Curly Superfood Magazin | Selber machen

Kombucha Pilz-Tee selber machen: Gesundes Power-Getränk

29. August 2021
Kombucha Tee mit Zitrone Maille und Zimt auf einem Holztisch

Zuletzt aktualisiert am 2. November 2021 von fabian

Wir möchten hier zeigen worum es sich bei Kombucha handelt, die Inhaltsstoffe untersuchen und schauen wie man ihn selber herstellen kann. Kombucha hat selbst in den deutschen Supermärkten Einzug gehalten. Kefir, Smoothies und Kokoswasser sind funktionelle Getränke, die nicht nur gut schmecken, sondern auch bekömmlich für den Körper sind. Sehr bekömmlich sogar. Denn sie enthalten viele Vitamine sowie Mineralstoffe und dabei gleichzeitig wenig
Kalorien sowie Zucker.

Der absolute Spitzenreiter unter den Power-Drinks ist jedoch der moderne und gleichzeitig uralte Kombucha. Dieser fermentierte Tee hat ganz besondere Wirkungen auf den menschlichen Körper und wird deshalb häufig sogar als Wundergetränk angepriesen. Trotz des gegenwärtigen Hypes, handelt es sich hierbei jedoch keineswegs um eine neumodische Innovation, sondern um ein mehr als zweitausend Jahre altes Rezept. Wir verraten dir, warum es heute noch genauso relevant ist, wie im alten China.

Was genau ist Kombucha eigentlich?

Kombucha ist ein fermentiertes Getränk. Es wird durch die Hilfe eines Teepilzes hergestellt, welcher aus verschiedenen Mikroorganismen, Bakterien und Hefekulturen besteht, die während des Fermentierungsprozesses den gezuckerten Tee verstoffwechseln und ihn in ein gesundes Erfrischungsgetränk verwandeln. Dieses ist reich an Vitaminen, organischen Säuren und Enzymen.


Obwohl Kombucha erst seit relativ kurzer Zeit in aller Munde ist, handelt es sich dabei nicht um ein neues Kultgetränk, sondern vielmehr um einen neu entdeckten Klassiker. Denn das Gärgetränk folgt einer unglaublich langen Tradition: Die ersten Spuren der Kombucha-Pilzkultur lassen sich auf über 2.000 Jahre zurückdatieren und wurden im alten China gefunden. Während der Han-Dynastie wurde der Kombucha-Pilz bereits als Heilmittel eingesetzt und auch lange danach noch in Asien und Osteuropa für seine gesunde Geltung als Lebenselixier verehrt.

Der Kombucha-Pilz wird auch Scoby genannt

Der Scoby wird auch als Pilz bezeichnet, wobei es sich biologisch um einen Bakterienschwamm handelt, der auf der Oberfläche des Tees schwimmt. Scoby ist hierbei eine Abkürzung des englischen Ausdrucks „Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast“. Übersetzt heißt das so viel wie „symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen“. Diese Mikroben benötigen wie bei der Alkoholgärung viel Sauerstoff und so wächst der Scoby hauptsächlich an der Wasseroberfläche. Du kannst richtig beobachten, wie er atmet, da sich kleine Kohlendioxid-Bläschen an seinem Rand bilden. Wenn du ihn gut umsorgst, wird die Scheibe immer dicker. Dabei ist es interessant zu wissen, dass es sich um viele Schichten handelt, die man auseinanderziehen kann. So gewinnst du aus einem Scoby 2 und kannst deine Kombucha-Produktion steigern.

Der Scoby ist der Pilz der die Fermentation in Schwung bringt. Er schwimmt in der Regel als Scheibe auf dem Tee

Die Inhaltsstoffe auf einen Blick:

Für die Herstellung von Kombucha ergänzen wir gezuckerten Tee mit einer Kombucha-Kultur. Der gezuckerte Tee dient den Mikroorganismen der Pilzkultur als Nahrungsquelle. Die Bakterien absorbieren den Zucker und wandeln ihn in wertvolle Vitamine, organische Säuren, rechtsdrehende
Milchsäurebakterien und Enzyme um. Der Endtee ist dadurch relativ zuckerarm, reich an wertvollen Inhaltsstoffen und mit einem säuerlichen Geschmack aufgrund der entstehenden Gluconsäure.

  • Bakterien- & Hefestämme: Acetobacter xylinum, Acetobacter xylinoides, Gluconoacetobacter, Gluconobacter oxydans, Saccharomyces ludwigii, Saccharomyces apiculatus, Saccharomyces cerevisiae (Backhefe)
  • Vitamine: Vitamin B1, B2, B3, B6, B12, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K
  • Essentielle Spurenelemente & Mineralstoffe: Eisen, Magnesium, Natrium, Kalium, Kalzium, Kupfer, Zink, Mangan, Kobalt und andere Mineralstoffe
  • Wertvolle organische Säuren: Glucuronsäure, Gluconsäure, rechtsdrehende (L+) Milchsäure,
  • Essigsäure, Weinsäure, Folsäure, Oxalsäure, Usninsäure, Spuren von Bernstein-, Apfel-,
  • Malon- und Zitronensäure
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Flavone, Isoflavonoide, Polyphenole
  • Aminosäuren: 14 verschiedene

Diese Aufstellung der Inhaltsstoffe ließe sich wahrscheinlich noch ergänzen, allerdings haben wir alle wesentliche Bestandteile aufgeführt.

Gesundes Gär-Getränk: Die positive Wirkung von Kombucha

Das Geheimnis des Kombuchas beruht auf seinen zahlreichen biologisch aktiven Inhaltsstoffen sowie seinen verschiedenen Säuren und Hefen. Diese entstehen durch komplizierte Gär- und Fermentierungsprozesse. Ähnliche Vorgänge gibt es auch bei anderen wichtigen Lebensmitteln, wie Bier, Wein, Brot, Käse, Joghurt, Essig oder Sauerkraut, welche durch die Ansäuerung von Bakterienkulturen oder die Gärung von Hefepilzen zu dem werden, was sie sind. Der Kombuchatee ist demnach keineswegs so exotisch, wie es zunächst den Anschein hat. Dafür ist er jedoch sehr viel
gesünder, als er auf den ersten Blick scheint.

Hier sind die vier größten Effekte des Super-Drinks:

  • Verdauungsfördernde Wirkung: Kombucha enthält viele Komponenten, welche die Darmflora verbessern können. Die lebendigen Mikroorganismen können sich im Darm ansiedeln und das Wachstum unerwünschter Bakterien verringern. Die organischen Säuren können wiederum den Säurehaushalt im Darm ausgleichen und das Immunsystem stärken. Und eine gesündere Verdauung kann ihrerseits für einen ausgeglichenen Cholesterinspiegel sorgen. Der Kombucha-Tee zeigt demnach nicht nur Auswirkungen auf das Verdauungssystem, sondern auf den gesamten Organismus.
  • Gesunder all-round Drink: Wer einen Blick auf die Inhaltsstoffe des Kombuchas wirft, sieht schnell, dass die Mikroben auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe produzieren und dadurch als wichtige Nährstoffquelle angesehen werden können. Gleichzeitig enthält er auch eine lange Liste an Säuren und Enzymen, welche den Körper unterstützen und entlasten können.
  • Vitalisierender Energie-Boost: Eine ruhige Verdauung und gesunde Ernährung wirken sich natürlich auch positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Du bist ausgeglichener und startest mit mehr Elan in den Tag – umso mehr, da Kombucha auch als natürlicher Energydrink wirkt! Möchtest du ihn mit Grün- oder Schwarztee ansetzen, erhältst du einen zusätzlichen Energiekick durch das Koffein. Anders als bei Kaffee oder Energy-Drinks sorgt dieses jedoch nicht für ein schnelles Hoch mit anschließendem tiefen Fall, sondern ist an das L-Theanine gebunden und resultiert somit in einer ruhigen fokussierten Energie.
  • Aufregender Geschmack: Die Basis des gezuckerten Tees klingt nicht besonders aufregend, doch der Scoby-Teepilz sorgt für ein ganz neues Geschmackserlebnis. Er hat ein fruchtiges, mild-säuerliches Aroma und ist besonders erfrischend, sprudelig und durstlöschend. Durch die bei der Fermentation entstehende Kohlensäure, stellt Kombucha außerdem eine echte Alternative zu Limonaden da – er ist allerdings viel gesünder und besitzt deutlich weniger Zucker.

Kombucha selber machen: Grundrezept & Geheimtipps

Einfach zum selber machen: Kombucha kann entweder kostengünstig in unserem Online- Shop gekauft oder sogar selbst gemacht werden. Das verschafft einen nicht nur das DIY- Erfolgserlebnis, sondern auch unglaublich viele verschiedene Geschmacksmöglichkeiten. Denn Tee, Zuckergehalt und Dauer der Fermentation können beliebig verändert werden und durch die Option den Kombucha mit Obst, Gewürzen oder Säften zu verfeinern, sind der Geschmacksvielfalt keine Grenzen gesetzt.Tee in Kombucha zu verwandeln ist zwar etwas zeitintensiv, allerdings absolut kein Hexenwerk. Wir verraten dir, wie du dir deinen Power-Drink selbst zubereiten kannst.

Zutaten:

  • 1 Kombucha-Scoby
  • Ansatzflüssigkeit
  • 1 Liter Wasser
  • 8 g Tee
  • 100 g Zucker

Zubehör

Du benötigst für die Herstellung jeweils 1x:

  • Gärgefäß aus Glas (1,5 l Volumen)
  • luftdurchlässiges Abdecktuch
  • Verschlussspanner zum Abdichten
  • Kunststoffsieb
  • mehrere Flaschen zum Abfüllen

Zubereitung

  1. Gib zuerst den Tee in kochendes Wasser und lass ihn 15 Minuten ziehen. Anschließend kannst du den Zucker hinzugeben, warten bis er sich löst und den Tee auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  2. Platziere nun den Kombucha-Pilz in dem Gärgefäß, füge die Ansatzflüssigkeit hinzu und letztlich auch den abgekühlten Tee. Jetzt musst du nur noch das Gefäß mit dem Abdecktuch und Gummiring verschließen, an einen warmen Ort stellen (mind. 21°C) und warten.
  3. Nach 10-16 Tagen kann das bis dato nicht bewegte Gärgefäß wieder geöffnet und der Kombucha in Flaschen abgefüllt werden. Vergiss nicht den Pilz sowie mind. 10% des Getränkes aufzuheben und als Ansatzflüssigkeit für die nächste Runde Kombucha zu verwenden.

Wenn du den Teepilz und das Gärgefäß dazwischen gut auswäschst, ist das kein Problem. Der fertige Kombucha sollte im Kühlschrank bzw. in einem dunklen, kühlen Raum gelagert werden. Auf diese Art ist der unpasteurisierte Kombucha etwas 3-6 Monate haltbar.


Unser Tipp: Kombucha schmeckt immer anders, abhängig davon mit welchem Tee, wie viel Zucker und welcher Fermentationszeit er hergestellt wird. Um hier jedoch noch mehr Spielraum zu haben und neue Geschmackssorten zu entdecken, empfehlen wir den fertigen Kombucha mit frischen Früchten, Holunderblüten oder fertigen Säften anzureichern. Und wem das immer noch zu gewöhnlich ist, der kann anstelle von Tee auch Kaffee verwenden. Dazu einfach wie im Grundrezept den Tee durch selbst gekochten Kaffee ersetzen und in diesem den Pilz mit der Ansatzflüssigkeit ziehen lassen.

Die Herstellung ist für die meisten von uns beim ersten Mal etwas ungewöhnlich, bringt uns aber wieder etwas näher an die Lebensmittel heran. Fermentieren ist ein sehr üblicher Prozess in der Lebensmittelindustrie.

Kombucha Risiken

Die Kombucha-Herstellung bedeutet, dass man den Scoby, also eine Ansammlung von Mikroben in einer Nährflüssigkeit wachsen lässt. Diese Mikroben werden in der Regel als gesund eingestuft. Wenn man die Hygiene allerdings schleifen lässt, besteht die Gefahr, dass schädliche Bakterien sich hier ebenfalls prächtig vermehren. Dies kann zu Unverträglichkeiten, Übelkeit und Infektionen führen. Darüber hinaus schmeckt dein Getränk ungenießbar.

Wir empfehlen daher die Zubereitung nur mit sauberen Händen und gereinigtem Zubehör durchzuführen. Solltest du erkältet sein, verschiebst du die Zubereitung am besten ein paar Tage, oder arbeitest mit Mundschutz und Einweghandschuhen.

Da in Kombucha Alkohol enthalten ist, empfehlen wir in während der Schwangerschaft und Stillzeit auf den Konsum zu verzichten. Einen interessanten Artikel hierzu findest du hier bei Bild der Frau.de


Carpe Diem – tu deinem Gaumen etwas Gutes! Probiere dich entweder selbst als Kombucha-Connaisseur oder teste dich zuerst durch unser Produktsortiment, um auf den Geschmack zu kommen. Wir freuen uns dabei diese uralte Neuheit mit dir zu teilen und wünschen dir gutes Genießen mit deinem Super Drink!

Kombucha FAQ

Bei der Fermentation entsteht, ähnlich wie bei der Gärung, auch Alkohol. Dieser sollte jedoch maximal 1 bis 1,5% betragen. Wir empfehlen Kindern jedoch nur geringe Mengen an Kombucha anzubieten.
Am besten stellst du deinen Ansatz an einen dunklen Ort bei Zimmertemperatur auf. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.
Leider ja, allerdings werden Hefe und Gasbläschen häufig mit Schimmer verwechselt. Vor allem, wenn er auf der Unterseite des Skobys auftaucht, kannst du dich wieder hinlegen. Tauchen die Verfärbungen auf der Oberseite auf, solltest du genau hinschauen: Sind feine Härchen wie auf schimmligem Brot oder Marmelade zu sehen? Dann solltest du deinen Skoby sofort entsorgen und alles gut desinfizieren. Der Kombucha ist natürlich ebenfalls nicht mehr genießbar.
Der Skoby besteht aus mehreren Schichten. So kannst du den unteren älteren Teil vom frischen und produktiven Bereich einfach abziehen. Solltest du es mit den Händen nicht schaffen kannst du auch ein Werkzeug verwenden, verletzen kannst du deinen Kombucha-Pilz nicht.
Ja, im eingefrorenen Zustand lässt sich der Kombuchapilz tatsächlich aufbewahren. Allerdings kann es sein, dass die dabei entstehenden Wasserkristalle ihn beschädigen und er nicht mehr so gut funktioniert wie vorher.
Die Konsistenz des Scobys ist fest und glibbrig. Zwar sind uns keine Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten bekannt, empfehlen ihn aber nicht zu essen. Möchtest du ihn dennoch essen, empfehlen wir ihn zu zerkleinern und in geschmacksintensiven Gerichten zu verarbeiten. Hör allerdings auf deinen Körper, wenn du ihn nicht verträgst. Es handelt sich hier schließlich um einen lebenden Organismus