Zuletzt aktualisiert am 3. Februar 2022 von fabian

Kakao ist allgegenwärtig und hat sich in der Schokolade als Zeichen der Zuwendung in unseren gesellschaftlichen Ritualen manifestiert. Das Kakaopulver ist immer vorrätig, kein Fest ist ohne die Kakaobohne noch denkbar. Die Weihnachtszeit ohne Schokolade? Ostern wäre ohne Schoko-Ei wahrscheinlich schon verschwunden. Es ist aber nicht die Süßigkeit, die unser Interesse weckt, sondern in der Kakaobohne steckt viel Wertvolles – ein wahres Superfood.

Die Kakaobohne

Per Definition handelt es sich bei Kakao um die Samen des Kakaobaums. Sie haben in etwa die Größe und die Form von gerösteten Mandeln, während ihre Farbe im allgemeinen rötlich bis violett ist. Eine Kakaofrucht, also die Schote, die die Kakaobohnen mit ihrem Fruchtfleisch umhüllt, wiegt bis zu 500 g und kann zwischen 25 und 50 Bohnenenthalten. Diese sind zunächst von einer dünnen weißen Haut sowie von einer brüchigen Schale umgeben. Die uns bekannte Bezeichnung Kakao ist aus Abwandlungen der Begriffe cacahuatl (Nahuatl) und cacao (Spanisch) in unseren Sprachgebrauch übergegangen und seither manifestiert.

Bohnen Schokolade und Kakaogetränk geben Antwort auf: Was ist Kakao?

So schmeckt er roh und unbehandelt

Pur schmeckt Kakao sehr bitter und auch leicht scharf, nichtsdestotrotz aber sehr lecker. Das Aroma des Kakaos wird zunächst durch ein Verfahren herausgefiltert. Zunächst werden die Bohnen dabei entweder fermentiert oder mit Wasserdampf behandelt, sodass sich Schale und Haut lösen. Während der Weiterverarbeitung sind die Bohnen gelblich-weiß. Anschließend trocknet der Bauer die Samen, um das Mahlen zu erleichtern, die Bitterstoffe zu beseitigen und das Aroma zu optimieren. Ein Walzenbrecher bearbeitet die Bohnen nach der Trocknung in einem letzten Schritt, bevor Schalen-, Haut- und Keimreste ein weiteres Mal von der Kakaomasse getrennt werden.

Die Kakaobohne ist umso hochwertiger, je roher sie ist, weswegen das Produkt ungeröstet kaltgepresst werden sollte. Auf diese Weise bleiben die wertvollen lebenden Enzyme und wichtige Nährstoffe erhalten. Auch mit dem unbehandelten Kakao lässt sich ohne Zucker ein wohlschmeckendes Kakaogetränk oder Trinkschokolade herstellen.

Die Kakaofrucht ist auch als ganzes zu verwerten. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls genießbar und macht aber den kleineren Teil der Frucht aus, da die Kakaobohnen den Platz fast ganz einnehmen.

Die Kakaopflanze zählt zur Familie der Malvengewächse und bildet dort ihre eigene Unterkategorie namens Theobroma.

Diese Kakaosorten gibt es

Neben vielen Untersorten und Kreuzungen gibt es vier Sorten:

  • Criollo – diese Sorte gilt als aromatischsten und fällt durch den geringen Gehalt von Säuren und Bitterstoffen auf. Trotz ihres Geschmacks wird sie nur in sehr hochwertigen Produkten verarbeitet, da diese Sorte sehr anfällig für Schädlinge ist.
  • Forastero – ist aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit die bevorzugte Anbausorte und macht rund 85% des Welthandels aus. Forastero zeichnet sich durch seine Widerstandsfähigkeit beim Anbau aus.
  • Trinitario – ist nach seinem Anbauland Trinidad benannt. Dieser Kakao ist eine Kreuzung aus Criollo und Forastero und bringt positive Eigenschaften beider Sorten zum Vorschein
  • Arriba Nacional ist eine Edelkakao-Sorte und ist hauptsächlich in Ecuador zu finden

So wird der Kakaobaum angebaut

Das Naturprodukt stammt ursprünglich aus Peru und wurde von den Azteken sogar als Zahlungsmittel oder Medikament gehandelt. Angebaut werden kann der Baum jedoch nur in tropischen Gebieten in Mittelamerika und Südamerika, denn er benötigt feuchtwarmes Klima und ausreichend Schatten für ein gesundes, ertragreiches Wachstum. Beim Anbau auf Plantagen wird zudem auf eine Mischbepflanzung mit sogenannten Kakaomüttern geachtet. Infrage kommen hier beispielsweise Kokospalmen, Bananenstauden, Kautschuk, Avocado oder Mango. Diese dienen sowohl als Windschutz, als auch das Wachstum des Kakaobaums absichtlich hemmen. Ohne diese Begrenzung könnte er bis zu 15 Meter hoch werden, was die Ernte der Schoten erheblich erschweren. Zusätzlich zu den Kakaomüttern werden die Bäume zur Ernte auf ca. fünf Meter Höhe gestutzt.

Die Bestäubung der Blüten übernehmen übrigens nicht Bienen, sondern Mücken. Mit ca. fünf Jahren blüht ein Kakaobaum zum ersten Mal, ab zwölf Jahren kann er den vollen Ertrag bringen und trägt unter günstigen Voraussetzungen auch das ganze Jahr. Auf Plantagen wird Kakao schließlich zweimal im Jahr geerntet, wobei die erste Ernte grundsätzlich als die Hochwertigere gilt.

Das macht Kakao so gesund

Kakao gehört zu den komplexesten Substanzen der Welt, denn er enthält über 1.200 Bestandteile, von denen die meisten bei Temperaturen über 42 Grad leider verloren gehen. In der Industrie sind die Kakaoprodukte aber nur so zu süßer Schokolade verarbeitbar.

Das Naturprodukt und Superfood hingegen wird schonender verarbeitet, um weiterhin als Lieferant für die vielen wertvollen Inhaltsstoffe infrage zu kommen. Eingutes Produkt versorgt dich letztendlich mit d Nährstoffen

  • Magnesium, Kalzium, Kalium, ungesättigten Fettsäuren, Antioxidantien (Kakao enthält die meisten Antioxidantien pro 100 g), Zink, Schwefel, Chrom, Vitamin C, Eisen, Flavonoiden, Aminosäuren und Ballaststoffen
  • HDL-Cholesterin (gutes Cholesterin, das überschüssiges Cholesterin abbaut und die Gefäße und dein Herz schützt) und Phenylalanin, Endorphine, Serotonin und Dopamin.
  • Antioxidantien schützen bekanntermaßen die Zellen und unterstützen deren Erneuerung, bekämpfen freie Radikale und verlangsamen auf diese Weise den Alterungsprozess deiner Haut.
  • Kalzium ist der Nährstoff, wenn es um widerstandsfähige, starke Knochen geht. Das gilt nicht nur für Heranwachsende, sondern auch im Erwachsenenalter.
  • Die enthaltenen Hormone und Neurotransmitter spenden dir Energie, sorgen für gute Laune! Glücksgefühle und Entspannung und regen deine Gehirnleistung an. Gleichzeitig verschwinden die Kopfschmerzen.
  • Das gesunde und vegane Eisen im Kakao sorgt für besseren Sauerstofftransport in deinem Blut. Gerade Vegetarier, Veganer und Frauen haben oft einen zu niedrigen Eisengehalt und fühlen sich müde und abgeschlagen.
Kakao ist gesund
Kakao macht glücklich und ist gesund

Zudem reguliert er den Stoffwechsel, senkt den Blutdruck und schützt vor Erkältungen und Diabetes. Fun fact zum Abschluss: Das schokoladige Superfood kann dir sogar beim Abnehmen helfen, denn es steigert die Sättigung. Es zügelt deinen Appetit und regt die Verdauung an.

Pro Portion (à 10 g) enthält Kakao:

  • 40 kcal,
  • darunter 2,5 g Fett,
  • 1 g Kohlenhydrate,
  • 2 g Eiweiß und
  • 3,4 g Ballaststoffe.

Kakao kaufen, dosieren und verzehren

Bei uns kannst du Roh Kakao kaufen als

Alle Produkte werden ungeröstet und als Rohkakao angeboten.

Wenn möglich, solltest du täglich zwischen 1 und 6 TL Pulver oder -nibs, oder eine Handvoll Bohnen zu dir nehmen. Wie bereits erwähnt schmeckt das Produkt pur jedoch sehr bitter. Während der eine dieses Aroma schätzt, sucht der andere eventuell nach Rezepten, die für einen größeren Genuss sorgen.

Am einfachsten kannst du die Bohnen oder Nibs als Fingerfood naschen und beispielsweise mit Cashews, Camu-Camu- oder Goji-Beeren mischen. Dadurch schmeckt dein gesunder Snack süßer. Die Bohnen kannst du ansonsten auch in einem Smoothie verarbeiten – auf diese Weise entfaltet sich das Aroma unterschwellig perfekt in deinem Drink, liefert aber trotzdem ungehindert alle Nährstoffe, die du brauchst. Nibs hingegen erweisen sich als die optimale gesunde Alternative zu Schokostreuseln, denn mit ihnen kannst du all das machen, was du mit der industriellen Zuckervariante auch tun würdest: Streu sie über dein Müsli, dein Dessert, deinen Obstsalat oder in deinen Naturjoghurt. Das Kakaoaroma wird sich mit dem erfrischen säuerlichen Joghurtgeschmack zu einem unzertrennlichen Geschmack vereinen –versprochen!

Mit Kakaobutter kannst du sogar deinen eigenen Schokoriegel zaubern. Dazu lässt du die rohe Butter in einem Simmertopf zerlaufen, mischst rohes Kakaopulver und Kokosöl unter. Das Ganze süßt du mit einem Süßstoff deiner Wahl. Für den Biss und das gewisse Extra kannst du auch Nüsse oder Beeren hinzufügen. Erkalten lassen – fertig: zahlreiche Superfoodkomponenten in einem! Kauf deinen Kakao bei Curly Superfood!

Eigenanbau

In den heutigen Anbauländern (Mittel- und Südamerika, Elfenbeinküste, Westafrika und Südostasien) herrschen immer um die 30, aber nie unter 18 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit beträgt mehr als 70 %. Das sind die Bedingungen, die der Kakaobaum gewohnt ist und braucht. Nichtsdestotrotz gibt es Zimmer- und Wintergartenvarianten der beliebten Grünpflanze, die du dir auch selbst heranzüchten kannst. Damit die Samen in der Erde anziehen, müssen sie unbehandelt bzw. unfermentiert sein. Aus einer fermentierten Bohne kann nichts mehr keimen. Du benötigst die Samen einer frischen Kakaobohne. Diese bekommst du auf Internet-Handelsplattformen oder -Tauschbörsen, oder aber in Geschäften, die exotische Pflanzen führen.

An einem halbschattigen Plätzchen kann dein Kakaostrauch schließlich bis zu drei Meter hoch werden, bleibt erfahrungsgemäß aber meistens kleiner. „Halbschattig“ bedeutet jedoch nicht, dass du deinen Kakaostrauch weit weg vom Fenster stellen sollst. Auch der hellste Platz in deutschen Wohnungen empfängt noch nicht die Lichtmenge, der die Pflanze in den Anbauländern ausgesetzt ist. Ein Luftbefeuchter kann gefährliche Trockenphasen verhindern. Allerdings solltest du im Hinterkopf haben, dass zu feuchte Blätter wiederum schimmeln können. Weiterhin möchte deine Kakaopflanze im Winter künstlich beleuchtet und von März bis September alle ein bis zwei Wochen gedüngt werden. Von der Blüte bis zur Fruchtreife (sofern du deinen Baum künstlich bestäubt hast) musst du gute sechs Monate einkalkulieren.

Aber auch, wenn du deine Pflanze nicht zum Fruchten bringst (denn das zählt in unseren Breiten schon als Expertenleistung), kann sie bei angemessener Umgebung und Pflege zu einer schönen Zimmerpflanze heranwachsen, die viele und vor allem große Blätter haben kann.

Fazit

Ich denke, wir haben alles gesagt zur Frage: Was ist Kakao? Kakao ist, liebevoll gemeint, unsere bittere, aber aromatische Mimose, die für einige Kulturen sogar den Stellenwert eines Zahlungs- oder Heilmittels hat. Die Nährstoffbombe, Altersbremse und Glückszutat beinhaltet über 1.200 gesunde Bestandteile und wird leider immer noch viel zu oft zur ungesunden, süßen Naschereien mit zu viel Zucker weiterverarbeitet, bei der sie alle guten Eigenschaften verliert. Der Rohkakao bietet dem Kakaogenuss auf jeden Fall eine gesunde Alternative. Nicht zuletzt wegen des Kampfes gegen das Süßigkeitenklischee ist Kakao daher schon längst in den Fokus der Forschung geraten. Die Kakaopflanze ist durchaus selbst anzubauen, doch dieses Projekt ist zugegebenermaßen eher etwas für Profis ? Rezepten mit Kakao hingegen sind keinerlei Grenzen gesetzt.

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