Zuletzt aktualisiert am 21. März 2022 von fabian

Gerstengras wird in getrockneter Form dazuverwendet, um einen Gerstengras-Smoothie herzustellen, um die Verdauung auszubalncieren und das Wohlbefinden zu steigern. Es wird häufig mit Kohl, Spinat oder auch Weizengras kombiniert und ist leicht in die tägliche Ernährung zu integrieren. Auf grund seiner positiven Wirkung für Körper und auch selbst für die Haare, wird es häüfig als Superfood bezeichnet und soll auch helfen, das Körpergewicht zu kontrollieren und Immunsystem zu stärken. Wir wollen näher auf das als Pulver verkaufte Gerstengras eingehen und auch Erfahrungsberichte untersuchen.

Was ist Gerstengraspulver – wofür wird es verwendet?

Während die Gerste oder das Gerstenkorn fast auschließlich für die Herstellung von alkoholischen Getränken oder Tierfutter Verwendung findet, ist das Gerstengraspulver mit seinen reichhaltigen Inhaltsstoffen eine hervorragende Ergänzung auf deinem zu einer gesunden Ernährungsweise. Es hat sich in den letzten Jahren als ein natürlich wachsendes Nahrungsergänzungsmittel, reich an vielen Vitaminen und Mineralien, Chlorophyll und Antioxidantien etabliert.

Sein hoher Nährwert und Konzentration von bioaktiven Stoffen, macht es so wertvoll für den Organismus und sticht insbesondere durch seine entzündungshemmenden und anti-oxidativen Eigenschaften heraus.

Das Gerstengras besteht aus den jungen Blatttrieben der Gerstenpflanze. Die Bauern ernten das Gras bevor diese einen harten Stängel ausbilden. Zu diesem Zeitpunkt enthält das Gerstengras, ähnlich wie beim Weizengras, die höchste Konzentration an Nährstoffen, um für die intensive Wachstumsphase gerüstet zu sein. Nach der Ernte, werden die Blätter (oder das Gras) unter 40 Grad Celsius getrocknet, damit der Rohkost-Charakter nicht verloren geht. Ausreichend getrocknet, wird das Gras zu einem sehr feinen Pulver vermahlen und luftdicht verpackt. So verarbeitet entsteht ein lang haltbares Rohkost-Produkt.

Nährwerte des Gerstengras

Zusammen mit den Aminosäuren in Gerstengras, wird es zu einem Nahrungsmittel, die zur Spitzenklasse in puncto Nährwertdichte gehört.

Hundert Gramm Gerstengrass enthalten

Nährwertangaben
Nährwert (5 g) Pro 100 g*
Energie 16,8 kcal 337 kcal
68,1e KJ 1362 KJ
Fett 0,17 g 3,4 g
– davon ges. Fetts. 0,05 g 1,0 g
Kohlenhydrate 1,72 g 34,3 g
– davon Zucker 0,11 g 2,2 g
Eiweiß 1,0 g 20,1 g
Ballaststoffe 1,33 g 26,5 g
Natrium 0,001 g 0,01 g

Darüber hinaus finden sie noch 17 Gramm Ballaststoffe, 0,8 Gramm Zucker und sage und schreibe 17 Gramm Protein bzw. Eiweiße.

Gerstengras enthält so auch viele Aminosäuren, die die Bausteine der Proteine sind. Reine Aminosäuren haben eine hohe Bioverfügbarkeit, da der Körper sie nicht erst zerlegen muss, um sie anschließend zu den gewünschten Proteinen zu synthetisieren. Die 9 essenziellen Aminosäuren, die ein Erwachsener auf jeden Fall benötigt, sind alle in Gerstengras enthalten.

Sie dienen somit der Regeneration der Muskeln, Blutgefäße und Knochenmark.

Diese ausgezeichnete Eiweiß- und Aminosäuren-Konzentration macht das Gerstengras ideal für eine vegetarische Ernährungsweise.

Die Liste der Mineralien ergänzt sich um

  • 19% des täglichen Bedarfs und Eisen
  • 15% Vitamin B-6 und
  • 33% des Bedarfs an Magnesium

Darüber hinaus enthält Gerstengras auch viel Vitamin A. Dieses fettlösliche Vitamin ist wichtig für unserer Sehkraft, da es ein integraler Bestandteil der Sehzellen ist. Weiter spielt es auch eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem.

Der hohe Gehalt von Vitamin C kommt dir als Vorbeugung von Atemwegserkrankungen zugute.

4 Vorteile und Wirkung von Gerstengras für mehr Wohlbefinden

Auch wenn Gerstengras kein Wundermittel ist, erfreut es sich seit vielen Jahren beständig hoher Nachfrage und ist nicht nur Gegenstand eines Hypes.

Wieso aber ist es so beliebt? Diese Frage wollen wir ergänzend zu den oben beschriebenen Nährwerten weiter nachgehen.

Einfluss auf den Blutzuckerspiegel

Forscher untersuchten die Auswirkungen von Gerstengraspulver[1] und unlöslichen Ballaststoffen auf den Blutzuckerspiegel bei Tieren und gesunden Menschen. Die extraierten Ballaststoffe aus Gerstengras unterdrückten den Anstieg des Blutzuckerspiegels bei Tieren (P < 0,01). Diese wasserunlöslichen Ballaststoffe könnten Einfluss auf den  Blutzuckerspiegels haben. Beim Menschen unterdrückte Gerstengras den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten nur bei denen, die nach den Mahlzeiten höhere Blutzuckerspiegel aufwiesen. Die Ergebnisse sind jedoch nicht so signifikant, dass bei einer krankheitbedingenten Veränderung des Blutzuckerspiegels ausschließlich auf Gerstengras gesetzt werden sollte.

Kann bei der Gewichtsreduktion helfen.

Gerstengras ist reich an Proteinen und Ballaststoffen. Es ist bekannt, dass eine Eiweiß- und Ballaststoffreiche Ernährungsweise hilft, sein Gewicht zu halten, bzw. abzunehmen. Im Fall von Gerstengrassaft, wirst du wahrscheinlich nicht automatisch abnehmen wenn du es trinkst, jedoch kannst du gut eine Mahlzeit oder auch eine Zwischenmahlzeit durch ein Glasgerstengrassaft ersetzen. So nimmst du weniger Kalorien zu dir, bedienst aber den Bedarf an Eiweißen, Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Wichtig ist auch das die erhöhte Flüssigkeitsaufnahme dein Sättigungsgefühl steigert.

Reich an Antioxidantien

Gerstengras ist durch die Inhaltsstoffe Vitamin C und Vitamin A reich an Antioxidantien. Antioxidantien sind Substanzen, die Zellschäden durch freie Radikale, instabile Moleküle, die der Körper als Reaktion auf Umwelteinflüsse und andere Belastungen produziert, verhindern oder verlangsamen können. 

Freie Radikale sind Abfallstoffe, die von Zellen produziert werden, wenn der Körper Nahrung verarbeitet und auf die Umwelt reagiert. Wenn der Körper freie Radikale nicht effizient verarbeiten und entfernen kann, kann es zu oxidativem Stress kommen. Dies kann Zellen und Körperfunktionen schädigen. Freie Radikale werden auch als reaktive Sauerstoffspezies (ROS) bezeichnet.

So hilft Gerstengras deinem Darm bei der Verdauung

Die Verdauung der Speisen fängt bekanntlich im Magen an. Hier nimmt im ersten Schritt das Gerstengras durch seine basischen Einfluss auf die Magensäure. Wenn zu viel Magensäure produziert wird, bekommst du Sodbrennen oder saures Aufstoßen. Hält dieser Zustand einen längeren Zeitraum an, kann es zu Magengeschwüren und weiteren Verdauungsproblemen kommen.

Eine geringere Säureproduktion kommt so auch dem Darm zugute. Die Ballastoffe helfen zudem dien Darmflora in Balance zu halten. Die Entzündungshemmende Eigenschaft hilft auch dem Darm. Besonders bei Gluten reicher Ernährung kann es im Dickdarm zu Entzündungen kommen, die zu Blähungen und schmerzhaften Unterleibskrämpfen führen.

Andere Wirkungsweisen

Es wird immer wieder über weitere Wirkungsweisen des Gerstengraspulvers berichtet, die leider nicht ansatzweise bewiesen oder nur durch kleinere Tierversuchen vermutet werden. Dass Gerstengras gegen HIV oder gegen Krebs hilft, ist zweifellos nicht richtig. Solche Behauptungen machen schon ohnehin schwer getroffenen Menschen nur falsche Hoffnung.  

Wenn du also Krank bist und aus diesem Grund Gerstengras zu Dir nehmen möchtest, sprich das möglichst mit deinem Arzt ab bevor du es kaufst.

Gerstengras Nebenwirkungen

Wechselwirkungen mit Schilddrüsen-Mittel Thyroxin

Bei Schilddrüsenunterfunktion wird häufig Thyroxin verschrieben. Eisen ist bekannt dafür dass es die Aufnahme des Schilddrüsenhormons L-Thyroxin hemmt. Auch wenn der Eisengehalt von Gerstengras relativ hoch ist, reicht die Menge allerdings nicht aus, um diese maßgeblich zu beeinflussen. Hier müsstes du schon Eisenpräparate gleichzeitig mit diesem Mittel einnehmen, um einen negativen Effekt zu haben. Solltest du unsicher sein konsumiere den Gerstengrassaft einige Stunden nach der Medikamenteneinnahme.

Andere Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind bei Gerstengrassaft aus den Blättern der Gerste keine bekannt. Es kommt immer wieder die Frage auf, ob Gerstengras bei Zöliakie oder Gluten-Unverträglichkeit angewendet werden darf. Das Gerstengras selbst enthält kein Gluten und kann somit unbedenklich verwendet werden. Grundsätzlich aber wie bei allem: Solltest du das Gefühl haben, dass du es nicht verträgst, solltest du auch Gerstengras nicht weiter nehmen.

Schöne Haare mit Gerstengras?

Schon lange hält sich das Gerücht von dem viele Frauen träumen. Endlich ein Mittel für ein volles Haar? Die lästigen grauen Haare gehören der Vergangenheit an? Wir möchten das klären:

Hilft Gerstengras gegen Haarausfall?

Wir sehen immer wieder Artikel, die Gerstengras als Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall empfehlen. Leider bleiben diese Aussagen Beweise schuldig. Bei erblich bedingtem Haarausfall, besonders bei Männern, wird Gerstengras sehr wahrscheinlich nicht helfen. Das gute allerdings ist, dass Gerstengras wesentlich billiger ist als viele Wässerchen, die für dieses Problem verkauft werden.

Esgibt allerdings Haarausfall, der auf andere Ursachen zurückzuführen ist.Hierzu zählen unter anderem Infektionen, Stress, eine Mangelernährung oder eine Besiedlung der Kopfhaut durch Bakterien oder Pilzen.

Besonders bei Mangelerscheinung des Vitamins A, kann Gerstengras eine nützliche Nahrungsergänzung um dieser entgegenzuwirken.

Einige Theorien besagen, dass es auch nützlich ist, Gerstengrassaft wie ein Haarwasser zu verwenden, dass anschließend wieder ausgespült wird.

Hilft Gerstengras gegen graue Haare?

Graue Haare sind für viele ab 30 ein Graus. Morgens in den Spiegel geblickt ist für manch einen der Tag schon gelaufen. Wichtig für die Produktion des Haarfarbstoffs Melanin ist unter anderem Eisen. Hier kann Gerstengras besonders bei Vegetariern eine sinnvolle Nahrungsergänzung darstellen. Belege, dass das erblich bedingte Ergrauen sich durch Gerstengras aufhalten lässt liegen uns leider nicht vor.

Rezept für die äußerliche Behandlung deiner Haare mit Gerstengras

Du kannst Frisch gepresstes Gerstengras oder, was einfacher ist um eine Zubereitung Gerstengraspulver verwenden. Bei letzterem empfehlen wir zwei Teelöffel in 200ml Wasser aufzulösen und anschließend einen Teelöffel Honig einzurühren. Verwende am besten Lauwarmes Wasser, damit sich alles gut auflöst. Außerdem ist es angenehmer bei der Anwendung.

Anschließend solltest du die Zubereitung in deine Haare und Kopfhaut einmassieren und 45 Minuten einwirken lassen um es dann auszuspülen.

Du solltest diese Anwendung mindestens 2 mal die Woche wiederholen. Nach 3 Wochen sollten sich die ersten Ergebnisse zeigen.

So kannst du dein Gerstengras abwechslungsreich verwenden

Gerstengras wird normalerweise in ein Glas Wasser eingerührt, da es pur als Pulver nicht besonders angenehm zu essen ist. Natürlich kannst du auch die klassische Variante wählen und dein eigenes Gerstengras züchten und in einem Mixer zu einem frischen Saft zu verarbeiten. Dein Pulver kannst du alternativ auch

  • In einen Fruchtsaft einrühren
  • Zusammen mit Joghurt essen
  • Als Zutat in einen Salat oder Gemüselasange einbauen
  • In einen alkoholfreien Cocktail mixen
  • Nach dem Sport in deinen Proteinshake shaken

Gerstengraspulver wird auch gerne mit Kurkuma kombiniert

Gerstengras selber züchten

wie bei den meisten Dingen im Leben wollen wir nicht viele Worte verwenden um dir zu beschreiben, wie du Gerstengras selber anbauen kannst. Wir zeigen es dir einfach wie du die Gerste zum Keimen bringst und dein Gerstengras züchtest:

Ob du deine Ernte direkt zu Pulver oder Gerstengrassaft verarbeiten möchtest, hängt mit Sicherheit auch von der Erntemenge ab. Solltest du dich für das Pulver entscheiden, ist es wichtig es nicht bei mehr als 40 Grad zu trocknen um die Nährstoffe zu erhalten.

Gerstengras Erfahrungsberichte

Wir haben das Netz für euch durchsucht um echte authentische Erfahrungsberichte zum Thema aufzulisten. Das Resümee fällt durchgehen positiv aus:

  • Antiaging: Eine Konsumentin beschreibt bei lifeline.de, dass Sie das Pulver seit einigen Jahren nimmt und fast nie krank ist. Darüber hinaus beobachtet Sie Antiaging-Effekt und ein besseres Hautbild
  • In einer Studie aus dem Jahr 2019 mit Tieren wurde gezeigt, dass diejenigen die Gerstengrassaft über einen längeren Zeitraum getrunken haben, das Köbergewicht reduziert und die Blutfette sich verbessert haben


[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24348688/

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