Zuletzt aktualisiert am 7. Januar 2022 von fabian

Was ist ein Scoby?

Zuerst einmal: Wofür steht eigentlich der Begriff Scoby? Nun, ganz einfach: Es ist die Abkürzung für „Symbiotic of Bacteria and Yeast“; also: Symbiose von Bakterien und Hefen. Der Scoby, oder auch Teepilz genannt, ist sozusagen das Herzstück des leckeren Kombucha. Mit seiner Hilfe und unter Zugabe von Tee, Ansatzflüssigkeit und Zucker kann das Getränk überhaupt erst entstehen; die bereits erwähnten Bakterien und Hefen sorgen dafür, dass Fermentation stattfindet. Dazu gleich mehr!

Das Aussehen des Scobys ist eher unspektakulär: Er ist eine weiße-braune Scheibe mit gummiartiger Konsistenz. Zu Beginn ist der Scoby sehr dünn und flach. Wenn du ihn gut ernährst und pflegst wird er mit der Zeit immer dicker und auch widerstandsfähiger. Denn der Scoby ist eine lebende Kultur, keine tote Materie. Und genau das ist auch der Grund, weshalb es sich wirklich lohnt, Kombucha selbst herzustellen. So profitierst du direkt von der vollen Power und hochwertigen Inhaltsstoffen, die die Natur dir schenkt.

Dein Verdauungssystem kann ohne eine gesunde Darmflora nicht existieren. Gesunde Ernährung und lebenswichtige Nährstoffe in deinen Nahrungsmitteln sind zu einem großen Teil für deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit verantwortlich. Kombucha liefert dir nicht nur die bereits erwähnten, aktiven Bakterien sowie eine Vielzahl an weiteren gesunden Nährstoffen, darunter Vitamine, Säuren, Enzyme und Milchsäurebakterien.

Übrigens: Ein gesunder Scoby ist elastisch und beweglich. Er riecht eher neutral, seine Oberfläche ist weiß und glänzend. Sollte dein Scoby versehentlich verunreinigt werden oder sich nicht gesund entwickeln, verändert sich seine Struktur. Er riecht dann eventuell eher streng, verliert seine Elastizität und seine glänzende Struktur. In diesem Fall musst du den Scoby entsorgen und neu ansetzen.

Wie entsteht der Teepilz?

Kombucha ist ein probiotisches, fermentiertes Teegetränk. Die Fermentierung ist eine der ältesten bekannten Techniken, um Lebensmittel haltbar zu machen. Sehr bekannt ist die Methode zum Beispiel vom Sauerkraut. Während des Vorgangs der Fermentation setzen die Bakterien und Hefen Nährstoffe (den Zucker) und Enzyme (die Ansatzflüssigkeit) biochemisch um – das Kombucha Getränk entsteht. Dabei vermehren sich die Mikroorganismen immer mehr und verbinden sich mithilfe von Zellulose-Ketten – der Scoby entsteht Schicht für Schicht. Das Besondere an der Methode ist, dass sie ohne Erhitzen auskommt. Denn beim Erhitzen von Lebensmitteln gehen viele Inhalts- und Nährstoffe verloren.

Übrigens: Probiotische und fermentierte Nahrungsmittel tragen immens zur Darmgesundheit bei.

So kannst du deinen eigenen Scoby herstellen.

Wie entsteht nun aber dein Scoby, also dein Kombucha Teepilz? Es ist wirklich ganz einfach. Im nachfolgenden beschreibe ich dir das Verfahren, wie du den aktiven Pilz entstehen lassen kannst.

Zutaten

  • 1 Liter Wasser
  • 8 Gramm Schwarztee oder auch Grüntee (gerne Bio)
  • 100 Gramm Zucker
  • 250 ml unpasteurisierten Kombucha als Starterkultur

Rezept:
1. Koche 500 ml Wasser auf und lass den Tee mindestens 8 Minuten darin ziehen. Normalerweise zieht Schwarztee nicht so lange, hier brauchen wir aber sämtliche Nährstoffe, die der Tee bietet.

2. Während der Ziehzeit löst du 100g Zucker in 500 ml kaltem Wasser auf. Auch wenn es nach viel Zucker aussieht: Der Pilz braucht diesen als Nahrung.

3. Nach 8 Minuten gibst du den Tee zum gesüßtem Wasser hinzu. Das Ergebnis sollte etwa handwarm, am besten Zimmertemperatur, sein.

4. Jetzt nimmst du dein großes Glas. Wichtig: Es darf kein Metallgefäß sein. Metall geht geschmacklich in deinen Kombucha über, außerdem schadet es den Bakterien und tötet sie regelrecht ab. Achte darauf, dass dein Glas wirklich sauber ist. Schütte deine Tee-Zuckerwasser-Mischung in das Glas und gib deinen unpasteurisierten Kombucha dazu. Decke das Glas mit einem Küchentuch ab und fixiere dies mit einem Gummiband.

Dein Scoby braucht Zeit zu entstehen und zu wachsen. Stelle das Glas mit dem Ansatz daher für 10 Tage an einen warmen Ort (ohne direkte Sonneneinstrahlung!) und lass es ganz in Ruhe. Die Wärme aktiviert nun die so wichtigen Bakterien, Pilze und Hefen, durch das Küchentuch ist das Glas nicht zu dicht verschlossen. Es bildet sich eine weiße Schicht an der Oberfläche. Sie wird nach und nach größer und dicker – dein Scoby entsteht. Der Pilz wandert nach und nach weiter nach unten ins Glas.

Wenn du deinen Scoby gut behandelst, hält er sich über sehr lange Zeit, und du kannst ihn immer wieder für das Ansetzen von frischem Kombucha verwenden.

Viel Spaß dabei!