen  neutralen Geschmack haben. Bitte beachte jedoch, dass die Kapseln im Verhältnis um ein zigfaches teurer sind. Du kannst 250g Reishi Pulver kaufen und 25 Euro ausgeben. Bei Kapseln zahlst Du dann für 0,6 Gramm pro Kapsel 20 Cent. Bei 100 Kapseln sind das 20,- Euro für 60 Gramm. Wenn es denn Kapseln sein sollen, kauf dir einen Tausenderpack vegane Leerkapseln für 10 € (das macht 1 Cent pro Kapsel) und du kannst Sie selbst befüllen. Dann weißt du auch, was enthalten ist.
Was gilt es zu beachten? Bio Reishi ist natürlich immer besser. Allerdings kann bei jedem Reishi davon ausgegangen werden, dass es sich um gezüchteten Reishi handelt. Das ist jedoch nicht weiter schlimm. Anders als der Chaga Pilz, wächst der Reishi Pilz wunderbar auf totem Holz. Da sich hier in der Regel kein Unkraut befindet, kann man Belastungen durch Pestiziden bzw. Unkrautvernichter ausschließen. Daher kann es dir passieren, dass du bei Bio Reishi einfach nur die Biozertifizierung mit bezahlst, ohne für mehr Geld ein besseres Produkt zu bekommen.

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  1. Reishi Tinktur ansetzen

Egal wie du deinen Reishi, ob gekauft, gesammelt oder selbst gezüchtet, verwerten möchtest, eine Reishi Tinktur ist der einfachste Weg, deinen Reishi nachhaltig zu verarbeiten.
Für eine gute Reishi Tinktur benötigst du:
  • eine Flasche klaren Schnaps mit 40 Vol% Alkoholgehalt
  • 100g Reishipulver
  • 1 Küchensieb – du kannst auch ein Nudelsieb verwenden
  • 1 dünnes Baumwolltuch (evtl. glattes aber sauberes Spültuch)
  • 1 Einmachglas, mindestens 500 ml (ich verwende die Drahtbügelgläser mit Gummiring)
  • 1 Topf
Zubereitung:
Du gibst das Reishipulver zusammen mit dem Schnaps in das Einmachglas und verrührst das Ganze gut. Bewahre das verschlossene Glas an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur auf. Rühre das Gemisch einmal täglich mit einem Löffel um. Nach rund 4 Wochen haben sich die Vitalstoffe aus dem Pulver herausgelöst und du kannst die Feststoffe von der Tinktur trennen, indem du das Sieb mit dem Tuch auskleidest und die Flüssigkeit in einem Topf durchsiebst. Die Feststoffe kannst du zum Schluss noch mit dem Tuch auswringen.
Die Tinktur füllst du zum Schluss noch mit Hilfe eines Trichters in kleine Fläschchen ab. Achte darauf, dass das Glas dunkel ist und keine ultraviolette Strahlung durchlässt.
Mit deiner eigenen Reishi Tinktur hast du eine Menge Geld gespart und hast auch immer ausreichend vorrätig, um deinen Freunden ein kleines Geschenk zu machen
  1. Aus Reishi Pulver, Reishi Tee oder Reishi Kaffee kochen?
Es ist fast amüsant: Für die einen ist es geschmacklich ein Pilztee und für die anderen ein Pilzkaffee. Letztlich muss man selbst feststellen, dass wenn man seinen ersten kräftigen Schluck genießt, die Überlegung aufkommt, wie man dem Reishigetränk ein wenig Harmonie einhaucht. Pepp hat er ja schon durch die o.g. Triterpene. Ich entscheide mich heute ganz klar weder für Kaffee noch für Tee, sondern für einen köstlichen Reishi Chai Latte.
Zutaten:
  • 100 ml heißes Wasser
  • 1 Teebeutel Chai Tee, wer mag kann aber auch gerne einen kräftigen schwarzen Tee wählen
  • 100 ml Milch (meine vegan lebenden Freunde werden jetzt aufschreien, aber ich mag aufgeschäumte Milch leider zu gerne) alternativ kann man es auch mit Hafermilch versuchen – ich habe mich dem bis jetzt verschlossen
  • ½ Teelöffel Reishipulver
  • Karamellsirup
Geräte:
  • 1 Wasserkocher
  • 1 Milchaufschäumer
  • Topf und
  • deine Lieblingstasse
Die Zubereitung ist wie immer denkbar einfach. Den Chai Tee lässt du in einem kleinen Gefäß in 100 ml heißem Wasser 10 Minuten ordentlich durchziehen. Währen der Tee zieht, erwärmst du die Milch langsam in einem Topf. Bei ca. 60 Grad fängst du an, die Milch aufzuschäumen. Die Temperatur sollte auf jeden Fall reduziert werden bevor die Milch anfängt zu kochen. Ist die Milch schön fluffig, impfe ich sie gerne noch mit Karamellsirup und schlage sie zur Durchmischung mit dem Milchaufschäumer noch einmal richtig auf. Der Aufschäumer sollte am besten schnell gereinigt werden bevor das ganze trocknet. Anschließend rühre ich das Reishipulver in den Tee ein. Letztlich gebe ich die aufgeschäumte Milch in die Tasse (vorher noch mit heißem Wasser ausspülen, damit der Tee nicht zu stark abkühlt) und gieße die Milch mit dem Reishi Chai Tee auf.

Et voilà – auf dein Wohl!

 
Quellen:
  • [1] K.Tasaka,…: „Antiallergic constituents in the culture medium of Ganoderma lucidum.(I) Inhibitory effect of oleic acid on histamine release“; Agents and Actions, vol. 23, 3 / 4 (1988)
  •  [2]Yearul Kabir,…: „Dietary Effect of Ganoderma lucidum Mushroom on Blood Pressure and Lipid Levels in Spontaneously Hypertensive Rats (SHR).“; J. Nutri. Sci. Vitaminol., 34, 433-438, 1988
  • [3]Guo-Liang Zhang,…: „Hepatoprotective role of ganoderma lucidum polysaccharide against BCG-induced immune liver injury in mice.“; World J. Gastroenterol 2002 August 15; 8(4): 728-733
  •  [4]Yasuyo Hijikata, Seika Yamada: „Effect of Ganoderma lucidum on Postherpetic Neuralgia!“; Am. Journal of Chin. Med., Vol. XXVI, No. 3-4, pp. 375-381, 1998
  •  [5]Seong-Kug Eo,…: „Possible mode of antiviral activity of acidic protein bound polysaccharide isolated from Ganoderma lucidum on herpes simplex viruses.“; Journal of Ethnopharmacology 72 (2000) 475-481
  • [6]Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008